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Integration von Minderheiten im post-sowjetischen Raum: Lettland und seine russische Minderheit

Título: Integration von Minderheiten im post-sowjetischen Raum: Lettland und seine russische Minderheit

Trabajo de Seminario , 2001 , 17 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Maximilian Spinner (Autor)

Política - Región: Europa del Este
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Lettland, seit knapp zehn Jahren wieder als unabhängiger Staat anerkannt, besitzt eine der relativ zu seiner Gesamtbevölkerungszahl größten russischsprachigen Minderheiten im postsowjetischen Raum. Letten stellen nur knapp die Mehrheit der Bevölkerung, während ostslawische, überwiegend russischsprachige Minderheiten, fast 40% der Bevölkerung bilden. Diese Bevölkerungsgruppe ist Lettlands Erbe aus der Zeit der Sowjetunion mit ihrem großangelegten Bevölkerungsaustausch. Deswegen eignet sich Lettland besonders für eine Untersuchung in Bezug auf die Integration dieser starken Minderheit.
Die Debatte, wer die Staatsbürgerschaft eines neuen unabhängigen Staates erhalten sollte und wer nicht, ist in diesem Fall von besonderer Bedeutung. Wie konnte es dazu kommen, dass ein großer Teil der Bevölkerung durch die Verweigerung der lettischen Gesetzgeber, ihnen die Staatsbürgerschaft zu verleihen, von staatsbürgerlichen Partizipationsrechten ausgeschlossen wurde und auch zahlreiche weitere Benachteiligungen erfahren musste? Welche Gründe bewegten die politischen Eliten zu der Entscheidung, die Staatsbürgerschaft exklusiv nur an Letten zu verleihen?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Lettland und seine russische Minderheit

2. Die Verzögerung der Einbürgerung der Russen in Lettland

2.1. Der Elitenwandel in Lettland nach Erlangung der Unabhängigkeit

2.2. Das Staatsangehörigkeitsgesetz

2.3. Wirtschaftliche und soziale Konkurrenz zwischen Russen und Letten

2.4. Rational Choice der lettischen Eliten

2.5. Die Auswirkungen der Strategie der Exklusion

2.6. Gründe für die eingeleitete Liberalisierung der Einbürgerungspolitik

2.6.1. Interne Gründe

2.6.2. Externe Gründe

3. Lettland als stabilisierte Demokratie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die restriktive Einbürgerungspolitik gegenüber der russischsprachigen Minderheit in Lettland nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche politischen und ökonomischen Motive die lettischen Eliten dazu bewegten, einen Großteil der Bevölkerung von staatsbürgerlichen Rechten auszuschließen und ob dieses Handeln als rationale Strategie zur Konsolidierung des neuen Staates interpretiert werden kann.

  • Historischer Kontext des lettischen Elitenwechsels nach 1991
  • Anwendung der Rational-Choice-Theorie auf das Handeln lettischer Akteure
  • Sozioökonomische Konkurrenz zwischen lettischer Titularnation und russischer Minderheit
  • Einfluss externer Faktoren (EU, Russland, Europarat) auf die Liberalisierung der Gesetzgebung

Auszug aus dem Buch

2.4. Rational Choice der lettischen Eliten

Nach Claus Offe vertreten die postkommunistischen Akteure in Osteuropa, einzelne oder Gruppen, immer dann ethnisch orientierte Strategien, wenn sie zum Erreichen des gewählten Zieles sinnvoll und zweckmäßig erscheinen. Nationalismus ist also nicht ein reiner Selbstzweck, sondern oft ein Mittel zur Erlangung oder Erhaltung ökonomischer Ressourcen oder politischer Macht, wenn andere Strategien weniger attraktiv sind. Die Akteure handeln rational, also zweckorientiert und wählen Wege und Mittel in Abhängigkeit vom angestrebten Ziel aus. Diese Theorie lässt sich durchaus auch auf Lettland in den Jahren nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit anwenden.

Durch die Bindung der Berechtigung zum automatischen Erlangen der lettischen Staatsangehörigkeit an den Nachweis eigener Ansässigkeit , bzw. die von Vorfahren in Lettland zum Zeitpunkt der Annektion durch die Sowjetunion 1940, wurden alle später angesiedelten Zuwanderer vom Kreis der Staatsbürger ausgeschlossen. Zwar ist die Erlangung nicht an die eigentliche Zugehörigkeit zum lettischen Volk gebunden, d.h. es sind auch Angehörige und Nachkommen der alteingesessenen Minderheiten von 1940 berechtigt, jedoch ist ihr Anteil eher gering.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lettland und seine russische Minderheit: Einführung in die demografische Situation Lettlands als postsowjetischer Staat mit einer bedeutenden russischsprachigen Minderheit.

2. Die Verzögerung der Einbürgerung der Russen in Lettland: Analyse der politischen und sozioökonomischen Gründe, die zur restriktiven Ausgrenzung der russischsprachigen Bevölkerung führten.

2.1. Der Elitenwandel in Lettland nach Erlangung der Unabhängigkeit: Darstellung des radikalen Wechsels der Führungseliten, der eine exklusive Politik erst ermöglichte.

2.2. Das Staatsangehörigkeitsgesetz: Untersuchung der rechtlichen Hürden und Quotenregelungen, die den Zugang zur lettischen Staatsbürgerschaft massiv erschwerten.

2.3. Wirtschaftliche und soziale Konkurrenz zwischen Russen und Letten: Erläuterung des Wettbewerbs um Arbeitsplätze und Ressourcen als Motivationsfaktor für die Exklusionspolitik.

2.4. Rational Choice der lettischen Eliten: Theoretische Einordnung der Minderheitenpolitik als zweckorientiertes Handeln zur Ressourcensicherung.

2.5. Die Auswirkungen der Strategie der Exklusion: Analyse der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Minderheitenbenachteiligung.

2.6. Gründe für die eingeleitete Liberalisierung der Einbürgerungspolitik: Untersuchung der internen und externen Faktoren, die zu einer Öffnung der Einbürgerungsprozesse führten.

2.6.1. Interne Gründe: Fokus auf die innenpolitische Stabilisierung und den veränderten Bedarf an gesellschaftlichem Zusammenhalt.

2.6.2. Externe Gründe: Bewertung des Einflusses internationaler Organisationen und Russlands auf den Liberalisierungsprozess.

3. Lettland als stabilisierte Demokratie: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit inklusiver Demokratisierung für die langfristige Stabilität Lettlands.

Schlüsselwörter

Lettland, russische Minderheit, Einbürgerungspolitik, Staatsangehörigkeitsgesetz, Rational Choice, Elitenwandel, Transformation, Nation-building, Exklusion, Integration, postsowjetischer Raum, Ethnizität, Minderheitenrechte, politische Partizipation, Demokratisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum Lettland nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit eine exklusive Staatsbürgerschaftspolitik gegenüber der russischsprachigen Bevölkerung verfolgte.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der lettische Elitenwandel, die Anwendung der Rational-Choice-Theorie, der sozioökonomische Wettbewerb zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die spätere Liberalisierung der Gesetzgebung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Verweigerung der Staatsbürgerschaft als eine zweckorientierte Strategie zur Macht- und Ressourcensicherung der neuen lettischen Führungseliten zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine akteursbezogene Betrachtung und wendet die theoretischen Überlegungen von Claus Offe zum rationalen Handeln ethnischer Gruppen an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Genese der Minderheitenpolitik, der Rolle des Staatsangehörigkeitsgesetzes und den internen wie externen Beweggründen für die sukzessive Öffnung der Einbürgerungsbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lettland, Minderheitenpolitik, Exklusion, Rational Choice, Integration und Transformation geprägt.

Wie bewertet der Autor den Einfluss Russlands auf die lettische Politik?

Der Autor konstatiert, dass Russland die Minderheitenfrage zwar als Druckmittel nutzte, die lettische Regierung jedoch stark an einer Abgrenzung und einem schnellen Abzug der russischen Truppen interessiert war.

Warum spielt der Vergleich mit Litauen eine Rolle?

Litauen dient als Kontrastfall, da es dort durch die Wahl der "Nulloption" und eine inklusivere Politik zu einer anderen Entwicklung der Minderheitenintegration kam.

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Detalles

Título
Integration von Minderheiten im post-sowjetischen Raum: Lettland und seine russische Minderheit
Universidad
Free University of Berlin  (Osteuropainstitut)
Curso
GK Politik Osteuropa
Calificación
1
Autor
Maximilian Spinner (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
17
No. de catálogo
V13418
ISBN (Ebook)
9783638190855
Idioma
Alemán
Etiqueta
integration assimilation rational choice EU OSCE OSZE Russian Russia Russland sowjetisch legacy
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maximilian Spinner (Autor), 2001, Integration von Minderheiten im post-sowjetischen Raum: Lettland und seine russische Minderheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13418
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