In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, inwiefern es in der Schule möglich ist, auf Lernwünsche der Schüler einzugehen. Dabei ist die Frage zu erörtern, ob und wie die Orientierung an den Wünschen der Schüler Unterrichtsmethoden und Lerninhalte verändert und in welche neuen Bezüge Methoden und Inhalte dadurch geraten. Auch ist zu untersuchen, an welche Grenzen die Institution Schule durch Adressatenorientierung gerät.
Vor allem werde ich mich der Frage widmen, welche Auswirkungen die Ausrichtung an Schülerinteressen speziell für den Musikunterricht hat und ob und wie sich Unterrichtsmethoden und Lerninhalte des Musikunterrichts verändern und anpassen müssten.
Zunächst möchte ich in einem kurzen Abriss bisherige Unterrichtsmethoden in einer Übersicht darstellen, damit anschließend deutlicher wird, in welche neuen Bezüge Unterricht durch Adressatenorientierung gestellt wird.
Andere neue Bezüge ergeben sich, indem man Unterrichtsmethoden auf verschiedene Lernmodi bezieht und indem man Lerninhalte nicht nur als Wissen über Realitäten begreift, sondern sie auch auf andere Lerngegenstände bezieht.
In meinen weiteren allgemeindidaktischen Ausführungen beziehe ich mich in weiten Teilen auf den Aufsatz „Methoden des Unterrichts“ von Manfred Bönsch.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unterrichtsmethoden und Lerninhalte in alten Bezügen
2.1. Grundsätzliches
2.2. Das Eingehen auf Schülerinteressen historisch gesehen
2.3. Vier Methodenkonzeptionen nach Bönsch
3. Adressatenorientierter Unterricht
3.1. Die Idee des adressatenorientierten Unterrichts
3.2. Motive menschlichen Lernens
3.3. Adressatenorientierte Veranstaltungsformen
3.4. Notwendige Qualifikationen der Lehrenden
4. Adressatenorientierter Unterrichtsmethoden
4.1. Mögliche Bedeutung für den Schulunterricht allgemein
4.2. Mögliche Bedeutung für den Musikunterricht
4.3. Beispielhafte hypothetische Leitfragen für den Ablauf von adressatenorientiertem Musikunterricht
5. Lerninhalte in neuen Bezügen
6. Lernmodi und Lerngegenstände des Musikunterrichts
7. Wertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern eine Adressatenorientierung im Schulunterricht, speziell im Fach Musik, möglich und sinnvoll ist, um Unterrichtsmethoden und Lerninhalte an den Interessen der Schüler auszurichten und somit das Lerninteresse nachhaltig zu steigern.
- Historische Betrachtung von Unterrichtsmethoden und Schülerinteressen
- Analyse adressatenorientierter Unterrichtskonzepte und Lernmotive
- Chancen und Herausforderungen der Schülerorientierung im Musikunterricht
- Erweiterung von Lernmodi und Lerngegenständen in der musikpädagogischen Praxis
Auszug aus dem Buch
4.3. Beispielhafte hypothetische Leitfragen für den Ablauf von adressatenorientiertem Musikunterricht
Wie man nun aber versuchen könnte, das Interesse der Schüler auf diese lehrerorientierten Inhalte zu lenken, versuche ich an einem Beispiel zu verdeutlichen. Mit den folgenden Fragestellungen meine ich nicht, dass diese den Schülern einfach gestellt und ausdiskutiert werden sollen; sie sind als Leitfragen für den Unterricht gedacht. Auf welche Art und Weise man sich diesen Leitfragen stellt, bleibt dabei völlig offen und könnte z.B. auch von den Schülern selbst mitbestimmt werden:
Problem: Die Schüler wollen immer nur selbst mitgebrachte Musik hören.
Konsequenterweise müsste man darauf zunächst eingehen und dieses tun. Es wird schnell allen einleuchten, dass es im Unterricht nicht damit getan sein kann, diese Musik einfach nur zu hören genau wie sie es zu Hause auch täten. Wenn man die Schüler fragt, was sie daran lernen und besprechen wollen, wird es sicher zunächst hauptsächlich um ihre subjektiven Werturteile über die Musik gehen. Daraufhin kann sofort untersucht werden, ob Werturteile auch objektiv möglich sind und woran man diese festmachen will. Was bewerten die Schüler überhaupt an dieser Musik: das damit zum Ausdruck gebrachte Lebensgefühl, den Sound, die Machart, den Abwechslungsreichtum?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung, ob und wie eine Orientierung an Schülerwünschen Unterrichtsmethoden und -inhalte verändert.
2. Unterrichtsmethoden und Lerninhalte in alten Bezügen: Historischer Abriss zur Entwicklung von Unterrichtsmethoden und Vorstellung der vier Methodenkonzeptionen nach Manfred Bönsch.
3. Adressatenorientierter Unterricht: Erörterung der Grundlagen des adressatenorientierten Unterrichts, seiner Lernmotive und potenzieller Veranstaltungsformen.
4. Adressatenorientierter Unterrichtsmethoden: Untersuchung der Auswirkungen adressatenorientierter Ansätze auf den Schulunterricht allgemein und speziell auf den Musikunterricht inklusive praktischer Leitfragen.
5. Lerninhalte in neuen Bezügen: Diskussion darüber, wie sich durch die Schülerbestimmung von Inhalten der tradierte Bildungskanon auflöst und welcher Rechtfertigungsdruck für den Lehrer entsteht.
6. Lernmodi und Lerngegenstände des Musikunterrichts: Darstellung einer Matrix, die Lernmodi und Lerngegenstände für das Fach Musik systematisiert und durch Beispiele konkretisiert.
7. Wertung: Abschließende Einschätzung des Autors zu den Chancen und Grenzen einer stärkeren Adressaten- und Praxisorientierung im Musikunterricht.
Schlüsselwörter
Musikpädagogik, Adressatenorientierung, Unterrichtsmethoden, Lerninhalte, Schülerinteressen, Musikunterricht, Lernmodi, Lerngegenstände, Manfred Bönsch, Musikdidaktik, Handlungsorientierung, Motivationsförderung, Bildungsanspruch, Schulpraxis, Musikverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie durch eine stärkere Orientierung an Schülerinteressen der Musikunterricht motivierender gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anpassung von Unterrichtsmethoden, die Definition von Lernzielen im Dialog mit Schülern und die Erweiterung klassischer Lerngegenstände.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen, wie Schülerinteressen in den Musikunterricht integriert werden können, ohne die notwendigen pädagogischen Lernziele aus den Augen zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Analyse und Reflexion unter Einbeziehung allgemeindidaktischer Theorien, insbesondere der Ansätze von Manfred Bönsch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung von Unterrichtskonzepten, der Definition des adressatenorientierten Unterrichts und der praktischen Anwendung von Lernmodi im Musikunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Musikpädagogik, Adressatenorientierung, Handlungsorientierung und die Systematisierung von Lernmodi und Gegenständen.
Wie unterscheidet sich der adressatenorientierte Unterricht vom herkömmlichen Vorgehen?
Während klassisch der Lehrer Inhalte und Methoden vorgibt, stellt beim adressatenorientierten Unterricht das Interesse und die Motivation des Schülers den Bezugspunkt dar.
Welche Rolle spielen "neue Bezüge" für die Lerngegenstände im Musikunterricht?
Sie ermöglichen eine Erweiterung über die reine Wissensvermittlung hinaus, indem Aspekte wie die Gestaltung menschlichen Lebens oder das aktive Musizieren stärker in den Fokus rücken.
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- Anonym (Author), 2003, Adressatenorientierter Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133746