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Konfliktpotenziale asymmetrischer Paarbeziehungen in der deutschsprachigen Literatur. Eine vergleichende Analyse von "Der Vorleser" von Schlink und "Agnes" von Stamm

Título: Konfliktpotenziale asymmetrischer Paarbeziehungen in der deutschsprachigen Literatur. Eine vergleichende Analyse von "Der Vorleser" von Schlink und "Agnes" von Stamm

Tesis (Bachelor) , 2022 , 40 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Deborah Ghit (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand der zwei literarischen Werke "Der Vorleser" von Schlink und Stamms "Agnes" Erkenntnisse über typische Verhaltensmuster in scheiternden Paarbeziehungen zu gewinnen sowie deren tieferliegenden Konfliktpotenziale näher zu beleuchten. Hierbei liegt der Fokus auf einer ausführlichen Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie der Entwicklungsverläufe der Beziehungen in den Vergleichswerken. Die Frage, inwiefern sich die Hauptfiguren zwischen gesellschaftlichen Konventionen und selbstbestimmtem Handeln bewegen, wird hierbei verfolgt.

Die Thematik der asymmetrischen Paarbeziehung greift die deutsche Literatur in verschiedenster Weise auf. Peter Stamm erzählt in seinem 1998 veröffentlichtem Roman 'Agnes' von solch einer ungleichen Beziehung sowie dem Balanceakt zwischen Fiktion und Realität, ebenfalls Bernhard Schlink in seinem 1995 erschienenen und mehrfach ausgezeichnetem Werk 'Der Vorleser'. Die zentralen Figuren müssen sich den Herausforderungen ungleicher Partnerschaften stellen und den damit verbundenen Balanceakt zwischen gesellschaftlichen Konventionen und Selbstbestimmung meistern. Eine vergleichende Analyse lässt Parallelen in den beiden erfolgreichen Romanen des ausgehenden 20. Jahrhunderts ziehen, die sich als Konfliktpotenziale asymmetrischer Paarbeziehungen summieren lassen.

Bis hin zur Jahrtausendwende stieg die Scheidungsrate in Deutschland um mehr als ihr Vierfaches. Auch die jüngeren Generationen kommunizieren zunehmend offen in den sozialen Netzwerken über ungleiche Paarbeziehungen unter der Bezeichnung der "Toxic Relationships". Was Beziehungen in Ungleichgewicht versetzt und letzten Endes zum Scheitern bringt, ist demnach eine berechtigte Frage. Machtgefälle zwischen Beziehungspartnern, fehlende Kommunikation, aber auch Diskrepanzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit sind nur einige der zu nennenden Faktoren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN

2.1 PAARBEZIEHUNGEN

2.2 KONFLIKTPOTENZIALE ASYMMETRISCHER PAARBEZIEHUNGEN

2.2.1 FIKTION UND WIRKLICHKEIT

2.2.2 DOMINANZ UND MACHTGEFÄLLE

2.2.3 NÄHE-DISTANZ-VERHÄLTNIS

2.2.4 IDENTITÄT ZWISCHEN KONVENTIONEN UND SELBSTBESTIMMUNG

3. AGNES VON PETER STAMM

3.1 FIGUREN

3.1.1 AGNES

3.1.2 DER ICH-ERZÄHLER

3.2 ANALYSE DER PAARBEZIEHUNG

3.2.1 FIKTION UND WIRKLICHKEIT

3.2.2 DOMINANZ UND MACHTGEFÄLLE

3.2.3 NÄHE-DISTANZ-VERHÄLTNISSE

3.2.4 ZWISCHEN KONVENTIONEN UND SELBSTBESTIMMUNG

4. DER VORLESER VON BERNHARD SCHLINK

4.1 FIGUREN

4.1.1 MICHAEL BERG

4.1.2 HANNAH SCHMITZ

4.2 ANALYSE DER PAARBEZIEHUNG

4.2.1 FIKTION UND WIRKLICHKEIT

4.2.2. DOMINANZ UND MACHTGEFÄLLE

4.2.3 NÄHE-DISTANZ-VERHÄLTNIS

4.2.4 ZWISCHEN KONVENTIONEN UND SELBSTBESTIMMUNG

5. GEGENÜBERSTELLUNG DER PAARBEZIEHUNGEN

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, anhand der Romane Agnes von Peter Stamm und Der Vorleser von Bernhard Schlink typische Verhaltensmuster und zugrunde liegende Konfliktpotenziale in asymmetrischen Paarbeziehungen zu analysieren, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Konventionen und individueller Selbstbestimmung liegt.

  • Analyse von Machtstrukturen und Dominanzverhältnissen in ungleichen Partnerschaften.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Fiktion und Wirklichkeit bei der Partnerwahrnehmung.
  • Beurteilung von Nähe-Distanz-Verhältnissen und deren Einfluss auf die Bindungsfähigkeit.
  • Diskussion der Identitätsbildung im Kontext gesellschaftlicher Konventionen und persönlicher Autonomie.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Fiktion und Wirklichkeit

Um auf die Grundfragen der theoretischen Annäherung an die Begriffe Fiktion und Wirklichkeit zurückzukommen, werden sie an dieser Stelle kontextnah verdeutlicht: Inwiefern werden Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen auf die andere Person projiziert, welche Folgen haben Diskrepanzen und wie beeinflussen diese die Vorstellung des Paares?

Bei dem zu analysierenden Paar aus dem Roman Agnes wird schnell ersichtlich, dass die Ebene des Fiktion-Realitäts-Verhältnisses eines der größten Konfliktpotenziale für das Paar darstellt, da es schlussendlich zur vorzeitigen Auflösungsphase der Beziehung führt. Die gesamte Handlung zeigt miteinander verwobene Wirklichkeitsebenen, die situativ in Beziehung miteinander gesetzt werden. Die gelebte Wirklichkeit von Agnes und dem Erzähler liefert den Stoff für die Fiktion, während das Geschriebene sich wiederum auf die Romanwirklichkeit auswirkt. Die beiden Ebenen stehen in dem Sinne in einer reziproken Beziehung zueinander, lenken zunehmend Emotionen und Ereignisse (vgl. ebd., 67 f., 108 f.).

Bereits am Tag nach dem ersten Treffen holt die Fantasie des Ich-Erzählers die Wirklichkeit ein und deutet ein Verhaltensmuster an, dass sich von nun an durch die gesamte Handlung ziehen wird: „In meinem Kopf war unsere Beziehung viel weiter gediehen als in Wirklichkeit. Ich begann schon, mir über sie Gedanken zu machen, hatte schon Zweifel, dabei hatten wir uns noch nicht einmal verabredet“ (ebd., 17). Hinweise auf fehlende Grenzschichten zur Realität können bereits hier erkannt werden. Grundsätzlich sind drei hauptsächliche Überschneidungspunkte der beiden Ebenen zu verorten: Ab dem Zeitpunkt, bei dem die Fiktion die Gegenwart erreicht und schließlich in die Zukunft vordringt (vgl. Stamm 2009, 63), bis hin zu dem Empfinden, dass Agnes von nun an das Geschöpf des Erzählers sei (vgl. ebd., 62).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik asymmetrischer Paarbeziehungen und Vorstellung der Forschungsfrage unter Einbeziehung der Vergleichswerke.

2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN: Theoretische Herleitung zentraler Konzepte wie Paarbeziehung, Macht, Nähe-Distanz und Fiktion als Grundlage für die literarische Analyse.

3. AGNES VON PETER STAMM: Detaillierte Charakterisierung der Figuren und Analyse ihres Beziehungsverlaufs unter Berücksichtigung von Fiktion, Macht und Identität.

4. DER VORLESER VON BERNHARD SCHLINK: Untersuchung der Beziehung zwischen Michael und Hanna mit Fokus auf ihre komplexen Persönlichkeitszüge und destruktive Dynamiken.

5. GEGENÜBERSTELLUNG DER PAARBEZIEHUNGEN: Synthetische Betrachtung der Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden Werken in den identifizierten Konfliktfeldern.

6. FAZIT: Zusammenfassende Bestätigung der gewählten Analyseaspekte als typische Konfliktpotenziale in asymmetrischen Beziehungen.

Schlüsselwörter

Asymmetrische Paarbeziehungen, Machtgefälle, Dominanz, Fiktion, Wirklichkeit, Nähe-Distanz-Verhältnis, Identität, Selbstbestimmung, Literaturanalyse, Konfliktpotenzial, Bindungsunfähigkeit, Schuldfrage, Emotionale Gewalt, Beziehungsdynamik, Agnes

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht asymmetrische Paarbeziehungen in der deutschsprachigen Literatur, indem sie spezifische Konfliktpotenziale wie Machtmissbrauch und den Balanceakt zwischen Fiktion und Realität aufdeckt.

Welche Romane werden als zentrale Fallbeispiele verwendet?

Die Analyse konzentriert sich auf die Romane Agnes von Peter Stamm und Der Vorleser von Bernhard Schlink.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, typische Verhaltensmuster in krisenhaften oder scheiternden Beziehungen zu identifizieren und die tieferliegenden Konfliktpotenziale der Figuren herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die durch soziologische und psychologische Begriffsdefinitionen fundiert ist.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Figurenkonstellationen, Machtstrukturen, Nähe-Distanz-Dynamiken sowie dem Spannungsfeld zwischen Konventionen und Selbstbestimmung in beiden Romanen.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie asymmetrische Beziehungen, Machtgefälle, Identitätsbildung, Fiktions-Realitäts-Diskrepanzen und Beziehungsunfähigkeit charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Fiktion in Agnes?

In Agnes fungiert die Fiktion als aktives Gestaltungsmittel, mit dem der Erzähler versucht, die Realität und Identität der Partnerin zu kontrollieren, was schließlich in eine destruktive Spirale mündet.

Warum spielt das Thema Schuld in Der Vorleser eine entscheidende Rolle?

Die Schuldfrage ist deshalb zentral, da Michael mit der NS-Vergangenheit Hannas konfrontiert wird, was das Fundament seiner Liebe erschüttert und ihn in ein Dilemma zwischen Verurteilung und emotionaler Bindung stürzt.

Final del extracto de 40 páginas  - subir

Detalles

Título
Konfliktpotenziale asymmetrischer Paarbeziehungen in der deutschsprachigen Literatur. Eine vergleichende Analyse von "Der Vorleser" von Schlink und "Agnes" von Stamm
Universidad
University of Education Ludwigsburg  (Deutsch)
Calificación
1,3
Autor
Deborah Ghit (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
40
No. de catálogo
V1342651
ISBN (PDF)
9783346853370
ISBN (Libro)
9783346853387
Idioma
Alemán
Etiqueta
Beziehung Stamm Schlink Paaranalyse Literaturvergleich toxische Bezihungen Partner deutsche Literatur Konfliktpotenzial Asymmetrie Analyse Der Vorleser Agnes toxic relationship
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Deborah Ghit (Autor), 2022, Konfliktpotenziale asymmetrischer Paarbeziehungen in der deutschsprachigen Literatur. Eine vergleichende Analyse von "Der Vorleser" von Schlink und "Agnes" von Stamm, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1342651
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Extracto de  40  Páginas
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