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Der Fuchs als Tier der Gottheiten Alt-Perus

Title: Der Fuchs als Tier der Gottheiten Alt-Perus

Essay , 2009 , 28 Pages

Autor:in: Klaus Mailahn (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Fuchses in der Religion und der Mythologie Alt-Perus, besonders in Bezug auf die Gottheiten Pachacamac, Pachamama, Huarochiri, Cavilla, Chaupinamca. Jegliche Betrachtung des Fuchses als Tier der Gottheiten Alt-Perus muss notwendigerweise beginnen mit dem Idol der goldenen Füchsin, die einst in einer Tempelhöhle des Heiligtums des Gottes Pachacamac beim gleichnamigen Ort gefunden wurde, und die früher auf einer Anhöhe gestanden haben soll, den Gott selbst symbolisierend, sowie mit der Darstellung der als Tantañamoc bezeichneten toten Füchsin am Ortseingang von Pachacamac.
Zahlreiche Autoren erwähnen die Verehrung der Füchsin: Cieza de Léon schreibt, dass eine Füchsin in hohem Ansehen gehalten und im Tempel von Pachacamac verehrt wurde. Mit Ausnahme der Feudalherren, Priester und „jenen, die dort an den Folgen ihrer Wallfahrt verstarben“ (soll heißen: geopfert wurden!) war es jedem, der nicht zu den Huacas gehörte, verboten, dort einzudringen. Calancha ergänzt, dass man beim Idol Füchsinnen opferte, und Ravines behauptet, dass man auf Grund verschiedener Aussagen von Zeugen und Dokumente wisse, „dass die Priester von Pachacamac sich Füchse und Hunde hielten.“ Noch heute wird in der Gegend von Chancay der Fuchs „Perro de las Apus“ - Hund der Herren - genannt. Albornoz sagt ganz klar, dass Pachacamac ein Huaca in Gestalt einer Füchsin aus Gold sei, welche sich auf einer von Menschenhand errichteten Anhöhe befand und nun beim Dorf von Pachacamac liegt. „Pachacamac“ ist der Name, den die Inka, die als Invasoren ins alte Peru einfielen, der zuvor als „Ychsma“ bekannten Gottheit gaben. Er ist mit der Fruchtbarkeit, dem Mond, der Nacht, der Erde und der Unterwelt gleichermaßen verbunden. Er hat die Macht, die Erde erbeben zu lassen, Krankheiten zu heilen und ist auch das Oberhaupt der Verstorbenen, an ihrem Lebenszyklus teilhabend. Zugleich ist er auch ein Erneuerer der Welt, der mit Feuer und Wasser alles zerstörte. Alle diese Eigenschaften bis auf die letztgenannte hat er jedoch nicht allein inne, sondern teilt sie sich mit der Erdgöttin namens Pachamama, d. h. mit der archaischen Großen Göttin an sich, von der Pachamama lediglich ein Aspekt darstellt. Wenn man davon ausgeht, dass global zuerst weiblich geprägte Gesellschaften vorherrschten, hätte er im Lauf der Zeit die Macht von der Göttin übernommen, wovon auch seine Eigenschaften als Erneuerer zu künden scheinen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Die goldene Füchsin von Pachacamac

Analyse der Überlieferungen

a) Huarochirí

b) Coniraya

c) Pachacamac als Schöpfergott

d) Wakón und die Willcas

e) Diverse Märchen

Platzender Fuchsbauch, Sturz aus dem Himmel

Der hohe Anspruch des Fuchses

Phalluskult und Fruchtbarkeit

f) Von Borwiz’ Bericht

Matriarchale Strukturen und der Fuchs als Tier des Göttlich-Weiblichen

Mythenstruktur Cavillaca- und Chaupiñamca-Mythen

Übersicht der Verbindungen Cavillaca-Chaupiñamca-Fuchs

Resumé

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung des Fuchses in den Mythen Alt-Perus und analysiert dessen Rolle im Kontext der indigenen Kosmologie, insbesondere im Spannungsfeld zwischen den ursprünglichen matriarchalen Strukturen der Küstenbewohner und dem späteren patriarchalischen Einfluss der Inka-Invasoren.

  • Die mythische Darstellung des Fuchses als Schöpferwesen und Kulturbringer.
  • Die Verbindung des Fuchses zu den Gottheiten des Mondes und der Erde.
  • Die Analyse der Konfrontation zwischen den indigenen "Mondtieren" und den sonnenorientierten Gottheiten der Invasoren.
  • Die kulturwissenschaftliche Einordnung des Fuchses als Symbol des Göttlich-Weiblichen.

Auszug aus dem Buch

Die goldene Füchsin von Pachacamac

Jegliche Betrachtung des Fuchses als Tier der Gottheiten Alt-Perus muss notwendigerweise beginnen mit dem Idol der goldenen Füchsin, die einst in einer Tempelhöhle des Heiligtums des Gottes Pachacamac beim gleichnamigen Ort gefunden wurde, und die früher auf einer Anhöhe gestanden haben soll, den Gott selbst symbolisierend, sowie mit der Darstellung der als Tantañamoc bezeichneten toten Füchsin am Ortseingang von Pachacamac.

Zahlreiche Autoren erwähnen die Verehrung der Füchsin: Cieza de Léon schreibt, dass eine Füchsin in hohem Ansehen gehalten und im Tempel von Pachacamac verehrt wurde. Mit Ausnahme der Feudalherren, Priester und „jenen, die dort an den Folgen ihrer Wallfahrt verstarben“ (soll heißen: geopfert wurden!) war es jedem, der nicht zu den Huacas gehörte, verboten, dort einzudringen. Calancha ergänzt, dass man beim Idol Füchsinnen opferte, und Ravines behauptet, dass man auf Grund verschiedener Aussagen von Zeugen und Dokumente wisse, „dass die Priester von Pachacamac sich Füchse und Hunde hielten.“ Noch heute wird in der Gegend von Chancay der Fuchs „Perro de las Apus“ - Hund der Herren - genannt. Albornoz sagt ganz klar, dass Pachacamac ein Huaca in Gestalt einer Füchsin aus Gold sei, welche sich auf einer von Menschenhand errichteten Anhöhe befand und nun beim Dorf von Pachacamac liegt.

„Pachacamac“ ist der Name, den die Inka, die als Invasoren ins alte Peru einfielen, der zuvor als „Ychsma“ bekannten Gottheit gaben. Er ist mit der Fruchtbarkeit, dem Mond, der Nacht, der Erde und der Unterwelt gleichermaßen verbunden. Er hat die Macht, die Erde erbeben zu lassen, Krankheiten zu heilen und ist auch das Oberhaupt der Verstorbenen, an ihrem Lebenszyklus teilhabend. Zugleich ist er auch ein Erneuerer der Welt, der mit Feuer und Wasser alles zerstörte. Alle diese Eigenschaften bis auf die letztgenannte hat er jedoch nicht allein inne, sondern teilt sie sich mit der Erdgöttin namens Pachamama, d. h. mit der archaischen Großen Göttin an sich, von der Pachamama lediglich ein Aspekt darstellt. Wenn man davon ausgeht, dass global zuerst weiblich geprägte Gesellschaften vorherrschten, hätte er im Lauf der Zeit die Macht von der Göttin übernommen, wovon auch seine Eigenschaften als Erneuerer zu künden scheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

Die goldene Füchsin von Pachacamac: Einführung in die historische Verehrung der Füchsin im Heiligtum von Pachacamac und ihre Verknüpfung mit den Erd- und Mondgottheiten der Region.

Analyse der Überlieferungen: Detaillierte Untersuchung spezifischer Mythenkomplexe (Huarochirí, Coniraya, Pachacamac, Wakón), in denen der Fuchs eine zentrale Rolle einnimmt.

Matriarchale Strukturen und der Fuchs als Tier des Göttlich-Weiblichen: Diskussion über die Identifizierung der Erdgöttin Pachamama und die symbolische Rolle des Fuchses im Kontext archaischer Muttergottheiten.

Mythenstruktur Cavillaca- und Chaupiñamca-Mythen: Strukturvergleich der Mythen von Cavillaca und Chaupiñamca hinsichtlich ihrer gemeinsamen Motive und der Fuchs-Beziehung.

Übersicht der Verbindungen Cavillaca-Chaupiñamca-Fuchs: Tabellarische Gegenüberstellung und Synthese der mythologischen Verknüpfungen.

Resumé: Zusammenführende Betrachtung des Fuchses als zentrales Symbol der besiegten, vermutlich matriarchal geprägten Kultur Alt-Perus.

Schlüsselwörter

Fuchs, Pachacamac, Pachamama, Alt-Peru, Huarochirí, Matriarchat, Mondgöttin, Mythologie, Tantañamoc, Schamanismus, Fruchtbarkeit, Indigene Völker, Sonnengötter, Symbolik, Anden

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mythologische Bedeutung des Fuchses in den Kulturen Alt-Perus und wie sich dessen Symbolik durch die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen – von matriarchalen zu patriarchalischen Systemen – gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die andine Mythenforschung, die Rolle von Tieren in indigenen Religionen, die Auswirkungen von Invasionen auf religiöse Paradigmen und die Bedeutung des Fuchses als Symbol für Mond und Erde.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Fuchs als wichtigstes Tier der alten, lunar geprägten Kultur zu identifizieren und aufzuzeigen, wie er in späteren, von Inka-Einflüssen geprägten Mythen als Tricksterfigur umgedeutet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Mythenanalyse durchgeführt, die archäologische und kulturhistorische Quellen (wie Huarochirí-Manuskripte und Berichte von Chronisten) einbezieht und mit ethnologischen Theorien zu matriarchalen Strukturen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Überlieferungen wie den Mythos um die "Goldene Füchsin", die Geschichten von Coniraya und Wakón sowie die Rolle von Fuchssymbolen in Ritualen und beim Kanalbau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Alt-Peru, Pachacamac, Matriarchat, Mondsymbolik, Mythenanalyse und die spezifische Bedeutung des Fuchses in den andinen Kulturen charakterisiert.

Warum wird der Fuchs oft mit negativen Eigenschaften belegt?

Laut der Arbeit ist diese negative Darstellung das Resultat einer gezielten Umdeutung durch die Inka-Invasoren, um das Symboltier der unterdrückten matriarchalen Kultur als "Trickster" oder "Feind" herabzuwürdigen.

Welche Rolle spielt die Erstarrung zu Stein in den untersuchten Mythen?

Die Verwandlung von Gottheiten oder der Füchsin in Stein wird als ein universelles Motiv gedeutet, das die Bannung oder das Ende einer archaischen, weiblich geprägten Machtstruktur durch androzentrische Kräfte symbolisiert.

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Details

Title
Der Fuchs als Tier der Gottheiten Alt-Perus
Author
Klaus Mailahn (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V134215
ISBN (eBook)
9783640421336
ISBN (Book)
9783640421619
Language
German
Tags
Fuchs; Schakal; Matriarchat; Mythologie; Kult; Volksglaube
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Mailahn (Author), 2009, Der Fuchs als Tier der Gottheiten Alt-Perus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134215
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