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Haftungsaspekte von Geschäftsführern, Aufsichtsratsmitgliedern und Gesellschaftern der GmbH

Title: Haftungsaspekte von Geschäftsführern, Aufsichtsratsmitgliedern und Gesellschaftern der GmbH

Seminar Paper , 2009 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anja Böhm (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Gesellschaftsform der GmbH wird vor dem Hintergrund gewählt, die direkte Haftung mit dem persönlichen Vermögen der Gesellschafter auf das in die GmbH eingezahlte Stammkapital zu beschränken. Da die GmbH als juristische Person nur durch ihre Organe den Geschäftsführer, den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung handeln kann, sind diese Haftungsrisiken ausgesetzt.
Die GmbH muss einen oder mehrere Geschäftsführer haben, die zuständig für die Vertretung der Gesellschaft sind und gesetzlich zugewiesene Angelegenheiten übernehmen. Im Rahmen der Arbeit wird sowohl auf die Innen- und Außenhaftung eingegangen.
Während die Bestellung eines Geschäftsführers erforderlich ist, ist die Errichtung eines Aufsichtsrates ist grundsätzlich per Gesetz nicht zwingend vorgesehen. Daher kann die GmbH entweder ohne Aufsichtsrat existieren oder ihn per Satzung (fakultativer Aufsichtsrat) bestimmen. Aufgabe des Aufsichtsrates der GmbH ist die Überwachung der Geschäftsführung. Bei der Bestimmung des Umfanges der Pflichten von Aufsichtsratsmitgliedern sind vor allem §§ 93 Abs. 1 und 116 AktG von Bedeutung, die auf den Verhaltensstandard eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsmannes abstellen. Entsprechend des § 52 Abs. 1 GmbHG haften Aufsichtsratsmitglieder bereits für leichtes Verschulden, mit ihrem persönlichen Vermögen, unbeschränkt, gesamtschuldnerisch und unter Umkehr der Beweislast.
Das oberste Organ, deren Weisungen die Geschäftsführer unterworfen sind ist die Gesellschafterversammlung. Neben den in § 46 GmbHG beschriebenen Aufgaben, entscheidet die Gesellschafterversammlung stets über Grundsätze der Unternehmenspolitik. Im Bereich der Innenhaftung hat ein Gesellschafter einen entstandenen Schaden auszugleichen, den er durch einen Verstoß gegen Kapitalerhaltungsvorschriften verursacht hat. Hinsichtlich der Außenhaftung steht den Gläubigern der GmbH gemäß § 13 Abs. 2 GmbHG lediglich das Gesellschaftsvermögen zur Verfügung. Allerdings werden in extremen Ausnahmesituationen durch die Rechtsprechung Möglichkeiten der Durchgriffshaftung auf die Gesellschafter angenommen. Diese Fälle umfassen die Durchgriffshaftung wegen Rechtsnorm- und Institutsmissbrauch, Vermögensvermischung, Unterkapitalisierung und wegen existenzgefährdender Eingriffe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Haftung im Zuge der GmbH Gründung

2.1 Vorgründungsgesellschaft

2.2 Vor-GmbH

2.2.1 Haftung der Gründungsgesellschafter

2.2.2 Haftung der Geschäftsführer

2.3 Haftung der Gründungsgesellschafter nach Eintragung ins Handelsregister

3 Der Geschäftsführer als Organ einer GmbH

3.1 Stellung des Geschäftsführers in der GmbH

3.2 Pflichten des Geschäftsführers

3.2.1 Auskunftspflicht

3.2.2 Treuepflicht

3.2.3 Gesellschaftsrechtliche Organisationspflichten

3.2.4 Insolvenzantragspflicht

3.3 Innenhaftung des Geschäftsführers

3.4 Außenhaftung des Geschäftsführers

3.4.1 Haftung für die Verbindlichkeiten der GmbH

3.4.2 Haftung aus Vertrauen

3.4.3 Haftung wegen der Verletzung geschützter Rechtsgüter

4 Der Aufsichtsrat als Organ einer GmbH

4.1 Aufgaben des obligatorischen Aufsichtsrates der GmbH

4.2 Aufgaben des fakultativen Aufsichtsrates der GmbH

4.3 Haftung des Aufsichtsrates

5 Die Gesellschafterversammlung als Organ einer GmbH

5.1 Aufgaben der Gesellschafterversammlung

5.2 Innenhaftung der Gesellschafterversammlung

5.3 Außenhaftung der Gesellschafterversammlung

5.3.1 Durchgriffshaftung wegen Rechtsnorm- und Institutsmissbrauch

5.3.2 Durchgriffshaftung wegen Vermögensvermischung

5.3.3 Durchgriffshaftung wegen Unterkapitalisierung

5.3.4 Durchgriffshaftung wegen existenzgefährdender Eingriffe

6 Versicherungslösungen

7 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Haftungsrisiken der Organe einer GmbH – Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglieder und Gesellschafter – über den gesamten Lebenszyklus des Unternehmens, von der Gründung bis zum laufenden Betrieb.

  • Phasen der GmbH-Gründung und die damit verbundenen Haftungsarten (Vorgründungsgesellschaft, Vor-GmbH).
  • Differenzierung zwischen Innen- und Außenhaftung des Geschäftsführers.
  • Die Rolle und rechtliche Verantwortung des Aufsichtsrates bei fakultativer oder obligatorischer Einrichtung.
  • Haftungsfragen innerhalb der Gesellschafterversammlung sowie die dogmatischen Grundlagen der Durchgriffshaftung.
  • Absicherungsmöglichkeiten durch D&O-Versicherungen.

Auszug aus dem Buch

3.3 Innenhaftung des Geschäftsführers

Die Haftung des Geschäftsführers wird in die Innen- und Außenhaftung differenziert, wobei die Innenhaftung die Verantwortlichkeiten des Geschäftsführers gegenüber der GmbH betrifft (siehe Abbildung 1).

Bei der Innenhaftung besteht eine Beweislastumkehr und Verschuldensvermutung zum Nachteil des Geschäftsführers, da er generell die Beweislast dafür trägt, dass die erforderliche Sorgfalt erbracht wurde. Bereits fahrlässige Pflichtverletzungen können die Haftung des Geschäftsführers begründen (Plück & Lattwein 2004, S. 25).

Maßgebliche Regelungen der Innenhaftung des Geschäftsführers sind in §§ 43 Abs. 2 und 64 Abs. 2 GmbHG vermerkt (Meyke 2004, S. 15).

Nach § 43 GmbHG hat der Geschäftsführer der GmbH für sämtliche Schäden, die durch seine schuldhaften Pflichtverletzungen am Gesellschaftsvermögen verursacht wurden, Schadensersatz zu leisten (Jula 2003, S. 62). Aufgrund dieser „Generalklausel“ (Plück & Lattwein 2004, S. 65) wird der Geschäftsführer mit einer umfassenden Innenhaftung belegt. Der Geschäftsführer einer GmbH muss bei der Erfüllung seiner Pflichten „die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes“ anwenden (§ 43 Abs. 1 GmbHG). Als Maßstab wird festgelegt, wie eine Person in der verantwortlichen leitenden Position eines Betreuers fremden Besitzes handeln würde. Kommt der Geschäftsführer dieser Sorgfaltspflicht nicht nach und resultiert der Gesellschaft daraus ein Schaden, haftet der Geschäftsführer für den entstandenen Schaden persönlich (§ 43 Abs. 2 GmbHG). Die gesetzlichen Regelungen und vor allem die Rechtsprechung bestimmt, was unter der benannten Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Geschäftsmannes zu verstehen ist (Glock & Abeln 2005, S. 62).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Haftungsbeschränkung bei der GmbH ein und grenzt die besonderen Haftungsgrundlagen der Organe gegenüber der allgemeinen Haftungsbeschränkung für Gesellschafter ab.

2 Haftung im Zuge der GmbH Gründung: Dieses Kapitel erläutert die Haftungsszenarien in den verschiedenen Stadien der GmbH-Entstehung, von der Vorgründungsphase bis zur Eintragung ins Handelsregister.

3 Der Geschäftsführer als Organ einer GmbH: Hier werden die organschaftliche Stellung, die vielfältigen Pflichten des Geschäftsführers sowie die differenzierten Regeln zur Innen- und Außenhaftung detailliert dargestellt.

4 Der Aufsichtsrat als Organ einer GmbH: Das Kapitel analysiert die Einrichtung, die Aufgaben und die Haftungssituation von Aufsichtsratsmitgliedern in Abhängigkeit von der Satzung und gesetzlichen Mitbestimmungsvorschriften.

5 Die Gesellschafterversammlung als Organ einer GmbH: Die Aufgaben des obersten Organs sowie die strengen Grenzen der Kapitalerhaltung und die seltenen Fälle der Durchgriffshaftung auf Gesellschafter bilden den Kern dieses Abschnitts.

6 Versicherungslösungen: Es wird kurz erläutert, wie sich Organe mittels D&O-Versicherungen gegen schadenersatzrechtliche Inanspruchnahmen absichern können.

7 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Haftungsaspekte für alle untersuchten Organe zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Schlüsselwörter

GmbH, Haftung, Geschäftsführer, Aufsichtsrat, Gesellschafterversammlung, Innenhaftung, Außenhaftung, Vor-GmbH, Kapitalerhaltung, Durchgriffshaftung, Sorgfaltspflicht, Insolvenzantragspflicht, D&O-Versicherung, Gesellschaftsrecht, Handelsregister.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Haftungsrisiken der Organe (Geschäftsführer, Aufsichtsrat, Gesellschafter) einer GmbH während des gesamten Lebenszyklus der Gesellschaft.

Welches sind die zentralen Themenfelder des Dokuments?

Zentrale Themen sind die Haftungsphasen während der GmbH-Gründung, die Pflichten und Haftungsregeln der Geschäftsführung, die Überwachungsfunktion des Aufsichtsrats sowie die Haftung der Gesellschafter inklusive der Durchgriffshaftung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Organen der GmbH einen Überblick über ihre Aufgaben, Pflichten und die daraus resultierenden Haftungsgrundlagen zu geben, um ein haftungsbewusstes Handeln zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse von gesetzlichen Vorschriften des GmbH-Rechts, des Handelsgesetzbuchs und der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Haftungsrisiken des Geschäftsführers (Innen- und Außenhaftung), die rechtlichen Anforderungen an den Aufsichtsrat sowie die Kapitalerhaltungsvorschriften und Durchgriffshaftung der Gesellschafter.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

GmbH-Recht, Organhaftung, Sorgfaltspflicht, Durchgriffshaftung, Kapitalerhaltung und Vor-GmbH sind die prägendsten Begriffe.

Was genau versteht man unter der "Verlustdeckungshaftung" bei einer Vor-GmbH?

Es handelt sich um eine unbeschränkte Innenhaftung der Gründer gegenüber ihrer Gesellschaft, durch die sie verpflichtet sind, Verluste auszugleichen, die während der Gründungsphase entstanden sind.

In welchen extremen Ausnahmesituationen kann es zu einer Durchgriffshaftung auf Gesellschafter kommen?

Eine Durchgriffshaftung wird durch die Rechtsprechung nur in Ausnahmen angenommen, etwa bei Vermögensvermischung, Institutsmissbrauch, Unterkapitalisierung oder existenzgefährdenden Eingriffen.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Haftung eines freiwilligen und eines obligatorischen Aufsichtsrats?

Grundsätzlich gelten ähnliche Sorgfaltsmaßstäbe, jedoch kann die Satzung beim fakultativen Aufsichtsrat die Haftung unter Umständen auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit mildern.

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Details

Title
Haftungsaspekte von Geschäftsführern, Aufsichtsratsmitgliedern und Gesellschaftern der GmbH
College
University of Applied Sciences Berlin
Grade
1,7
Author
Anja Böhm (Author)
Publication Year
2009
Pages
29
Catalog Number
V134210
ISBN (eBook)
9783640425655
ISBN (Book)
9783640422517
Language
German
Tags
Gesellschaftsrecht Geschäftsführer Aufsichtsratsmitglieder GmbH
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Böhm (Author), 2009, Haftungsaspekte von Geschäftsführern, Aufsichtsratsmitgliedern und Gesellschaftern der GmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134210
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