Der Irakkonflikt bis zum dritten Golfkrieg

Die Strategie der USA am Golf und die Frage nach dem verbliebenen Einfluss der Vereinten Nationen


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Der Irak: Eine allgemeine Charakterisierung
2.2 Der erste Golfkrieg und die Rolle der USA
2.3 Der zweite Golfkrieg
2.4 Das Vorspiel um den dritten Golfkrieg und der Militärschlag gegen den Irak 2003

3. Schlussteil: Zusammenfassung und Fazit

4. Literaturverzeichnis
Verwendete Literatur:
Internetquellen:

1. Einleitung

Im Folgenden möchte ich die Entwicklung des Iraks seit der Machtübernahme Saddam Husseins bis zum Eingriff der „Allianz der Willigen“ 2003 darstellen, um schließlich der Frage nach den Motiven der Invasion nachzugehen. Insbesondere werde ich in diesem Zusammenhang auf die Rolle der USA eingehen, die als Kopf der Allianz den Krieg gegen den Irak initiierte. Laut der USA war der Irak ein den Terrorismus unterstützender Staat, der die Sicherheit der freien Welt gefährdete. Mit dieser Begründung zog man in den Krieg. Folglich bedarf es der Überprüfung, ob es nicht andere Motive waren, die den Krieg gegen den Irak veranlassten. Zudem muss in diesem Zusammenhang die Rolle der UNO untersucht werden. Ist ein Versagen der UNO als friedensgarantierende Institution zu verzeichnen? Wird die UNO wie der Völkerbund vor dem zweiten Weltkrieg scheitern oder ist sie bereits gescheitert?

Zunächst werde ich zum Irak eine kurze Charakterisierung liefern, welche den Irak in seinen politischen, ökonomischen und religiösen Aspekten vorstellt. Zudem soll eine Übersicht über die Geschichte des Iraks gegeben werden, sodass dem Leser ein prägnant stringentes Bild des Iraks entsteht, um dann den Irak in die Weltpolitik einordnen zu können und das Interesse der Welt am Irak darzustellen. Nachfolgend möchte ich auf die ersten beiden Golfkriege eingehen und in diesem Zusammenhang speziell die Rolle der UNO betrachten, um anschließend die Entwicklung des Einflusses seitens der UNO auf die Sicherung des weltweiten Friedens zu durchleuchten und die Position der USA darzulegen. In diesem Zusammenhang gilt es zudem zu erörtern, inwiefern die Vorbereitung des Irakkriegs sich vollzog und inwieweit die US-Führung Alternativen zur militärischen Intervention in Betracht zog.

Lässt sich die USA noch integrieren oder handelt sie nicht viel mehr autonom, unabhängig von den Vereinten Nationen? Hat die UNO noch politisches Gewicht, welches militärische Alleingänge der USA verhindern kann und durch Embargos oder andere Sanktionen anstatt militärischer Intervention friedlich eingreift? Kann man von einer tiefen Spaltung der UNO, aber auch der NATO und der EU sprechen?

2. Hauptteil

2.1 Der Irak: Eine allgemeine Charakterisierung

Der Irak hat derzeit eine Bevölkerung von etwa 28,9 Millionen[2] Menschen, von denen 7 Millionen[3] Menschen in der Hauptstadt Bagdad leben.

Die Nachbarstaaten des Iraks sind im Norden die Türkei, im Osten der Iran, im Westen Syrien und Jordanien und im Süden Kuwait und Saudi-Arabien.[4] Insgesamt umfasst die Länge der Landgrenzen 3650 km, wobei die Länge der Seegrenze sich auf gerade einmal 58 km begrenzt.[5] [1]

Im Irak sind mehr als 95% der Bevölkerung Muslime, von denen ca. 60% Schiiten und ca. 35% Sunniten (davon ca. 20% Araber, 15% Kurden) sind.[6] Außerdem gibt es im Irak Angehörige verschiedener orientalisch-christlicher Kirchen und zahlreiche kleinere Religionsgruppen, wobei die Zahl der noch im Irak verbliebenen Juden verschwindend gering ist.[7]

Im Besonderen stehen sich die schiitische Mehrheitsbevölkerung und die dagegen lange Zeit politisch einflussreichen sunnitischen Araber im Irak gegenüber, was unter anderem ein Grund für politische Auseinandersetzungen war.[8]

Die Amtssprachen im Irak sind Arabisch und Kurdisch, wobei in einigen Gebieten auch Turkmenisch oder Aramäisch gesprochen wird.[9]

Bereits vor dem 1. Weltkrieg hatten westliche Mächte ihr Interesse auf den Irak gerichtet. So war es Großbritannien, das aufgrund der notwendigen Verbindung zum wichtigsten Kolonialbesitz Indien, ein Augenmerk auf den Irak geworfen hatte und seit der Gründung des Iraks 1921 ein Mandat über jenen besaß.

Die von den Briten herbeigeführte territoriale Neuordnung im Irak nach dem ersten Weltkrieg und die Etablierung von neuen Staatsgrenzen führte in der Folgezeit mehrfach zu Auseinandersetzungen, beispielsweise zwischen dem Irak und dem Iran, zwischen Irak und Kuwait sowie zwischen Saudi-Arabien und dessen Nachbarn.[10]

Die Tatsache, dass in der Golfregion schätzungsweise zwei Drittel der weltweiten Erdölreserven lagern, macht die Region bis heute zu einer Region mit weltwirtschaftlicher Bedeutung: „Die Fähigkeit einer Macht – egal ob regional oder international – die Förderung und den Vertrieb dieser Energieressourcen zu kontrollieren bzw. zu garantieren, wurde zu einem wichtigen weltpolitischen Faktor.“[11] Dies bestätigt auch, dass Großbritannien Anfang des 19. Jahrhunderts „mit fast allen Herrschern der Scheichtümer am Golf Handelsbeziehungen“[12] aufnahm. 1914 erwarb man 51% der APOC (Anglo-Persian Oil Company), da das Öl als Energielieferant der Zukunft gesehen wurde und die Hauptquelle für das Öl der Briten der Golf von Mexiko war, der jedoch schlichtweg zu weit entfernt lag.[13]

Im Jahr 1932 wurde der Irak aufgrund der Aufhebung des britischen Mandats unabhängig und trat dem Völkerbund bei.[14]

Nach dem zweiten Weltkrieg waren es vor allem die Sowjetunion und Frankreich, die durch intensive Kooperation mit dem Irak, nachdem die „prowestliche“ Monarchie 1958 gestürzt worden war, wirtschaftlich und politisch zu profitieren versuchten.[15] Frankreich schloss sogar mit den Ölexporteuren Irak und Iran „ambitiöse“ Nuklearverträge ab und ging bewusst ein nukleares Proliferationsrisiko ein.[16]

Mit der Machtübernahme Saddam Husseins 1979 und der Instrumentalisierung der Baath-Partei zum Spitzel- und Folterinstrument, war der Irak zu einer Diktatur geworden.[17]

2.2 Der erste Golfkrieg und die Rolle der USA

Nach der iranischen Revolution 1979 erkannte Saddam Hussein die neue iranische Regierung an, jedoch verschlechterten sich die Beziehungen sehr rasch.[18] „Der alte Streit um die Golfinseln wurde wiederbelebt, und beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig der Unterwanderung – die Iraker, indem sie darauf hinwiesen, daß die Iraner die irakischen Schiiten zum Sturz des Regimes aufriefen, und die Iraner, indem sie die Iraker bezichtigten, in Khuzistan und Arabistan den Aufruhr zu schüren.“[19]

Schließlich häuften sich die Grenzverletzungen und im April des Jahres 1980 wiesen die Iraker über 40.000 Schiiten iranischer Herkunft in den Iran aus. Im Juni wurden die diplomatischen Beziehungen beider Länder abgebrochen und am 17. September setzte Saddam Hussein das Abkommen von Algier außer Kraft, sodass 3 Tage später erste Kampfhandlungen ausbrachen.[20]

Nach den anfänglichen irakischen Erfolgen in den ersten Kriegsmonaten war es auf längere Sicht hin klar, dass nur der territorial größere und bevölkerungsreichere Iran die Fähigkeit besaß, aussichtsreich auf gegnerisches Territorium vorzustoßen und das Land zu besetzen.[21]

Auf die Weltpolitik übertragen, schwächten sich der Iran und der Irak nur gegenseitig.[22] Die USA hielten sich so lange wie möglich aus dem Konflikt heraus, signalisierten allerdings in aller Deutlichkeit – wie im ersten Weltkrieg - dass der freie Handel, vor allem die Freiheit der Seewege unter keinen Umständen durch die Kriegsparteien gefährdet werden dürfe.[23] Henry Kissinger soll die politischen Interessen der USA in der Anfangsphase des ersten Golfkrieges folgendermaßen umschrieben haben: „Am besten wäre, wenn beide verlieren.“[24] Die Position der USA im ersten Golfkrieg verläuft unterschiedlich. Hinter der offiziellen Neutralität verbarg sich bis Mitte 1982 eine de facto Unterstützung des Irans, die allerdings bis zum Jahre 1985 schrittweise von einer Annäherung an den Irak abgelöst wurde und 1987 in einer offiziellen Unterstützung des Iraks mündete.[25]

[...]


[1] Die verwendeten Daten sind unter anderem aus Statistiken zum einen des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und der CIA der Vereinigten Staaten von Amerika. Bei den Angaben handelt es sich um gerundete Zahlen. Die Statistik zur Religionsangehörigkeit ist vom Auswärtigen Amt grob geschätzt worden.

[2] Vgl. CIA Factbook, Iraq Population: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/iz.html#Intro (Stand: 24.03.2009).

[3] Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Irak.html (Stand: 24.03.2009).

[4] Vgl. Ebd., (Stand: 24.03.2009).

[5] Vgl. CIA Factbook, Iraq Population: (Stand: 24.03.2009).

[6] Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: (Stand: 24.03.2009).

[7] Vgl. Ebd., (Stand: 24.03.2009).

[8] Vgl. HUBEL, Helmut: Weltpolitische Konflikte. Eine Einführung, Baden-Baden 2005, S. 79.

[9] Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: (Stand: 24.03.2009).

[10] Vgl. HUBEL: Weltpolitische Konflikte, 2005, S. 79.

[11] Ebd., S. 79.

[12] SLUGLETT, Peter; FAROUK-SLUGLETT, Marion: Der Irak seit 1958. Von der Revolution zur Diktatur, Frankfurt a.M. 1991, S. 17.

[13] Vgl. Ebd., S. 18.

[14] Vgl. Auswärtiges Amt, Länderinformation Irak: (Stand: 24.03.2009).

[15] Vgl. HUBEL: Weltpolitische Konflikte, 2005, S. 80-81.

[16] Vgl. HUBEL, Helmut: Frankreichs Rolle im Nahen Osten, Bonn 1985, S. 63.

[17] Vgl. MILLER, Judith; MYLROIE, Laurie: Saddam Hussein. Biographie eines Diktators und die Geschichte seines Landes, München 1991, S.7.

[18] Vgl. SLUGLETT: Der Irak seit 1958, 1991, S. 264.

[19] Ebd., S. 264.

[20] Vgl. nachfolgend Ebd., S. 267.

[21] Vgl. MÜNKLER, Herfried: Der neue Golfkrieg, Reinbek 2003, S. 73.

[22] Vgl. HUBEL: Weltpolitische Konflikte, 2005, S.158.

[23] Vgl. MÜNKLER: Der neue Golfkrieg, 2003, S. 71.

[24] MÜNKLER: Der neue Golfkrieg, 2003, S. 71.

[25] Vgl. Ebd., S. 72.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Irakkonflikt bis zum dritten Golfkrieg
Untertitel
Die Strategie der USA am Golf und die Frage nach dem verbliebenen Einfluss der Vereinten Nationen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Konflikt und Diplomatie im 21. Jahrhundert
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V133671
ISBN (eBook)
9783640403967
ISBN (Buch)
9783640404322
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irak, Irakkonflikt, Golfkrieg, 1. Golfkrieg, 2. Golfkrieg, 3. Golfkrieg, Strategie der USA am Golf
Arbeit zitieren
Dominik Mönnighoff (Autor), 2009, Der Irakkonflikt bis zum dritten Golfkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133671

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