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Brautnächte in der 10. Âventiure. Gewaltdarstellung im Nibelungenlied

Handschrift B versus Neuerzählung von Franz Fühmann

Título: Brautnächte in der 10. Âventiure. Gewaltdarstellung im Nibelungenlied

Trabajo Escrito , 2019 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Diese Arbeit stellt sich die Frage: Wenn für die Authentizität des Nibelungenstoffs die Darstellung von mittelalterlichen Gewaltvorstellungen, Missbrauch, Raub, Rache, Mord etc. maßgeblich ist – wie weit bewegt sich dann ein aufgearbeiteter, kinderfreundlicherer Stoff von der Originallektüre weg? Um diese Frage zu beantworten, werden die Brautnacht-Szenen in Handschrift B und in der Neuerzählung von Franz Fühmann miteinander verglichen.

Das Nibelungenlied ist eines der zentralsten mittelalterlichen Heldenepen, welches an der Spitze des kollektiv-kulturellen Gedächtnisses der deutschsprachigen Mittelalterliteratur vertreten ist. Neben der Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus und der darauffolgenden Meidung im Sozialismus , hat es historisch eine enorme Rezeptionsgeschichte aufzuweisen. Diese führte letztendlich seit den 1970er Jahren in eine Wiederentdeckung des Heldenstoffs , wodurch sich viele Neu- und Kurzerzählungen sowie diverse mediale Weiterverarbeitungen des Werkes finden lassen.
Es ist jedoch stark auffällig, dass viele Teilaspekte und Inhalte des mittelhochdeutschen Textes eine verherrlichende Darstellung von Gewalt, Missbrauch und mittelalterlichen Wertevorstellungen transportieren, die sich nicht mehr mit der modernen Wertegesellschaft vereinbaren lassen. Auch die Neuerzählungen scheinen trotz noch so detailreicher Überarbeitungen nicht gänzlich auf diese kritischen Inhalte verzichten zu können. Der Umgang mit diesem Konflikt zwischen der Wahrung der historischen Inhalte und dem Bedürfnis nach kindgerechter Rezeption ist divers. Denn zum einen sollten Texte wie das Nibelungenlied, die (meist) von noch sehr jungen Menschen gelesen werden, hinsichtlich ihrer gewalt- und kriegsverherrlichenden Inhalte kritisch betrachtet werden. Zum anderen sind die Mythen und Sagen, welche den inhaltlichen Kern des Nibelungenlieds ausmachen, schließlich ein wertvolles Zeitzeugnis der mittelalterlichen Literatur und Kultur. Kommt es dann nicht zwangsweise zu inhaltlichen Verzerrungen, wenn die Neuauflagen diese wichtigen Details verändern?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick: Nibelungensage und Nibelungenlied

3. Gewaltdarstellung im Nibelungenlied

3.1 Gewaltdarstellung in den beiden Brautnächten (Handschrift B)

3.2 Gewaltdarstellung in der Neuerzählung (Franz Fühmann)

4. Fazit

5. Verwendung des Nibelungenliedes im Schulkontext

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die Darstellung von Gewalt in Franz Fühmanns Neuerzählung des „Nibelungenlieds“ von derjenigen im mittelhochdeutschen Originaltext der St. Galler Handschrift B unterscheidet und ob diese Variationen zu inhaltlichen Verzerrungen oder einer veränderten Rezeption führen.

  • Analyse der Gewaltdarstellung in der 10. Âventiure (Brautnächte)
  • Vergleich von Originaltext und moderner Neuerzählung
  • Untersuchung der heroischen Männlichkeit und Gewalt legitimierung
  • Pädagogische Relevanz und Schultauglichkeit des Nibelungenstoffs

Auszug aus dem Buch

3.1 Gewaltdarstellung in den beiden Brautnächten (Handschrift B)

Die Brautnächte nehmen für die Untersuchung der Gewaltdarstellungen im Nibelungenlied eine zentrale Rolle ein, da es sich dabei (abgesehen von Krimhilds Tod) um die einzige explizite Beschreibung von körperlicher Gewalt gegenüber einer Frau im Nibelungenlied handelt. Brünhild bietet das Gegenbeispiel zu den klassischen Frauenrollen des Nibelungenlieds, da sie als einzige weibliche Figur „in eigener Person, in ihrem eigenen Körper über Gewaltpotential und Gewaltbereitschaft verfügt“. In der Figur Brünhild bündelt sich somit sowohl ausgehende als auch erfahrene Gewalt des weiblichen Geschlechts im Nibelungenlied. Sie bedient sich den Prinzipien der Männlichkeit, ohne aber dabei ihren weiblichen Reiz zu verlieren: „diu was unmâzen schoene. vil michel was ih kraft“. Sie wird als schön und begehrenswert beschrieben und trotzdem so stark und kraftvoll, dass kein normal-sterblicher Mann sie im Wettkampf besiegen könnte, wodurch ihre Figur zwei Ebenen der Herausforderung darzustellen scheint: Zum einen die Brautwerbung (für welche die Motivation von Gunther ausgeht, aber die Ausführung durch Siegfried geschieht) und zum anderen der dafür notwendige körperliche Sieg über sie, welcher Stärke und Gewalt erfordert und Macht über eine scheinbar unerreichbare Königin verspricht.

Die starren Rollenaufteilungen geraten durch ihre Figur ins Wanken und selbst der mächtige Herrscher Gunther ist ihr alleine nicht gewachsen. Das Verlangen nach dem Bezwingen ihrer Stärke durch Gegengewalt scheint für Gunther und Siegfried der einzig mögliche Umgang mit Brünhild zu sein. An der Kampfesbehauptung innerhalb des Dreiergespanns (Siegfried, Gunther und Brünhild) wird an zwei zentralen, verschiedenen Stellen des Nibelungenlieds die Machthierarchie gemessen: Die Brautwerbung (7. Âventiure) und die beiden Hochzeitsnächte (10. Âventiure). Gewalt tritt somit an die Stelle der Aushandlungs- und Kommunikationsprozesse zwischen den Figuren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, problematisiert die Gewaltdarstellung im Nibelungenlied im Kontext moderner Wertevorstellungen und umreißt das Ziel der Arbeit, die Handschrift B mit der Neuerzählung von Franz Fühmann zu vergleichen.

2. Überblick: Nibelungensage und Nibelungenlied: Das Kapitel klärt die Begriffe Sage und Mythos sowie die Abgrenzung zwischen dem Originaltext und einer Nacherzählung vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Entstehungskontexte.

3. Gewaltdarstellung im Nibelungenlied: Dieser zentrale Teil analysiert die Funktion von Gewalt als Machtinstrument im mittelalterlichen Heldenepos und diskutiert die unterschiedliche Darstellung von Gewalt in der Handschrift B sowie in Fühmanns Adaption.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich die Neuerzählung von Fühmann durch eine subtilere, ironisch gebrochene Gewaltdarstellung vom Originaltext absetzt, ohne jedoch die inhaltliche Relevanz des Nibelungenstoffs aufzugeben.

5. Verwendung des Nibelungenliedes im Schulkontext: Dieser Abschnitt erörtert die Eignung des Nibelungenlieds als Schullektüre und prüft die Kompatibilität mit Lehrplänen für die Fächer Deutsch, Ethik und Geschichte.

6. Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie die Grundlagen der Fachlehrpläne auf.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Handschrift B, Franz Fühmann, Gewaltdarstellung, Brautnächte, Heldendichtung, Mittelhochdeutsch, Literaturdidaktik, Machtverhältnisse, Gender Studies, Männlichkeit, Rezeptionsgeschichte, Schullektüre, Heldentat, Gewaltlegitimation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Gewalt beim Thema Brautwerbung und den Brautnächten im Nibelungenlied durch einen Vergleich von mittelalterlicher Textquelle und moderner Nacherzählung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen Gewaltkonzepte des Mittelalters, Geschlechterrollen und deren Wandel, die Funktion von Männlichkeitsbildern sowie die didaktische Aufbereitung des Stoffs für den Schulunterricht.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwieweit Fühmanns Neuerzählung von der Handschrift B abweicht und ob diese Änderungen zu inhaltlichen Verzerrungen oder einer bewussten Neubewertung der Gewaltthematik durch den Autor führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, bei der ausgewählte Textpassagen der St. Galler Handschrift B der Adaption von Franz Fühmann gegenübergestellt werden.

Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Darstellung der beiden Brautnächte, dem Machtgefüge zwischen Gunther, Siegfried und Brünhild und der Rolle körperlicher Gewalt als notwendiges Element ritterlicher Existenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Gewaltlegitimation, Heldenethik, literarische Adaption, Fachdidaktik, Machtstrukturen und der Rezeption mittelalterlicher Epen in der modernen Schule.

Wie unterscheidet sich die Bewertung von Gewalt bei Fühmann vom Originaltext?

Während der Originaltext Gewalt als notwendiges Mittel zur Machtdarstellung legitimiert, setzt Fühmann Mittel wie Ironie und Komik ein, um eine kritischere, teils verurteilende Distanz zur erzählten Gewalt zu schaffen.

Welche Rolle spielt die Tarnkappe im Kontext der Brautnacht?

Sie dient als Instrument Siegfrieds, um die körperliche Überlegenheit Brünhilds zu umgehen, und fungiert symbolisch als Mittel zur gewaltsamen Unterwerfung der Frau unter das männliche Herrschaftsprinzip.

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Detalles

Título
Brautnächte in der 10. Âventiure. Gewaltdarstellung im Nibelungenlied
Subtítulo
Handschrift B versus Neuerzählung von Franz Fühmann
Universidad
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Curso
Deutsche Literatur des Mittelalters
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
22
No. de catálogo
V1335580
ISBN (Ebook)
9783346832665
ISBN (Libro)
9783346832672
Idioma
Alemán
Etiqueta
brautnächte gewaltdarstellung nibelungenlied handschrift neuerzählung franz fühmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2019, Brautnächte in der 10. Âventiure. Gewaltdarstellung im Nibelungenlied, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335580
Leer eBook
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