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Die Internationale Arbeitsorganisation und ihre Arbeitsstandards

Ein Erklärungsansatz für unterschiedliche Wirkweisen internationaler Arbeitsstandards nach der Ratifizierung auf die Achtung nationaler Arbeitsrechte

Titre: Die Internationale Arbeitsorganisation und ihre Arbeitsstandards

Dossier / Travail de Séminaire , 2022 , 28 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Politique - Autres sujets de politique internationale
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Arbeitsbedingungen weltweit verbessern, schreibt nicht nur die Bundesregierung vor, sondern es gilt auch als oberstes Ziel der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, kurz ILO). 2019 konnte diese ihr 100-jähriges Bestehen feiern und seitdem wurden in ihren Mitgliedstaaten insgesamt Tausende von internationalen Arbeitsstandards ratifiziert.

Dabei sollte man meinen, dass die Arbeitsbedingungen in einem Land besonders gut sind, wenn dieses Land viele internationale Arbeitsstandards in nationales Recht umsetzt. Dass dies nicht zwangsläufig so ist, wird mit dieser Arbeit gezeigt. Daher beschäftigt sich die Arbeit mit der Diskrepanz zwischen der Ratifizierung von Arbeitsstandards und der Einhaltung von Arbeitsrechten in der Praxis.

Auffällig ist dabei, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern zu geben scheint. Während einige Länder viele Standards ratifizieren, sind es in anderen deutlich weniger. Dazu kommt weiterhin, dass die Rechte in der Praxis sehr unterschiedlich geachtet werden. Um diese Unterschiede zu erklären, beschäftigt sich die Arbeit konkret mit folgender Fragestellung: Warum werden die internationalen Arbeitsstandards in einigen Staaten weniger geachtet als in anderen, obwohl mehr Standards ratifiziert wurden?

Zur Beantwortung der Frage wird zunächst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Forschungsliteratur vorgenommen, bevor daraus ein theoretischer Zusammenhang zwischen dem Demokratiegrad und der Anzahl an Ratifizierungen sowie der Achtung der Arbeitsrechte hergeleitet wird.

Dazu werden in der Theorie kurz die Grundprinzipien der ILO vorgestellt, um ein Grundverständnis für die Ratifizierungen zu schaffen. Im Anschluss daran beschäftigen sich die weiteren Kapitel mit den Motiven für die Aushöhlung von Arbeitsstandards nach der Ratifizierung und einem möglichen Grund dafür, warum Arbeitsstandards in einigen Staaten umgesetzt werden, in anderen jedoch nicht. Dabei spielt der bereits kurz erwähnte Demokratiegrad eine bedeutende Rolle.

Dieser theoretische Zusammenhang, zwischen dem Demokratiegrad und der Ratifizierung und Achtung der Arbeitsstandards, wird in der empirischen Analyse in einem Drei-Schritt (Anzahl der Ratifizierungen, Analyse des Demokratiegrades und der Achtung der Rechte in der Praxis) überprüft. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung und Diskussion der Forschungsergebnisse, bevor ein Fazit die Arbeit abrundet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungstand

3. Theorie

3.1 Grundprinzipien der ILO

3.2 Motive der Aushöhlung internationaler Arbeitsstandards nach d. Ratifizierung

3.3 Der Demokratiegrad als mögliche Erklärung unterschiedlicher Wirkungen der ILO- Standards

4. Forschungsdesign

4.1 Methodik

4.2 Operationalisierung

4.2.1 Anzahl ratifizierter ILO - Standards

4.2.2 Demokratiegrad

4.2.3 Einhaltung der Arbeitsrechte

5. Empirische Analyse

5.1 Analyse der Anzahl ratifizierter ILO - Standards

5.2 Analyse des Demokratiegrades

5.3 Analyse der Einhaltung von Arbeitsrechten in der Praxis

5.4 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der Ratifizierung internationaler Arbeitsstandards durch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und deren tatsächlicher Einhaltung in der nationalen Praxis, um zu erklären, warum Arbeitsrechte in einigen Staaten trotz hoher Ratifizierungsraten weniger geachtet werden als in anderen.

  • Analyse des Einflusses des Demokratiegrades auf die Ratifizierung und Einhaltung von Arbeitsnormen.
  • Untersuchung der Motive für das "Aushöhlen" von Arbeitsstandards in autokratischen Regimen.
  • Durchführung einer quantitativen Untersuchung anhand postsowjetischer Staaten in Asien.
  • Vergleich der Ratifizierungszahlen mit dem Global Rights Index zur Messung von Arbeitsrechtsverletzungen.
  • Diskussion über die Funktion der Ratifizierung als mögliches politisches Machtsicherungsinstrument.

Auszug aus dem Buch

3.2 Motive der Aushöhlung internationaler Arbeitsstandards nach der Ratifizierung

In den vorherigen Kapiteln ist bereits deutlich geworden, dass einige Staaten internationale Arbeitsstandards ratifizieren, die Umsetzung in der Praxis dann aber scheitert. Aus Sicht der bisherigen Forschung gibt es dafür im Wesentlichen zwei Gründe: 1. Die Kombination von Kostennachteilen und symbolischen Gewinnen bei der Ratifizierung 2. Die fehlende Durchsetzungskraft der ILO Beide Aspekte werden im Folgenden näher betrachtet.

Für den ersten Grund werden zunächst die Kostennachteile der Ratifizierung herangezogen. Deutschbein benennt die Kosten der Einhaltung grundlegender Arbeitsstandards als ökonomische Variablen. Konkret stelle sich die Frage, wie sich Produktionskosten und Exportvolumina durch die Beachtung der Kernarbeitsnormen in der Praxis verändern würden (Deutschbein 2006, S. 56). Daher könnte ein Grund gegen die Einhaltung der Arbeitsstandards sein, dass der komparative Kostenvorteil eines Staates reduziert wird und sich mit jeder Verteuerung des Faktors Arbeit die Absatzchancen auf dem Weltmarkt reduzieren (Deutschbein 2006, S. 56).

Die Höhe der Kosten spielt bei der Nichteinhaltung also durchaus eine Rolle. Wenn die Kosten allerdings zu hoch sind, dann könnten Staaten die freiwillige Ratifizierung von internationalen Arbeitsstandards aber auch einfach bleiben lassen. An dieser Stelle stellt sich die Frage, warum Staaten internationale Arbeitsstandards dennoch ratifizieren. Dazu ist es sinnvoll zu betrachten, welchen Vorteil sich Staaten von der Ratifizierung der Standards versprechen. Ein wichtiger Anreiz könnte dabei sein, dass die Staaten ein sichtbares Zeichen zur Unterstützung internationaler Normen setzen (vgl. Peksen und Blanton 2017, S. 77). Die Ratifizierung von ILO- Übereinkommen kann daher dazu dienen, ihr Engagement für den Arbeitsschutz öffentlich zu signalisieren (vgl. ebd., S. 79) und damit die Forderungen zur Stärkung der Arbeitsrechte im Land auszugleichen (vgl. ebd.: S. 91). Konkret lasse sich durch Trittbrettfahren (ratifizieren der Standards) ggf. ein höherer Nutzen erzielen als durch die Einhaltung der Regeln (Deutschbein 2006, S. 54). Staaten erhalten durch die Unterzeichnung und Verabschiedung von ILO-Übereinkommen also Legitimationsgewinne, ohne tatsächliches Engagement für die Arbeitnehmerrechte in der Praxis zu leisten (vgl. Peksen und Blanton 2017, S. 79).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Diskrepanz zwischen der Ratifikation von ILO-Arbeitsstandards und deren tatsächlicher Umsetzung, woraus die Forschungsfrage nach den Gründen ungleicher Achtung von Arbeitsrechten abgeleitet wird.

2. Forschungstand: Es wird ein Überblick über die heterogene Forschungslage gegeben, die sowohl positive Effekte als auch negative Auswirkungen bzw. eine bloße Fassadenpolitik bei der Ratifizierung von Arbeitsnormen beschreibt.

3. Theorie: Das Kapitel definiert ILO-Grundprinzipien sowie Kernarbeitsnormen und diskutiert Motive, warum Staaten Standards ratifizieren, ohne sie umzusetzen, wobei der Demokratiegrad als zentrale Erklärungsvariable eingeführt wird.

4. Forschungsdesign: Hier wird das quantitative Forschungsdesign dargelegt, welches acht postsowjetische Staaten Asiens mit unterschiedlichen Demokratiegraden als Fallstudie verwendet.

5. Empirische Analyse: In drei Schritten werden die Ratifizierungsraten, der Demokratiegrad und die Achtung von Arbeitsrechten untersucht, um die aufgestellte Hypothese zu verifizieren.

6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass undemokratische Länder Arbeitsrechte empirisch messbar stärker verletzen und die Ratifizierung teilweise als Deckmantel zur Machtsicherung nutzen.

Schlüsselwörter

Internationale Arbeitsorganisation, ILO, Arbeitsstandards, Ratifizierung, Demokratiegrad, Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Arbeitsrechtsverletzungen, Autokratien, Machtsicherung, Global Rights Index, postsowjetische Staaten, Kernarbeitsnormen, politische Transformation, Transformationindex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen, warum viele Staaten zwar eine Vielzahl internationaler Arbeitsstandards der ILO ratifizieren, diese aber in der praktischen Umsetzung oft kaum respektieren oder sogar ignorieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Zusammenhangs zwischen demokratischen Strukturen, dem politischen System eines Staates (Demokratie vs. Autokratie) und der tatsächlichen Einhaltung von Arbeitnehmerrechten.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, weshalb Arbeitsstandards in manchen Staaten weniger geachtet werden als in anderen, obwohl sie formal ratifiziert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird ein quantitatives Forschungsdesign eingesetzt, welches acht postsowjetische Staaten in Asien vergleichend betrachtet und Indikatoren wie den BTI-Transformationsindex sowie den Global Rights Index nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Problematik sowie eine dreistufige empirische Analyse, in der Ratifizierungsraten, Demokratiewerte und Daten zu Arbeitsrechtsverletzungen ausgewertet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere ILO-Kernarbeitsnormen, Machtsicherung in Autokratien, symbolische Ratifizierung und der Zusammenhang zwischen politischer Freiheit und Arbeitsrechten.

Warum fungiert die Ratifizierung laut der Analyse oft nur als Fassade?

Die Ratifizierung dient in vielen Fällen als kostengünstiges politisches Signal an die internationale Gemeinschaft, um ein demokratisches Engagement vorzutäuschen, ohne dass das Regime tatsächliche Reformen im Bereich der Arbeitsrechte durchsetzen muss.

Welche Rolle spielt die Durchsetzungskraft der ILO in dem Prozess?

Die Arbeit stellt fest, dass die ILO über kaum wirksame Sanktionsmöglichkeiten verfügt, was es autokratischen Regimen ermöglicht, Verstöße gegen ratifizierte Standards ohne institutionelle Konsequenzen zu begehen.

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Résumé des informations

Titre
Die Internationale Arbeitsorganisation und ihre Arbeitsstandards
Sous-titre
Ein Erklärungsansatz für unterschiedliche Wirkweisen internationaler Arbeitsstandards nach der Ratifizierung auf die Achtung nationaler Arbeitsrechte
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
28
N° de catalogue
V1339622
ISBN (PDF)
9783346838612
ISBN (Livre)
9783346838629
Langue
allemand
mots-clé
internationale arbeitsorganisation arbeitsstandards erklärungsansatz wirkweisen ratifizierung achtung arbeitsrechte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2022, Die Internationale Arbeitsorganisation und ihre Arbeitsstandards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1339622
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Extrait de  28  pages
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