Im besonderen Fokus der Betrachtung steht die Denkmalsentwicklung mit ihren vielfachen Disputen. Während der Recherche stellten sich die Fragen nach dem Aufstellungsort und der Gestaltung als zwei große Themenschwerpunkte heraus, welche ich hier behandeln möchte.
So werde ich als erstes den Werdegang und den Stil des Bildhauers Viktor Tilgner vorstellen. Daraufhin folgt eine ausführliche Beschreibung des Mozart-Denkmals und eine chronologische Präsentation der Denkmalsentstehung. Abschließend versuche ich das heutige Denkmal mit dessen Entwürfen von Theophil Hansen, Edmund von Hellmer und Viktor Tilgner, nicht nur stilistisch, sondern auch im Hinblick auf die Architekturkulissen zu vergleichen. Eine Schlussbemerkung fasst die wesentlichen Punkte der Arbeit zusammen.
Gliederung
1. Einleitung
2. Das Denkmal
2.1. Präsentation des Bildhauers Viktor Oskar Tilgner
2.1.1.Werdegang
2.1.2.Stil
2.2. Werkbeschreibung
3. Die Denkmalsentstehung
3.1. Nationalitätenkonflikt
3.2. Aufstellungsortdebatte
3.3. Fertigstellung und Enthüllung
3.4. Neuaufstellung
3.5. Konkurrenzen
3.5.1.Entwurf von Theophil Hansen
3.5.2.Entwurf von Edmund von Hellmer
3.5.3.Entwurf von Viktor Tilgner
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Denkmal für Wolfgang Amadeus Mozart von Viktor Oskar Tilgner im kunsthistorischen Kontext. Das primäre Ziel ist es, die komplexe Entstehungsgeschichte des Denkmals sowie die künstlerische Entwicklung Tilgners nachzuvollziehen und das ausgeführte Monument durch einen Vergleich mit den Wettbewerbsentwürfen von Theophil Hansen und Edmund von Hellmer kritisch einzuordnen.
- Werdegang und stilistische Prägung des Bildhauers Viktor Oskar Tilgner
- Detaillierte Analyse der Werkbeschreibung des Mozart-Denkmals
- Historische Aufarbeitung der langjährigen Denkmalsentstehung und Debatten um den Aufstellungsort
- Vergleichende Betrachtung der Entwürfe von Theophil Hansen, Edmund von Hellmer und Viktor Tilgner
Auszug aus dem Buch
2.2. Werkbeschreibung
Das über sieben Meter hohe und freistehende Denkmal, welches größtenteils aus Laaser Marmor besteht, wurde am 21. April 1896 auf dem Albrechtsplatz (heute Albertinaplatz) enthüllt (Abb. 3). Aufgrund von Bombenschäden wurde es restauriert und 1953 im Burggarten neu aufgestellt (Abb. 4).
Die überlebensgroße Skulptur präsentiert, in Form einer Standfigur, den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart vor seinem Notenpult. Dieser steht auf einem mehrteiligen Sockel, welcher etwa eineinhalbmal so groß wie die Figur ist. Das gesamte Denkmal erhebt sich in einer pyramidalen Komposition und weist ein mehrteiliges Sockelgefüge auf.
Die Sockelzone ist dreiteilig gestaltet (Abb. 5). Die unterste Zone ist die, graue aus Dolerit gefertigte, Unterbauplatte. Als zweite Zone ist die zweistufige Basis zu benennen, welche eine marmorne, hüfthohe Balustrade trägt und somit das Denkmal von hinten segmentbogenartig umfängt und sich nach vorne zur Hauptansicht öffnet. Das mehrteilige Sockelpostament bildet abschließend die dritte Zone des Sockels.
Das Sockelpostament gliedert sich wiederum in zwei Zonen. So setzt sich der Sockel unten aus einem querrechteckigen Quader, in welchem ein Relief eingelassen ist und einem hochrechteckigen Quader, der darauf sitzt und eine Inschriftentafel innehat, zusammen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Denkmälern im 19. Jahrhundert und führt in das Thema des Mozart-Denkmals als Untersuchungsgegenstand ein.
2. Das Denkmal: Es erfolgt eine biografische Analyse des Bildhauers Viktor Tilgner sowie eine detaillierte technische und ikonografische Beschreibung des fertigen Denkmals.
3. Die Denkmalsentstehung: Dieses Kapitel beleuchtet die jahrzehntelangen politischen Debatten, Standortentscheidungen und Konkurrenzwettbewerbe bis hin zur Aufstellung im Burggarten.
4. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Schwierigkeiten des Entstehungsprozesses und ordnet Tilgners Werk als bedeutenden monumentalen Auftrag seines Spätwerks ein.
Schlüsselwörter
Wolfgang Amadeus Mozart, Viktor Oskar Tilgner, Wiener Denkmäler, Bildhauerkunst, Wiener Ringstraße, Denkmalentstehung, Theophil Hansen, Edmund von Hellmer, Kunstgeschichte, Monumentalplastik, Burggarten, Albrechtsplatz, Naturalismus, Don Giovanni, Bildnerische Gestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Wiener Mozart-Denkmals, angefertigt vom Bildhauer Viktor Oskar Tilgner.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Biografie Tilgners, die Analyse der architektonischen Gestaltung des Denkmals sowie die historischen Debatten um seinen Aufstellungsort.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist ein entwicklungsgeschichtlicher Vergleich des realisierten Denkmals mit den eingereichten Wettbewerbsentwürfen anderer zeitgenössischer Bildhauer.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kunsthistorische Untersuchung angewandt, die primäre Quellen, historische Dokumente und eine vergleichende Werkanalyse einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil bietet eine detaillierte Werkbeschreibung, eine Chronologie der Entstehung sowie einen detaillierten Entwurfsvergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Mozart-Denkmal, Viktor Tilgner, Wiener Kunstgeschichte und Denkmalkultur des 19. Jahrhunderts.
Warum wurde das Denkmal innerhalb der Geschichte mehrfach umgestellt?
Die Umstellungen, insbesondere die Versetzung vom Albrechtsplatz in den Burggarten, waren durch Straßenlärm, veränderte städtebauliche Anforderungen und durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg bedingte Zerstörungen begründet.
Welchen Einfluss hatte der Nationalitätenkonflikt auf die Entstehung des Denkmals?
Die Konkurrenz der kulturellen Identitäten, insbesondere zwischen den Anhängern von Wagner und Mozart, diente als lokalpatriotisches Instrument, um Wien als musikalische Hauptstadt Europas zu etablieren.
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- Lara Hackländer (Autor), 2021, Die Konkurrenz des Mozart-Denkmals, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337742