Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema „Einsatzmöglichkeiten der Deckungsbeitragsrechnung in der öffentlichen Verwaltung – eine Analyse der Erscheinungsformen und Voraussetzungen“. Sie gibt einen Überblick über die Deckungsbeitragsrechnung als betriebswirtschaftliche Methode einer effizienteren Kostenrechnung und setzt sich mit deren Einsatzmöglichkeiten sowie Vor- und Nachteilen kritisch auseinander. Um dabei den Praxisbezug zu bewahren, werden diverse Beispiele aus der öffentlichen Verwaltung angeführt.
Kapitel zwei legt dazu die Grundlagen, indem die Aufgaben, Systeme und der Umfang der Kostenrechnung einführend betrachtet werden. Kapitel zwei setzt sich ebenso mit der bisher üblichen Vollkostenrechnung und deren Limitationen in der Kommunalverwaltung auseinander. Aus diesen Limitationen heraus werden in Kapitel drei die verschiedenen Erscheinungsformen und Voraussetzungen der Deckungsbeitragsrechnung - als modifizierte Kostenrechnung - eingeführt und kritisch beleuchtet. Abschließend werden die Einsatzmöglichkeiten der Deckungsbeitragsrechnung in der öffentlichen Verwaltung analysiert.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte und einem Ausblick in Kapitel vier.
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Inhaltsverzeichnis
1. PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER ARBEIT
2. GRUNDLAGEN ZUR DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG
2.1 KOSTENRECHNUNG
2.2 KRITIK DER VOLLKOSTENRECHNUNG
3. ERSCHEINUNGSFORMEN, VORAUSSETZUNGEN UND EINSATZMÖGLICHKEITEN DER DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG
3.1 EINSTUFIGE DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG (DIRECT COSTING)
3.1.1 BEGRIFF UND VORAUSSETZUNGEN
3.1.2 Einsatzmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung
3.1.3 Kritik
3.1.4 Weiterentwicklung
3.2 MEHRSTUFIGE DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG (MEHRSTUFIGE FIXKOSTENDECKUNGSRECHNUNG)
3.2.1 Begriff und Voraussetzungen
3.2.2 Einsatzmöglichkeiten
3.2.3 Kritik
3.3 DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG MIT RELATIVEN EINZELKOSTEN
3.3.1 Begriff und Voraussetzungen
3.3.2 Einsatzmöglichkeiten
3.3.3 Kritik
3.4 EINSATZMÖGLICHKEITEN DER DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG
3.4.1 Einrichtungen mit eigenen Erlösen
3.4.2 Optimale Produktionsprogrammplanung
3.4.3 Preisuntergrenzenbestimmung
3.4.4 Kalkulation von Zusatzaufträgen
3.4.5 Grundlage für Make-or-Buy-Entscheidungen
3.4.6 Gewinnschwellen-Analyse (Break-Even-Analyse)
4. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz der Deckungsbeitragsrechnung als betriebswirtschaftliches Instrument zur Steuerung in der öffentlichen Verwaltung. Angesichts angespannter Finanzhaushalte ist das Ziel der Forschungsarbeit, die Limitationen der traditionellen Vollkostenrechnung aufzuzeigen und die Eignung verschiedener Formen der Deckungsbeitragsrechnung für die Entscheidungsfindung in kommunalen Verwaltungen kritisch zu analysieren.
- Kritische Analyse der Vollkostenrechnung in der öffentlichen Verwaltung
- Einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing)
- Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Fixkostendeckungsrechnung)
- Deckungsbeitragsrechnung mit relativen Einzelkosten
- Praxisnahe Anwendungsgebiete (z.B. Make-or-Buy, Preisbildung, Break-Even-Analyse)
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Begriff und Voraussetzungen
Deckungsbeitrag19 ist der Anteil der Produktgebühren / -erlöse / -umsätze, der nach Abzug variabler Kostenbestandteile zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt. In erster Linie müssen die mit dem Produkt selbst verursachten variablen Kosten gedeckt werden.
Die einstufige Deckungsbeitragsrechnung ist ein in den USA entwickeltes Kostenrechnungssystem, das auch als Direct Costing bezeichnet wird. „Es trennt die fixen und variablen Kosten, um den wesensmäßigen Unterschied der beiden Kostengattungen berücksichtigen zu können und damit die Gefahr von Fehlentscheidungen zu vermeiden, welche die Proportionalisierung von fixen Kosten mit sich bringt.“20 Den Kostenträgern werden die variablen Kosten zugerechnet. Der Ausdruck Direct heißt, dass den Kostenträgern nur solche Kosten zugeordnet werden, die direkt mit der Beschäftigung variieren. Der verbleibende, nicht weiter differenzierte Fixkostenblock wird Deckungsbedarf genannt und muss aus dem Überschuss der Erlöse über die variablen Kosten gedeckt werden. Dieser Deckungsbeitrag lässt sich mit Hilfe der folgenden Formel in einer Rechenstufe ermitteln:
(Stück-) Deckungsbeitrag = Erlös (pro Stück) – Variable Kosten (pro Stück)
Kostendeckung ist demnach erreicht, wenn der Gesamtdeckungsbeitrag mindestens genauso hoch ist wie der Fixkostenblock. Die Deckungsbeitragsrechnung kann demzufolge als eine Teilkostenrechnung betrachtet werden, die um eine Erlösbetrachtung erweitert wird, da „die Erlöse der Kommune zur Refinanzierung in kostenrechnenden Einrichtungen mit der Höhe der Beiträge und Gebühren bestimmt“21 werden. Beiträge22 werden i.d.R. einmalig erhoben, wohingegen Gebühren23 regelmäßig erhoben werden und damit die Kosten der laufenden Leistungserstellung in jedem einzelnen Jahr gedeckt werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER ARBEIT: Einführung in die Finanzlage der Kommunen und die Notwendigkeit moderner Kostenrechnungssysteme als Instrument der Verwaltungssteuerung.
2. GRUNDLAGEN ZUR DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG: Definition der Kostenrechnung und kritische Beleuchtung der Vollkostenrechnung sowie deren Grenzen bei kurzfristigen Entscheidungen.
3. ERSCHEINUNGSFORMEN, VORAUSSETZUNGEN UND EINSATZMÖGLICHKEITEN DER DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG: Detaillierte Darstellung der Teilkostenrechnungssysteme und deren praktische Anwendung in kommunalen Einrichtungen.
4. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Resümee über die Eignung der untersuchten Instrumente und Notwendigkeit einer flächendeckenden Reform im kommunalen Rechnungswesen.
Schlüsselwörter
Deckungsbeitragsrechnung, Kostenrechnung, Öffentliche Verwaltung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Fixkosten, Variable Kosten, Wirtschaftlichkeit, Verwaltungsmodernisierung, Preisbildung, Break-Even-Analyse, Gemeinkosten, Kostenmanagement, Kostenzurechnung, Entscheidungsgrundlage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung betriebswirtschaftlicher Instrumente, speziell der Deckungsbeitragsrechnung, zur Optimierung von Kostenentscheidungen in der öffentlichen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kritik der Vollkostenrechnung, der Vergleich verschiedener Deckungsbeitragsrechnungen (einstufig, mehrstufig, mit relativen Einzelkosten) und deren Nutzen für kommunale Aufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine verursachungsgerechte Kostenrechnung Fehlentscheidungen vermieden und die Wirtschaftlichkeit kommunaler Einrichtungen gesteigert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse gepaart mit praxisnahen, fiktiven Fallbeispielen, um die theoretischen Modelle der Deckungsbeitragsrechnung auf den Kontext der öffentlichen Verwaltung zu übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Erscheinungsformen der Deckungsbeitragsrechnung sowie ihre Einsatzmöglichkeiten, wie etwa Preisuntergrenzenbestimmung oder Investitionsentscheidungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Deckungsbeitragsrechnung, kommunale Finanzkrise, Kostenmanagement, Wirtschaftlichkeit und Verwaltungsmodernisierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Deckungsbeitragsrechnung von der Vollkostenrechnung laut Autorin?
Die Vollkostenrechnung verteilt alle Kosten pauschal, was zu Fehlentscheidungen führt, während die Deckungsbeitragsrechnung durch die Trennung in variable und fixe Kosten eine verursachungsgerechte Entscheidungsgrundlage schafft.
Warum wird im Beispiel des Museums die Vollkostenrechnung kritisiert?
Die Vollkostenrechnung würde suggerieren, alle Bereiche außer der Sauna zu schließen, während die Deckungsbeitragsrechnung zeigt, dass diese Bereiche zur Fixkostendeckung beitragen und eine Schließung ökonomisch unsinnig wäre.
- Quote paper
- Diplom Kauffrau (FH) Katharina Schlosser (Author), 2006, Einsatzmöglichkeiten der Deckungsbeitragsrechnung in der öffentlichen Verwaltung - eine Analyse der Erscheinungsformen und Voraussetzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133949