Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Monetary theory and policy

Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks / Emergency Liquidity Assistance (ELA)

Modell zur optimalen Reaktion auf Liquiditätsschocks mit Dynare Simulation

Title: Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks / Emergency Liquidity Assistance (ELA)

Diploma Thesis , 2009 , 84 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Berninger (Author)

Economics - Monetary theory and policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit sollen Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks anhand eines Liquiditätsmodells* untersucht werden, um daraus Implikationen für zukünftige Liquiditäts-ereignisse und eine optimierte Finanzmarktregulierung ableiten zu können. Die zentrale Problemstellung liegt darin begründet, wie eine optimale geldpolitische Intervention der Zentralbank bei Liquiditätsschocks unter Berücksichtigung der Trade-Offs ausgestaltet und bewertet werden kann. Die Motivation für die Untersuchung von Liquiditätsschocks beruht auf der aktuellen Liquiditätskrise, in deren Verlauf Zentralbanken weltweit Geschäftsbanken eine sogenannte Emergency Liquidity Assistance (ELA) bzw. einen Lender of Last Resort (LOLR) zur Verfügung stellten. Obwohl die Abgrenzung zwischen einem Liquiditätsschock und einer Liquiditätskrise nicht eindeutig ist und diese unterschiedliche Ursachen haben können bzw. unterschiedliche Stadien des gleichen Phänomens darstellen, erscheint eine Extrapolation der Ergebnisse aus der Analyse von Liquiditätsschocks im Modellkontext, auf Ereignisse wie die
aktuelle Liquiditätskrise, plausibel. Der theoretische Teil der Analyse basiert auf dem Liquiditätsmodell von Sauer* (2007a, Kapitel 2ff), und wird um eine empirische Zusammenfassung der geldpolitischen Reaktion der
Europäischen Zentralbank im Verlauf der aktuellen Liquiditätskrise ergänzt. Von unterschiedlichen Autoren werden zahlreiche historische Liquiditätsschocks identifiziert.
So untersuchte bspw. Neely (2004, S. 31ff) für die USA die Reaktion der Federal Reserve Bank (FED) auf drei Liquiditätsschocks im Zeitraum 1987 bis 2001.3 Zwar waren diese
Schocks zum einen sehr heterogen in Bezug auf die Ursachen sowie die lokalen und globalen Auswirkungen, dennoch reagierte die FED in allen drei Fällen auf die Finanzmarktturbulenzen
als Lender of Last Resort (LOLR), um die Folgen für die Realwirtschaft und die Zahlungsverkehrssysteme abzufedern (vgl. Neely 2004, S. 40). Im Rahmen dieser Arbeit sollen gezielt die Auswirkungen der Zentralbankintervention im Modellkontext untersucht werden, da dies eine Systematisierung der Problematik und einen Vergleich unterschiedlicher Lösungsansätze ermöglicht. Eine große Bedeutung wird dabei dem Moral Hazard der Banken in Bezug auf die Ausgestaltung der regelbasierten Zentralbankintervention(LOLR) beigemessen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Analyse der Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks

2.1 Transformation des Ausgangsmodells

2.1.1 Zeitliche Struktur des transformierten Modells

2.1.2 Der Interbankenmarkt

2.1.3 Der Kreditverbriefungsmarkt

2.1.4 Der Liquiditätsschock ohne Zentralbankintervention

2.1.5 Intervention der Zentralbank auf dem Interbankenmarkt

2.2 Statische Analyse des Modells

2.2.1 Analyse ohne Zentralbankintervention

2.2.2 Analyse der diskretionären Zentralbankintervention

2.2.3 Analyse der regelbasierten Zentralbankintervention

2.2.3.1 Unbegrenzter Lender of Last Resort

2.2.3.2 Begrenzter Lender of Last Resort

2.2.3.3 LOLR begrenzt auf große Liquiditätsschocks

2.2.3.4 Optimaler Lender of Last Resort

2.2.4 Gewichtung der Preis- und Outputlücke

2.3 Dynamische Analyse

2.3.1 Das dynamische Modell

2.3.2 Simulation ohne Zentralbankintervention

2.3.3 Simulation mit diskretionärer und regelbasierter Zentralbankintervention

2.3.4 Analyse der Persistenz in den Lag-Parametern

2.3.5 Gewichtung der Outputlücke im dynamischen Kontext

3 Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank

4 Liquiditätsregulierung bei Banken

5 Schlussfolgerungen und kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks mittels eines Liquiditätsmodells, um daraus Implikationen für künftige Ereignisse und eine optimierte Finanzmarktregulierung abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert auf die optimale Gestaltung geldpolitischer Interventionen unter Berücksichtigung von Trade-Offs wie Finanzmarktstabilität und Moral Hazard.

  • Analyse des "Lender of Last Resort" (LOLR) im Modellkontext
  • Vergleich diskretionärer ELA (Emergency Liquidity Assistance) mit regelbasierten Ansätzen
  • Integration des Bankkapitalkanals in ein makroökonomisches Modell
  • Dynamische Simulation der Wirkungsmechanismen mittels Dynare
  • Kritische Bewertung der aktuellen Liquiditätsregulierung (LiqV/MaRisk)

Auszug aus dem Buch

2.1.4 Der Liquiditätsschock ohne Zentralbankintervention

Der Liquiditätsschock wird bei Sauer (2007a, S. 9, 14ff) als Präferenzschock bei den Investoren konzipiert, welcher jedoch nicht weiter konkretisiert wird. Im transformierten Modell wird die Konkretisierung vorgenommen. Die Präferenzänderung wird durch einen Kreditlinienschock ausgelöst. Die Banken haben in t = 0 Kreditlinien in unbekanntem Umfang gewährt, ohne jedoch ausreichend Liquidität zur Gewährung dieser Linien zurückzulegen. Grund ist die Nominalrendite von Null auf liquide Mittel und die damit verbundenen hohen Opportunitätskosten einer zusätzlichen Liquiditätsreserve. Die Kreditlinien verpflichten die Banken früher als geplant in t = 1, Kreditverbriefungen von der SPE anzukaufen bzw. dieser außerplanmäßige Liquidität zur Verfügung zu stellen.

D.h., alle Banken werden in gleichem Maße durch den Kreditlinienschock beansprucht und zu Verkäufen auf dem Interbankenmarkt in t = 1 gedrängt. Wie in Kapitel 2.1.2 bereits erläutert, kann der Preis der Commercial Paper (q) große Liquiditätsschocks jedoch nicht kompensieren, weil nicht ausreichend Liquidität im Interbankenmarkt zur Verfügung steht. In der Folge müssen die Banken einen Teil ihrer Commercial Paper liquidieren, um den Kreditlinienschock auszugleichen. Die Liquidationen haben jedoch negative Folgen für den Kreditverbriefungsmarkt bzw. die SPE. Aufgrund der Liquidation der CP wird die Eigenkapitalbasis der SPE und folglich das Produktionspotential für die nächste Periode t = 2 verringert. In t = 2 sinkt die Kreditvergabe an Unternehmen und das Angebot an Verbriefungen, das von den Banken und Arbeitern aufgekauft wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks und Erläuterung der Motivation sowie des methodischen Aufbaus der Arbeit.

2 Analyse der Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks: Detaillierte mathematische Modellierung und Untersuchung verschiedener Interventionsszenarien (statisch und dynamisch) sowie deren Auswirkungen auf Banken und Realwirtschaft.

3 Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank: Empirischer Überblick über die geldpolitischen Reaktionen der EZB während der aktuellen Finanzkrise unter Nutzung realer Marktdaten.

4 Liquiditätsregulierung bei Banken: Kritische Diskussion bestehender Regulierungsansätze wie LiqV und MaRisk im Hinblick auf Prozyklität und systemische Risiken.

5 Schlussfolgerungen und kritische Würdigung: Zusammenfassende Bewertung der Modellergebnisse und kritische Reflexion der Robustheit sowie der Grenzen des gewählten Ansatzes.

Schlüsselwörter

Liquiditätsschock, Zentralbankintervention, Lender of Last Resort, ELA, Interbankenmarkt, Kreditverbriefung, Moral Hazard, Geldpolitik, Finanzmarktregulierung, Liquiditätsrisiko, DSGE, Dynare, Commercial Paper, Eigenkapital, Finanzkrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Zentralbanken bei Liquiditätsschocks effektiv intervenieren können, um Finanzmarktturbulenzen abzufedern und die Realwirtschaft zu stützen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die Arbeit behandelt die Modellierung von Bankenverhalten, Interbankenmärkte, die Rolle von "Lender of Last Resort"-Fazilitäten und die Interaktion mit der Bankenregulierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine optimale Strategie für Zentralbanken zu identifizieren, die den "Moral Hazard" bei Banken minimiert und gleichzeitig die Stabilität des Finanzsystems sichert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt ein mikro-fundiertes "Macro-Finance"-Modell, das statisch analysiert und anschließend mittels dynamischer stochastischer allgemeiner Gleichgewichtsmodelle (DSGE) unter Verwendung der Software Dynare simuliert wird.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden verschiedene Interventionsszenarien – von diskretionär bis regelbasiert – mathematisch hergeleitet und ihre Effekte auf Produktion und Preisniveau verglichen.

Welche Charakteristika definieren diese Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von theoretischer Modellierung, numerischer Simulation und einem empirischen Abgleich mit den EZB-Daten der Finanzkrise aus.

Was ist der spezifische Mehrwert der "Transformation des Modells"?

Die Transformation ermöglicht es, den Bankkapitalkanal und die Rolle von Zweckgesellschaften (SPE) explizit in das Modell zu integrieren, was die Analyse moderner Kreditverbriefungsmechanismen erlaubt.

Wie unterscheidet sich die "diskretionäre ELA" vom "LOLR"?

Die diskretionäre ELA wird von Marktteilnehmern nicht antizipiert, während ein "Lender of Last Resort" (LOLR) ein regelbasiertes Regime darstellt, das Banken in ihrem Optimierungskalkül einpreisen können.

Warum ist das Ergebnis der dynamischen Simulation kritisch zu sehen?

Der Autor weist darauf hin, dass das Modell bei einer gewissen Parameterwahl (omega-Variation) an Schwachstellen stößt, da die Nichtnegativitätsbedingung für einige Variablen in der numerischen Simulation nicht immer gewährleistet ist.

Excerpt out of 84 pages  - scroll top

Details

Title
Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks / Emergency Liquidity Assistance (ELA)
Subtitle
Modell zur optimalen Reaktion auf Liquiditätsschocks mit Dynare Simulation
College
University of Bayreuth  (Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,7
Author
Christian Berninger (Author)
Publication Year
2009
Pages
84
Catalog Number
V134249
ISBN (eBook)
9783640417124
ISBN (Book)
9783640412211
Language
German
Tags
ELA Liquiditätsschock Optimale Liquiditätsversorgung Zentralbankintervention LOLR Liquiditätskrise Liquidity Shock Emergency liquidity assistance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Berninger (Author), 2009, Zentralbankinterventionen bei Liquiditätsschocks / Emergency Liquidity Assistance (ELA), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134249
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  84  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint