Diese Arbeit wird sich mit der Thematik des Imports von Früchten aus nichteuropäischen Staaten beschäftigen. Eine Untersuchung der Gregor Louisoder Umweltstiftung kam zu dem widersprüchlich erscheinenden Ergebnis: "Fruchtsäfte aus der Region, in der Region vermarktet, können unter Einbeziehung aller Transportaufwendungen pro Liter bis zu achtmal mehr Energie verbrauchen als Fruchtsäfte, deren Rohstoffe rund 10.000 Kilometer weit transportiert werden.“ Doch kommen andere Studien ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Import weniger Energie benötige als der Anbau und die Vermarktung in der Region. Kann ein aus Neuseeland oder Südafrika importierter Apfel eine bessere Endenergiebilanz aufweisen als ein regional angebauter? Falls nein, woran kann dieser Unterschied liegen? Und wie kann man die aufgestellten Energiebilanzierungen nutzen, um Grundschulkinder auf die Problematik des Imports von Früchten aus nichteuropäischen Staaten aufmerksam zu machen? Kann man schon Grundschüler hiermit ihren eigenen Einfluss auf die Nachhaltigkeit aufzeigen?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Umweltbildung
Was versteht man unter Umweltbildung?
Warum Umweltbildung?
Fachlicher Teil
Energiebilanzierung
Gründe für den Import von Lebensmitteln
Untersuchungen
Untersuchung 1
Untersuchung 2
Untersuchung 3
Zusammenfassung der Untersuchungen
Praktischer Teil
Zielsetzung der Unterrichtsreihe
Was wird aktuell im Sachunterricht zur Umweltbildung behandelt?
Aufbau der Unterrichtsreihe
Sequenz 1
Sequenz 2
Sequenz 3
Sequenz 4
Sequenz 5
Sequenz 6
Reflexion der Unterrichtsreihe
Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die Problematik des Imports von Produkten aus nichteuropäischen Ländern anhand einer Unterrichtsreihe für die Grundschule zu untersuchen und gleichzeitig Grundschulkinder für einen nachhaltigen Konsum sowie die ökologischen Folgen ihrer Kaufentscheidungen zu sensibilisieren.
- Energiebilanzierung von Äpfeln im Vergleich zwischen regionalem Anbau und Import.
- Die Rolle der Logistik und der "Ecology of Scale" bei internationalen Lebensmitteltransporten.
- Entwicklung und didaktische Aufbereitung einer Unterrichtsreihe für die vierte Klasse.
- Förderung von Handlungskompetenzen für einen umweltbewussteren Alltag bei Kindern.
Auszug aus dem Buch
Untersuchung 1
Im Jahre 2005 wurde eine Studie von M. Blanke und B. Burdick durchgeführt, welche einen deutschen Apfel aus der Region Meckenheim, einen von der Ostküste Neuseelands importierten und einen südafrikanischen Apfel miteinander vergleicht. Wichtig zu berücksichtigen ist hierbei, dass der Verkauf im April stattfindet, denn dies bedeutet, dass der deutsche Apfel bereits fünf Monate bei circa 1 Grad in einem CA-Lager gekühlt werden musste, nachdem er Mitte Oktober geerntet wurde. Der Apfel aus Neuseeland hingegen wurde direkt nach der Ernte circa 28 Tage mit einem Hochseeschiff nach Rotterdam gefahren um dann per LKW nach Deutschland transportiert zu werden. Ebenfalls berücksichtigten Burdick und Blanke Äpfel aus Südafrika, die zwei Wochen per Schiff nach Rotterdam gefahren werden.
Begonnen wurden die Energiebilanzierungen mit Anbau und Ernte. Hierbei wurden für Deutschland und Südafrika mit 2,8 MJ/kg Äpfel die gleichen Werte ermittelt. Für ein Kilo Äpfel aus Neuseeland wurde mit 2,1 MJ je Kilogramm etwas weniger Energie aufgewendet.
Der große Unterschied zwischen den importierten und heimischen Äpfeln liegt in Transport und Lagerung. Für die Lagerung der deutschen Äpfel über einen Zeitraum von fünf Monaten in einem CA-Lager müssen durchschnittlich 0,8 MJ/kg Energie berücksichtigt werden. Der Transport aus Neuseeland benötigt mit 2,83 MJ je Kilogramm mehr als dreimal so viel Energie, während die Schifffahrt aus Südafrika nur knapp die Hälfte an Energie, verglichen mit der aus Neuseeland, pro Kilogramm Äpfel benötigt (=1,45 MJ/kg).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die ökologische Problematik des Imports von Früchten und die Frage, ob eine regionale Energiebilanz stets besser ist als ein importiertes Produkt.
Umweltbildung: Dieses Kapitel erläutert die pädagogischen Ziele und die historische Entwicklung der Umweltbildung im deutschen Schulsystem.
Fachlicher Teil: Es werden Methoden der Energiebilanzierung vorgestellt und der Einfluss von Importen auf die Umwelt wissenschaftlich analysiert.
Praktischer Teil: Detaillierte Planung und Reflexion einer Unterrichtsreihe zur Behandlung des Themas "Frucht-Import" in einer vierten Grundschulklasse.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass heimische Produkte klimafreundlicher, aber Importe aufgrund der Logistik oft effizienter als angenommen sind.
Schlüsselwörter
Energiebilanzierung, Umweltbildung, Grundschule, Nachhaltigkeit, Import, Äpfel, Transport, Ökobilanz, Sachunterricht, Klimawandel, Nachhaltiger Konsum, Regionalität, Energieverbrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, unter ökologischen Gesichtspunkten, ob der Import von Früchten aus nichteuropäischen Staaten kritischer zu betrachten ist als der regionale Anbau und wie man dies im Sachunterricht thematisieren kann.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Arbeit verknüpft wissenschaftliche Aspekte der Ökobilanz und Energieeffizienz mit didaktischen Ansätzen für die Grundschulpädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Kindern ein Bewusstsein für die komplexen Zusammenhänge von globalem Lebensmittelhandel und ökologischem Fußabdruck durch eine schülergerechte Unterrichtsreihe zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse bestehender Studien zur Energiebilanzierung (u.a. nach DIN ISO Normen) bei der Apfelproduktion und Distribution.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der Energieverbräuche bei Transport und Lagerung von Äpfeln sowie einen praktischen Teil, der das Unterrichtsvorhaben Schritt für Schritt beschreibt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Energiebilanzierung, Nachhaltigkeit, Sachunterricht und Unterrichtsreihe sind die tragenden Begriffe der Arbeit.
Kann die Lagerung heimischer Äpfel den Importweg kompensieren?
Die Studien zeigen, dass einheimische Äpfel trotz monatelanger Lagerung in CA-Lagern in der Regel eine bessere Energiebilanz aufweisen als importierte Äpfel aus Übersee.
Warum spielt die "Ecology of Scale" eine Rolle?
Große internationale Betriebe können durch hocheffiziente Logistik und sehr hohe Transportmengen den Energieaufwand pro Kilogramm Frucht senken, was die Energiebilanz trotz weiter Transportwege teilweise ausgleicht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Import von Früchten aus nicht-europäischen Staaten. Unser Einfluss auf die Nachhaltigkeit (Unterrichtsreihe in der Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340477