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Narzissmus und Hysterie als Schutzmechanismus in Schnitzlers Monolognovelle "Fräulein Else"

Title: Narzissmus und Hysterie als Schutzmechanismus in Schnitzlers Monolognovelle "Fräulein Else"

Term Paper (Advanced seminar) , 2023 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cédric Becker (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der deutsche Literaturwissenschaftler Thomas Anz hat Diskursregeln entwickelt, die bestimmte Regeln im normativen Umgang mit den Begriffen "gesund" und "krank" festlegen. Für die folgende Arbeit wird sich primär mit der ersten Diskursregel befasst. Jene Regel betrachtet die Gesellschaft und die Institutionen als krank, da diese den Einzelnen krank machen. Dementsprechend wird dem sozialen Umfeld des Einzelnen die Schuld zugewiesen und das Individuum wird in dem Fall zum Opfer. Die Krankheitsbilder von Protagonisten solcher Literatur werden weniger von individuellem Fehlverhalten geprägt als durch bestimmte familiäre bzw. sozialen Umstände, in denen er/sie lebt.

Die Begrifflichkeiten “gesund” und “krank” sind seit Jahrhunderten in der Gesellschaft fest verankert und beschreiben eigentlich ein normatives Wertesystem, denn was gibt dem Menschen eigentlich das Recht darüber zu werten. In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur werden diese Thematiken ebenfalls besprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Else und die Gesellschaft: Etikette, männliche Unterdrückung und Familie

1.1.Gesellschaftliche Etikette Anfang des 20. Jahrhunderts: Elses Anpassungszwang

1.2.Der Stand der Frau: Elses Leben in einer von Männern dominierten Gesellschaft

1.3.Gesellschaftliches Ansehen: Elses Eltern und die Bewahrung des Scheins durch unmoralisches Handeln

2. Else als psychoanalytische Fallstudie? : Narzissmus und Hysterie als Schutzmechanismus

2.1.Elses Narzissmus: Selbstverliebtheit und Bedürfnis nach Bewunderung

2.2.Elses hysterische Symptomatik: Einbildung, Vorspielen und Identitätsstörung

2.3.Elses Selbstmordgedanken: Kulmination von Scham, Schuld und Entblößung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Arthur Schnitzlers Monolognovelle "Fräulein Else" vor dem Hintergrund einer "kranken Gesellschaft", wobei der Fokus darauf liegt zu beweisen, dass die psychischen Störungen der Protagonistin nicht angeboren sind, sondern als Schutz- beziehungsweise Abwehrmechanismen auf ein repressives familiäres und gesellschaftliches Umfeld reagieren.

  • Gesellschaftlicher Anpassungszwang und Doppelstandards Anfang des 20. Jahrhunderts
  • Männliche Dominanz, Objektivierung der Frau und finanzielle Instrumentalisierung
  • Psychoanalytische Betrachtung von Narzissmus und Hysterie als Schutzreaktion
  • Familiäre Manipulation und die zerstörerische Rolle unmoralischer Erwartungen
  • Die Kulmination von Scham, Schuld und Identitätsstörung im suizidalen Handeln

Auszug aus dem Buch

2.1.Elses Narzissmus: Selbstverliebtheit und Bedürfnis nach Bewunderung

„Der Narzisst ist eigentlich nicht selbstverliebt, sondern liebesunfähig in dem Sinn, dass er sich nicht auf eine(n) andere(n) beziehen kann; er liebt sich selbst so schlecht wie die anderen.“ Zudem neigt der Narzisst aufgrund der „Abwehr der ödipalen Beschränkungen insgeheim [zu] infantilen Allmachts- und Unsterblichkeitsvorstellungen.“ Dementsprechend scheint es sinnvoll zu behaupten, dass Narzissmus als psychische Störung nicht angeboren ist, sondern einen Abwehr- bzw. Schutzmechanismus darstellt, wie das bei Else der Fall ist. Ihr Narzissmus entsteht durch ihr Umfeld, in welchem sie aufgewachsen ist und nicht ausbrechen kann. Ihr einziger Ausweg ist dabei die übersteigerte Fokussierung auf sich selbst.

Ihre Allmachtsphantasien stehen häufig im Zusammenhang mit der Vorstellung eine femme fatale zu werden, welche über die Männer herrscht und diese förmlich tötet. Else möchte, dass sich die Männer aus Verzweiflung alle ihretwegen ins Meer stürzen. Zudem empfindet sie ihr Aussehen, als das, was sie auszeichnet und verführerisch macht. Schließlich wurde sie so erzogen. Diese Phantasie ist eine Reaktion auf ihre ausweglose Lage, denn Else ist bewusst, dass sie von ihren Eltern an Dorsday verkauft wird. Aus diesem Grund versucht sie sowohl die Macht über sich zurückzugewinnen als auch in ihrer Phantasie Machteinflüsse auf ihre Umwelt, insbesondere Männer, an die sie sich verkaufen muss, auszuüben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert den theoretischen Rahmen einer "kranken Gesellschaft" nach Thomas Anz und erläutert die methodische Herangehensweise an Schnitzlers "Fräulein Else" unter psychoanalytischen Gesichtspunkten.

1. Else und die Gesellschaft: Etikette, männliche Unterdrückung und Familie: Dieses Kapitel analysiert die repressive gesellschaftliche Ordnung des 20. Jahrhunderts und deren Einfluss auf Elses Leben als Frau.

1.1.Gesellschaftliche Etikette Anfang des 20. Jahrhunderts: Elses Anpassungszwang: Untersuchung des Drucks zur Einhaltung bürgerlicher Benimmregeln und wie Else versucht, diesem Zwang entgegenzuwirken.

1.2.Der Stand der Frau: Elses Leben in einer von Männern dominierten Gesellschaft: Erörterung der Objektivierung der Frau und der wirtschaftlichen Abhängigkeit, die Else zur Entscheidung zwischen Ehe oder Prostitution zwingt.

1.3.Gesellschaftliches Ansehen: Elses Eltern und die Bewahrung des Scheins durch unmoralisches Handeln: Darstellung der familiären Manipulation und wie die Eltern Else zur Selbstentblößung drängen, um ihren eigenen sozialen Status zu retten.

2. Else als psychoanalytische Fallstudie? : Narzissmus und Hysterie als Schutzmechanismus: Theoretische Auseinandersetzung mit Elses Krankheitsbild als bewusste sowie unbewusste Schutzreaktion auf ihr Umfeld.

2.1.Elses Narzissmus: Selbstverliebtheit und Bedürfnis nach Bewunderung: Analyse von Elses narzisstischen Zügen als Abwehrmechanismus gegenüber ihrer emotionalen Vernachlässigung und dem familiären Leistungsdruck.

2.2.Elses hysterische Symptomatik: Einbildung, Vorspielen und Identitätsstörung: Untersuchung der hysterischen Reaktionen und Spaltungen der Persönlichkeit als Hilferuf innerhalb der gesellschaftlichen Zwänge.

2.3.Elses Selbstmordgedanken: Kulmination von Scham, Schuld und Entblößung: Analyse der suizidalen Phantasien als endgültigen Ausweg aus der identitätszerstörenden Situation.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Elses Störungen eine Konsequenz ihres krankhaften Umfelds sind und würdigt die literarische Darstellung der Psychiatrisierung des Individuums.

Schlüsselwörter

Fräulein Else, Arthur Schnitzler, Narzissmus, Hysterie, Gesellschaftskritik, psychoanalytische Deutung, Schutzmechanismus, Objektivierung, Geschlechterrollen, Suizidalität, Jahrhundertwende, Identitätsstörung, Familiendynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht, inwiefern die psychischen Störungen der Protagonistin Else in Arthur Schnitzlers "Fräulein Else" durch gesellschaftliche und familiäre Zwänge verursacht wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit analysiert die Themenfelder Narzissmus, Hysterie, Geschlechterverhältnisse der Jahrhundertwende, den gesellschaftlichen Anpassungsdruck sowie die moralische Ambivalenz des Bürgertums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Elses psychische Krankheit keine angeborene Störung ist, sondern ein notwendiger Abwehrmechanismus, um in ihrem zerstörerischen Umfeld psychisch zu überleben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze unter Einbeziehung psychoanalytischer Fachliteratur, um das Verhalten und die innere Welt der Protagonistin zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Elses sozialem Umfeld (Etikette, Familie, Männerdominanz) und die darauf aufbauende psychologische Analyse ihres Krankheitsbildes mit Fokus auf Narzissmus, Hysterie und Suizidalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Narzissmus, Hysterie, Suizidalität, gesellschaftlichen Anpassungszwang und die Objektivierung der Frau charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Familie für Elses Krankheitsbild?

Die Familie fungiert als manipulativer Faktor, der durch unmoralische Forderungen und Leistungsdruck den Druck auf Else so weit erhöht, dass diese in die Isolation und schließlich in psychische Krisen getrieben wird.

Warum wird Else als Fallbeispiel für eine "kranke Gesellschaft" gesehen?

Da Else ihre psychischen Krisen nicht aus innerem Versagen, sondern als notwendige Reaktion auf die Normen, Codes und das unmoralische Handeln ihrer Umgebung entwickelt, dient sie als Symbol für eine Gesellschaft, die den Einzelnen krank macht.

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Details

Title
Narzissmus und Hysterie als Schutzmechanismus in Schnitzlers Monolognovelle "Fräulein Else"
College
University of Luxembourg  (Humanities)
Course
Die deutsche Literatur des 20. / 21.Jahrhunderts
Grade
1,3
Author
Cédric Becker (Author)
Publication Year
2023
Pages
19
Catalog Number
V1337536
ISBN (PDF)
9783346838391
ISBN (Book)
9783346838407
Language
German
Tags
Schnitzler Psychoanalyse Fräulein Else Narzissmus Hysterie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cédric Becker (Author), 2023, Narzissmus und Hysterie als Schutzmechanismus in Schnitzlers Monolognovelle "Fräulein Else", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337536
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