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Die Darstellung des Unheimlichen in "Der Sandmann"

Titel: Die Darstellung des Unheimlichen in "Der Sandmann"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dilara Temel (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Kindermärchen, in dem eine Schreckgestalt Sand in die Augen von Kindern streut und eine Puppe, die vermeintlich lebendig wirkt? Dies sind Komponenten der Erzählung "Der Sandmann" und sie bringen offensichtlich eine unheimliche Wirkung mit sich. In der vorliegenden Arbeit wird die unheimliche Wirkung in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" genauer analysiert. Die Leitfrage lautet daher: Wie stellt Hoffmann das Unheimliche in seinem Werk dar?

Der Fokus wird hierbei auf die Gestalt des Sandmannes, auf die Erzählstrategie und auf die Figur Olimpias gelegt.

Zuvor wird dem Leser jedoch eine mögliche Definition des Unheimlichen gegeben, an dieser Stelle bezieht sich die Arbeit auf Sigmund Freud und auf sein Werk "Das Unheimliche", in dem er seine Interpretationsmöglichkeiten bezüglich "Der Sandmann" darstellt. Freud bezeichnet Hoffmann berechtigterweise als den „Meister des Unheimlichen in der Dichtung“, denn sein Werk "Der Sandmann" ist keinesfalls das Einzige, welches eine unheimliche Wirkung aufweist.

Abschließend wird ein Fazit die gesicherten Analyseergebnisse zusammenfassen und einen Überblick darüber gegeben, auf welche Art und Weise Hoffmann das Unheimliche in "Der Sandmann" zum Ausdruck bringt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Definition des Unheimlichen nach Sigmund Freud

3. Analyse

3.1 Der Sandmann in Nathanaels Kindheit

3.2 Erzählstrategie

3.3 Olimpia

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion und Darstellungsweise des "Unheimlichen" in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Schlüsselfiguren und der erzähltechnischen Struktur aufzuzeigen, wie Hoffmann beim Leser ein Gefühl der Unsicherheit und des Unheimlichen erzeugt, wobei ergänzend Sigmund Freuds psychoanalytische Deutung herangezogen wird.

  • Psychoanalytische Definitionen des Unheimlichen nach Sigmund Freud
  • Die psychologische Bedeutung der Figur des Sandmannes als Kindheitstrauma
  • Der Einfluss polyperspektivischer Erzählstrategien auf die Leserwahrnehmung
  • Die Rolle Olimpias als ambivalentes, mechanisches Konstrukt
  • Das Spiel mit dem Realitätsstatus von Wahrnehmung und Wahn

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Sandmann in Nathanaels Kindheit

Die Mutter von Nathanael nutzt die Figur des Sandmannes, um ihre Kinder ins Bett zu schicken: „Nun Kinder! – Zu Bette! Zu Bette! Der Sandmann kommt, ich merk es schon“. Er fungiert demnach als „Popanz“, um Kinder einzuschüchtern und zu belehren. Nathanaels Neugierde ist größer als seine Furcht, weshalb er die Amme genauer nach dem Sandmann fragt: Der Sandmann „ist ein böser Mann, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen, und wirft ihnen Händevoll Sand in den Augen, dass sie blutig zum Kopf herausspringen, die wirft er dann in den Sack und trägt sie in den Halbmond zur Atzung für seine Kinderchen; die sitzen dort im Nest und haben krumme Schnäbel, wie die Eulen, damit picken sie der unartigen Menschenkindlein Augen auf“.

Die Figur des Sandmannes ist Nathanael somit bereits als Kind bekannt, er behauptet sogar, ihn zu hören: „Wirklich hörte ich dann jedes Mal etwas schweren, langsamen Tritts die Treppe heraufpoltern; das musste der Sandmann sein“. Das Geräusch des Heraufpolterns der Treppe verbindet Nathanael somit mit dem Auftauchen des Sandmannes. Die unheimliche Wirkung des Sandmannes macht sich unter anderem darin bemerkbar, dass Nathanael den Sandmann als „böse“ und „fürchterliche Erscheinung“ bezeichnet. Des Weiteren löst der Sandmann in Nathanael „Angst und Entsetzen“ aus. Man kann somit annehmen, dass Hoffmann ein Märchen bzw. die Figur eines Märchens, nämlich den Sandmann, als Ursache für ein Kindheitstrauma nutzt.

Obwohl der Sandmann solch eine unheimliche Wirkung erzielt, hat Nathanael dennoch den Drang „selbst das Geheimnis zu erforschen, den fabelhaften Sandmann zu sehen, dazu keimte mit den Jahren immer mehr Lust in [ihm ...] empor“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie Hoffmann das Unheimliche in seinem Werk gestaltet und umreißt den methodischen Fokus auf die Figur des Sandmannes, die Erzählstrategie sowie die Figur Olimpia.

2. Eine Definition des Unheimlichen nach Sigmund Freud: In diesem Kapitel wird das Unheimliche als ein psychoanalytisches Phänomen erläutert, das durch wiederkehrend Verdrängtes sowie durch das Ambivalente zwischen Heimlichem und Fremdem entsteht.

3. Analyse: Dieser Hauptteil untersucht detailliert die verschiedenen Ebenen der Erzählung, bei denen Nathanaels Kindheitstrauma, die wechselnden Perspektiven und der Status von Olimpia als zentral analysiert werden.

3.1 Der Sandmann in Nathanaels Kindheit: Es wird analysiert, wie die Kindheitserinnerungen an den Sandmann als traumatische Quelle fungieren und wie Coppelius durch seine Identifikation mit der Schreckgestalt zur realen Gefahr wird.

3.2 Erzählstrategie: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Einsatz verschiedener Erzählperspektiven und die bewusste Generierung von Leerstellen den Leser in eine permanente Unsicherheit über Nathanaels Realitätswahrnehmung versetzen.

3.3 Olimpia: Der Fokus liegt auf der Ambivalenz Olimpias, deren Auf- und Abwertung zwischen „lebendigem Menschen“ und „automatenhafter Maschine“ entscheidend zur unheimlichen Atmosphäre beiträgt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wirkung des Unheimlichen in Hoffmanns Erzählung aus einer gezielten Mischung von traumatischer Vergangenheit, unzuverlässigem Erzählen und der Aufhebung der Grenze zwischen belebter und unbelebter Welt resultiert.

Schlüsselwörter

Unheimliches, E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Sigmund Freud, Kindheitstrauma, Erzählstrategie, Perspektivwechsel, Coppelius, Olimpia, Automatenmotiv, Wahrnehmung, Angst, Literaturanalyse, Psychoanalyse, Unzuverlässiges Erzählen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarischen Mittel und inhaltlichen Muster, die E.T.A. Hoffmann in seinem Werk "Der Sandmann" einsetzt, um beim Leser ein Gefühl des "Unheimlichen" zu erzeugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die psychoanalytische Bedeutung der Sandmann-Figur, die Auswirkungen einer polyperspektivischen Erzählweise und die Ambivalenz des Automatenmotivs am Beispiel von Olimpia.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Leitfrage der Arbeit lautet: Wie stellt Hoffmann das Unheimliche in seinem Werk "Der Sandmann" konkret dar?

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit theoretischen Ansätzen aus Sigmund Freuds Essay "Das Unheimliche" sowie weiteren fachspezifischen Kommentarwerken verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung von Nathanaels kindlichen Traumata, der strategischen Nutzung von Perspektivverschiebungen zur Verunsicherung des Lesers sowie der Analyse von Olimpias künstlicher Körperlichkeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Unheimliches", "Polyperpektivität", "Wanderndes Traummotiv", "Automatenhaftigkeit" und "Realitätsambivalenz" bestimmt.

Wie beeinflusst die Perspektivwahl des Erzählers die Wahrnehmung des Lesers?

Der ständige Wechsel der Perspektiven, beginnend bei Nathanaels subjektiven Briefen bis hin zum kommentierenden Erzähler, erzeugt durch Leerstellen eine dauerhafte Unsicherheit, ob Nathanaels Schilderungen auf der Realität beruhen oder ein Produkt seines Wahnsinns sind.

Warum wird Olimpia als besonders unheimliche Figur eingestuft?

Olimpia verkörpert das Unheimliche durch ihre Starre und ihre mechanische Natur, die Nathanael durch eine optische Linse (Perspektiv) als lebendig missinterpretiert, während ihre eigentliche Leblosigkeit für Außenstehende eine beunruhigende Diskrepanz aufzeigt.

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Details

Titel
Die Darstellung des Unheimlichen in "Der Sandmann"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Gespenster in Erzählliteratur um 1800
Note
1,7
Autor
Dilara Temel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1335904
ISBN (eBook)
9783346834171
ISBN (Buch)
9783346834188
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sandmann Coppola Coppelius Olimpia ETA Hoffmann Unheimlich Nathanael Romantik Hoffmann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dilara Temel (Autor:in), 2022, Die Darstellung des Unheimlichen in "Der Sandmann", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335904
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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