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Der erhabene Tod in Schillers ästhetischer Theorie und seine Exemplifizierung in "Kabale und Liebe"

Titre: Der erhabene Tod in Schillers ästhetischer Theorie und seine Exemplifizierung in "Kabale und Liebe"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 16 Pages , Note: 3,0

Autor:in: Christoph Höbel (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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„Bis dass der Tod euch scheidet“ – mit diesem Spruch wird der Bund der Ehe vor dem Traualtar besiegelt. Doch was ist der Tod überhaupt? Scheidet er wirklich einen ewigen Bund? Oder ist er schlichtweg das physische Ende eines Organismus?
Weiterhin stellt sich die Frage, ob es überhaupt möglich ist, dem Tod ein wertendes Adjektiv voranzustellen – im Falle dieser Arbeit: „erhaben“. Aufgrund dieser Fragestellungen versuche ich in einem ersten Schritt den Begriff des erhabenen Todes zu klären. Nach der Auffassung Schillers, dass „die Tragödie [...] einen poetischen Zweck [hat], d.i. sie stellt eine Handlung dar, um zu rühren und durch Rührung zu ergötzen“ , ist der erhabene Tod ein Mittel, um diesen Zweck zu erfüllen.
Diese Überlegungen stützen sich auf drei Schriften Schillers zur dramatischen Theorie: „Über das Erhabene“, „Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen“ und „Über die tragische Kunst“.
Da die „Nachahmung einer Handlung, welche uns Menschen im Zustand des Leidens zeigt“ , die Tragödie, den erhabenen Tod ganz besonders bildhaft vorstellbar machen kann, versucht diese Arbeit in einem nächsten Schritt die theoretischen Ideen Schillers in Hinblick auf ihre Verwirklichung in seinem dramatischen Werk zu beleuchten, wobei hier auf den erhabenen Tod speziell eingegangen wird. Die Auswahl des Stückes „Kabale und Liebe“ erklärt sich daraus, dass es in Hinblick auf den Tod in einem Drama Schillers nicht das typische Beispiel ist. „Maria Stuart“ ist – wenn man den dramatischen Tod bedenkt – das Paradebeispiel hierfür und genau aus diesem Grund schon intensiv in dieser Hinsicht bearbeitet. Weiterhin sind im Falle der Tragödie „Kabale und Liebe“ Luise Miller und Ferdinand von Walther die Personen, die daraufhin zu untersuchen wären, inwieweit auch Charaktere „niederen“ Standes – am Beispiel von Luise – in der Tragödie einen erhabenen Tod sterben können.
Im theoretischen Teil dieser Arbeit liegt ein weiteres Augenmerk auf dem persönlichen Hintergrund Schillers, der zu der Zeit, als er sich mit Kant befasste und seine philosophischen Schriften verfasste bereits, krank war. Aus diesem Grund ist es von Interesse, wenn man sich den Tod bei Schiller betrachtet, seine Krankengeschichte im Auge zu behalten; somit kann man einen erweiterten Blick auf dieses Thema bei Schiller werfen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER ERHABENE TOD

2.1. DAS ERHABENE

2.2. DER TOD

2.2.1. Bedeutung

2.2.2. Verwendung

2.2.3. Biographisches

2.3. DER ERHABENE TOD

3. DER ERHABENE TOD IN „KABALE UND LIEBE“

3.1. LUISE

3.2. FERDINAND

4. SCHLUSS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff des „erhabenen Todes“ innerhalb der Dramentheorie von Friedrich Schiller und analysiert dessen konkrete Umsetzung und Funktion anhand des bürgerlichen Trauerspiels „Kabale und Liebe“, um aufzuzeigen, wie durch Tugend und moralische Selbstständigkeit ein erhabenes Sterben auf der Bühne realisiert wird.

  • Die theoretische Herleitung des Erhabenen und des Todes bei Schiller.
  • Die Verknüpfung von Mitleid, Rührung und dem Tätigkeitstrieb des Zuschauers.
  • Die biographische Dimension der Krankheitsgeschichte Schillers im Kontext seiner Theorie.
  • Die Analyse der Charaktere Luise und Ferdinand hinsichtlich ihrer Erhabenheit im Tode.

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Erhabene

Um zu einem Begriff des erhabenen Todes in Schillers Dramentheorie zu gelangen, muss man sich in einem ersten Schritt über die Verwendung des Begriffes des Erhabenen bei Schiller klar werden.

Für Schiller wird der „Zweck der Natur mit dem Menschen[,] seine Glückseligkeit“, durch das „freie Vergnügen“, bei dem „die geistigen Kräfte, Vernunft und Einbildungskraft, tätig sind“, erreicht. Die Quellen dieses Vergnügens lassen sich in die Klassen „Gut, Wahr, Vollkommen, Schön, Rührend, Erhaben“ einteilen. Laut Schiller ist „Vergnügen [...] frei, wenn wir uns die Zweckmäßigkeit vorstellen und die angenehme Empfindung die Vorstellung begleitet“, das heißt, wir erfahren Vergnügen, wenn der Verstand durch eine bestimmte Quelle zur Tätigkeit angeregt wird. „Das Rührende und Erhabene [beschäftigt] die Vernunft mit der Einbildungskraft“, wodurch eine besondere Art von Freiheit erreicht wird, nämlich diese, dass wir „denken können, was die Sinne nicht mehr erfassen und der Verstand nicht mehr begreift“.

Durch diese Freiheit kommt der Mensch zu einem Gefühl des Erhabenen, welches „einerseits aus dem Gefühl unsrer Ohnmacht und Begrenzung, einen Gegenstand zu umfassen, anderseits aber aus dem Gefühl unsrer Übermacht, welche vor keinen Grenzen erschrickt und dasjenige geistig unterwirft, dem unsre sinnlichen Kräfte unterliegen“, besteht. Zwei Aspekte sind damit die Bestandteile des Erhabenen, nämlich ein „Wehsein, das sich in seinem höchsten Grad als ein Schauer äußert“ und ein „Frohsein, das bis zum Entzücken steigen kann“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob und wie der Tod in der Tragödie als „erhaben“ charakterisiert werden kann und begründet die Wahl des Dramas „Kabale und Liebe“.

2. DER ERHABENE TOD: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen des Erhabenen bei Schiller, analysiert die Bedeutung und Verwendung des Todes in seiner Dramentheorie und beleuchtet biographische Hintergründe.

2.1. DAS ERHABENE: Hier wird der theoretische Rahmen des Erhabenen als ein Zusammenspiel von Vernunft und Einbildungskraft sowie die Wirkung auf den Menschen beschrieben.

2.2. DER TOD: Die Untersuchung der Bedeutung des Todes als Einschnitt im Leben und dessen spezifische Verwendung als theatrales Mittel zur Erzeugung von Mitleid.

2.2.1. Bedeutung: Analyse der Todesauffassung bei Schiller, die sich durch den Kontrast von menschlicher Willensfreiheit und physischer Endlichkeit auszeichnet.

2.2.2. Verwendung: Erläuterung der fünf Anforderungen Schillers für den Einsatz des Todes auf der Bühne, um beim Zuschauer ein Gefühl des Vergnügens durch Rührung zu erreichen.

2.2.3. Biographisches: Darstellung der Einflüsse von Schillers eigener schwerer Krankheit und seiner Auseinandersetzung mit Kant auf seine philosophischen Schriften zum Tod.

2.3. DER ERHABENE TOD: Synthese der vorangegangenen Überlegungen zu einer Definition des erhabenen Todes als Überwindung der sinnlichen Schranken durch moralische Kraft.

3. DER ERHABENE TOD IN „KABALE UND LIEBE“: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das dramatische Werk Schillers.

3.1. LUISE: Untersuchung der Figur Luise Miller, die durch ihre Tugendhaftigkeit, ihre Entscheidung zur Selbstaufgabe und ihre moralische Stärke einen erhabenen Tod findet.

3.2. FERDINAND: Analyse von Ferdinand von Walter, dessen Erhabenheit sich insbesondere durch die Wahrung seiner Ehre und die Vergebung gegenüber seinem Vater im Sterbeprozess manifestiert.

4. SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung, die bestätigt, dass Schiller mit den Charakteren Luise und Ferdinand die theoretischen Anforderungen an einen erhabenen Tod erfolgreich umgesetzt hat.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Kabale und Liebe, Erhabenes, Tragödie, Dramentheorie, Tod, Luise Miller, Ferdinand von Walther, Moral, Tugend, Rührung, Mitleid, Selbstaufgabe, Ästhetik, Menschheitsbegriff

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept des „erhabenen Todes“ in Friedrich Schillers Dramentheorie und analysiert, wie dieses theoretische Ideal in seinem Drama „Kabale und Liebe“ durch die Hauptfiguren praktisch verwirklicht wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Schillers ästhetische Schriften über das Erhabene, die dramaturgische Funktion des Todes in der Tragödie sowie die moralische Charakterbildung der Figuren unter extremem Druck.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen Schiller einen Tod auf der Bühne als erhaben einstuft und wie er diesen zur Erzeugung von Rührung und Bewunderung beim Zuschauer einsetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Schillers dramatentheoretische Schriften mit einer textnahen Untersuchung seines Dramas „Kabale und Liebe“ verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Erhabenen und des Todes sowie in eine spezifische Analyse der Sterbeprozesse von Luise Miller und Ferdinand von Walter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schillers Erhabenheitsbegriff, die moralische Selbstständigkeit der Helden, der Einfluss von Krankheit auf Schillers Werk und die Funktion des Mitleids im Theater.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Luise von der von Ferdinand?

Luise zeigt ihre Erhabenheit primär durch die konsequente Wahrung ihrer moralischen Integrität und Tugend trotz Unterdrückung, während Ferdinand seine Erhabenheit vor allem durch den Akt der Vergebung gegenüber seinem Vater in seinen letzten Momenten unterstreicht.

Warum spielt die Krankheit des Autors eine Rolle für diese Analyse?

Schillers persönliche Erfahrungen mit schwerer Krankheit beeinflussten seine philosophische Auseinandersetzung mit der Endlichkeit und seine Suche nach einer Art „Seelentrost“, was sich in seiner Dramentheorie widerspiegelt.

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Résumé des informations

Titre
Der erhabene Tod in Schillers ästhetischer Theorie und seine Exemplifizierung in "Kabale und Liebe"
Université
University of Trier  (Fachbereich I Philosophie)
Cours
Proseminar: Schiller: Kleinere Schriften zum Erhabenen und zur Kunst
Note
3,0
Auteur
Christoph Höbel (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
16
N° de catalogue
V133951
ISBN (ebook)
9783640404810
ISBN (Livre)
9783640404537
Langue
allemand
mots-clé
Schiller Kabale und Liebe Ästhetische Schriften Tod das Erhabene Kant
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Höbel (Auteur), 2004, Der erhabene Tod in Schillers ästhetischer Theorie und seine Exemplifizierung in "Kabale und Liebe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133951
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Extrait de  16  pages
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