Es gehört für die meisten Menschen zum morgendlichen Ritual, am Frühstückstisch bei Brötchen, Müsli und Kaffee die Tageszeitung zu studieren. Aus ihr entnehmen wir allerlei Informationen, bilden uns eine Meinung oder werden unterhalten. Doch die wenigsten fragen sich, wie das geschieht. Welche Mittel werden eingesetzt, damit wir auch wirklich diesen oder jenen Artikel lesen? Auf welche Art und Weise werden uns die Texte präsentiert?
Diesen und anderen Fragen möchte ich mich in der vorliegenden Arbeit widmen.
Unterschiedliche Textsorten informieren uns in der Tageszeitung jeden Tag aufs Neue. Doch alle Texte haben eins gemeinsam – Es sind Sachtexte. Denn wir entnehmen ihnen in jedem Fall Informationen und wenn es auch nur das Wissen darüber ist, was der Chef des Lokalteils von dem neuesten Beschluss des Stadtrates hält.
Mit Bildern, Grafiken, Infokästen und Interviews sollen wir einen schnellen Überblick über die Thematik bekommen. Wir entnehmen die Informationen nicht aus Fließ-, sondern aus Cluster-Texten. Dazu ist Lesekompetenz notwendig, damit man weiß, wie man mit einem vorliegenden Zeitungstext bzw. Sachtext umgeht. Aus diesem Grund fordert auch der Bildungsplan der Realschule für den Umgang mit Texten, dass die Schüler »journalistische Darstellungsformen hinsichtlich ihrer Intentionalität unterscheiden und bewerten« sollen.
Ein Sachtext hat immer die Aufgabe, dem Leser Fakten zu liefern. Dies kann er tun, indem er über einen Sachverhalt informiert (darstellender Text wie Nachricht oder Bericht), den Leser zu einem bestimmten Verhalten auffordert (appellativer Text wie Rede, Wahlprogramm, Kommentar) oder ihm eine Meinung präsentiert (kommentierender Text wie Kommentar, Leitartikel, Glosse). Ein Text kann aber auch Vorgänge oder Zustände, wie Gefühle, zum Ausdruck bringen wollen. Da das aber eine Form ist, die nur sehr selten in Zeitungen auftritt und nichts mit Sachtexten gemeinsam hat, werde ich auf diese Form in der vorliegenden Arbeit verzichten. Alle anderen Textsorten finden sich jedoch täglich in den Tageszeitungen und werden somit auch in dieser Abhandlung ihren Niederschlag finden. Aufgrund dieser obigen generellen Einteilung von Texten unterscheidet man auch im Journalismus drei Arten von Darstellungsformen (Vgl. dazu Kapitel 2).
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellungsformen in Tageszeitungen
3. Darstellungsformen in Tageszeitungen – die informierende Darstellungsform
3.01. Nachricht
3.02. Bericht
3.03. Meldung
3.04. Reportage
3.05. Interview
4. Darstellungsformen in Tageszeitungen – die Meinung
4.01. Kommentar
4.02. Leitartikel
4.03. Glosse
4.04. Kolumne
4.05. Rezension
5. Darstellungsformen n in Tageszeitungen – Unterhaltung
5.01. Feature
5.02. Porträt
6. Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die journalistischen Darstellungsformen in Tageszeitungen mit dem Ziel, ihre spezifischen Merkmale, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Hinblick auf Aufbau, Stil und Intentionalität herauszuarbeiten und Lesekompetenz im Umgang mit Sachtexten zu fördern.
- Systematische Einteilung journalistischer Textgattungen (Information, Meinung, Unterhaltung).
- Analyse und Charakterisierung gängiger Formen wie Nachricht, Bericht, Kommentar, Reportage und Porträt.
- Vergleich journalistischer Stilmittel und Strukturen anhand von Praxisbeispielen aus überregionalen Tageszeitungen.
- Bedeutung der Lesekompetenz für die bewusste Rezeption journalistischer Sachtexte.
Auszug aus dem Buch
3.4. Die Reportage:
Nachrichten sind nicht gerade eine mitreißende und fesselnde Gattung im Journalismus. Sie sind trocken und basieren auf bloßen Fakten. Doch die Leser wollen auch mal verreisen und in Gegenden gelangen, die sich nicht kennen oder in die sie sich nicht allein vorwagen, sei es in ein fremdes Land oder in ein anderes soziales Milieu. Für all das kann die Gattung der Reportage genutzt werden. Der Journalist braucht den entsprechenden Mut sich in ein fremdes Milieu oder in die Chefetage vorzuwagen. Dabei soll er den Leser mitnehmen. Er hat die Aufgabe ihn neben dem Oberbürgermeister Platz nehmen zu lassen oder ihn eine Arbeitsschicht in der Bahnhofsmission miterleben zu lassen. Durch die Reportage entsteht das Kino im Kopf.
Damit dies gelingen kann, muss der Redakteur seinen Schreibtisch verlassen, in die Welt hinausgehen und seine Sinne einsetzen. Er sollte seine Augen und Öhren öffnen und auf seinen Geruchssinn vertrauen. Die charakteristischen Kleinigkeiten und der Blick für das Besondere machen eine Reportage aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Zeitungslektüre als Sachtextanalyse ein und umreißt das Ziel, journalistische Darstellungsformen und ihre Intentionalität zu unterscheiden.
2. Darstellungsformen in Tageszeitungen: Das Kapitel erläutert die grundsätzliche Dreiteilung in informierende, meinungsbetonte und unterhaltende Darstellungsformen sowie die Bedeutung journalistischer Sorgfalt.
3. Darstellungsformen in Tageszeitungen – die informierende Darstellungsform: Hier werden Nachricht, Bericht, Meldung, Reportage und Interview als faktenbasierte Formen analysiert und deren Aufbau sowie Kriterien dargestellt.
4. Darstellungsformen in Tageszeitungen – die Meinung: Dieses Kapitel behandelt Kommentar, Leitartikel, Glosse, Kolumne und Rezension als Möglichkeiten, subjektive Standpunkte zu aktuellen Themen zu vermitteln.
5. Darstellungsformen n in Tageszeitungen – Unterhaltung: Die Unterhaltung wird durch Feature und Porträt repräsentiert, wobei die Mischung aus Information und erzählerischer Gestaltung im Vordergrund steht.
6. Abschluss: Der Abschluss reflektiert die Wichtigkeit der Medienkompetenz und plädiert dafür, die Analyse von Zeitungsartikeln stärker in schulische Unterrichtseinheiten einzubinden.
Schlüsselwörter
Journalismus, Darstellungsformen, Sachtexte, Nachricht, Bericht, Kommentar, Reportage, Feature, Porträt, Medienkompetenz, Tageszeitung, Textgattung, Lesekompetenz, Information, Meinungsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen journalistischen Textsorten in Tageszeitungen, um deren strukturelle Merkmale und Funktionen verständlich zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Einteilung in informierende, meinungsbetonte und unterhaltende Darstellungsformen sowie deren jeweilige Besonderheiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Eigenschaften der Textgattungen herauszuarbeiten und die Lesekompetenz im Umgang mit journalistischen Sachtexten zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine deskriptive Analyse sowie den Vergleich von Textmerkmalen anhand von Fallbeispielen aus aktuellen Ausgaben führender Tageszeitungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Gattungen Information, Meinung und Unterhaltung, wobei jede einzelne journalistische Form detailliert definiert und durch Praxisbeispiele erläutert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Journalismus, Darstellungsformen, Textgattungen, Nachrichtenwert, Objektivität und Medienkompetenz.
Was unterscheidet eine Nachricht von einem Bericht?
Eine Nachricht ist eine knappe und objektive Darstellungsform mit Fokus auf das Wesentliche, während ein Bericht ausführlicher ist und auch Hintergründe, Zusammenhänge sowie interpretierende Elemente enthalten kann.
Wie unterscheidet sich die Glosse von einem Kommentar?
Während beide meinungsbetont sind, zeichnet sich die Glosse durch einen ironischen, witzigen und leichtfüßigen Stil mit Fokus auf Pointen aus, im Gegensatz zum meist argumentativen Aufbau eines Kommentars.
Welche Rolle spielt das Porträt im Zeitungsjournalismus?
Das Porträt dient dazu, Personen durch eine Mischung aus Reportage, Interview und Bericht lebendig darzustellen und den Leser emotional an das Thema zu binden.
Warum betont die Arbeit die Bedeutung für die Schule?
Die Autorin argumentiert, dass das richtige Verständnis von Zeitungstexten eine zentrale Fähigkeit der Lesekompetenz ist, die durch Projekte wie „Schüler & Zeitung“ gefördert werden sollte.
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- Alexander Willrich (Author), 2007, Darstellungsformen in Tageszeitungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134172