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Der Bildungsauftrag der Universitäten

Title: Der Bildungsauftrag der Universitäten

Essay , 2009 , 4 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Carola Willner (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Summary Excerpt Details

Der Bildungsauftrag von Universitäten hat sich im Laufe der Zeit ebenso entwickelt wie die Universitäten selbst
In der Antike wurde die erste Vorform einer Universität von Platon gegründet. In einer Art College schlossen Schüler aus aller Welt sich in philosophischen Lebensgemeinschaften zusammen um gemeinsam Gedankengut auszutauschen. Ziel dieser Akademie war nicht primär das Fachwissen der Studierenden sondern das antike Ideal von Glück zu finden. Der Schüler sollte hier in einer passiven Rolle erst zuhören und sich ein eigenes kritisches Urteil bilden und später das Gehörte umsetzen und daraus lernen. Platon wollte vermitteln, dass das Denken aus Unterscheiden und Identifizierbarkeit besteht. Durch die philosophische Richtung dieser Form der Universität gewannen die Schüler die Fähigkeit über das Denken der einzelnen Persönlichkeiten zu reflektieren. Selbsterkenntnis wurde erlangt.
Im Mittelalter wandelte sich die Bildungsidee der Universitäten. Die philosophischen Universitäten wandelten sich in Ausbildungsuniversitäten. Es galt nun, Schüler für bestehende Berufe wie z.B. den des Theologen, Juristen oder Mediziner auszubilden. Der Staat nutze also die Universitäten um Beamte auszubilden. Diese Form der Universitäten bestand bis in das 19. Jahrhundert hinein.
Durch Wilhelm von Humboldts Gründung der Universität Berlin 1810 änderte sich erneut die universitäre Ausbildung. Sein Konzept einer wissenschaftlichen, akademischen Ausbildung verdrängte langsam die Universität aus dem Mittelalter.
Der Kern der heutigen universitären Bildungsaufträge liegt noch immer im Gedankengut von Wilhelm von Humboldt. Hauptsäulen seines Konzepts waren die enge Verbindung von Forschung und Lehre, freie Wissenschaft und Persönlichkeitsentwicklung. Durch die französische Revolution inspiriert strebte auch Humboldt Freiheit für seine Universität an. Diese Freiheit ist die erste und unerlässliche Bedingung, eine Bildungseinrichtung nach dem aufklärenden Gedankengut zu erschaffen. Seine Universität sollte im Gegensatz zu den in Preußen herrschenden monarchisch konservativen Ideen stehen. Er wollte eine Bildung für ein menschenwürdiges Dasein schaffen und trotz staatlichen Forderungen und Auflagen die Forschung stark in die Lehre mit integrieren. Durch den Gebrauch von Vernunft sollte neben der Persönlichkeitsentwicklung auch Selbstbestimmung und Mündigkeit der Schüler hervorgebracht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Bildungsauftrag der Universitäten

1.1 Historische Entwicklung des Universitätsgedankens

1.2 Humboldt'sche Ideale in der modernen Hochschulbildung

1.3 Kritische Reflexion des Bologna-Prozesses

1.4 Bildung zur Kompetenz und wissenschaftlichen Mündigkeit

1.5 Herausforderungen an heutige Lehrende und Institutionen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel sowie den aktuellen Status des Bildungsauftrags an Universitäten, insbesondere vor dem Hintergrund des Humboldt'schen Ideals und moderner hochschulpolitischer Rahmenbedingungen wie dem Bologna-Prozess.

  • Historische Entwicklung von universitären Lehrformen
  • Wilhelm von Humboldts Kernkonzepte der akademischen Bildung
  • Einfluss des Bologna-Prozesses auf Qualität und Studienbedingungen
  • Förderung von fachübergreifenden Tugenden und wissenschaftlicher Mündigkeit
  • Zukunftsfähigkeit universitärer Bildungsziele

Auszug aus dem Buch

Der Bildungsauftrag der Universitäten

Der Bildungsauftrag von Universitäten hat sich im Laufe der Zeit ebenso entwickelt wie die Universitäten selbst. In der Antike wurde die erste Vorform einer Universität von Platon gegründet. In einer Art College schlossen Schüler aus aller Welt sich in philosophischen Lebensgemeinschaften zusammen um gemeinsam Gedankengut auszutauschen. Ziel dieser Akademie war nicht primär das Fachwissen der Studierenden sondern das antike Ideal von Glück zu finden. Der Schüler sollte hier in einer passiven Rolle erst zuhören und sich ein eigenes kritisches Urteil bilden und später das Gehörte umsetzen und daraus lernen.

Platon wollte vermitteln, dass das Denken aus Unterscheiden und Identifizierbarkeit besteht. Durch die philosophische Richtung dieser Form der Universität gewannen die Schüler die Fähigkeit über das Denken der einzelnen Persönlichkeiten zu reflektieren. Selbsterkenntnis wurde erlangt. Im Mittelalter wandelte sich die Bildungsidee der Universitäten. Die philosophischen Universitäten wandelten sich in Ausbildungsuniversitäten. Es galt nun, Schüler für bestehende Berufe wie z.B. den des Theologen, Juristen oder Mediziner auszubilden. Der Staat nutze also die Universitäten um Beamte auszubilden. Diese Form der Universitäten bestand bis in das 19. Jahrhundert hinein.

Zusammenfassung der Kapitel

Der Bildungsauftrag der Universitäten: Dieses Kapitel führt in die grundlegenden Erwartungen an Studierende ein und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen studentischer Eigenverantwortung und institutionellem Auftrag.

Historische Entwicklung des Universitätsgedankens: Hier wird der historische Bogen von Platons Akademie über die berufsbezogenen Ausbildungsmodelle des Mittelalters bis hin zur Humboldt'schen Reform nachgezeichnet.

Humboldt'sche Ideale in der modernen Hochschulbildung: Es wird analysiert, wie die Prinzipien der Einheit von Forschung und Lehre sowie der freien Wissenschaftsbildung den modernen Universitätsbetrieb theoretisch fundieren.

Kritische Reflexion des Bologna-Prozesses: Dieses Kapitel hinterfragt die Auswirkungen der aktuellen Studienstrukturreformen auf die Qualität der Lehre, die Flexibilität der Studierenden und die Studiengebührenproblematik.

Bildung zur Kompetenz und wissenschaftlichen Mündigkeit: Der Fokus liegt auf der Erziehung zu Tugenden wie Disziplin und Klarheit, sowie der Befähigung zum nachhaltigen, verantwortungsvollen Denken.

Herausforderungen an heutige Lehrende und Institutionen: Das abschließende Kapitel kritisiert die drohende Degradierung der Universität zur reinen Wissensvermittlungsstätte und stellt die Zukunftsfähigkeit der universitären Leitziele in Frage.

Schlüsselwörter

Bildungsauftrag, Universität, Humboldt, Bologna-Prozess, Forschung und Lehre, Persönlichkeitsbildung, Wissenschaftskritik, Akademische Ausbildung, Selbstbestimmung, Nachhaltigkeit, Studienreform, Wissensvermittlung, Hochschuldidaktik, Lebenslanges Lernen, Studierendenmotivation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay grundsätzlich?

Der Essay analysiert die Wandlung des universitären Bildungsauftrags von der Antike bis zur Gegenwart und hinterfragt, ob moderne Strukturen die ursprünglichen Ideale der akademischen Persönlichkeitsbildung noch erfüllen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die historische Genese der Universität, das Humboldt'sche Bildungsideal, die Auswirkungen des Bologna-Prozesses und die ethische sowie fachliche Verantwortung der Studierenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Bestandsaufnahme darüber, ob Universitäten heute noch Orte der persönlichen und wissenschaftlichen Mündigkeit sind oder zu reinen Einrichtungen der Wissensvermittlung degradiert wurden.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Der Autor nutzt einen essayistischen Ansatz, der historische Analysen mit aktuellen hochschulpolitischen Beobachtungen und kritischer persönlicher Reflexion verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung, den Humboldt'schen Prinzipien sowie den Spannungsfeldern zwischen Lehre, Forschung und den Anforderungen durch den Bologna-Prozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Zentrale Begriffe sind Bildungsauftrag, Humboldt, Bologna-Prozess, Akademische Freiheit und Wissenschaftskritik.

Wie bewertet der Autor den Einfluss des Bologna-Prozesses?

Der Autor steht den Auswirkungen des Bologna-Prozesses kritisch gegenüber und sieht durch straffe Vorgaben eine Beeinträchtigung der Selbstfindung und Eigenverantwortung der Studierenden.

Welche Tugenden sollte laut dem Essay an einer Universität vermittelt werden?

Die Universität sollte insbesondere Ehrlichkeit, Ausdauer, Klarheit des Denkens, Disziplin, Sorgfalt und eine verantwortungsvolle Planung fördern.

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Details

Title
Der Bildungsauftrag der Universitäten
College
Leuphana Universität Lüneburg
Course
Wissenschaft macht Geschichte
Grade
2,0
Author
Carola Willner (Author)
Publication Year
2009
Pages
4
Catalog Number
V133894
ISBN (eBook)
9783640416035
ISBN (Book)
9783640412235
Language
German
Tags
Bildungsauftrag Universitäten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carola Willner (Author), 2009, Der Bildungsauftrag der Universitäten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133894
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