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Frauen und die Reformation

Maria von Jever

Title: Frauen und die Reformation

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Britta Wehen (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Fräulein Maria von Jever ist auch 500 Jahre nach ihren Lebzeiten eine Person, die untrennbar mit der Geschichte des Jeverlandes verbunden ist. Was macht dieses Fräulein unter den jeverschen Herrschern so besonders, dass Jever heute noch in breiten Kreisen die „Marienstadt“ genannt wird?
Ein möglicher Grund dafür ist, dass Maria viel für ihre Heimat geleistet hat. Sie erhob Jever zur Stadt, baute das Schloss zu Jever erheblich aus, vergrößerte das Gebiet durch Neueindeichungen und förderte insgesamt den Handel im friesischen Herrschaftsgebiet . Diese Gesichtspunkte sollen in der vorliegenden Arbeit in ihrer Bedeutung zwar nicht reduziert werden, doch wird das Hauptaugenmerk auf einem ganz anderen Aspekt liegen: Marias Rolle bei der Reformation des Jeverlandes.
Es soll dargestellt und hinterfragt werden, wie das Fräulein Maria zur Reformation stand. Von zentraler Bedeutung ist ebenso die Frage, welche Motivation sich hinter ihrer Haltung gegenüber der Reformation verbarg. Hierbei ist zu bedenken, dass nicht nur der religiöse Standpunkt allein ausschlaggebend gewesen sein muss: Im 16. Jahrhundert ereignete sich in ganz Deutschland Politik vor dem Hintergrund der Reformationsentwicklungen – und in zahlreichen Wechselwirkungen zu ihnen. Daher bleibt zu fragen, ob sich auch im Jeverland politische Ereignisse und kirchliche Neuerungen wechselseitig beeinflussten.
Maria wurde bereits 1517 im Alter von lediglich 17 Jahren Regentin von Jever, zunächst allerdings unter der Vormundschaft des Grafen Johann V. von Oldenburg. Ihr Vater, Edo Wiemken der Jüngere von Jever war bereits 1511 verstorben, sein einziger legitimer Sohn Christoph verstarb 1517. Somit unterstanden Maria, ihre ältere Schwester Anna sowie ihre jüngere Schwester Dorothea (die 1925 oder 1926 verstarb) dem oldenburgischen Grafen. Dieser konnte jedoch seine Vormundschaft über die Erbtöchter Jevers nicht durchsetzen, da Graf Edzard I. von Ostfriesland Herrschaftsansprüche auf Jever geltend machte . Die folgenden Jahre waren von den politischen Auseinandersetzungen mit den Ostfriesen um die Herrschaft über Jever geprägt.
Um die Reformationsentwicklungen vor diesem Hintergrund nachvollziehen und korrekt beurteilen zu können, muss daher zunächst das herrschaftliche Ringen um Jever nachgezeichnet werden. Daran anschließend soll die Reformation des Jeverlandes unter besonderer Berücksichtung der Bedeutung Marias untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jeversche Selbstbehauptung gegen ostfriesische Herrschaftsansprüche

3. Die Reformation des Jeverlandes

3.1. Beginn der Reformation ohne entscheidenden landesherrlichen Einfluss

3.2. Der Mann hinter den Kulissen – Rentmeister Remmer von Seediek

3.3. Boing von Oldersum – Ebenfalls ein Befürworter der Reformation?

3.4. Reformationsentwicklungen im Jeverland nach 1531

3.5. Das Interim von 1548 als Prüfstein für die jeversche Reformation

3.6. Endgültige Durchsetzung der Reformation in Jever

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Fräulein Maria von Jever zur Reformation im 16. Jahrhundert. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Maria zu den reformatorischen Neuerungen stand, welche Motivationen ihr Handeln leiteten und inwiefern politische Auseinandersetzungen – insbesondere die Selbstbehauptung gegen ostfriesische Herrschaftsansprüche – ihre religiösen Entscheidungen beeinflussten.

  • Die politische Rolle Maria von Jevers im Spannungsfeld zwischen Ostfriesland und Oldenburg.
  • Der Einfluss von Schlüsselfiguren wie Remmer von Seediek auf den Reformationsprozess.
  • Die Implementierung und Herausforderungen kirchlicher Rechtsordnungen im Jeverland.
  • Die Haltung der Regentin gegenüber dem kaiserlichen Interim von 1548.
  • Die Transformation vom religiös konservativen Denken hin zur offiziellen Unterstützung der Reformation.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Mann hinter den Kulissen – Rentmeister Remmer von Seediek

Remmer von Seediek zählte zu jenen Männern, die das stark humanistisch geprägte Sprachstudium – das trivium mit Grammatik, Dialektik und Rhetorik – absolviert hatten. Im Anschluss studierte Remmer außerdem Arithmetik und Geometrie, verließ die Universität Rostock jedoch ohne Abschluss. Nach seinem Studium war er mehrere Jahre für die Beaufsichtigung kirchlicher Einnahmen und Ausgaben im Kirchspiel Seediek zuständig und soll zusammen mit Heinrich Kremer 1527 in Bremen die Priesterweihe empfangen haben. Jedoch arbeitete Remmer nicht als Priester, sondern wurde als gebildeter Humanist mit Lateinkenntnissen sowie mathematischen Fertigkeiten in Kanzleien und als Berater eingesetzt. Schließlich stand Remmer nach seiner Tätigkeit in Seediek ab 1531 im Dienst des Fräulein Maria und übernahm als Quaestor die Leitung der Kanzlei im Schloss. Im Grunde genommen übte er das Amt eines Superintendenten aus, da er nicht nur an der Spitze der Verwaltung stand, sondern durch seine humanistische Bildung sowie theologischen Kenntnisse zur Oberschicht gehörte und ihm damit großer Einfluss gesichert war21.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung Maria von Jevers ein und skizziert das Forschungsziel: die Analyse ihres Verhältnisses zur Reformation vor dem Hintergrund politischer Machtkämpfe.

2. Jeversche Selbstbehauptung gegen ostfriesische Herrschaftsansprüche: Dieses Kapitel erläutert das herrschaftliche Ringen um Jever, insbesondere die Versuche der ostfriesischen Grafenfamilie Cirksena, Jever durch politische Verträge und Heiratspläne zu vereinnahmen.

3. Die Reformation des Jeverlandes: Dieser Abschnitt beleuchtet die Etablierung reformatorischer Gedanken im Jeverland, getragen durch einzelne Pfarrer sowie die strategische Unterstützung durch Berater.

3.1. Beginn der Reformation ohne entscheidenden landesherrlichen Einfluss: Die Anfänge der Bewegung werden als Initiative einzelner gebildeter Pfarrer wie Heinrich Kremer beschrieben, der die Messliturgie reformierte, während die Landesherrschaft zunächst zögerlich blieb.

3.2. Der Mann hinter den Kulissen – Rentmeister Remmer von Seediek: Hier wird Remmer von Seediek als humanistisch gebildeter Berater und Schlüsselfigur vorgestellt, der Maria von Jever maßgeblich auf den reformatorischen Weg drängte.

3.3. Boing von Oldersum – Ebenfalls ein Befürworter der Reformation?: Das Kapitel untersucht die Rolle des Drosten Boing von Oldersum und argumentiert, dass seine politische Entscheidung für die Reformation nach 1531 wegweisend war.

3.4. Reformationsentwicklungen im Jeverland nach 1531: Hier werden die erste kirchenrechtliche Mandatierung von 1532 sowie die Bemühungen um eine einheitliche Kirchenordnung zur Vereinheitlichung des Gottesdienstes thematisiert.

3.5. Das Interim von 1548 als Prüfstein für die jeversche Reformation: Dieses Kapitel analysiert Marias Reaktion auf das kaiserliche Interim von 1548, bei der sie ihre Pastoren schützte und den Übergang zur lutherischen Lehre manifestierte.

3.6. Endgültige Durchsetzung der Reformation in Jever: Der Prozess der Etablierung einer landesherrlichen Kirche unter Superintendent Rodtbart und die endgültige Festigung des evangelischen Bekenntnisses werden hier dargestellt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Marias Wandlung zur Reformation sowohl durch persönliche Einsichten als auch durch das politische Bedürfnis nach territorialer Unabhängigkeit und religiöser Konsolidierung motiviert war.

Schlüsselwörter

Maria von Jever, Reformation, Jeverland, Ostfriesland, Politik, Religion, Remmer von Seediek, Kirchenordnung, Territorialstaat, Humanismus, Konfessionalisierung, Interim, landesherrliche Souveränität, Gottesdienst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Einführung und Etablierung der Reformation in der Herrschaft Jever unter der Regentschaft von Fräulein Maria von Jever im 16. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die politische Geschichte der Herrschaft Jever, die Rolle von Beratern, die Entwicklung kirchlicher Ordnungen und die Wechselwirkung zwischen Politik und Religion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Maria von Jever zur Reformation stand, welche Motivationen (politisch vs. religiös) ihr Handeln bestimmten und ob sie den Reformprozess aktiv vorantrieb oder eher passiv zuließ.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Dokumente, Verträge, kirchlicher Mandate und biographischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Auseinandersetzung mit Ostfriesland und die chronologische Entwicklung der Reformation – von den Anfängen durch einzelne Pfarrer bis hin zur institutionellen Festigung durch landesherrliche Kirchenordnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Maria von Jever, Reformation, Jeverland, Politische Geschichte, Kirchenordnung, Konfessionalisierung, Landesherrschaft.

Welche Bedeutung hatte Remmer von Seediek für die Reformation in Jever?

Remmer von Seediek wird als der führende Kopf hinter der jeverschen Reformation identifiziert, der durch seine humanistische Bildung und theologische Kenntnis die konservative Regentin Maria entscheidend beeinflusste.

Wie reagierte Maria von Jever auf das kaiserliche Interim von 1548?

Obwohl Maria dem Kaiser gegenüber vorgab, das Interim unterstützen zu wollen, schützte sie faktisch ihre evangelischen Pastoren und verhinderte so die erzwungene Rückkehr zum vorreformatorischen Gottesdienst.

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Details

Title
Frauen und die Reformation
Subtitle
Maria von Jever
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Geschichte)
Course
Die Reformation im Nordwesten Deutschlands
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts Britta Wehen (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V134286
ISBN (eBook)
9783640417346
ISBN (Book)
9783640413348
Language
German
Tags
Maria von Jever Edo Wiemken Reformation Graf Johann Oldenburg Ostfriesland Cirksena Boing von Oldersum Graf Anton Graf Enno von Ostfriesland Heinrich Kremer Remmer von Seediek Rentmeister Interim 1548
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Britta Wehen (Author), 2008, Frauen und die Reformation , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134286
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