Die Sicht der Banken auf die mit der Kreditvergabe verbundenen Risiken hat
sich grundlegend verändert. Heute steht statt dem Ziel der Risikovermeidung
das der aktiven Risikosteuerung im Vordergrund.
Es haben sich zwei Methoden zum Adressrisikotransfer entwickelt: der True
sale und die synthetische Transaktion.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden beide Methoden und ihre
Charakteristika vorgestellt sowie eine Abwägung von Vor- und Nachteilen aus
dem Blickwinkel einer regionalen Sparkasse vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kreditrisikotransfer – Funktionsweise und Motive
3. Methoden des Kreditrisikotransfers
4. Allgemeine Bewertung beider Methoden
5. Der Transfer von Einzeladressen und Pools im Vergleich
6. Fazit
7. Quellenverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert und vergleicht die zwei wesentlichen Methoden des Kreditrisikotransfers – den True Sale und die synthetische Transaktion – im Hinblick auf deren Eignung und Vor- und Nachteile aus der spezifischen Perspektive einer regionalen Sparkasse.
- Grundlagen der Funktionsweise und Motive des Kreditrisikotransfers
- Gegenüberstellung der technischen Umsetzung von True Sale und synthetischen Transaktionen
- Bewertung der Kosten-Nutzen-Aspekte für regional ausgerichtete Institute
- Analyse der Eignung für Einzeladressen im Vergleich zu Forderungspools
- Diskussion von Herausforderungen bei der Diversifizierung von Kreditportfolien
Auszug aus dem Buch
4. Allgemeine Bewertung beider Methoden
Im Folgenden werden die beiden Methoden und im nächsten Abschnitt die Instrumente des Kreditrisikotransfers aus Sicht einer regionalen Sparkasse beschrieben.
Ein solches Institut ist aufgrund seiner speziellen Markt- und Kundenausrichtung in besonderem Maße dem oben genannten Problem der Klumpenrisiken ausgesetzt. Das Primärgeschäft der Sparkasse ist die Kreditvergabe. Im Regelfall ist sie Hausbank für mittelständische Unternehmen aus der Region. Das Kreditportfolio besteht daher aus vielen relativ kleinvolumigen Krediten. Die besondere Schwierigkeit liegt in der großen Heterogenität der Forderungen. Die Cash-Flows sind schwer zu prognostizieren. Die Qualität der Forderungen ist wenig transparent, da mittelständische Unternehmen i.d.R. ihre Geschäftsergebnisse nicht publizieren und auch nicht von Ratingagenturen gerankt werden.
Wichtig sind für eine solche Sparkasse insbesondere die Faktoren Kosten und Komplexität der Transfermethode. Aufgrund ihrer Ausrichtung hält die Sparkasse keine Investmentabteilung mit dem dazugehörigen Fachpersonal und Know-How vor und ihr besonderes Augenmerk liegt auf der Verbesserung ihrer Refinanzierungsposition und ihrer Liquidität.
Durch den Verkauf eines Kredits mittels eines True sale kommt es zu einem rechtlichen Übergang der Forderungen. Die Forderungen werden nicht länger vom Kreditinstitut bilanziert, es findet ein Aktivtausch von Forderungen und Liquidität statt. Die Sparkasse befreit sich in diesem Fall umfassend vom Kreditrisiko und der Unsicherheit über den Zeitpunkt von Forderungseingängen. Durch den True sale befreit sich die Bank von Risikosteuerungsaktivitäten und kann sich auf ihr Kerngeschäft der Kreditvergabe konzentrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel der Banken von der Risikovermeidung zur aktiven Risikosteuerung und definiert den Vergleich von True Sale und synthetischen Transaktionen als Ziel der Arbeit.
2. Kreditrisikotransfer – Funktionsweise und Motive: Dieses Kapitel behandelt die Gründe für den Risikotransfer, insbesondere das Risikomanagement von Adressrisiken und das Eigenkapitalmanagement unter Basel II.
3. Methoden des Kreditrisikotransfers: Hier werden der True Sale als juristischer Verkauf und die synthetische Transaktion mittels Kreditderivaten, wie dem Credit Default Swap, detailliert vorgestellt.
4. Allgemeine Bewertung beider Methoden: Das Kapitel analysiert die Transfermethoden unter Berücksichtigung der speziellen Anforderungen und Restriktionen einer regionalen Sparkasse.
5. Der Transfer von Einzeladressen und Pools im Vergleich: Es wird untersucht, welche Transferformen sich für Einzelkredite versus Forderungspools eignen und welche Rolle Handelsplattformen spielen.
6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass für Sparkassen der True Sale aufgrund der Einfachheit und Liquiditätsvorteile oft vorteilhaft ist, eine abschließende Bewertung jedoch durch den dynamischen Markt schwierig bleibt.
7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Kreditrisikotransfer, True Sale, Synthetische Transaktion, Sparkasse, Adressrisiko, Verbriefung, Basel II, Kreditderivate, Eigenkapitalmanagement, Liquidität, Credit Default Swap, Klumpenrisiken, Diversifizierung, Forderungspool, Bankenaufsicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Banken, insbesondere regional ausgerichtete Sparkassen, Kreditrisiken effizient transferieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Zentrum stehen die Methoden des Risikotransfers, die bankenaufsichtlichen Anforderungen und die ökonomischen Vorteile für Kreditinstitute.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist der kritische Vergleich von True Sale und synthetischen Transaktionen, um die Eignung dieser Methoden für Sparkassen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und einen komparativen Vergleich der Instrumente vor dem Hintergrund regulatorischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile der Transfermethoden sowie die spezifischen Herausforderungen bei Einzeladressen und Forderungspools.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Kreditrisikotransfer, True Sale, synthetische Verbriefung, Eigenkapitalmanagement, Sparkassen, Basel II und Diversifizierung.
Warum ist der True Sale für Sparkassen oft attraktiver als eine synthetische Transaktion?
Der True Sale bietet eine umfassende Befreiung vom Risiko, direkte Liquiditätszuflüsse und eine Bilanzentlastung, was für Institute mit begrenzten Ressourcen vorteilhaft ist.
Welche Rolle spielen Multi-Seller-Strukturen bei der Verbriefung?
Sie ermöglichen es Banken, Forderungspools zu bündeln, um notwendige Mindestvolumina zu erreichen und Kosten durch Skaleneffekte zu senken.
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- Anonym (Author), 2008, Kritischer Vergleich von True sale und synthetischen Transaktionen des Risikotransfers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133983