Kritischer Vergleich von True sale und synthetischen Transaktionen des Risikotransfers


Seminararbeit, 2008

18 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kreditrisikotransfer – Funktionsweise und Motive

3. Methoden des Kreditrisikotransfers

4. Allgemeine Bewertung beider Methoden

5. Der Transfer von Einzeladressen und Pools im Vergleich

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Darstellung eines Credit Default Swaps

Abbildung 2: Die Grundstruktur einer synthetischen Verbriefung

Abbildung 3: Darstellung einer Multi-Seller-Struktur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Sicht der Banken auf die mit der Kreditvergabe verbundenen Risiken hat sich grundlegend verändert. Heute steht statt dem Ziel der Risikovermeidung das der aktiven Risikosteuerung im Vordergrund.

Es haben sich zwei Methoden zum Adressrisikotransfer entwickelt: der True sale und die synthetische Transaktion.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden beide Methoden und ihre Charakteristika vorgestellt sowie eine Abwägung von Vor- und Nachteilen aus dem Blickwinkel einer regionalen Sparkasse vorgenommen.

2. Kreditrisikotransfer – Funktionsweise und Motive

Typischerweise hält eine Bank Forderungen aus Krediten bis zum Ende der Laufzeit in ihren Büchern. Die Bank kann sich mit Hilfe des Kreditrisikotransfers von noch ausstehenden Forderungen trennen oder sich gegen deren Adressrisiken1 absichern.

Die Gründe aus denen sich Banken der Instrumente des Kreditrisikotransfers bedienen, lassen sich in zwei Kategorien zusammenfassen2:

Risikomanagement von Adressenrisiken:

Mit der Vergabe von Krediten übernimmt eine Bank Adressrisiken und geht grundsätzlich das Risiko der eigenen Insolvenz ein. „Kreditportfolios einer Bank sind nahezu zwangsläufig schlecht diversifiziert (...)“3, da sie sich aus abgeschlossenen Kreditgeschäften ergeben und anders als ein Portfolio von Wertpapieren nicht aktiv nach Risikokriterien zusammengestellt werden.

Die Anzahl der vergebenen Kredite, das jeweilige Volumen, eine regionale oder branchenspezifische Ausrichtung, die Spezialisierung auf Kreditnehmergruppen und eine eventuelle Hausbankstellung können zu Klumpenrisiken4 im Portfolio führen. Durch einen Risikotransfer wollen die Banken ihr Portfolio diversifizieren5, wodurch auch ein besseres Rating der Bank und damit eine günstigere Refinanzierung ermöglicht wird. Kreditrisikotransferinstrumente bieten die Möglichkeit einer Diversifizierung ohne Einschränkung des Primär-geschäfts der Kreditvergabe. Weiterhin können die Transaktionen der Ausrichtung einer Bank auf einen bestimmten Bankentyp oder auf spezifische rentable Kernbereiche dienen6.

Eigenkapitalmanagement:

Die Bankenaufsicht hat mit dem Regelwerk Basel II7 Mindesteigenkapital-vorschriften zur ex ante-Steuerung der Risikoallokation der Banken verfasst. Übernommene Kreditrisiken müssen danach mit einem Mindestmaß an Eigenkapital unterlegt sein. Nach dem Standardansatz8 werden die Kredite abhängig von einem externen Rating in verschiedene Risikoklassen unterteilt, für die unterschiedliche Anrechnungssätze gelten. So sind Kreditportfolien mit gleichem Volumen aber unterschiedlichen Schuldnerbonitäten mit unterschiedlich viel Eigenkapital zu unterlegen. Der Transfer von Kreditrisiken kann die bankenaufsichtsrechtlichen und ökonomischen Eigenkapitalanforderungen der Bank mindern. Das Vorhalten von Eigenkapital geht aus Bankensicht zu Lasten der Eigenmittelverzinsung. Durch den Kreditrisikohandel eröffnet sich die Bank Handlungsspielraum für neue Geschäfte im Primär- und Sekundärmarkt.9

3. Methoden des Kreditrisikotransfers

Um Kreditrisiken zu transferieren stehen zwei Methoden zu Verfügung: der True sale und die synthetische Transaktion.

Das entscheidende Merkmal des True sale ist der wirtschaftlich und juristisch „echte“ Verkauf der Kreditforderung. Bei einer synthetischen Transaktion wird stattdessen das verbundene Adressausfallrisiko mit Hilfe eines Kreditderivats vom Risikoverkäufer auf den Risikokäufer transferiert.10 Das Kreditderivat löst das Kreditrisiko vom Kredit, der bei der Bank verbleibt, und ermöglicht so einen separaten Handel.11 Es handelt sich aus Sicht der Bank um eine Versicherung gegen Kreditereignisse.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Darstellung eines Credit Default Swaps (Quelle: Burghof/Henke/Rudolph 2005, S.57)

Das am häufigsten verwendete Kreditderivat ist der Credit Default Swap13 (CDS): Der Risikokäufer zahlt bei Eintritt eines Kreditereignisses eine Ausgleichszahlung an den Risikoverkäufer, der als Gegenleistung eine periodische Gebühr (meist ausgedrückt in Basispunkten per annum berechnet auf den Nominalbetrag des abzusichernden Risikos) zahlt.14

Mit beiden Methoden können sowohl Einzelforderungen einer Adresse als auch gepoolte Forderungen gehandelt werden. Mit einem Kreditderivat können zusätzlich Körbe von Forderungen transferiert werden.15

Beim True sale eines einzelnen Kredits (Loan Sale) bedarf es keines Transferinstruments. Häufig werden Konsortialanteile im Rahmen von Syndizierungen16 true sale gehandelt.

Der Transfer von Pools kann unstrukturiert oder strukturiert erfolgen.

Ein strukturierter Handel wird Verbriefung (Securitization) genannt. Im Fall eines True sales wird der Forderungspool an ein sog. Special Purpose Vehicle (SPV)verkauft, das sich durch die Emission von Wertpapieren am Kapitalmarkt refinanziert. Die Forderungen im Pool dienen den Investoren als Sicherheit. Die Wertpapiere werden in Tranchen unterschiedlicher Bonität aufgeteilt(Strukturierung).

[...]


1 Adressrisiko od. Adressausfallrisiko sind die möglichen Wertverluste, die durch den Ausfall oder durch Bonitätsverschlechterungen von Kunden entstehen können, vgl. Hartmann-Wendels/Pfingsten/Weber 1998, S.533

2 Auf das Ziel der regulatorischen Arbitrage wird im Folgenden nicht eingegangen.

3 Brockmann/Hommel 2007, S.718/12

4 „Unter Klumpenrisiko versteht man die Konzentration von gleichartigen (latenten) Risiken innerhalb eines Kreditportfolios (...)“: Schmeisser 2005, S.15

5 Nach der Portfoliotheorie kann das Portfoliorisiko nie vollständig eliminiert, aber durch korrelationsmäßig geschickte Titelauswahl massiv reduziert werden: vgl. Manz 1998, S.51

6 Flesch 2005 S. 12/606

7 Die Vorgaben von Basel II sind in die europäischen Richtlinien. In der BRD durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

8 Neben dem Standardansatz gibt es noch zwei IRB-Ansätze, die auf internen Ratings beruhen. Auf die verschiedenen Ansätze wird im Folgenden nicht weiter eingegangen.

9 Stegemann/Jamin/Niemann 2008, S.60

10 vgl. Krahnen 2005, S.501 und Flesch 2006, S.19/229

11 vgl. Flesch 2006, S.19/229

12 Risikokäufer und –verkäufer vereinbart vertraglich die Definition der Kreditereignisse; üblicherweise standardisiert durch Bezugnahme auf die Rahmenverträge der International Swaps and Derivatives Association

13 vgl. Burghof/Henke/Rudolph 2005, S.73

14 vgl. Burghof 2004, S.75, Burghof/Henke/Rudolph 2005, S.56

15 Die Unterscheidung zwischen Korb und Portfolio ist nicht trennscharf; eine geringe Anzahl von Referenzaktiva wird als Korb, eine größere als Portfolio bezeichnet. Vgl. Henke 2002, S.84

16 Syndizierung: Aufteilung eines Kredites an einen Kreditnehmer auf mehrere Kreditgeber; vgl. Rudolph/Hofmann/Schaber 2007, S.14

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Kritischer Vergleich von True sale und synthetischen Transaktionen des Risikotransfers
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Banken und Finanzierung)
Veranstaltung
Seminar: Transfer von Adressrisiken - Instrumente und neuere Entwicklungen
Note
1,0
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V133983
ISBN (eBook)
9783640416332
ISBN (Buch)
9783640413096
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritischer, Vergleich, True, Transaktionen, Risikotransfers
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Kritischer Vergleich von True sale und synthetischen Transaktionen des Risikotransfers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133983

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