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Unterrichtsstunde: Biblische Motive in der Werbung

Title: Unterrichtsstunde: Biblische Motive in der Werbung

Term Paper , 2009 , 25 Pages

Autor:in: Tino Wiesinger (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Tagtäglich sind wir mit Werbung konfrontiert. Wer heute durch Geschäftsstraßen einer Stadt geht, in einer Zeitung oder Illustrierten blättert, Radio hört, Fernsehprogramme auswählt oder im Kino sitzt, stößt überall auf Werbung in verschiedensten Formen. Gerade die kommerzielle Werbung ist heute zu einem Teil unserer Alltagskultur geworden, der nicht mehr wegzudenken ist. Unbestritten ist, dass Werbebotschaften eine ganz bestimmte Wirkung beim Konsumenten hervorrufen, letztlich zu einer Kaufhandlung führen sollen. Aus positiver Sicht sollen durch Werbung neue Produkte bekannt gemacht und somit Wünsche nach diesen geweckt werden. Kritiker dagegen werfen der Werbung Unehrlichkeit und mangelnde Objektivität vor. Sie versuche den möglichen Konsumenten durch Versprechungen und Übertreibungen zu überreden und damit zu manipulieren. Durch die Verbreitung einer bestimmten Ideologie kann Werbung das Bewusstsein der Menschen und als Folge davon auch deren Lebensweise beeinflussen. In der Werbung spiegelt sich aber auch die Gesellschaft selbst wider, indem sie die individuellen Wünsche der Menschen berücksichtigt und somit ein Rollenbild erzeugt, welches „die Produkte und deren Käufer unverwechselbar macht“ und somit auch zu einem „sinnstiftenden Instrument“ werden kann. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn man Werbung vorurteilsfrei begegnet und bereit ist, „sich den Werbevorgängen und ihren Wirkungsmechanismen mit konstruktiver Kritik zu stellen“ .

Hier bietet sich für den Schulunterricht ein guter Anknüpfungspunkt. Er ist heute mehr denn je dazu aufgerufen, die Auseinandersetzung mit dem Bereich Werbung wieder aufzunehmen und zu überdenken, um so bei der bedeutsamsten Zielgruppe der kommerziellen Werbemacher, den Jugendlichen, einen Bewusstseinsprozess in Gang zu setzen, der sie zu mündigen und kritischen Konsumenten werden lässt, welche die Wirkungsmechanismen der Werbung durchschauen und reflektieren können. Um dieses Ziel zu erreichen, bieten sich hier vor allem fachübergreifende Projekte an. In dieser Arbeit soll dazu ein Unterrichtsentwurf vorgestellt werden, der sich vor allem auf sprachlicher Ebene dem Phänomen der Werbung annähert und die Aufnahme und Verwendung biblischer Motive und Symbole in der Werbung untersucht. Auf fachlicher Ebene sind damit sowohl der Deutsch- als auch der Religionsunterricht berührt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Werbung im Schulunterricht – einige didaktische Überlegungen

3. Werbung und Religion

3.1 Religion als menschliche Grunderfahrung

3.2 ‚Gelebte Religion’

3.3 Religiöse und biblische Motive in der Werbung

4. Konzeption einer Unterrichtsstunde

4.1 Umschreibung der Zielvorstellungen

4.2 Unterrichtsverlauf

4.2.1 Einstieg

4.2.2 Erarbeitung I

4.2.3 Erarbeitung II

4.2.4 Vertiefung

4.2.5 Ergebnissicherung

4.3 Skizzierter Stundenaufbau

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche und inhaltliche Verwendung biblischer Motive und Symbole in der kommerziellen Werbung sowie deren Manipulationspotenzial. Ziel ist die Entwicklung eines Unterrichtsentwurfs für die gymnasiale Oberstufe, um bei Schülern ein kritisches Bewusstsein für die Wirkmechanismen moderner Werbekommunikation zu fördern.

  • Analyse des didaktischen Werts von Werbung im Unterricht.
  • Untersuchung des Phänomens "Gelebte Religion" im Alltag.
  • Reflexion über die Instrumentalisierung religiöser Sprache und Motive.
  • Erstellung eines konzeptionellen Rahmens für eine Unterrichtseinheit.

Auszug aus dem Buch

3.3 Religiöse und biblische Motive in der Werbung

Eine Ordensfrau, die morgens um halb zehn in einen Schokoriegel beißt, italienische Mönche, die sich über die Pizza aus Deutschland wundern, gefaltete Hände in der Autoreklame – religiöse Motive und Anspielungen tauchen recht häufig in unserer Werbelandschaft auf. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat.

Wie kommt es, dass gerade die Werbung das Phänomen religiöser Motive nutzt? In diesem Zusammenhang stellen Andreas Fuchs und Hagen Horoba auf ihrer Internetplattform glauben+kaufen, welche sich mit religiösen Elementen in der Werbung befasst, sechs Thesen zur Diskussion:

1. Die Religion versucht durch Vermittlung einer sinnvollen Lebensgestaltung dazu beizutragen, dass das Leben gelingt. Auch die Werbung greift dieses Verständnis des ‚gelingenden Lebens’ auf, indem sie dem Kunden suggeriert, dass er nur durch den Kauf, Besitz und Gebrauch eines Produktes erfüllt leben kann.

2. Die Werbung instrumentalisiert religiöse Motive, um an das sakrale Unterbewusstsein des Menschen zu appellieren. Auf diese Weise kreiert die Werbung neue Formen des Kult-Marketings, durch das der Mensch Befriedigung für seine Sehnsucht nach Hoffnung und Vertrauen finden soll.

3. Durch kirchenkritische Werbekampagnen versuchen Firmen eine höhere Akzeptanz bei ihrer potentiellen Kundschaft zu erlangen.

4. Werbung dient als Religionsersatz und nimmt die Stellen ein, die bisher Gott und das Heilige innehatten. So wird häufig der Eindruck erweckt, bei der Wahl der falschen Marke drohe der Ausschluss aus der Glaubensgemeinschaft, aus dem ‚Konsumtempel’, der heute in vielen Fällen mit der Kirche gleichgesetzt werden kann.

5. Durch die Verwendung religiöser Motive entsteht eine Art Mythos um eine bestimmte Marke, deren Produkte dadurch einen spirituellen Mehrwert erhalten, der sie aus der Masse qualitativ gleichwertiger Konkurrenzprodukte herausheben soll.

6. Religion ist und bleibt selbstverständlicher Bestandteil unserer Lebenswelt. Würde Religion voll und ganz aus der Werbewelt verschwinden, bedeute dies zugleich, dass sie in der Lebenswelt der Menschen keinerlei Bedeutung mehr hätte. Werbung würde demnach als kompletter Ersatz für Religion und Religiosität durchgehen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die allgegenwärtige Konfrontation mit Werbung und plädiert für eine kritische Auseinandersetzung damit im Schulunterricht.

2. Werbung im Schulunterricht – einige didaktische Überlegungen: Es wird diskutiert, wie Werbung als funktionales Kommunikationsphänomen in den Unterricht integriert werden kann, um die Kritikfähigkeit der Lernenden zu stärken.

3. Werbung und Religion: Dieses Kapitel beleuchtet, warum Werbemacher religiöse und biblische Motive nutzen, um Bedürfnisse zu wecken und Produkte als sinnstiftend zu inszenieren.

4. Konzeption einer Unterrichtsstunde: Hier wird ein konkreter Unterrichtsentwurf für die Oberstufe vorgestellt, der von der Analyse von Slogans bis hin zur Reflexion über Manipulation reicht.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Werbung ein zentrales Manipulationsinstrument ist, dessen Auseinandersetzung im Unterricht die Persönlichkeitsentwicklung fördert.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, didaktischen Materialien und theoretischen Grundlagen zur Religionspädagogik und Werbekritik.

Anhang: Zusammenstellung der Arbeitsmaterialien (M1, M2, M3), inklusive verwendeter Werbeslogans und beispielhafter Werbeanzeigen.

Schlüsselwörter

Werbung, Religion, Biblische Motive, Schulpädagogik, Medienkompetenz, Manipulation, Konsum, Religionsunterricht, Deutschunterricht, Ideologie, Kult-Marketing, Identitätsentwicklung, Werbesprache, Symbolik, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Einbindung biblischer und religiöser Motive in moderne Werbekampagnen und entwickelt didaktische Konzepte, um dies kritisch im Schulunterricht zu reflektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse von Werbesprache, die Verbindung von Religion und Kommerz sowie die Förderung kritischer Konsumkompetenz bei Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Jugendlichen zu helfen, die Wirkmechanismen der Werbung zu durchschauen und sich der Manipulation durch religiöse Symbolik bewusst zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine fachdidaktische Analyse, verknüpft mit kulturwissenschaftlichen und religionspädagogischen Ansätzen, um den Manipulationscharakter von Werbung aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die didaktischen Gründe für die Behandlung von Werbung im Unterricht, die Verflechtung von Religion und Werbung sowie einen konkreten Entwurf für eine Unterrichtsstunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Werbung, Religion, Manipulation, Medienkompetenz und didaktischer Entwurf beschreiben.

Wie reagiert die Kirche auf biblische Anspielungen in der Werbung?

Das Dokument zeigt auf, dass kirchliche Akteure die "Ausschlachtung" religiöser Motive für kommerzielle Zwecke häufig kritisieren und als Verletzung religiöser Gefühle empfinden.

Was bedeutet der Begriff "Gelebte Religion" im Kontext der Arbeit?

Er beschreibt, dass Religion nicht nur im offiziellen kirchlichen Kontext stattfindet, sondern als tief verwurzeltes Kulturerbe in vielen Alltagssituationen – selbst unbewusst – präsent ist.

Warum wird Werbung als "Pseudokommunikation" bezeichnet?

Weil keine echte Beziehung zwischen Partnern stattfindet, sondern eine verdinglichte Beziehung zwischen einem Produkt und einem potenziellen Käufer simuliert wird.

Welche Rolle spielt die "Dreifaltigkeit von Ford" in dem genannten Beispiel?

Sie illustriert die bewusste Instrumentalisierung biblischer Sprache, indem die Autofirma ihre Produkte (Mondeo, Cougar, Galaxy) auf eine Weise präsentiert, die göttliche Attribute für ein Konsumgut beansprucht.

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Details

Title
Unterrichtsstunde: Biblische Motive in der Werbung
College
University of Kassel  (Sprach- und Literaturwissenschaften)
Course
Sprache und Literatur in Wissenschaft und Unterricht: Das Beispiel ‚Werbung’
Author
Tino Wiesinger (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V133719
ISBN (eBook)
9783640415632
ISBN (Book)
9783640410941
Language
German
Tags
Unterrichtsentwurf Werbung Bibel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tino Wiesinger (Author), 2009, Unterrichtsstunde: Biblische Motive in der Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133719
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