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Die Problematik der Verschriftung des Althochdeutschen

Titre: Die Problematik der Verschriftung des Althochdeutschen

Exposé (Elaboration) , 2008 , 20 Pages , Note: 3

Autor:in: Melissa Gass (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Gegenstand dieser Arbeit soll die Beschreibung der Problematik der
Verschriftung der ahd. Sprache sein. Die Verschriftlichung der dt. Sprache
beginnt im 8. Jh., weshalb das Ahd. „die älteste schriftlich bezeugte Stufe der
deutschen Sprache“ (SONDEREGGER 32003:1) ist. Zugleich lassen sich aber auch
Uneinheitlichkeiten in der Graphie erkennen, deren Ursache u.a. wohl in der
Vermischung vorherrschender Dialekte bzw. Schreibtraditionen (Bsp.
Runenschrift) zu einer Schreibsprache, besteht (SONDEREGGER 32003:1,4,244).
Zur Verschriftung verwendete man das lat. Alphabet, was aber zu weitreichenden
Problemen führte. Das Ahd. und Lateinische haben z.T. einen differenten
Phonem- bzw Graphembestand, d.h. dem Ahd. fehlen z.B. lat. Grapheme, um
bestimmte Phoneme im Ahd. auszudrücken. Dies führte also zu einer großen
Anzahl von graphematischen Schreibvarianten, die versuchen ein bestimmtes
Phonem widerzugeben.
Auch ahd. Schreiber trugen zur Verschriftung mit ihren Graphemvarianten bei,
indem sie versuchten die ahd. Sprache in ihrem Phonem- Graphembestand zu
systematisieren, aber ebenfalls zu unterschiedlichen Beobachtungen und
Anwendungen kamen. Einer der Schreiberpersönlichkeiten war Otfrid von
Weißenburg, der in seinem Evangelienbuch (8.Jh.) eine erste Reflexion über die
Probleme der Verschriftung wagte. Seine thematisierten Problemfelder sollen hier
genannt werden. Mit einer ahd. Übersetzung des Hildebrandsliedes soll ein
eigenständiges Darstellen der Problematik in Bezug auf das vorher Untersuchte
stattfinden. Tabellarisch werden die wichtigsten Gaphem- bzw. Phonemvarianten
dialektal gegliedert und mit Bsp. aus dem Hildebrandslied unterstützt.
Am Ende dieser Arbeit wird eine Zusammenfassung dessen gegeben, was als
Problemfelder der Verschriftung bezeichnet wurde, auch werden diese noch
einmal mit deren kulturellen Voraussetzungen in Zusammenhang gebracht.

[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziokulturelle Voraussetzungen der Verschriftung des Ahd.

2.1 Aspekte ahd. Überlieferung

2.2 Sprachverhältnisse in den Überlieferungen

3. Phonologische und graphematische Problemfelder

3.1 Die Schriftlichkeit des Ahd.

3.2 Der ahd. Konsonantismus

3.2.1 Besonderheiten im Konsonantismus

3.3 Der ahd. Vokalismus

3.3.1 Besonderheiten im Vokalismus

4. Die Verschriftung in Otfrid von Weißenburgs Evangelienbuch

4.1Das Evangelienbuch

4.2 „Ad Liutbertum“ – Probleme der Schreibung des Ahd.

5. Das Hildebrandslied- Schreibvarianten im Zuge der Verschriftung des Ahd.

5.1Das Hildebrandslied

5.2 Die Schreibvarianten im Hildebrandslied

a) Die as. Elemente

b) Die bair. Elemente

c) Die ags. Elemente

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Problematik der Verschriftung der althochdeutschen Sprache unter Berücksichtigung soziokultureller Bedingungen und graphematischer Herausforderungen bei der Adaption des lateinischen Alphabets.

  • Soziokulturelle Einflussfaktoren auf die frühmittelalterliche Schreibpraxis
  • Phonologische und graphematische Problemfelder beim Übergang zur Schriftlichkeit
  • Analyse der Verschriftungsstrategien bei Otfrid von Weißenburg
  • Untersuchung von Schreibvarianten im Hildebrandslied
  • Dialektale Einflüsse (niederdeutsch, oberdeutsch, angelsächsisch) auf das Grapheminventar

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Schriftlichkeit des Ahd.

Die Grundlage der Verschriftung des Ahd. bildet das lat. Alphabet, welches über die Etrusker als ursprünglich griech. Alphabet um 700 v.Chr. übermittelt wurde. Wie jede Alphabetschrift bedient sie sich des phonographischen Prinzips, „doch kann sie ergänzt, überlagert und außer Kraft gesetzt werden durch zusätzliche Kontext- und Kombinationsregeln, durch Mängel und Unvollständigkeiten des verfügbaren Zeichenarsenals, unterschiedliche Entwicklung von gesprochener und geschriebener Sprache und durch das Bemühen, auch nichtphonologische Informationen in der Schreibung sichtbar zu machen“ (GRUBMÜLLER 21998:301).

Gerade diese „Mängel und Unvollständigkeiten“ (s.o.) erschweren die Adaption des lat. Alphabets an das Ahd., da verschiedene Grapheme im Lateinischen fehlen, um bestimmte Phoneme im Ahd. wiederzugeben. Auch die oben beschriebenen Dialektverhältnisse und teilweise Vermischungen erschweren eine konsequente Verschriftung mit einer klaren Phonem-Graphem-Korrespondenz.

Auch die Übernahme anderer Schriftzeichen, z.B. ags. Schriftzeichen, spricht einerseits für den Vermischungscharakter des Ahd., aber andererseits auch für die Überlieferung von Schriftzeichen, die dem Lat. eben fremd waren, und damit dem Ahd. fehlten. Deshalb war eine Ergänzung von Buchstaben notwendig. In dem Prozess der Verschriftung des Ahd. geht es also v.a. darum, adäquate Grapheme für die ahd. Phoneme zu finden. GRUBMÜLLER sieht hier zwei Lösungsstrategien des Ahd.: Es „orientiert sich entweder an Neuentwicklungen benachbarter Systeme“, hier ist das schon erwähnte Ags. zu nennen, auf das noch später eingegangen wird, „oder sie entstehen aus der Kombination gegebener Zeichen (z.B. Doppelschreibung bei Langvokal), die freilich durch das Fehlen eines lat. Bezugselementes oft mehrdeutig und schwer konventionalisierbar sind“ (GRUBMÜLLER 21998:302).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt das Ziel der Arbeit, die Problematik der Verschriftung des Althochdeutschen anhand von Schreibvarianten und der Adaption des lateinischen Alphabets zu untersuchen.

2. Soziokulturelle Voraussetzungen der Verschriftung des Ahd.: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Klostergründungen und den Einfluss der lateinischen Kirchensprache auf die Entwicklung einer volkssprachlichen Schriftlichkeit im 8. Jahrhundert.

3. Phonologische und graphematische Problemfelder: Hier werden die strukturellen Schwierigkeiten bei der Übertragung althochdeutscher Phoneme in das lateinische Zeichensystem sowie die daraus resultierenden Graphemvarianten analysiert.

4. Die Verschriftung in Otfrid von Weißenburgs Evangelienbuch: Dieses Kapitel thematisiert Otfrids Bemühungen, religiöse Texte in der Landessprache zugänglich zu machen, und seine Reflexion über die orthographischen Herausforderungen in der Briefvorrede „Ad Liutbertum“.

5. Das Hildebrandslied- Schreibvarianten im Zuge der Verschriftung des Ahd.: Das Kapitel untersucht die Mischung verschiedener dialektaler Einflüsse im Hildebrandslied und ordnet die auftretenden Schreibvarianten in tabellarischer Form den phonologischen Ausgangsgrößen zu.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Erkenntnisse über die dialektal bedingten Variationen im Grapheminventar und bestätigt die Komplexität der Verschriftung des Althochdeutschen.

Schlüsselwörter

Althochdeutsch, Verschriftung, Graphematik, Phonologie, Hildebrandslied, Otfrid von Weißenburg, Schreibvarianten, Lateinisches Alphabet, Dialekt, Sprachwandel, Klosterkultur, Schriftlichkeit, Mittelhochdeutsch, Sprachgeschichte, Graphem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Problematik der Verschriftung des Althochdeutschen im frühen Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die soziokulturellen Bedingungen der Schriftkultur, die graphematische Adaption des lateinischen Alphabets und die Analyse konkreter Schreibvarianten in mittelalterlichen Quellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, die Schwierigkeiten und Strategien bei der Entwicklung einer althochdeutschen Schriftsprache anhand von historischen Textbeispielen darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse historischer Texte durchgeführt, wobei tabellarische Vergleiche zwischen Lautwerten und Graphemvarianten genutzt werden, um dialektale Einflüsse aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der phonologischen Grundlagen, eine Fallstudie zu Otfrid von Weißenburg und eine detaillierte Auswertung der Schreibvarianten im Hildebrandslied.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Althochdeutsch, Verschriftung, Graphematik, Schreibvarianten und Sprachgeschichte.

Welche Rolle spielte Otfrid von Weißenburg für die Verschriftung?

Otfrid gilt als einer der ersten Autoren, der die Problematik der Übertragung der Volkssprache in ein Schriftsystem reflektierte und diese Herausforderungen in seinem Werk explizit thematisierte.

Warum weist das Hildebrandslied so viele unterschiedliche Schreibweisen auf?

Die Varianz ist auf eine mehrstufige Überlieferungsgeschichte zurückzuführen, die Elemente aus verschiedenen Dialekten wie dem Niederdeutschen, Bairischen und Angelsächsischen in einem fuldischen Kontext vereint.

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Résumé des informations

Titre
Die Problematik der Verschriftung des Althochdeutschen
Université
Johannes Gutenberg University Mainz
Note
3
Auteur
Melissa Gass (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
20
N° de catalogue
V133936
ISBN (ebook)
9783640405213
ISBN (Livre)
9783640405503
Langue
allemand
mots-clé
Problematik Verschriftung Althochdeutschen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Melissa Gass (Auteur), 2008, Die Problematik der Verschriftung des Althochdeutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133936
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Extrait de  20  pages
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