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Der (unterschätzte) Inbegriff des Bauhausmädels am Beispiel von Karla Grosch

Title: Der (unterschätzte) Inbegriff des Bauhausmädels am Beispiel von Karla Grosch

Academic Paper , 2021 , 36 Pages

Autor:in: Julia C. Eydt (Author)

Art - German art
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Die Sichtbarkeit der Frauen am Bauhaus ist erst in der gegenwärtigen Forschungsliteratur überhaupt in ihrer Fülle herausgestellt worden. Natürlich gab es auch zuvor schon einzelne, herausragende Frauengestalten, denen man ihre historische Bedeutung für das 20. Jahrhundert und darüber hinaus zugestand, wie bspw. Marianne Brandt, Gunta Stölzl oder Alma Siedhoff-Buscher. Jedoch sind die vielfältigen, kreativen und außerordentlich facettenreichen Frauengestalten des Bauhauses erst in den letzten Jahren auch in der Literatur populär geworden und man hat sich ihnen in besonderer Weise gewidmet und ihnen somit ihre gleichwertige Stellung zurückgegeben, wie sie einst Gropius in seinem Bauhaus-Manifest auch forderte. Die Konzentration auf die vor allen Dingen männlichen Absolventen und Meister des Bauhauses, die internationales Renommee erlangten und in der Literatur reichlich rezipiert worden sind, ließ ihre weiblichen Kommilitoninnen und Meisterinnen in den Hintergrund treten.

Im Januar 1930 titelte die Illustrierte Zeitung "Die Woche" in einem Artikel vor einer großformatigen Fotografie eines jungen, blonden Mädchens mit moderner Kurzhaarfrisur und selbstbewusstem, durchaus herausforderndem Blick, wie er passender für die »neue Frau« der 20er/30er Jahre nicht hätte sein können: »Mädchen wollen etwas lernen«.
Dieses Foto zeigt Karla Grosch in einer interessanten Perspektive und überzeichnet schon optisch den Artikel, indem es um die neue Frauengeneration, den Typus des »Bauhausmädels«, der interessierten und selbstbewussten jungen Frauen geht, die zielstrebig ihren Weg verfolgt. Es bedarf bei diesem Bild kaum der Bildunterschrift, jedoch ist diese sehr aufschlussreich für das, was sich die Zeitschrift unter dem »Bauhausmädel« vorstellt:
»Der Typ des Bauhausmädels. Der Star unter den Schauspielerinnen. Sie weiß, was sie will und wird es auch zu etwas bringen«

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Worte

1.1 Zur Forschungslage

1.2 Der Typus des »Bauhausmädels«

2. Karla Groschs familiäres und kulturelles Umfeld in Weimar

3. »Mit den Beinen denken«. Der Tanz als Kunstform im Leben von Karla Grosch

3.1 Karla Groschs tänzerische Ausbildung bei Gret Palucca (1925-28)

3.2 Der Kunst ihre Form- Karla Groschs Kunstverständnis

4. Karla Groschs Berufung als Lehrende am Bauhaus Dessau

4.1 Ein Bild mit großer Wirkung

4.2 Der Sportunterricht am Bauhaus und Karla Groschs pädagogisches Konzept

5. Der »Tänzermensch« auf der Bauhausbühne. Karla Groschs Mitgestaltung der Bühneninszenierungen von Oskar Schlemmer

5.1 Die Bauhausbühne unter Oskar Schlemmer

5.2 Karla Grosch als Inbegriff des »Tänzermenschen«

5.3 Karla Grosch in den Inszenierungen der »Materialtänze«

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert den Lebensweg und das Wirken von Karla Grosch, einer bisher marginalisierten Persönlichkeit in der Bauhaus-Geschichtsschreibung. Ziel ist es, sie als eigenständige Künstlerin, Tänzerin und Sportlehrerin aus der Unsichtbarkeit zu lösen und ihre facettenreiche Rolle in der Bauhausgemeinschaft differenziert darzustellen.

  • Die Rezeption von Frauen am Bauhaus und der Typus des »Bauhausmädels«.
  • Karla Groschs Ausbildung bei Gret Palucca und ihre künstlerische Identität.
  • Die Institutionalisierung des Sportunterrichts unter Hannes Meyer am Bauhaus Dessau.
  • Die Mitwirkung von Karla Grosch an den Bühneninszenierungen von Oskar Schlemmer.

Auszug aus dem Buch

Die Bauhausbühne unter Oskar Schlemmer

Der, durch eine Vielzahl von Widrigkeiten bedingte, Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau brachte die Notwendigkeit mit sich, neue Räumlichkeiten für die Lehrräume, Werk- und Wohnstätten der Bauhäusler zu schaffen. Darüber hinaus wurde im –von Gropius selbst geplanten– Komplex, auch in der Art weitergedacht, am neuen Standort eine eigene Bühne zu integrieren, die für interne Bauhaus- Inszenierungen ebenso geeignet schien wie für Auftritte von externen Künstlern. Dieser Umstand ermöglichte erstmals eine neue, professionelle Bühnenarbeit am Bauhaus, für die Oskar Schlemmer umfangreiche Programmatiken erarbeiten konnte.

Nachdem der Dramaturg und erste Leiter der Bühnenklasse, Lothar Schreyer, 1923 das Bauhaus verließ, folgte ihm Oskar Schlemmer nach, der vor dem Umzug nach Dessau 1925 bereits zwei Jahre die Bühne leitete, jedoch schon seit 1920 am Bauhaus Weimar als Lehrender aktiv gewesen ist, u.a. in der Wandmalerei. Insgesamt oblag Schlemmer die Leitung der Bühnenwerkstatt und -inszenierungen von 1923 bis zu seinem Weggang 1929. In dieser Zeit, von 1926 bis 1929, schuf er ein umfangreiches choreographisches Werk in seinen Bauhaustänzen, die Formen-, Reifen-, Gesten- und Materialtänze umfassten. Als erfahrener Choreograf und Tänzer entwickelte er bereits das in den 1910er Jahren entstandene »Triadische Ballett«, das ebenfalls zur Aufführung am Bauhaus kam und mit speziellen Figurinen und typisierten Masken die geometrischen Raumverhältnisse erfahrbar machen sollten. Er stand somit in einer Tradition der Bühnenreform, die seit dem 19. Jahrhundert in ganz Europa eingesetzt hatte und bewegte Handlungen des Menschen auf Erfahrungen von Raum und Zeit übertrug.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Worte: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Vernachlässigung von Bauhaus-Frauen in der Forschung und definiert das Erkenntnisinteresse an der Person Karla Grosch.

2. Karla Groschs familiäres und kulturelles Umfeld in Weimar: Dieses Kapitel zeichnet die Herkunft von Karla Grosch nach und beschreibt den Einfluss des Weimarer Kulturbetriebs auf ihre frühe künstlerische Entwicklung.

3. »Mit den Beinen denken«. Der Tanz als Kunstform im Leben von Karla Grosch: Es wird die tänzerische Ausbildung bei Gret Palucca analysiert und das spezifische Kunstverständnis Groschs, das Tanz als Ausdrucksmedium begreift, hervorgehoben.

4. Karla Groschs Berufung als Lehrende am Bauhaus Dessau: Der Fokus liegt auf der Anstellung als Sportlehrerin sowie der pädagogischen Intention hinter der Etablierung des Sportunterrichts am Bauhaus.

5. Der »Tänzermensch« auf der Bauhausbühne. Karla Groschs Mitgestaltung der Bühneninszenierungen von Oskar Schlemmer: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Karla Grosch als Tänzerin in den Materialtänzen und ihren Beitrag zum Konzept des »Tänzermenschen« unter Oskar Schlemmer.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten und Ansätze beim Umgang mit der lückenhaften Quellenlage zu Karla Grosch.

Schlüsselwörter

Karla Grosch, Bauhaus, Bauhausmädel, Gret Palucca, Oskar Schlemmer, Bauhausbühne, Ausdruckstanz, Materialtänze, Sportlehrerin, Frauenforschung, Moderne, Körperkultur, Choreographie, Zwischenkriegszeit, Körperkunst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Karla Grosch, einer vielseitigen Bauhaus-Künstlerin, Tänzerin und Sportpädagogin, die trotz ihrer bedeutenden Rolle am Bauhaus Dessau lange Zeit im Schatten der Geschichtsschreibung stand.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Frauenforschung am Bauhaus, der Bedeutung des Tanzes als abstrakte Kunstform, der pädagogischen Rolle des Sports sowie der Mitwirkung Groschs an den theatralen Inszenierungen Oskar Schlemmers.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist die Wiederentdeckung von Karla Grosch als eigenständige Persönlichkeit, um sie aus der Reihe unterschätzter Bauhaus-Frauen zu lösen und ihr vielfältiges künstlerisches Profil sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen biografisch-analytischen Ansatz. Aufgrund der pandemiebedingten Rechercheeinschränkungen stützt sich die Arbeit insbesondere auf verfügbare Briefwechsel, Archivmaterial, Fotografien der Zeit sowie Literaturanalysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die tänzerische Ausbildung bei Gret Palucca, die Anstellung als Sportlehrerin am Bauhaus unter Hannes Meyer und die aktive Teilnahme an den Materialtänzen Oskar Schlemmers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind neben Karla Grosch und dem Bauhaus vor allem Begriffe wie Ausdruckstanz, Sportpädagogik, Tänzermensch, Materialtänze sowie die Rolle der Frau in der Bauhaus-Avantgarde.

Welchen Einfluss hatte Gret Palucca auf Karla Grosch?

Gret Palucca war nicht nur Mentorin und tänzerisches Vorbild; sie beeinflusste Groschs künstlerisches Bewusstsein maßgeblich und ebnete ihr durch ihre Popularität den Weg zur Anstellung am Bauhaus.

Warum wird der Begriff »Bauhausmädel« analytisch verwendet?

Der Begriff dient in der Arbeit als Spezifikation für eine neue Generation von selbstbewussten, freiheitsliebenden Frauen, die nach beruflicher und persönlicher Selbstverwirklichung am Bauhaus strebten.

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Details

Title
Der (unterschätzte) Inbegriff des Bauhausmädels am Beispiel von Karla Grosch
Author
Julia C. Eydt (Author)
Publication Year
2021
Pages
36
Catalog Number
V1338610
ISBN (PDF)
9783346840936
ISBN (Book)
9783346840943
Language
German
Tags
Geschichte Bauhaus Karla Grosch Bauhaus Dessau Bauhaus Weimar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia C. Eydt (Author), 2021, Der (unterschätzte) Inbegriff des Bauhausmädels am Beispiel von Karla Grosch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338610
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