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Das Lehrstück „Dorfgründung“.

Analyse des kollektiven Lernprozesses des GK13 2002 in der konstitutiven Dorfversammlung

Título: Das Lehrstück „Dorfgründung“.

Trabajo Escrito , 2009 , 25 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Robert Griebsch (Autor)

Didáctica - Politíca, Educación política
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Um die Kompetenzen von Lernenden einschätzen und daraus resultierend neue Unterrichtskonzepte generieren, realisieren und kritisch reflektieren zu können, ist es hilfreich, Lernprozesse zu analysieren (vgl. Petrik 2007: 19).

Das Problem der gegenwärtigen fachdidaktischen Lernprozessanalyse ist, dass sie „nicht sehr viele tragfähige Ergebnisse vorzuweisen“ hat (Hilligen 1992: 132). Die Analyse von Einzelstunden muss dabei als wenig fruchtbar gelten, da so „größere Lernbögen“ von Lernenden nicht erfasst werden können (Petrik 2007: 84). Es wurden jedoch schon vor knapp fünfzig Jahren Konzepte gefordert, die „überzeugende, erziehungswissenschaftlich begründete Modelle einer Bildungs- und Erziehungspraxis im Sinne des Elementaren, Fundamentalen, Exemplarischen“ (Klafki 3/41964: 458) realisieren sollten.
Es musste ein Umdenken stattfinden, um „politische Bildungsgänge lernpsychologisch angemessen“ (Petrik 2007: 87) zu generieren und kritisch reflektieren zu können. Vor allem die Bildungsgang- und die Lehrkunstdidaktik sind „lernprozessorientiert“ und ermöglichen aussagekräftige Analysen (ebd.).
Petriks Dorfgründung beginnt dabei in einem „vorzivilisatorischen Naturzustand“ (ebd.: 295), in dem die SchülerInnen versuchen müssen, ein funktionierendes Gemeinwesen aufzubauen. Das Dorf eröffnet als Exempel somit die Möglichkeit, die Lernenden in eine Ursprungssituation zu versetzen, in der keine politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Antworten vorgegeben sind, sondern sich erst Fragen durch die Interaktion ergeben, die gemeinsam besprochen und entschieden werden. Somit werden SchülerInnen gezwungen, sich begründend zu positionieren und kritisch zu reflektieren. Genau dieses genetische Prinzip des Lehrstückes eignet sich, um Lernprozessanalysen anzufertigen.

Mit dieser Arbeit werde ich, aufbauend auf Petriks Untersuchungen, den kollektiven Lernprozess des GK13 aus dem Jahr 2002 während der konstitutiven Dorfversammlung analysieren. Dazu werde ich die Entwicklung der mikropolitischen Konflikt- und Urteilsfähigkeit, sowie die (mögliche) kollektive politische Grundorientierung des Grundkurses während der konstitutiven Dorfversammlung anhand von zwei „Schlüsselstellen“ untersuchen, interpretieren und darauf aufbauend die Fehlkompetenzen bzw. Lernhürden, sowie politische Lernprogressionen darstellen.

Extracto


Struktur der Untersuchung

1. Einleitung

2. Die Methode „Lernprozessanalyse“

2.1 Best-Practice-Forschung zur qualitativen Interpretation von Lernprozessen

2.2 Der „hermeneutische Dreischritt“

2.3 „Vier Niveaus der (alltags-)politischen Auseinandersetzung“

3. Beschreibende Zusammenfassung des kollektiven Lernprozesses

3.1 Verlauf der konstitutiven Dorfversammlung

3.2 Streitkultur, Konfliktlösung und Beschlüsse

4. Interpretation von „Schlüsselstellen“

4.1 „[…] das Ganze ist 'n bisschen stressig!“

4.2 „Brauchen wir `nen Polizist?“

5. Die Typologisierung eines kollektiven Lernprozesses? Versuch einer Merkmalsraumeinordnung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das primäre Ziel der Arbeit besteht in der Analyse des kollektiven Lernprozesses eines Grundkurses während der konstitutiven Dorfversammlung im Rahmen des Lehrstücks „Dorfgründung“. Untersucht wird dabei, inwieweit sich eine kollektive politische Grundorientierung herausbildet und wie sich die mikropolitische Konflikt- und Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler entwickelt.

  • Analyse der Qualität des Aushandlungsprozesses in einer simulierten politischen Ausgangssituation.
  • Identifikation und Interpretation spezifischer „Schlüsselstellen“ zur Offenlegung von Lernhürden und Fortschritt.
  • Gegenüberstellung von libertären Gemeinschaftsloyalisten und liberal-konservativen Systemloyalisten innerhalb der Klasse.
  • Evaluation der Bedeutung von Gesprächskoordination und Streitkultur für den Lernerfolg.
  • Einordnung des kollektiven Prozesses in das Modell der „vier Niveaus der (alltags-)politischen Auseinandersetzung“ nach Petrik.

Auszug aus dem Buch

4.1 „[…] das Ganze ist 'n bisschen stressig!“

244. Nora: ... Nee, können wir mal zum ersten Thema übergehen, dass wir erst mal die Hausprecher wählen? ...

245. Laura: … Ja, und dann einen Sprecher, der die Versammlung leitet ...

246. Franka: ... Und zum Sprecher habe ich auch noch ne Idee, du hast vorher gesagt, was wir machen, wenn wir mal 11:11 haben, wenn wir alle abstimmen, warum machen wir es nicht so, wir haben die Sprecher und wenn die Sprecher sich zusammen setzten, dann haben wir nämlich fünf Stimmen und dann gibt's auf jeden Fall nie das Problem, dass es irgendwo, 'nen Gleichstand gibt ...

247. Kerstin: ... Ja, falls, falls die Situation des Gleichstands auftritt, dass dann die Sprecher der Häuser darüber entscheiden.

248. Franka: ... Nein, dass immer die Sprecher der Häuser entscheiden.

249. Nora: Wir wählen doch die Sprecher, weil sie unser Haus vertreten, oder nicht? Also die Meinung von den sechs, acht, was weiß ich Leuten ...

250. Elke: ... Also wenn man in einem Haus jetzt nicht einer Meinung sozusagen ist ...

251. Franka: ... Ja, dann muss das jedes Haus für sich entscheiden, dann sind es nicht 22 Leute, die gegenseitig ...

252. Alexander: ... Ja, deswegen haste doch letzten Endes einen Sprecher, das wäre dann, wenn es entscheidend ist, man entscheidet ...

253. Martin: ... Aber wenn man im Haus nicht ein- ...

254. Kerstin: ... Ja, aber das ist doch das Problem, jeder möchte möglichst seine Interessen vertreten und möchte auch seine Stimme dann haben. Wenn im Haus zwei Leute für die eine Sache sind und vier Leute oder drei Leute sind dagegen und dann gibt's einen Sprecher und der Sprecher ist jetzt einer von denen, die dagegen sind, dann wird er letztendlich so entscheiden, dass er sagt, ich bin dagegen und mein Haus ist auch dagegen ...

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Relevanz der Lernprozessanalyse für die Politikdidaktik und stellt das Lehrstück „Dorfgründung“ als genetisches Prinzip zur Förderung kritischer Reflexionskompetenz vor.

2. Die Methode „Lernprozessanalyse“: Führt in die Best-Practice-Forschung und den hermeneutischen Dreischritt ein, die zur qualitativen Auswertung des Unterrichtsgeschehens genutzt werden.

3. Beschreibende Zusammenfassung des kollektiven Lernprozesses: Dokumentiert den Verlauf der Versammlung und beleuchtet die Schwierigkeiten in der Koordination sowie die entstandene Streitkultur innerhalb der Gruppe.

4. Interpretation von „Schlüsselstellen“: Analysiert anhand konkreter Transkriptausschnitte die Auseinandersetzung über Entscheidungsmodi und die Frage nach staatlicher Ordnung durch einen Polizisten.

5. Die Typologisierung eines kollektiven Lernprozesses? Versuch einer Merkmalsraumeinordnung: Synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert das Fehlen einer homogenen kollektiven Grundorientierung sowie die beobachtbare Lernprogression.

Schlüsselwörter

Genetische Politikdidaktik, Dorfgründung, Lernprozessanalyse, konstitutive Dorfversammlung, Politische Bildung, Kompetenzmodell, deliberative Demokratie, Partizipation, Konsensprinzip, Mehrheitsprinzip, Gemeinschaftsloyalisten, Systemloyalisten, Streitkultur, Aushandlungsprozess, Politikunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die kollektiven Lernprozesse einer Schulklasse (GK13) während der Simulation einer „Dorfgründung“, um zu verstehen, wie politische Urteils- und Konfliktfähigkeit in einer praktischen Lernumgebung entstehen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Entwicklung von politischer Grundorientierung, die Analyse von Aushandlungsprozessen innerhalb von Kleingruppen sowie der Umgang mit demokratischen Entscheidungsverfahren.

Was ist das primäre Forschungsziel der Studie?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Schülerinnen und Schüler auf eine „vorzivilisatorische“ Herausforderung reagieren, welche Lernhürden dabei auftreten und ob eine kollektive politische Grundorientierung messbar ist.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Analyse genutzt?

Der Autor verwendet die Best-Practice-Forschung in Verbindung mit dem hermeneutischen Dreischritt (Verstehen, Auslegen, Anwenden), um Transkripte von Unterrichtsdiskussionen qualitativ auszuwerten.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit detailliert betrachtet?

Der Hauptteil gliedert sich in eine beschreibende Zusammenfassung des Versammlungsverlaufs sowie eine tiefgehende Interpretation zweier Schlüsselstellen, die sich mit den Themen „Entscheidungsmodus“ und „Notwendigkeit eines Polizisten“ befassen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Inhalt der Arbeit?

Neben der genetischen Politikdidaktik sind dies Begriffe wie „Homogenitätsillusion“, „libertäre Gemeinschaftsloyalisten“, „Systemloyalisten“, „Konfliktlösungskompetenz“ und „Politisierungstypen“.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Kerstin in der Dorfversammlung?

Der Autor identifiziert Kerstin als zentrale Koordinatorin, deren Rolle ambivalent ist: Einerseits hält sie die Diskussion zusammen, andererseits blockiert sie durch eigenmächtige Abbrüche von Debatten den Lernprozess und die notwendige inhaltliche Tiefe.

Warum empfinden die Schülerinnen und Schüler die Diskussionen teilweise als „stressig“?

Der Stress resultiert aus dem Zusammenprall unterschiedlicher Positionen und der Konfrontation mit der Realität, dass eine „harmlose“ Dorfgründung komplexe politische Entscheidungen erfordert, die aufgrund mangelnder Koordination und hitziger Debatten schwer zu fassen sind.

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Detalles

Título
Das Lehrstück „Dorfgründung“.
Subtítulo
Analyse des kollektiven Lernprozesses des GK13 2002 in der konstitutiven Dorfversammlung
Universidad
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft und Japanologie)
Curso
Genetische Politikdidaktik: Lernprozesse im Lehrstück Dorfgründung
Calificación
2
Autor
Robert Griebsch (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
25
No. de catálogo
V133612
ISBN (Ebook)
9783640388882
ISBN (Libro)
9783640388974
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lehrstück Dorgründung Petrik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Robert Griebsch (Autor), 2009, Das Lehrstück „Dorfgründung“., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133612
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