Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Heimerziehung in Deutschland und England. Ein Vergleich

Titel: Heimerziehung in Deutschland und England. Ein Vergleich

Hausarbeit , 2009 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Carolin Weigand (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der internationale Vergleich wird aufgrund evidenter Faktoren der modernen Gesellschaft mit Sicht auf eine wissenschaftliche und praktische Annäherung an internationale Gegebenheiten immer bedeutender. Bereits 1930 stellte Alice Salomon fest, dass die Welt „kleiner geworden ist“ (Alice Salomon 1930; zit. in Hering 2007, S. 59). Sie schreibt in ihrem Buch „Warum internationale Wohlfahrtspflege notwendig ist“: „Es gibt im Kulturkreis der heutigen Menschheit kein Land mehr, das sich selbst genügt und ohne Beziehungen zu anderen Ländern bestehen kann. Die Länder sind voneinander abhängig, in wirtschaftlicher, sozialer, geistig-sittlicher Beziehung" (Salomon 1930; zit. in Hering 2007, S. 59). Diese Aussage von der Pionierin der Sozialen Arbeit hat heute mehr Bedeutung denn je. In Zeiten von Internationalisierung, Europäisierung und Globalisierung wird die internationale Perspektive unerlässlich. Der Vergleich ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Werkzeug, um ein besseres Verständnis der pädagogischen Prozesse im Allgemeinen, aber auch der einzelnen Systeme, wie z.B. die Heimerziehung im Besonderen, zu erhalten. Ziel dieser Arbeit ist es, „über den eigenen Tellerrand“ hinauszuschauen und die Heimerziehung in Deutschland und England in einigen Teilbereichen miteinander zu vergleichen. Sie soll Beispiel dafür sein, wie durch das Feststellen von Kongruenzen, Affinitäten aber auch Divergenzen der Blick für das eigene System geschärft werden kann, um im Anschluss Zukunftsperspektiven für das eigene Land anzuregen und zu diskutieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heimerziehung in Deutschland und England

2.1. Residential child care in England

2.2. Heimerziehung in Deutschland

3. Aktuelle statistische Daten und Trends zur Heimerziehung in England und Deutschland

4. Aufbau und Fragestellung des Vergleichs

5. Verschiedene Aspekte der Heimerziehung in England und Deutschland im Vergleich

5.1. Professionalität der pädagogischen Fachkräfte im Vergleich

5.1.1. Professionalität der Fachkräfte in England

5.1.2. Professionalität der Fachkräfte in Deutschland

5.1.3. Juxtaposition der Professionalität

5.1.4. Komparation der Professionalität in Großbritannien und Deutschland

5.2. Rechtssysteme der Jugendhilfen im Vergleich

5.2.1. Rechtssystem in England

5.2.2. Rechtssystem in Deutschland

5.2.3. Juxtaposition der Rechtssysteme

5.2.4. Komparation der Rechtssysteme in Großbritannien und Deutschland

6. Resümee

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Unterschiede in den Systemen der Heimerziehung in Deutschland und England, um durch einen internationalen Vergleich Divergenzen und Gemeinsamkeiten aufzudecken. Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die variierenden Fremdplatzierungsquoten zu analysieren und daraus Konsequenzen sowie Zukunftsperspektiven für die Soziale Arbeit in Deutschland abzuleiten.

  • Vergleich der Professionalisierungsgrade pädagogischer Fachkräfte
  • Analyse der gesetzlichen Grundlagen (Children Act 1989 vs. KJHG)
  • Statistische Auswertung der Fremdunterbringungsquoten
  • Diskussion von institutionellen Betreuungsstandards
  • Perspektiven für die Soziale Arbeit in Deutschland

Auszug aus dem Buch

5.1.1. Professionalität der Fachkräfte in England

Wolfgang Trede und Nicola Madge beschäftigten sich mit dem „Professionalisierungsgrad“ von pädagogischen Fachkräften in der Heimerziehung in verschiedenen Ländern und stellten im Ländervergleich erhebliche Unterschiede fest. England lag bei ihren Untersuchungen am unteren Ende der Professionalisierungsskala. Madge bezieht sich bei ihren Forschungen auf den „Warner Inquiry“, der 1992 eine Quote von 80% unausgebildeter Kräfte beim Personal in der Heimerziehung ermittelte (vgl. Madge 1994, S. 90ff.). Eine neuere Untersuchung aus dem Jahre 2004 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, welches davon ausgeht, dass nur etwa 30% der Mitarbeiter in der Heimerziehung eine „relevante“ fachliche Qualifikation vorweisen können (vgl. Cameron 2004, S. 148).

In Großbritannien ist der Bezugspunkt für die Ausbildungen von Mitarbeitern für die Heimerziehung die social work. Es werden Kurzzeitausbildungen mit einer Dauer von zwei Jahren angeboten, die mit dem nicht graduierten Abschluss Diploma of Social Work (DipSW) enden. Diese Form der nichtakademischen Ausbildung nimmt fast 90% aller Ausbildungen für den Bereich der social work ein. Nicola Madge kommt in ihren Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Ausbildung auf der Basis des DipSW sehr allgemein und oberflächlich ist, sodass immer wieder die Frage aufkommt, ob diese Art des Abschlusses überhaupt für den speziellen Teil des residential child care innerhalb der social work geeignet ist oder ob es eine spezielle Profession geben sollte (vgl. Madge 1994, S. 97). In Schottland wurden erste Umstrukturierungsversuche unternommen, ein DipSW speziell für residential child care work einzuführen, diese sind bisher aber eher die Seltenheit (vgl. Madge 1994, S. 97).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Bedeutung des internationalen Vergleichs in der Sozialen Arbeit, um durch die Untersuchung anderer Systeme das eigene Verständnis für pädagogische Prozesse zu schärfen.

2. Heimerziehung in Deutschland und England: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten wie „Heimerziehung“ und „residential child care“ definiert, um eine gemeinsame Grundlage für den weiteren Vergleich zu schaffen.

3. Aktuelle statistische Daten und Trends zur Heimerziehung in England und Deutschland: Hier werden Fremdplatzierungsquoten aus dem Jahr 2004 gegenübergestellt, wobei deutliche Unterschiede in der Häufigkeit und den bevorzugten Unterbringungsformen in beiden Ländern sichtbar werden.

4. Aufbau und Fragestellung des Vergleichs: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, bei der anhand von zwei Teilbereichen – Professionalität und Rechtssysteme – die Unterschiede der nationalen Politiken analysiert werden.

5. Verschiedene Aspekte der Heimerziehung in England und Deutschland im Vergleich: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Professionalisierungsgrades des Personals sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen, inklusive deren Gegenüberstellung und Analyse.

6. Resümee: Hier werden die Ergebnisse des Vergleichs zusammengefasst und Konsequenzen für die Soziale Arbeit in Deutschland diskutiert, insbesondere im Hinblick auf Professionalisierungsstandards.

7. Fazit: Das Fazit betont den Wert des internationalen Austauschs für die Weiterentwicklung der eigenen Praxis und fordert dazu auf, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Handlungsschritte zu überführen.

Schlüsselwörter

Heimerziehung, Deutschland, England, internationaler Vergleich, Professionalität, Sozialpädagogik, Fremdplatzierungspolitik, Kinder- und Jugendhilfegesetz, Residential child care, Soziale Arbeit, Fachkräfte, Gesetzgebung, Sozialarbeit, Kinderwohl, Jugendhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Strukturen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und Professionalisierungsstandards der Heimerziehung in Deutschland und England.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Qualifikation des pädagogischen Personals sowie die rechtlichen Grundlagen für Fremdunterbringungen in beiden Ländern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für unterschiedliche Fremdplatzierungspolitiken zu verstehen und durch den Vergleich Impulse zur Verbesserung der Sozialen Arbeit in Deutschland zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein systematischer, vierstufiger Vergleichsprozess (Deskription, Interpretation, Juxtaposition und Komparation) nach Hilker angewendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Professionalität der Fachkräfte und die gesetzlichen Vorgaben wie den „Children Act“ in England und das „KJHG“ in Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Heimerziehung, internationaler Vergleich, Professionalisierung, Jugendhilfe und Fremdplatzierungspolitik.

Warum wird in Deutschland das Heim der Pflegefamilie vorgezogen?

Die Arbeit führt dies unter anderem auf das historisch gewachsene, stärker heimerziehungszentrierte System in Deutschland und den hohen Professionalisierungsgrad des Personals zurück.

Inwiefern unterscheidet sich die Ausbildung des Personals?

In England dominieren kürzere, allgemeinere Ausbildungen (DipSW), während in Deutschland eine längere, spezifischere Ausbildung zum Erzieher oder ein akademisches Studium der Sozialpädagogik üblich ist.

Welche Rolle spielt die Gesetzgebung bei der Platzierung?

Die Gesetze prägen die Eingriffsschwelle; in England wird die Erziehung in der eigenen Familie priorisiert, während in Deutschland das Recht auf Förderung das Kindeswohl stärker in den Fokus rückt.

Welches Fazit zieht die Autorin?

Der internationale Vergleich ist essenziell, um die eigene Praxis zu reflektieren und alternative Wege der Fremdunterbringung zur Stärkung des Kindeswohls zu identifizieren.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heimerziehung in Deutschland und England. Ein Vergleich
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,3
Autor
Carolin Weigand (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V134279
ISBN (eBook)
9783640417292
ISBN (Buch)
9783640413164
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heimerziehung Deutschland England Vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Weigand (Autor:in), 2009, Heimerziehung in Deutschland und England. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134279
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum