Diese Hausarbeit beginnt mit dem Verständnis von Deutschrap als Wissenskultur. Anschließend werden Ursprung, Entwicklung, Distinktionsmerkmale und szeneübergreifende Auswirkungen diskutiert. Die darauf folgende Beleuchtung der Hip-Hop-Szene als Wissenskultur behandelt die Bedeutung des kollektiven Wissens, Habitus, Normen und Konventionen. Denk- und Deutungsmuster, sowie Sprache und Symbole werden mit Idealen und im Wertekanon der Subkultur betrachtet. Für die Hausarbeit wurden zwei langjährige Fans des Genres interviewt.
Inhaltsverzeichnis
3. Einleitung
3.1. Erfolgsindikator Spotify-Streams
4. Entstehung des deutschen Hip-Hops
5. Hauptteil: Theoretischer Zugang
5.1. Definition von Rap und Hip-Hop
5.2. Zielgruppe und Marktanteile im deutschen Musikgeschäft
5.3. Zweideutigkeit und Provokation
5.4. Inszenierungsformen und Identität
5.4.1. Battle-Rap
5.4.2. Neue Inszenierungsformen bedingt durch das Internet
5.5. Wissenskultur sowie gemeinsame Normen und Werte der Hip-Hop-Szene
6. Interview
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verständnis der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene, wobei insbesondere die Entwicklung der Musikkultur, die Bedeutung von Inszenierungen sowie ein gemeinsamer Wertekanon im Fokus stehen. Es wird analysiert, wie sich Rap von einem Subgenre zu einem prägenden Teil der deutschen Popmusik entwickelt hat und welche Rolle dabei soziale Identität, Provokation und die digitale Verbreitung spielen.
- Entwicklung und Historie des deutschen Hip-Hops
- Analyse der Zielgruppe und Marktmechanismen
- Die Rolle von Provokation, Zweideutigkeit und Identitätsinszenierung
- Methodische Annäherung durch Experteninterviews
- Übertragung von Werten und Wissensvermittlung in der Szene
Auszug aus dem Buch
5.1. Definition von Rap und Hip-Hop
Rap ist ein schneller, rhythmisches Sprechgesang, welcher heute der Popmusik zugeordnet werden kann. Übersetzt bedeutet es „Plauderei“. Es beschreibt die Abgrenzung zum Gesang, da es in der Regel mehr um sprechen oder das Aneinanderreihen von Worten geht, als weniger um (melodisches) singen. vgl. (Duden, 1986) Die Gesangstechnik Rap wird vorzugsweise in der Musikrichtung Hip-Hop verwendet. Die Verwendung in anderen Stilrichtungen ist jedoch nicht ausgeschlossen, so existiert bspw. deutscher Indie-Rap. Rap kann in sämtlichen Sprachen praktiziert werden, selbst wenn die Sprache in welcher gerappt wird, wie bei dem Künstler Tanzverbot, keine Sprache ist. vgl. (Weinrich, 2018) Hip-Hop ist der auf Rap basierende Musikstil, welcher den Sprechgesang i.d.R. durch elektronisch erzeugte, stark rhythmisierte und melodieärmere Musik untermalt („Beat(s)“), welche meist live von DJs abgespielt und/oder gemixt wird („DJing“). vgl. (Duden, kein Datum).
Dabei ist Hip-Hop ebenso stetig im Wandel. Heutzutage werden bei Live performten Hip-Hop Konzerten oder auch aufwendigen Albumproduktionen z.T. echte Schlagzeuge eingesetzt oder gar DJs durch komplette Bands ersetzt oder begleitet, wie bei den Künstler*innen von Seed oder OK KID. Das Tempo der Musik kann gemäßigt bezeichnet und bewegt sich i.d.R. zwischen 70 und 110 Bpm. Hip-Hop selbst beinhaltet jedoch neben der Musik und den Worten auch andere Kunstformen, wie bspw. das erwähnte DJing, MCing, Beatboxing, das Sprayen oder Breakdancen. Trotz weltweiter Kommerzialisierung der Musik zeichnet sie sich heute noch durch einen bestimmten Lebensstil, teilweise Mode, Symbolik, Sprache und gemeinsamen Normen und Werten aus, welche durch Außenstehende manchmal nicht verständlich sind.
Zusammenfassung der Kapitel
3. Einleitung: Beschreibt die Motivation der Arbeit und führt in die Thematik des „Deutschraps“ inklusive einer persönlichen erste Kontaktaufnahme ein.
4. Entstehung des deutschen Hip-Hops: Skizziert die historischen Wurzeln des Hip-Hops ausgehend von New York bis hin zur Etablierung in Deutschland seit den achtziger Jahren.
5. Hauptteil: Theoretischer Zugang: Bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit der Definition von Rap, der Szene-Kultur sowie den Formen der Inszenierung.
6. Interview: Präsentiert die qualitativen Erkenntnisse aus Gesprächen mit zwei Hip-Hop-Hörern bezüglich ihrer Sozialisation und Perspektive auf die Szene.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle von Provokation, Sprache und der Entwicklung der Hip-Hop-Szene im digitalen Zeitalter.
Schlüsselwörter
Deutschrap, Hip-Hop, Musikgeschäft, Realness, Provokation, Battle-Rap, Jugendkultur, Identitätsinszenierung, Wertekanon, Streaming, Spotify, Subkultur, Lyrik, Sprechgesang, Social Media
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verständnis und der Entwicklung der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene, ihrer kulturellen Bedeutung und ihrem Wandel im Laufe der letzten Jahrzehnte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die historische Entstehung, die Kommerzialisierung, der Einfluss von Medien, die Sprache, sowie die Bedeutung von Normen und Werten innerhalb der Hip-Hop-Kultur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Faszination der Musikrichtung zu beleuchten und zu verstehen, wie sich Hip-Hop von einem Nischenphänomen zu einem prägenden Teil der deutschen Musiklandschaft entwickeln konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer theoretischen Analyse der Literatur und Medienlandschaft wurden zwei Experteninterviews mit langjährigen Hip-Hop-Hörern geführt, um einen Einblick in die Lebenswelt der Konsumenten zu erhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie die Definition von Rap, die Analyse der Zielgruppen und Marktanteile sowie eine tiefgehende Untersuchung von Inszenierungsformen wie dem Battle-Rap.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Deutschrap, Realness, Identitätsinszenierung, Battle-Rap, Jugendkultur sowie die digitale Verbreitung über Plattformen wie Spotify und YouTube.
Wie unterscheidet sich Battle-Rap von anderen Formen des Hip-Hops?
Battle-Rap fokussiert sich auf kompetitive Inszenierungen, bei denen Kontrahenten verbal angegriffen werden, während herkömmlicher Hip-Hop breitere Themenfelder der Lebenswelt abdeckt.
Welche Rolle spielt die „Realness“ für Hip-Hop-Künstler?
Realness bezeichnet die Authentizität und Ehrlichkeit eines Künstlers; Hip-Hop-Hörer erwarten, dass ein Rapper zu dem steht, was er rappt, und nicht eine künstliche Rolle spielt.
Wie haben sich die Inszenierungsformen durch das Internet verändert?
Das Internet hat den verbalen Schlagabtausch beschleunigt und auf Plattformen wie YouTube verlagert, wo durch Formate wie JBB auch neue, kompetitive Wettbewerbsstrukturen entstanden sind.
Warum wird Hip-Hop oft durch Klischees wahrgenommen?
Die mediale Darstellung und Provokationen der Szene, etwa durch explizite Texte oder diskreditierende Begriffe, führen oft zu einer oberflächlichen Wahrnehmung durch Außenstehende, die den tieferen kulturellen Kontext nicht kennen.
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- Anonym (Autor), 2021, Deutschrap als Wissenskultur. Entwicklung und Auswirkung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1339971