Im folgenden Essay werde ich Hares’ Präskriptivismus rekonstruieren. In dem Verlauf dieser Abhandlung werde ich auch das Problem des Fanatikers erklären. Ich beziehe mich dabei auf den Text „Eine moderne Form der goldenen Regel“ aus dem Buch
„Texte zur Ethik“.
Inhaltsverzeichnis
1. Rekonstruktion von Hares' Präskriptivismus
1.1 Merkmale moralischer Urteile: Präskriptivität und Universalisierbarkeit
1.2 Analyse des Gläubiger/Schuldnerverhältnisses
1.3 Erfordernisse für moralische Begründungen
1.4 Fluchtwege aus dem moralischen Diskurs
1.5 Differenzierung moralischer Handlungen
1.6 Der Begriff des Fanatikers
1.7 Auflösung fanatischer Widersprüche
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die fundierte Rekonstruktion der moralphilosophischen Theorie des universale Präskriptivismus von Richard M. Hare sowie die Analyse des von ihm eingeführten Begriffs des Fanatikers im Kontext moralischer Begründungen.
- Grundlagen des universale Präskriptivismus
- Wechselspiel von Präskriptivität und Universalisierbarkeit
- Notwendigkeit moralischer Begründung und Konsistenz
- Die Rolle von Neigungen und Vorstellungsvermögen
- Kritik und Entlarvung fanatischer Ideologien
Auszug aus dem Buch
Der Begriff des Fanatikers
Über diese Fragestellung kommt Hare zu dem Begriff des „ Fanatikers“. Ein Fanatiker ist eben einer, der zwar einen Handlungsgrundsatz vorweisen kann( ein Ideal), aber fremde Interessen ignoriert. Sein Ideal kann sogar so stark ausgeprägt sein, dass er seine eigenen Interessen diesem unterordnet. Hare gibt hier zwei gleich geartete Beispiele. Erstens das Gesetz des Stärkeren und zweitens das faschistisches Rassenmodell. In beiden Beispielen geht es darum, inwiefern B sein aufgestelltes Ideal selbst wollen kann. Hare sagt dazu folgendes: „Wenn ich schwach wäre, dann sollte ich eben an die Wand gestellt werden. Würde er dies behaupten, dann stellte er sich, indem er zu dem wird, was wir einen Fanatiker nennen werden, außerhalb der Reichweite dessen, was von uns „ goldene Regel“ oder „ utilitaristische“ Begründungen genannt werden wird“(S.120). Genauso gestrickt ist das andere Beispiel, indem B keine schiefe Nase und keine schwarze Haut hat. Kann er sein Ideal solchen Leuten schlechtes anzutun auch selbst tragen bzw. in ihrer Situation akzeptieren?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Rekonstruktion von Hares' Präskriptivismus: Einführung in die moralphilosophischen Grundlagen nach Richard M. Hare und deren theoretische Einordnung.
1.1 Merkmale moralischer Urteile: Präskriptivität und Universalisierbarkeit: Erläuterung der beiden zentralen Säulen, auf denen moralische Urteile laut Hare aufbauen müssen.
1.2 Analyse des Gläubiger/Schuldnerverhältnisses: Anwendung der abstrakten Theorie auf ein konkretes Gedankenexperiment zur Überprüfung der logischen Konsistenz.
1.3 Erfordernisse für moralische Begründungen: Auflistung der notwendigen Voraussetzungen wie Tatsachenbezug und logische Anwendbarkeit.
1.4 Fluchtwege aus dem moralischen Diskurs: Untersuchung der Strategien, mit denen Individuen versuchen, sich der moralischen Verantwortung zu entziehen.
1.5 Differenzierung moralischer Handlungen: Analyse der Möglichkeiten, wie moralische Urteile im Alltag konsistent oder inkonsequent umgesetzt werden.
1.6 Der Begriff des Fanatikers: Definition des Fanatikers als Person, die trotz Idealen die Interessen anderer systematisch ignoriert.
1.7 Auflösung fanatischer Widersprüche: Aufzeigen der methodischen Vorgehensweise, wie fanatische Positionen durch die Prüfung auf Universalisierbarkeit in Widersprüche verwickelt werden.
Schlüsselwörter
Richard M. Hare, Universaler Präskriptivismus, Präskriptivität, Universalisierbarkeit, Moralphilosophie, Goldene Regel, Fanatiker, Handlungsgrundsatz, Moralurteil, logische Inkonsistenz, Ethik, moralische Begründung, Ideal, Werturteil, moralischer Diskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit rekonstruiert die moralphilosophische Theorie des "universalen Präskriptivismus" von Richard M. Hare und untersucht, wie moralische Urteile konsistent begründet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Merkmale von Moralurteilen (Präskriptivität und Universalisierbarkeit), die logische Konsistenz im moralischen Handeln und die Analyse fanatischer Denkweisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Handlungsmaximen und deren universaler Gültigkeit aufzuzeigen, um moralische Widersprüche, insbesondere bei Fanatikern, zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Gedankenexperimenten und die logische Dekonstruktion moralischer Argumentationsketten nach dem Vorbild von Hare.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Gläubiger/Schuldner-Beispiel, diskutiert moralische "Fluchtwege" und definiert den Begriff des Fanatikers sowie dessen logische Unhaltbarkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Präskriptivität, Universalisierbarkeit, Fanatismus, moralische Inkonsistenz und der universale Präskriptivismus.
Warum spielt die Universalisierbarkeit eine so zentrale Rolle für Hare?
Sie verhindert, dass ein Individuum moralische Ansprüche stellt, die für andere gelten sollen, denen es sich selbst jedoch im umgekehrten Fall entziehen möchte.
Was ist die Kernkritik am sogenannten Fanatiker?
Der Fanatiker scheitert an der logischen Anforderung der Universalisierbarkeit, da er nicht bereit ist, sein Ideal auch dann zu akzeptieren, wenn er selbst von den negativen Konsequenzen betroffen wäre.
Warum lehnt Hare "Neigungen" als Basis für moralische Urteile ab?
Da Neigungen subjektiv sind und keine Tatsachen darstellen, können sie laut Hare keine universell gültige, moralische Begründung ersetzen.
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- Alexander Schmieding (Author), 2008, Präskriptivismus von Richard Hare, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133593