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Kirchliche Zensur in der Frühen Neuzeit

Title: Kirchliche Zensur in der Frühen Neuzeit

Essay , 2006 , 10 Pages

Autor:in: Malte Sachsse (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Versuch eines kurzen historischen Überblicks über die Entwicklung des Römischen Index in der Frühen Neuzeit. Nach einer kurzen Darstellung der ideengeschichtlichen Vorraussetzungen der Buchzensur wird der Weg ihrer Institutionalisierung von der Inquisition über das Konzil von Trient bis zur Indexkongregation verfolgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

II.) Die kirchliche Buchzensur bis zum Anfang des 17. Jh.

II. 1. Voraussetzungen

II. 2. Die Indices von Inquisition und Tridentinum

II. 3. Die Indexkongregation

III.) Die Arbeit der Kongregation bis zum Ende des 18. Jh.

IV.) Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht historisch die Entwicklung und Institutionalisierung der kirchlichen Buchzensur in der Frühen Neuzeit, mit einem Fokus auf die Entstehung und Arbeit des „Index Librorum Prohibitorum“ sowie der damit verbundenen Indexkongregation.

  • Ideengeschichtliche Grundlagen und theologische Legitimation der Zensur
  • Die Rolle von Inquisition und Konzil von Trient bei der Etablierung von Verboten
  • Strukturen, Verfahrensweisen und Einflussbereiche der Indexkongregation
  • Wandlung der Zensurpraxis vom 16. bis zum 18. Jahrhundert
  • Spannungsfeld zwischen Anspruch der kirchlichen Kontrolle und der staatlichen Rezeption

Auszug aus dem Buch

II. 2. Die Indices von Inquisition und Tridentinum

Durch die Tatsache, dass Anfang des 16. Jh. mit der Erfindung des Buchdrucks die heilige Schrift für jeden zugänglich gemacht wurde und auch reformatorisches Gedankengut schnell große Verbreitung fand, sah die Katholische Kirche ihr Interpretations- und Wissensmonopol massiv bedroht. In zwei päpstlichen Bullen 1501 und 1515 erging die Forderung an die deutschen Bischöfe, die in ihrer Diözese kursierenden Bücher einer Zensur zu unterziehen (repressive Zensur) und die Erlaubnis zum Druck von Büchern, die Imprimatur, an eine Präventivzensur zu knüpfen.

Als diese Versuche, den sich entwickelnden Buchmarkt zu kontrollieren, ohne Wirkung blieben, gründete Paul III. am 21. 07. 1542 die „Hl. Römische und Universale Inquisition“ zur Bekämpfung der Häresie und konsequenten Überwachung des Mediums Buch. In einem Edikt wurden Buchdruckern und -händlern hohe Geldstrafen, der Verlust von Privilegien und des Arbeitsplatzes sowie bei Rückfälligkeit die Ausweisung aus ihrem Wohnort angedroht, sollten sie bereits verurteilte Schriften drucken oder verkaufen. Allen Gläubigen war es untersagt, verdächtige Schriften zu lesen, zu besitzen oder in Umlauf zu bringen und sie waren zur Auslieferung solcher Werke an kirchliche Behörden verpflichtet.

Der erste römische Index wurde von der Inquisition unter maßgeblichem Einfluss Pauls IV. erarbeitet und 1558 per Dekret in Kraft gesetzt. Die bei ihm vorgenommene Unterscheidung von drei Klassen von Verboten wurde prägend für die folgenden Indices: Die erste Klasse betraf Schrifsteller, deren gesamtes Werk (opera omnia) verdammt wurde, was auch zukünftige Schriften betraf, selbst wenn sie keine religiösen Themen behandelten. Die zweite Klasse nennt Schrifsteller, von denen einzelne Bücher zu verurteilen seien und die dritte Klasse enthält Werke anonymer Autoren. Die übermäßige Härte der verordneten Maßnahmen und die große Zahl verbrannter Bücher, auch solchen von katholischen Autoren, schufen Empörung unter römischen Gelehrten und machten die Forderung nach Abmilderung laut.

Zusammenfassung der Kapitel

I.) Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der historischen Untersuchung über den Römischen Index und ordnet den Fokus auf das 16. Jahrhundert in den aktuellen Forschungsstand ein.

II.) Die kirchliche Buchzensur bis zum Anfang des 17. Jh.: Dieses Kapitel beleuchtet die theologischen Wurzeln der Zensur sowie deren organisatorische Institutionalisierung durch die Inquisition und die tridentinischen Dekrete.

II. 1. Voraussetzungen: Hier werden die biblische Legitimationsgrundlage sowie die Entwicklung der Bücherverbote seit der Spätantike und dem Mittelalter dargelegt.

II. 2. Die Indices von Inquisition und Tridentinum: Das Kapitel beschreibt die Reaktion der Kirche auf den Buchdruck sowie die Einführung des ersten römischen Index unter Paul IV. und dessen Weiterentwicklung durch das Konzil von Trient.

II. 3. Die Indexkongregation: Es wird die Gründung und die Arbeitsweise der Indexkongregation ab 1571 sowie die Etablierung als zentrale Kontrollinstanz erläutert.

III.) Die Arbeit der Kongregation bis zum Ende des 18. Jh.: Dieses Kapitel analysiert die Problematik der Rezeption römischer Dekrete in verschiedenen Regionen und den Wandel der Index-Inhalte hin zu innerkatholischen Kontroversen.

IV.) Schluss: Der Abschluss fasst das Ende des Index im 20. Jahrhundert zusammen und reflektiert über die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirksamkeit der kirchlichen Zensur.

Schlüsselwörter

Kirchliche Zensur, Index Librorum Prohibitorum, Inquisition, Indexkongregation, Frühe Neuzeit, Gegenreformation, Buchdruck, Tridentinum, Glaubenslehre, Papsttum, Bücherverbot, Purgierung, Wissenskontrolle, Häresie, Wissenschaftsfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung der kirchlichen Buchzensur und des „Index Librorum Prohibitorum“ während der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Institutionalisierung der Zensur, das Verhältnis von Inquisition und Indexkongregation sowie der Einfluss der Kirche auf den Buchmarkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über den Weg von der frühen Inquisition bis zur Etablierung der Indexkongregation zu geben und die reale Wirksamkeit der Zensurmaßnahmen zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Essay stützt sich auf eine Literaturanalyse, insbesondere unter Einbeziehung neuerer Forschungsergebnisse des DFG-Projekts „Inquisition und Indexkongregation“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen der Zensur, die Bedeutung der tridentinischen Indices und die Arbeitsweise der Indexkongregation bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Index Librorum Prohibitorum, kirchliche Zensur, Inquisition, Indexkongregation und der historische Kontext der Frühen Neuzeit.

Warum war der Index von Paul IV. für viele Gelehrte problematisch?

Er wurde wegen seiner extremen Härte, der generellen Verurteilung ganzer Werke (opera omnia) und der Verbrennung auch katholischer Autoren kritisiert, was Widerstand in Rom auslöste.

Wie veränderte sich die Rolle der Indexkongregation nach ihrer Gründung?

Sie entwickelte sich zu einer direkt dem Papst unterstellten Instanz, die zur dominierenden Behörde für die Verteidigung der Glaubenslehre und die Kontrolle des Wissens wurde.

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Details

Title
Kirchliche Zensur in der Frühen Neuzeit
College
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Course
Proseminar: Die "Kommunikationsrevolution" der Frühen Neuzeit
Author
Malte Sachsse (Author)
Publication Year
2006
Pages
10
Catalog Number
V133850
ISBN (eBook)
9783640408085
ISBN (Book)
9783640408269
Language
German
Tags
Kirchliche Zensur Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Malte Sachsse (Author), 2006, Kirchliche Zensur in der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133850
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