Diese Ausarbeitung wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung "Die aktuelle Schuldebatte"" angefertigt. In dieser wurde die Schulstruktur in Deutschland näher betrachtet. Neben der Vorstellung der einzelnen Schulformen, den Hintergrund, Aufgaben und Chancen, wurde u. a. der Zusammenhang von sozialer Herkunft und der Erfolg im Schulsystem diskutiert.
In den letzten Jahren ist die Schulstruktur in Deutschland erneut kritisch hinterfragt worden, die Institution Schule wird von vielen Seiten kritisiert. Das Thema betrifft nahezu alle Bundesbürger und ist ein dementsprechendes brisantes Thema.
Diese Arbeit beschreibt die aktuelle Debatte im Schulsystem. Ausgehend von einem historischen Abriß wird zuerst die deutsche Schullandschaft beschrieben und anschließend ein Ausblick gegeben, wie eine mögliche Alternative aussehen kann. Verschiedene Modelle werden angesprochen und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Geschichte des deutschen Schulsystems ab 1945
2 Das Schulwesen in der Bundesrepublik
2.1 Die ”neuen” Bundesländer
2.2 Bundesländer mit traditioneller Schulstruktur
2.3 Reformfreudige Bundesländer
3 ”Traditionelles System” vs. ”Hamburger System”
4 Die Gemeinschaftsschule als mögliche Alternative zu dem gegliederten Schulsys tem
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert das mehrgliedrige Schulsystem in Deutschland aus soziologischer Perspektive, beleuchtet historische Hintergründe seit 1945 und untersucht die Gemeinschaftsschule als eine potenzielle strukturelle Alternative zur Überwindung bestehender schulischer Selektionsmechanismen.
- Historische Entwicklung des deutschen Schulwesens nach 1945
- Strukturelle Analyse der verschiedenen Schullandschaften in den 16 Bundesländern
- Kritische Gegenüberstellung des traditionellen Systems mit reformorientierten Modellen
- Untersuchung der Gemeinschaftsschule hinsichtlich ihrer Eignung als zukunftsfähige Alternative
- Soziologische Betrachtung von Chancengleichheit und Selektion im Schulsystem
Auszug aus dem Buch
Exkurs: Der Weimarer Schulkompromiss
Am Anfang der Weimarer Republik stand man vor der Herausforderung das ständische Schulsystem der neuen demokratischen Republik anzugleichen.
Das Ergebnis ist der sog. Weimarer Schulkompromiss (1919/1920). In der neu gewählten Nationalversammlung gab es keine eindeutige Mehrheit um das Schulsystem, welches aus dem Kaiserreich entsprungen ist, komplett umzuwandeln. Stattdessen einigte man sich auf einen Kompromiss, welcher Abb. 1 in groben Zügen zeigt:
Die Schüler der Klassen 1-4 sollten, mit Ausnahme der Hilfsschulen, gemeinsam unterrichtet werden, so dass sich die Trennung von niederer, mittlerer und hoher Bildung erst nach der vierten Klasse vollzieht (vgl. http: // www. uni-duisburg-essen. de/) und nicht wie vor 1919 von Beginn an festgelegt ist.
Durch das zusätzliche Verbot privater Schulen in dem Bereich hatte die Grundschule eine neue Funktion: Ihr stand (theoretisch) die Aufgabe zu, die Schüler auf die weiterführenden Schulformen einzuteilen, da alle Schüler (mit Ausnahme der Schüler, die die Hilfsschule besuchten) die Grundschule besuchten. Das Ergebnis war also ein nach der vierten Klasse vertikal verzweigtes Bildungssystem (vgl. Herrlitz u. a., 2005, S. 121ff).
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle deutsche Schuldebatte ein, erläutert die Relevanz soziologischer Analysen und definiert die Leitfragen für die Untersuchung des mehrgliedrigen Schulsystems.
1 Geschichte des deutschen Schulsystems ab 1945: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg nach, beleuchtet den Weimarer Schulkompromiss und die unterschiedliche Entwicklung der Schulsysteme in Ost- und Westdeutschland.
2 Das Schulwesen in der Bundesrepublik: Hier wird die heterogene Schullandschaft der 16 Bundesländer in drei Gruppen kategorisiert und deren jeweilige schulspezifische Besonderheiten detailliert beschrieben.
3 ”Traditionelles System” vs. ”Hamburger System”: Es erfolgt ein direkter Vergleich zwischen dem als traditionell geltenden bayerischen Modell und dem reformorientierten Hamburger Ansatz.
4 Die Gemeinschaftsschule als mögliche Alternative zu dem gegliederten Schulsys tem: Das Kapitel diskutiert die Gemeinschaftsschule als strukturelle Alternative, setzt sich mit Argumenten von Befürwortern und Kritikern auseinander und evaluiert das Potenzial für mehr Chancengleichheit.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der die Notwendigkeit einer Anpassung des Schulsystems an veränderte gesellschaftliche Anforderungen unterstrichen wird.
Schlüsselwörter
Schulsystem, Bildungspolitik, Gemeinschaftsschule, Dreigliedrigkeit, Sekundarstufe I, Chancengleichheit, Selektion, Schullandschaft, Schulstruktur, Bildungsreform, historischer Abriss, Heterogenität, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Debatte um die Struktur des deutschen Schulsystems und untersucht, inwieweit das historisch gewachsene mehrgliedrige System noch zeitgemäß ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung nach 1945, der Vergleich regionaler Schulmodelle und die Eignung der Gemeinschaftsschule als Alternative.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die soziologische Analyse des mehrgliedrigen Systems sowie die Untersuchung der Frage, ob die Gemeinschaftsschule Probleme wie die soziale Selektion lösen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung bildungspolitischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die historische Entwicklung dargestellt, die aktuelle Struktur in den Bundesländern kategorisiert, ein Vergleich zwischen Bayern und Hamburg gezogen und die Gemeinschaftsschule kritisch evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Schulsystem, Gemeinschaftsschule, Selektion, Chancengleichheit und Bildungsreform.
Warum wird im Dokument zwischen den neuen und den alten Bundesländern unterschieden?
Diese Unterscheidung ist notwendig, da die neuen Bundesländer eine andere bildungsgeschichtliche Entwicklung durchlaufen haben, was zu spezifischen, weniger traditionellen Schulstrukturen führte.
Welche Rolle spielt das Abitur im Vergleich zwischen Hamburg und Bayern?
Während in beiden Bundesländern das Abitur angestrebt werden kann, unterscheidet sich der Weg dorthin: Bayern hält an der strikten Trennung der Schulformen fest, während Hamburg mit der Stadtteilschule einen integrativeren Ansatz verfolgt.
Wie bewertet die Arbeit die frühe Selektion nach der vierten Klasse?
Die Arbeit führt an, dass Kritiker die frühe Selektion als sozial ungerecht betrachten und für eine längere gemeinsame Lernzeit plädieren, um die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft zu verringern.
- Arbeit zitieren
- Holger Müller (Autor:in), 2009, Die Zukunft des mehrgliedrigen Schulwesens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133890