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Der Erfahrungsbegriff in den Werken von Friedrich Schleiermacher

Titel: Der Erfahrungsbegriff in den Werken von Friedrich Schleiermacher

Seminararbeit , 2009 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Gloria Pepper (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Friedrich Schleiermachers Werke gehören unumstritten zu den Klassikern der Religionswissenschaft. Seine Ausführungen zu den Themen Dialektik, Ethik und Hermeneutik inspirierten zahlreiche andere Theologen und Philosophen, allen voran Rudolf Otto, zu ihren Analysen.
Sein besonderes Forschungsinteresse galt der Religion. Eine der wichtigsten Errungenschaften Schleiermachers war in diesem Zusammenhang die Neubewertung der Religionsgeschichte und die Abwertung der herrschenden Religionssysteme. Die vielfältigen Religionen sind daher Erzeugnisse der Zeit und der Geschichte.
Neben dieser bedeutsamen Erkenntnis und der Kritik an veralteten Vorstellungen über die Religionen, die maßgeblich in seinem Hauptwerk Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern von 1799 zu finden sind, sowie den bereits erwähnten Forschungsthemen wird oft vergessen, dass Schleiermacher auch andere Themenkomplexe untersucht hat. Der Begriff der Bildung und dessen essentielle Bedeutung spielen ebenso eine große Rolle in seinen Arbeiten.
Weiterhin beschäftigte sich Schleiermacher mit dem Phänomen Erfahrung, die er zum einen frei von der Religion und zum anderen in Bezug auf diese betrachtete. Diese Untersuchungen und die Einsichten Schleiermachers werden in dieser Hausarbeit thematisiert. Der Fokus wird dabei insbesondere auf die Vielfältigkeit dessen Erfahrungsbegriffs gelegt und mit der Frage in Verbindung gebracht, wie vollkommene und wahre innere Erfahrung nach Friedrich Schleiermacher erlangt werden kann.
Bevor die Erkenntnisse jenes Philosophen jedoch analysiert werden, wird der Begriff der Erkenntnis erst einmal genauer erläutert. Es soll erklärt werden, was Erfahrung ist und wie sie – in recht unterschiedlicher Form – in die Wissenschaften eingegliedert und von ihr benutzt wird.
Dem folgt eine kurze Darstellung der Biographie Friedrich Schleiermachers um die Umstände seines Wirkens aufzeigen zu können und dem Leser nicht nur das Wirken sondern auch das Leben dieses Philosophen näher zu bringen.
Im Anschluss werden Schleiermachers Auffassungen bezüglich des Erfahrungsbegriffs ausführlicher untersucht. Dabei wird unterschieden zwischen der von ihm als „grammatische“ Erfahrung bezeichneten und der religiösen Erkenntnis. Des Weiteren wird auf die Verbindung von religiösen Themen mit künstlerischen Darstellungen eingegangen. ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „Erfahrung“

3. Biographie Friedrich Schleiermachers

4. Der Erfahrungsbegriff bei Friedrich Schleiermacher

4.1. „Grammatische“ Erfahrungen

4.2. Religiöse Erfahrungen

4.3. Religion und Kunst – eine Möglichkeit Erfahrungen zu erlangen und zu teilen

5. Zusammenfassung

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den vielschichtigen Erfahrungsbegriff bei Friedrich Schleiermacher und beleuchtet dessen Bedeutung innerhalb seiner theologischen, philosophischen und hermeneutischen Ansätze, insbesondere im Hinblick auf die Verbindung zwischen religiöser Erfahrung und künstlerischem Ausdruck.

  • Grundlagen des allgemeinen Erfahrungsbegriffs und dessen Bedeutung in verschiedenen Disziplinen.
  • Biographische Einordnung von Friedrich Schleiermacher und dessen Wirken.
  • Analyse der „grammatischen“ Erfahrung im Kontext von Schleiermachers Hermeneutik.
  • Untersuchung religiöser Erfahrungen und der Rolle der sittlichen Lebensführung.
  • Verhältnisbestimmung von Religion und Kunst als Mittel zur Erfahrungsbildung.

Auszug aus dem Buch

4.2. Religiöse Erfahrungen

Schleiermacher beschäftigte sich nicht nur mit der „grammatischen“ Erfahrung sondern bezog den Erfahrungsbegriff auch auf die Religion.

In Schleiermachers frühen Predigten lassen sich Differenzierungen zwischen natürlichen und übernatürlichen Erfahrungen finden. Dies führt zur Selbstabschließung der Gemeinde von der Welt, d.h. es existiert eine Differenz zwischen der menschlichen Gemeinschaft und der Gottesgemeinschaft. Demnach wird der „tägliche Umgang mit dem Heiland“ in übernatürliche Erfahrungsbereiche verlegt und kann nur schwer in die natürlichen Erfahrungen der Gläubigen einbezogen werden (Vgl. Seibert 2003, 266). Weiterhin können übernatürliche Erfahrungen nur durch einen sittlichen Lebenswandel nachvollzogen werden. Dies ist nur möglich, wenn der Mensch die durch den Sündenfall hervorgerufene Dominanz der Sinnlichkeit zugunsten der Sittlichkeit zurückdrängt (Vgl. ebd. 269). Für Schleiermacher umfasst die Lebensaufgabe des Menschen somit das Streben nach Tugendhaftigkeit und Vernunft. Obwohl Erfahrungen im Allgemeinen die Herausbildung von Erkenntnissen zur Folge haben, führen sie nicht gleichsam zur Etablierung eines tugendhaften Lebens. Allerdings kann ein solcher Prozess durch Erfahrungsbildungen begünstigt werden. Schleiermachers Ziel ist es dabei, Bedingungen für Erfahrungen und Erkenntnisse darzustellen, die den Menschen dabei helfen sollen, eine sittliche Besserung zu erstreben und umzusetzen (Vgl. Seibert 2003, 270).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk Friedrich Schleiermachers ein, skizziert dessen Forschungsinteresse und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Erfahrungsbegriff in seinen verschiedenen Facetten zu beleuchten.

2. Der Begriff „Erfahrung“: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Untersuchung verschiedener Definitionen des Begriffs Erfahrung in der Literatur und den Sozialwissenschaften als Grundlage für die spätere Analyse.

3. Biographie Friedrich Schleiermachers: Ein kurzer Abriss über das Leben und den beruflichen Werdegang Schleiermachers, um die Entstehungskontexte seiner Theologie und Philosophie zu verstehen.

4. Der Erfahrungsbegriff bei Friedrich Schleiermacher: In diesem Kapitel wird Schleiermachers Verständnis von Erfahrung detailliert analysiert, wobei die grammatische Erfahrung, religiöse Aspekte sowie das Zusammenspiel von Religion und Kunst im Fokus stehen.

4.1. „Grammatische“ Erfahrungen: Untersuchung der hermeneutischen Dimension der Erfahrung, die Schleiermacher als notwendigen Prozess beim Verstehen von Texten und Sprache definiert.

4.2. Religiöse Erfahrungen: Dieser Abschnitt erörtert die religiöse Dimension des Erfahrens, insbesondere die Verbindung zum Gefühl der absoluten Abhängigkeit und zur sittlichen Lebensführung.

4.3. Religion und Kunst – eine Möglichkeit Erfahrungen zu erlangen und zu teilen: Analyse der Korrelation von Kunst und Religion bei Schleiermacher, wobei vor allem die „sittliche Kunst“ als Medium für religiöse Erfahrungen hervorgehoben wird.

5. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Analyseergebnisse, die Schleiermachers Bedeutung für die theologische Philosophie unterstreicht.

6. Bibliographie: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Literaturquellen.

Schlüsselwörter

Friedrich Schleiermacher, Erfahrung, Hermeneutik, Religion, Erkenntnis, Theologie, Philosophie, Grammatische Erfahrung, Religiöse Erfahrung, Kunst, Sittlichkeit, Vernunft, Bildungsbegriff, Dialektik, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Erfahrungsbegriff bei Friedrich Schleiermacher und untersucht, wie er diesen zwischen verschiedenen Disziplinen wie Philosophie, Theologie und Ästhetik verortet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Erfahrung, Schleiermachers hermeneutischer Ansatz („grammatische Erfahrung“), seine Sicht auf religiöse Erkenntnis sowie das spannungsreiche Verhältnis von Religion und Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Vielschichtigkeit von Schleiermachers Erfahrungsbegriff aufzuzeigen und insbesondere zu verdeutlichen, wie Kunst und religiöse Erfahrung bei ihm in einen funktionalen Zusammenhang gebracht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit folgt einer wissenschaftlichen Analyse und Interpretation von Schleiermachers Primärquellen sowie relevanter Sekundärliteratur zu seinem Wirken und seiner Philosophie.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Erkenntnistheorie, Schleiermachers Hermeneutik, seiner Auffassung von religiöser Erfahrung sowie seiner spezifischen Ästhetik, in der er zwischen sittlicher und geselliger Kunst unterscheidet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Erfahrung, Hermeneutik, Religion, Kunst, Erkenntnis, Sittlichkeit und das Gefühl der absoluten Abhängigkeit.

Wie unterscheidet Schleiermacher zwischen grammatischer und religiöser Erfahrung?

Die grammatische Erfahrung bezieht sich primär auf den hermeneutischen Akt des Textverstehens, während die religiöse Erfahrung auf ein tieferes, inneres Gefühl der absoluten Abhängigkeit und eine spezifische Beziehung zum Absoluten abzielt.

Welche Rolle spielt die Kunst in Schleiermachers Theorie?

Schleiermacher sieht in der (sittlichen) Kunst ein wichtiges Medium, um religiöse Gefühle auszudrücken, Themen zu veranschaulichen und somit ein tieferes, gemeinsames Verständnis und Teilen von Erfahrungen zu ermöglichen.

Warum ist das Verständnis der „sittlichen Kunst“ bei Schleiermacher entscheidend?

Weil Schleiermacher die Kunst nicht als Selbstzweck oder bloße Unterhaltung sieht, sondern sie nur dann als religiös wertvoll erachtet, wenn sie sittliche Tugendhaftigkeit und vernünftige Einsichten vermittelt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Erfahrungsbegriff in den Werken von Friedrich Schleiermacher
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Interkulturelle Kommunikation)
Veranstaltung
Religion - Biographie - Identität
Note
1,3
Autor
Gloria Pepper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V133562
ISBN (eBook)
9783640405084
ISBN (Buch)
9783640405404
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erfahrungsbegriff Werken Friedrich Schleiermacher
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gloria Pepper (Autor:in), 2009, Der Erfahrungsbegriff in den Werken von Friedrich Schleiermacher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133562
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Leseprobe aus  20  Seiten
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