In dieser Hausarbeit, möchte ich der Entstehung des menschlichen Moralbewusstseins auf den Grund gehen. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich mich selbst des Öfteren gefragt habe, woher die Moral der Menschen eigentlich kommt. Wird sie uns unterbewusst gelehrt, wenn ja, wie funktioniert das? Ist sie vielleicht eine Art angeborener Instinkt? Wie kommt es aber dann, dass einige Menschen offensichtlich moralischer sind, als andere? Um diese Fragen, vor allem aber meine Hauptfrage nach der allgemeinen Entstehung des menschlichen Moralbewusstseins zu klären, beziehe ich mich auf verschiedene Psychologen. Als erstes sei der bekannte Entwicklungspsychologe Jean Piaget genannt, der mit seinen Forschungen einen wichtigen Grundstein legte und eine Stufenentwicklung des Moralbewusstseins entwickelte. Der zweite zentrale Psychologe, der mir bei der Beantwortung helfen wird, ist Lawrence Kohlberg, der das Modell von Piaget überarbeitet hat und heute mit als der wichtigste Moralforscher gilt.
Ich gebe zunächst einen groben Überblick über alte Studien und Methoden der Moralforschung und werde mich dann genauer mit den beiden oben genannten Psychologen beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Zentrale Forschungsergebnisse aus der Erforschung von Moral in der Vergangenheit
3.0 Piagets Annahmen und Untersuchungen zur kognitiven Moralentwicklung
3.1 Die drei Stufen der moralischen Entwicklung laut Piaget
3.2 Kritik an Piagets Stufenmodell
4.0 Kohlbergs Forschungsergebnisse
4.1 Kohlbergs Forschungsgrundlage
4.2 Das Sechs Stufen Modell
5.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung des menschlichen Moralbewusstseins unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Modelle. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Moral entsteht, ob sie angeboren ist oder durch soziale Einflüsse und kognitive Reifungsprozesse geformt wird.
- Vergleichende Analyse früherer moralpsychologischer Studien
- Detaillierte Betrachtung der Stufentheorie von Jean Piaget
- Kritische Würdigung von Piagets Modell durch Forschungskontexte
- Vorstellung und Erläuterung des Sechs-Stufen-Modells nach Lawrence Kohlberg
- Untersuchung der Rolle von Reflexion und Erziehung bei der Moralentwicklung
Auszug aus dem Buch
Die drei Stufen der moralischen Entwicklung laut Piaget
In Piagets Augen setzt die Entwicklung des moralischen Bewusstseins eines Kindes erst mit Entstehung der Sprache ein, da er moralisches Bewusstsein als Einheit von Denken und Handeln sieht. Piaget ist der Ansicht, dass die von ihm entwickelten Stufen der Entwicklung des moralischen Bewusstseins eines Kindes zwingend aufeinander aufbauen. Er schließt somit aus, dass ein Aspekt der moralischen Entwicklung aus der dritten Stufe beispielsweise in der ersten oder zweiten Stufe auftaucht. Diese Annahme nennt er „Invarianz“. Repräsentativ für sein Modell ist zudem die Universalität, damit ist gemeint, dass es in jeder Kultur der Welt gilt. Die Stufen sind vor allem durch qualitative Unterschiede voneinander abzugrenzen. In den Stufen wird eine bessere Anpassung der Person an die von der Umwelt vorgegebenen Gegebenheiten angestrebt. Das passiert durch die zwei Prozesse nach Piagets kognitiver Anpassung, der Assimilation und Akkommodation.
Assimilation bezeichnet das Zuordnen einer Wahrnehmung zu einem vorhandenen Wahrnehmungsschema, das bereits für andere ähnliche Wahrnehmungen gilt. Die Wahrnehmung wird somit verallgemeinert und kann als bekannt eingestuft werden. Akkommodation bezeichnet die Anpassung der Verhaltens- und Denkschemata eines Subjektes an äußere Wahrnehmungsinhalte. Diese zwei Prozesse werden durch die persönliche Reifung, Sammeln von Erfahrungen und die Erziehung der Kinder angeregt und führen somit zwangsweise zum Erreichen der nächsten kognitiven Stufen in Piagets Modell. Hier ist also sichtbar, dass das Kind nicht alleine für die Entwicklung des moralischen Bewusstseins verantwortlich ist. Die Erziehung ist mitunter ein Faktor, der das Erreichen der nächsten Stufe beeinflusst.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach der Entstehung von Moral ein und stellt die zentralen Psychologen Jean Piaget und Lawrence Kohlberg als theoretische Basis vor.
2.0 Zentrale Forschungsergebnisse aus der Erforschung von Moral in der Vergangenheit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über frühe Studien zur moralischen Entwicklung und diskutiert die Bedeutung von Standardwerken der empirischen Forschung.
3.0 Piagets Annahmen und Untersuchungen zur kognitiven Moralentwicklung: Es werden die theoretischen Grundlagen Piagets sowie seine methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung moralischer Urteile dargestellt.
3.1 Die drei Stufen der moralischen Entwicklung laut Piaget: Der Abschnitt erläutert die drei spezifischen Stufen der moralischen Bewusstseinsentwicklung sowie die zugrunde liegenden kognitiven Anpassungsprozesse.
3.2 Kritik an Piagets Stufenmodell: Hier wird die wissenschaftliche Kritik an der Invarianz und der kulturellen Universalität von Piagets Modell thematisiert.
4.0 Kohlbergs Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel führt Lawrence Kohlbergs kognitive Entwicklungstheorie ein, die auf der Arbeit von Piaget aufbaut.
4.1 Kohlbergs Forschungsgrundlage: Die methodische Vorgehensweise Kohlbergs, insbesondere die Analyse fiktiver Problemsituationen, wird hier dargelegt.
4.2 Das Sechs Stufen Modell: Eine detaillierte Aufschlüsselung der präkonventionellen, konventionellen und postkonventionellen Ebene der moralischen Entwicklung.
5.0 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Reflexion und individueller Reifung für ein hoch entwickeltes Moralbewusstsein.
Schlüsselwörter
Moralbewusstsein, Jean Piaget, Lawrence Kohlberg, Stufenmodell, kognitive Entwicklung, Moralentwicklung, Invarianz, Assimilation, Akkommodation, Moral, Gerechtigkeit, Erziehung, Reflexion, Urteilsfähigkeit, Sozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung des menschlichen Moralbewusstseins und der Frage, welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die entwicklungspsychologischen Ansätze von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg zur moralischen Urteilsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie Moral entsteht und inwiefern der Mensch selbst für sein moralisches Bewusstsein verantwortlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene psychologische Theorien und empirische Studien gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung und kritische Analyse der Stufenmodelle von Piaget und Kohlberg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Moralbewusstsein, kognitive Entwicklung, Stufenmodell und moralische Urteilsfähigkeit geprägt.
Wie unterscheidet sich die moralische Stufe eins von der Stufe drei bei Piaget?
In Stufe eins dominiert der Gehorsam aus Furcht vor Strafe, während in Stufe drei das Verständnis für verschiedene moralische Perspektiven und Konventionen reift.
Was ist laut der Autorin die Voraussetzung, um die höchste moralische Ebene zu erreichen?
Die Fähigkeit und der Wille zur Reflexion über das eigene Verhalten und die umgebende Umwelt sind entscheidende Voraussetzungen für die postkonventionelle Ebene nach Kohlberg.
Warum wird Piagets Stufenmodell von einigen Wissenschaftlern kritisiert?
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die angenommene Invarianz der Stufenabfolge und die kulturelle Spezifität seiner Forschungsergebnisse.
- Citation du texte
- Carola Willner (Auteur), 2009, Wie entsteht das menschliche Moralbewusstsein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133892