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Interessen und staatliche Demokratie

Über das Neo-Pluralismuskonzept von Ernst Fraenkel

Titel: Interessen und staatliche Demokratie

Hausarbeit , 2006 , 32 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tobias Braun (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Demokratietheorien müssen sich kritisch auf ihren Kern, auf ihre interne Konsistenz und Stringenz hin befragen lassen. Nur wenn eine Demokratietheorie diese theoretische Vorarbeits leisten kann, ist es überhaut sinnvoll, sie an die Empirie anzubinden.
Das Feld der Demokratieentwürfe ist weit und unübersichtlich, daher muss es einige - wenn auch schmerzhafte - Einschränkungen im Blickpunkt der Beschäftigung geben:
Diese Arbeit will sich mit einem einzelnen Versuch beschäftigen, der zentrale Bereiche der Demokratietheorie sowie Fragen der Interessenvermittlung und des Gemeinwohls tangiert: Ernst Fraenkels Neopluralismuskonzept. Diese Theorie versteht sich als
Fortführung bzw. Weiterführung des Pluralismus und bettet sich schon selbst in einen demokratischen Kontext ein. Zwar stammt der Ansatz Fraenkels aus den Siebzigern, kann also nicht mehr als modern angesehen werden, dennoch bildet das Konzept bis heute eine Basis der Diskussion und letztlich lässt sich an ihm die
Schwierigkeit der Auseinandersetzung nachvollziehen.
Zunächst wird sich diese Arbeit mit dem Pluralismuskonzept als solchen zu beschäftigen haben, um zweiten Schritt genauer auf Fraenkels Ansatz zu sprechen zu kommen. Abschließend soll dann noch auf die Anbindung des Ansatzes des Pluralismus an die Demokratietheorie folgen. Leitend soll dabei die Frage nach der
Verträglichkeit von Einzelinteressen und dem Gemeinwohl sein. Wenn Fraenkel diese annimmt, ist sein Konzept realistisch umsetzbar?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Pluralismus

1.1 Laissez-Faire- und Due-Process-Pluralismus

1.2 Kontroverser und nicht-kontroverser Sektor

2. Ernst Fraenkels Konzept des Neo-Pluralismus

2.1 Parlamentarismus

2.2 Interessenvertretung

2.3 Das Gemeinwohl

3. Pluralismus und Demokratie - Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Neo-Pluralismus von Ernst Fraenkel, um die Rolle und Legitimität organisierter Interessen in modernen demokratischen Systemen zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Partikularinteressen mit dem demokratischen Gemeinwohl vereinbar sind und inwieweit Fraenkels Theorie unter Berücksichtigung von Parlamentarismus und Interessenvertretung heute noch als realistisches Modell für eine funktionierende Demokratie gelten kann.

  • Grundlagen des Pluralismusbegriffs und dessen verschiedene Dimensionen.
  • Gegenüberstellung von Laissez-Faire- und Due-Process-Modellen der Interessenvertretung.
  • Analyse des parlamentarischen Systems in der Konzeption von Ernst Fraenkel.
  • Verhältnis zwischen Partikularinteressen, Gemeinwohl und demokratischer Stabilität.

Auszug aus dem Buch

1. Pluralismus

Was versteht man unter Pluralismus? Laut Politiklexikon von Schubert und Klein kann man Pluralismus in dreifacher Weise verstehen: Zum ersten erkenntnistheoretisch wie ontologisch und letztlich auch praktisch-ethisches philosophisches Weltbild, in welchen von einer Differenziertheit und Komplexität der Wirklichkeit ausgegangen wird: „Vielfalt und die partiellen Beziehungen zwischen den Teilen sind daher Ausgangspunkt und Grundbedingung menschlichen Erkennens und Handelns. Annahmen sind nicht endgültig, es gibt keine feste, ewige Wahrheit mehr“.

Die zweite Dimension beschreibt den Pluralismus mehr als Leitbild von modernen Demokratien, als regulative Idee in der Sprache Faenkels. Individuelle Ansichten, Meinungen, Glauben usw. werden hier in einen pluralistischen Kontext gestellt. Man erkennt an, dass sie jede für sich berechtigt sind und Demokratien grundsätzlich offen sein müssen, also diese Vielfältigkeit zulassen, wenn nicht sogar unterstützen müssen. Heterogenität wird als Grundkonstante der Demokratie bestimmt, so zumindest laut Schubert/Klein. Die direkte Anbindung von Pluralismus und Demokratie muss aber näher beleuchtet werden. Das in der Moderne die Staaten nicht mehr aus homogenen Volksgruppen bestehen, sollte durchaus klar sein. Die Verschiedenheit von Menschen ich Glauben, Kultur usw. wird zunächst nicht zwangsläufig aus einer demokratischen Einstellung heraus begründet, sie fußt teils sicher auch auf gewachsenen Einstellungen (Aufklärung und Liberalismus) wie auf simplen Pragmatismus und dem Fakt der Globalisierung. Auch ein Nicht-Demokrat kann akzeptieren, dass sein Nachbar eine andere Religion hat. Anders herum gefragt: Muss ein Demokrat akzeptieren, dass sein Nachbar einen anderen Glauben hat? Letztlich ist die Frage nicht so leicht zu beantworten, als das man zunächst vermuten sollte. Wir müssen sie hier zunächst unbeantwortet lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie Demokratie in modernen, komplexen Gesellschaften legitimiert werden kann, und stellt die Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von Partikularinteressen und Gemeinwohl.

1. Pluralismus: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Pluralismusbegriffs erläutert, wobei zwischen verschiedenen Ausprägungen wie dem Laissez-Faire- und dem Due-Process-Pluralismus sowie der Unterscheidung von kontroversen und nicht-kontroversen Sektoren differenziert wird.

2. Ernst Fraenkels Konzept des Neo-Pluralismus: Dieses Kapitel analysiert Fraenkels Theorieansatz, der den Pluralismus als Antwort auf totalitäre Tendenzen versteht und das Zusammenwirken von Parlamentarismus, Interessenvertretung und Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt.

3. Pluralismus und Demokratie - Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet Fraenkels Modell hinsichtlich seiner Praxistauglichkeit und der normativen Anforderungen an eine funktionierende Demokratie.

Schlüsselwörter

Ernst Fraenkel, Neo-Pluralismus, Demokratie, Gemeinwohl, Interessenvertretung, Parlamentarismus, Partikularinteressen, Willensbildung, Laissez-Faire-Pluralismus, Due-Process-Pluralismus, Politische Partizipation, Wertkodex, Politische Stabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verständnis von Demokratie und Pluralismus im Werk von Ernst Fraenkel und untersucht, wie Partikularinteressen in den politischen Prozess eingebunden werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Theorie des Neo-Pluralismus, die Rolle des Parlamentarismus, die Funktion von Interessenverbänden und die schwierige Definition des Gemeinwohls in einer heterogenen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Fraenkels Konzeption des Neo-Pluralismus zu analysieren und zu hinterfragen, ob dieses Modell eine realistische und legitime Antwort auf die Herausforderungen moderner Interessenvermittlung in einer Demokratie bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, um Fraenkels Theorien anhand von Primär- und Sekundärliteratur zu systematisieren und kritisch zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Pluralismus, die detaillierte Darstellung von Fraenkels Neo-Pluralismus sowie die Untersuchung der Teilbereiche Parlamentarismus, Interessenvertretung und Gemeinwohl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neo-Pluralismus, Interessenvertretung, Gemeinwohl, Parlamentarismus und politische Willensbildung geprägt.

Wie unterscheidet Ernst Fraenkel zwischen Laissez-Faire- und Due-Process-Pluralismus?

Während der Laissez-Faire-Pluralismus auf einen automatischen Interessenausgleich vertraut, fordert das Due-Process-Modell feste Regeln, Verfahren und einen normativen Rahmen, um den Wettbewerb der Interessen in geordnete Bahnen zu lenken.

Warum ist das Gemeinwohl in Fraenkels Theorie schwer zu definieren?

Fraenkel lehnt eine a-priori-Festlegung des Gemeinwohls ab, da es in einer pluralistischen Demokratie kein "vorgegebenes" Ziel gibt, sondern das Gemeinwohl erst als Resultat des demokratischen Aushandlungsprozesses entstehen muss.

Welche Schwachstelle sieht Fraenkel bei der Interessenvertretung?

Eine Schwachstelle ist die ungleiche Organisierbarkeit von Interessen, die dazu führen kann, dass gut organisierte Gruppen mehr Einfluss ausüben als andere, was die demokratische Willensbildung verzerren kann.

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Details

Titel
Interessen und staatliche Demokratie
Untertitel
Über das Neo-Pluralismuskonzept von Ernst Fraenkel
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,0
Autor
Tobias Braun (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V134042
ISBN (eBook)
9783640416608
ISBN (Buch)
9783640413201
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pluralismus Neopluralismus Ernst Fraenkel Demokratietheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Braun (Autor:in), 2006, Interessen und staatliche Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134042
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Leseprobe aus  32  Seiten
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