Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Historia de Europa - Historia contemporánea, Unificación europea

Für die Macht geboren

Die Rolle der Junker für die „Bauernbefreiung“

Título: Für die Macht geboren

Trabajo Escrito , 2008 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Patrick Jost (Autor)

Historia de Europa - Historia contemporánea, Unificación europea
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Mit der so genannten „Bauernbefreiung“, von der im Staate Preußen ab dem Jahre 1807 die Rede war, sind im Wesentlichen die Stein-Hardenberg´schen Agrarreformen gemeint. Diese wurden im Rahmen der preußischen Reformen etappenweise in den Jahren von 1808 bis 1816 erlassen. Ob dieser positiv konnotierte Begriff sich auch ebenso für die unter Leibeigenschaft gestandenen Bauern auswirkte, ob also die Bauern wirklich befreit wurden, soll hier im Weiteren untersucht werden. Dazu wird eine antifeudale Petition der preußischen Bauern, sowie der weitere Prozess der reformerischen Gesetzgebung untersucht. So soll eine Antwort auf die Frage nach den Auswirkungen der „Bauernbefreiung“ gefunden werden. Einen weiteren Schwerpunkt wird diese Arbeit im thematischen Rahmen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Agrarreform auf die Rolle der Junker setzen. Sie stellten schon seid dem Mittelalter in Form des privilegierten Landadels eine politisch und wirtschaftlich schwergewichtige Gruppe dar. In Preußen hatten sie sich mithilfe eines “chronisch politischen Kuhhandels“ mit dem Staat, wie ihn Hans Rosenberg treffend betitelte, großen rechtlichen und finanziellen Rückhalt gesichert. Der Staat ließ ihm auf dem Gebiet der Gutsherrschaft freie Hand. Das heißt, sie unterlagen quasi keinem Gesetz, welches sie im Bezug auf ihre Herrschaftsausübung einschränken oder maßregeln hätte können. Sie bekamen darüberhinaus sogar ihre eigene Gerichtsbarkeit zugesprochen: die Patrimonialgerichtsbarkeit. Im Gegenzug für die Ermöglichung ihrer ländlichen Herrschaft mussten sie den Staat finanziell unterstützen. Diese Konstellation führt zu der Frage, welche Rolle der Staat für das Wohlergehen und Fortbestehen der Junker spielte. War es ihre von vielen Historikern gerühmte Anpassungsgabe, oder doch eher die Retablissementsgelder des Staates?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Ausgangssituation

Die Landwirtschaft in Deutschland

4. Rechtlichen Folgen der „Bauernbefreiung“

Eine „Bauernbefreiung“ unter junkerscher Durchführung?

5. Wirtschaftliche Folgen der „Bauernbefreiung“

Kapitalismus – Klassengesellschaft - Pauperismus

6. Soziale Folgen der „Bauernbefreiung“

Die neue Agrarelite

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Stein-Hardenberg'schen Agrarreformen, insbesondere die sogenannte „Bauernbefreiung“ in Preußen zwischen 1807 und 1816. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Bauern tatsächlich befreit wurden und welche Rolle der preußische Landadel (die Junker) in diesem Reformprozess spielte, um seine politische und wirtschaftliche Machtstellung zu sichern und auszubauen.

  • Analyse der Stein-Hardenberg'schen Reformen im historischen Kontext
  • Untersuchung der rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen für die bäuerliche Bevölkerung
  • Bewertung des Einflusses der Junker auf den Reformprozess
  • Gegenüberstellung von staatlicher Modernisierung und adliger Interessenvertretung
  • Diskussion des Begriffs „Bauernbefreiung“ im Vergleich zu einer „Bauernfreisetzung“

Auszug aus dem Buch

Rechtliche Folgen der „Bauernbefreiung“

Der Prozess der „Bauernbefreiung“ fand seinen Anfang im Oktoberedikt vom neunten Oktober 1807. Die von Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein begonnene, und später von Karl August Freiherr von Hardenberg fortgeführte Reform, hatte die „Ankurbelung und Rationalisierung der Landwirtschaft“ zum Ziel.

Friedrich Wilhelm der Dritte, damaliger König von Preußen, verordnet in dem „Edikt den erleichterten Besitz und den freien Gebrauch des Grundeigentums so wie die persönlichen Verhältnisse der Land-Bewohner betreffend“, dass es keine ständischen Berufsschranken mehr geben, die Erbuntertänigkeit abgeschafft und der freie Güterverkehr eingeführt werden solle. Die Rechtsstellung eines Großteils der Bevölkerung sollte nun auf lange Sicht geändert werden. Die Erbuntertänigkeit für alle besitzrechtlich gutgestellten Bauern wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Ausgeschlossen wurden hierbei jedoch der Großteil der Gutsbauern, welche eben nicht besitzrechtlich gutgestellt waren. Zu dieser Gruppe gehörten auch die schon erwähnten „Lassiten“ oder Laßbauern. Ihnen wurde die “Freiheit“ innerhalb der nächsten drei Jahre versprochen. Ungeklärt blieb allerdings weiterhin, wie es mit den bäuerlichen Abgaben und Diensten weitergehen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Bedeutung der preußischen Reformen ab 1807 und der Forschungsfrage nach der tatsächlichen Wirkung der „Bauernbefreiung“ auf die betroffenen Stände.

Ausgangssituation: Erläuterung der landwirtschaftlichen Strukturen in Deutschland im 18. Jahrhundert, insbesondere der Unterschiede zwischen Grundherrschaft im Westen und Gutsherrschaft in Ostelbien.

Rechtlichen Folgen der „Bauernbefreiung“: Analyse der rechtlichen Veränderungen durch das Oktoberedikt und das Regulierungsedikt sowie der Widerstand des Adels gegen die Reformmaßnahmen.

Wirtschaftliche Folgen der „Bauernbefreiung“: Betrachtung der Auswirkungen auf die Ständegesellschaft, den Aufstieg kapitalistischer Strukturen und die Entstehung von Massenarmut bzw. Pauperismus.

Soziale Folgen der „Bauernbefreiung“: Untersuchung der Krisenbewältigung des Adels und der Transformation der Junker zur neuen Agrarelite, die maßgeblich von der staatlichen Unterstützung profitierte.

Fazit: Abschließende Einordnung der Reformen als „Bauernfreisetzung“ statt Befreiung, da der Staat die Bauern schutzlos dem aufkommenden Kapitalismus auslieferte.

Schlüsselwörter

Bauernbefreiung, Preußen, Stein-Hardenberg'sche Reformen, Junker, Agrargeschichte, Gutsherrschaft, Regulierungsedikt, Landadel, Pauperismus, Industrialisierung, Patrimonialgerichtsbarkeit, Bauernfreisetzung, Agrarkapitalismus, Ständegesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Stein-Hardenberg'schen Agrarreformen in Preußen und deren reale Auswirkungen auf die bäuerliche Bevölkerung sowie auf die Machtstellung des Adels.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in der preußischen Landwirtschaft zwischen 1807 und 1816 sowie die Rolle der Junker als politische und wirtschaftliche Elite.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob der Begriff „Bauernbefreiung“ historisch zutreffend ist oder ob die Reformen eher zu einer rechtlichen und wirtschaftlichen Verschlechterung für die Bauern führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Gesetzen (Edikten) sowie antifeudalen Petitionen der preußischen Bauern basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangssituation der Landwirtschaft, die Untersuchung der rechtlichen Reformen und deren Umsetzung sowie die wirtschaftlichen und sozialen Folgen für Bauern und Gutsbesitzer.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind „Bauernbefreiung“, „Junker“, „Preußische Reformen“, „Gutsherrschaft“ und „Agrarkapitalismus“.

Welche Rolle spielte der Staat für die Junker während der Reformzeit?

Der Staat agierte als Unterstützer des Adels, indem er durch Retablissementsgelder, Kreditmoratorien und politische Privilegien das Überleben und die Machtstellung der Junker sicherte.

Warum schlägt der Autor den Begriff „Bauernfreisetzung“ vor?

Der Autor argumentiert, dass die Bauern zwar aus ihrer feudalen Bindung „befreit“ wurden, jedoch schutzlos dem Kapitalismus ausgeliefert und ihre soziale sowie wirtschaftliche Lage massiv verschlechtert wurde.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Für die Macht geboren
Subtítulo
Die Rolle der Junker für die „Bauernbefreiung“
Universidad
University of Bremen
Calificación
1,0
Autor
Patrick Jost (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
17
No. de catálogo
V133770
ISBN (Ebook)
9783640406227
ISBN (Libro)
9783640406296
Idioma
Alemán
Etiqueta
"Bauernbefreiung" Junker
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Patrick Jost (Autor), 2008, Für die Macht geboren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133770
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  17  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint