Diese Seminararbeit befasst sich mit der Suprasegmentalia, die eine Teildisziplin der Phonetik und Phonologie ist. Es gehe also nicht nur um einzelne Laute, sondern um die lautübergreifende Abfolge von Segmenten. Dies ermögliche die Analyse von Morphemen, Lexemen und Sätzen bis hin zu umfangreichen Textkorpora. Wir werden uns überwiegend mit der spanischen Suprasegmentalia beschäftigen; in Kapitel 3 erfolgt eine kontrastive Gegenüberstellung der spanischen und deutschen Intonation.
Das Beachten der Intonation ist vor allem für Nicht-Muttersprachler einer gewissen Sprache wichtig, weil diese ihr sprachliches Level erheblich anheben können, sobald sie die Intonation beachten. Die Fremdsprache wirkt echter und authentischer, wenn der Tonhöhenverlauf der jeweiligen Sprache berücksichtigt oder sogar imitiert wird. Warum haben Deutsche teilweise Schwierigkeiten, manche spanischen Wörter korrekt auszusprechen bzw. umgekehrt? Warum ist die Artikulation schwierig? Spielt auch das Tempo eine Rolle? Und was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen der spanischen und der deutschen Sprache? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit beantwortet werden.
Die Ausarbeitung ist wie folgt gegliedert: Nach der Einleitung in das Thema erfolgt das erste Hauptkapitel, das sich mit theoretischen Grundlagen befasst. Es wird auf den Wortakzent, den Satzakzent und die Tonhöhe eingegangen. Im Anschluss daran wird die Intonation der spanischen Sprache analysiert und dem Deutschen gegenübergestellt. Zunächst werden die Funktionen der Intonation und deren Notation näher beleuchtet. Der sich daran anschließende Vergleich umfasst die Analyse des Aussagesatzes, der Frage und der Exklamation. Weitere Satzformen werden außer Acht gelassen, weil dies sonst den Rahmen dieser Arbeit bei weitem übersteigen würde. Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und präsentiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen: Einführung in die Suprasegmentalia
2.1. Der Wortakzent
2.2. Der Satzakzent
2.3. Die Tonhöhe
3. Die Spanischen Intonationsformen – eine kontrastive Betrachtung
3.1. Die Funktionen der Intonation (nach Antonio Quilis)
3.2. Die Notation
3.3. Der Aussagesatz
3.4. Die Frage
3.5. Die Exklamation
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kontrastiven Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Intonationssysteme von Spanisch und Deutsch, um Schwierigkeiten bei der Erlernung der jeweils anderen Sprache zu identifizieren und die Rolle suprasegmentaler Merkmale für eine authentische Sprechweise herauszuarbeiten.
- Grundlagen der Suprasegmentalia und Prosodie
- Vergleich von Wortakzent und Satzakzent
- Analyse und Notation der Tonhöhe
- Kontrastive Betrachtung von Aussagesatz, Frage und Exklamation
- Bedeutung der Intonation für die Sprachvermittlung und künstliche Intelligenz
Auszug aus dem Buch
3.3. Der Aussagesatz
Charakteristisch für die deutsche Intonationskurve sei der S-Verlauf. Analysieren wir z.B. die Silbe -SCHNEI, dann ist festzustellen, dass der Tonverlauf erst einen kleinen Knick nach unten bekommt, dann ansteigt und am Ende entweder auf der Höhe bleibt oder leicht nach unten abfällt. Stellt man dies grafisch dar, dann ist eine Form zu erkennen, die dem Buchstaben ‚S‘ ähnelt.
Im Kontrast dazu steige die spanische Intonationskurve schärfer und gradliniger an, ohne den schwungvollen Knick. Es werden einzelne Töne direkt angesteuert; so kommen wir z.B. von Ton C unmittelbar zu Ton G, ohne die einzelnen dazwischen liegenden Halbtöne – wie Cis, D, Dis, etc. – zu produzieren (vgl. Delattre 1965: 26). Dies sei auch deutlich zu hören, wenn man den Worten eines Muttersprachlers der spanischen Sprache lausche; abrupte Höhenunterschiede seien dann wahrnehmbar. Das Ende eines sowohl deutschen als auch spanischen Aussagesatzes sei fallend. Doch dieser Abfall werde in den beiden Sprachen unterschiedlich realisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition der Suprasegmentalia und Einführung in die kontrastive Untersuchung der spanischen und deutschen Intonation.
2. Theoretische Grundlagen: Einführung in die Suprasegmentalia: Erläuterung der zugrunde liegenden Konzepte wie Wortakzent, Satzakzent und die Bedeutung der Tonhöhe.
3. Die Spanischen Intonationsformen – eine kontrastive Betrachtung: Tiefgehende Analyse der Funktionen, Notation und Realisierung spezifischer Satzarten im Spanischen und Vergleich zum Deutschen.
4. Zusammenfassung: Resümee der wesentlichen Erkenntnisse über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Intonationssysteme.
Schlüsselwörter
Suprasegmentalia, Intonation, Wortakzent, Satzakzent, Tonhöhenverlauf, Kontrastive Linguistik, Spanisch, Deutsch, Antonio Quilis, Navarro Tomás, Aussagesatz, Frage, Exklamation, Phonetik, Phonologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den suprasegmentalen Merkmalen der spanischen Sprache sowie deren kontrastiver Gegenüberstellung zur deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Wort- und Satzakzent, die Funktion der Tonhöhe sowie die sprachspezifische Ausprägung von Melodieverläufen bei Aussagen, Fragen und Ausrufen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Intonation beider Sprachen aufzuzeigen, um Lernschwierigkeiten für Nicht-Muttersprachler verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kontrastive Analyse basierend auf linguistischer Fachliteratur sowie grafische Darstellungen von Intonationskurven und phonetischen Transkriptionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich theoretischen Grundlagen sowie der spezifischen Analyse von Funktionen und Notation der spanischen Intonationsformen im Vergleich zum Deutschen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Suprasegmentalia, Intonation, Akzentuierung, Kontrastive Linguistik und Satzmodi.
Wie unterscheidet sich der Aussagesatz im Spanischen vom Deutschen?
Während beide Sprachen einen fallenden Tonabfall am Satzende teilen, wird dieser im Spanischen durch eine hohe, nicht betonte Silbe sanfter angekündigt, wohingegen der deutsche Abfall oft abrupt erfolgt.
Welche Rolle spielt die Wortstellung bei der Unterscheidung von Satzarten?
Im Deutschen wird die Satzart häufig syntaktisch durch die Wortstellung (z. B. Inversion bei Fragen) markiert, während das Spanische stärker auf Intonation und die Intensität einzelner Wörter angewiesen ist.
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- Anonym (Autor), 2019, Die spanische und deutsche Aussprache und Intonation. Eine kontrastive Betrachtung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1338655