Im Mittelpunkt dieser schriftlichen Hausarbeit steht die Beschäftigung mit den Möglichkeiten und Grenzen von handlungs- und produktionsorientierten Arbeitsverfahren im Literaturunterricht.
Im ersten Abschnitt soll aufgezeigt werden, was unter dem Begriff „handlungs- und produktionsorientierter Unterricht“ zu verstehen ist und worin die Notwendigkeit, die Potenziale und auch Grenzen dieses Konzepts liegen.
Darauf aufbauend soll im zweiten Abschnitt der Gegenstand des „handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts“ thematisiert werden. Es sollen verschiedene Theorieansätze vorgestellt werden, die wiederum ebenfalls Basis für
die Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit, den Potenzialen und den Grenzen eines solchen didaktisch-methodischen Konzepts sein sollen.
Im dritten Abschnitt erfolgt die Anwendung der bis dahin erarbeiteten Erkenntnisse. [...]
In Form einer Unterrichtssequenz wird dargestellt, wie es ermöglicht werden kann, die Ganzschrift [Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück, Anm.] unter maßgeblicher Berücksichtigung handlungs- und
produktionsorientierter Zugänge zu erschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Handlungs- und Produktionsorientierung im Unterricht
1.1 Die historische Vielfalt der Handlungsorientierung im Unterricht
1.1.1 Konzepte der Handlungsorientierung in der Geschichte
1.1.2 Handlungsorientierung in der reformpädagogischen Bewegung
1.2 Ansätze zur Bestimmung des Begriffs „Handlungsorientierter Unterricht“
1.2.1 Handlungsorientierter Unterricht nach H. MEYER
1.2.1.1 Definition des Begriffes
1.2.1.2 Merkmale
1.2.2 Handlungsorientierter Unterricht nach H. GUDJONS
1.2.2.1 Definition des Begriffs
1.2.2.2 Merkmale
1.2.3 Handlungsorientierter Unterricht nach M. BÖNSCH
1.2.3.1 Begriffsklärung
1.2.3.2 Bestimmungsmomente und Dimensionen
1.3 Die Produktionsorientierung im Unterricht
1.3.1 Formen von Handlungsprodukten
1.3.2 Bewertung von Handlungsprodukten
1.4 Die Frage nach der Notwendigkeit von Handlungsorientiertem Unterricht
1.4.1 Die lernpsychologische Begründung
1.4.2 Entwicklungstheoretische Begründungen
1.4.3 Sozialisationstheoretische Begründungen
1.4.4 Erwerb von (neuen) Basisqualifikationen und Schlüsselkompetenzen
1.4.5 Bildungstheoretische Begründung
1.5 Handlungsorientierter Unterricht: Grenzen, Kritik, offene Fragen
1.6 Zusammenfassung
2. Handlungs- und produktionsorientierte Arbeitsverfahren im Literaturunterricht
2.1 Literaturunterricht in der Sekundarstufe I
2.1.1 Aufgaben des Literaturunterrichts in der Sekundarstufe I
2.1.2 Der gegenwärtige Literaturunterricht in der Kritik
2.2 Literaturtheoretische Grundlagen des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
2.2.1 Der rezeptionsästhetische Ansatz
2.2.2 Der poststrukturalistische Ansatz
2.3 Zum Begriff des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
2.3.1 Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht nach G. HAAS
2.3.1.1 Zugänge zur Literatur
2.3.1.2 Entwicklung des Schülers zum Leser
2.3.2 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht nach K. SPINNER
2.3.2.1 Begründung produktiver Verfahren
2.3.2.2 Identität und Identitätsorientierung
2.3.2.3 Fremdverstehen
2.3.2.4 Imagination
2.3.2.5 Gestalten
2.3.2.6 Kreatives Schreiben im Deutschunterricht
2.3.3 Produktiver Umgang mit Literatur nach G. WALDMANN
2.3.3.1 Literarisches Verstehen eines Textes
2.3.3.2 Produktiver Umgang mit Literatur als Erfahrung
2.4 Handlungs- und produktionsorientierte Arbeitsverfahren im Literaturunterricht
2.4.1 Textproduktive Verfahren
2.4.1.1 Textproduktive Verfahren bei HAAS/MENZEL/SPINNER
2.4.1.2 Textproduktive Verfahren bei WALDMANN
2.4.2 Szenische Gestaltungen (körperliche Ausdrucksformen)
2.4.3 Visuelle Gestaltungen
2.4.4 Akustische Gestaltungen
2.5 Kritische Anmerkungen zum handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht
2.5.1 Verlust des Respekts vor der Literatur
2.5.2 Subjektivitätsvorwurf
2.5.3 Vorwurf der Anspruchslosigkeit
2.5.4 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht widerspricht dem natürlichen Leseprozess
2.5.5 Handlungs- und produktionsorientierte Methoden als Selbstzweck
2.5.6 Zeitproblem
2.5.7 Problematik der Bewertung
3. Zur Vorstellung des Buches „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ und seinen Potenzen für den Literaturunterricht
3.1 Vorstellung des Autors
3.2 Vorstellung des Buches
3.2.1 Inhaltsangabe
3.2.2 Analyse
3.2.2.1 Aufbau und Struktur
3.2.2.2 Sprache und Wortwahl
3.2.2.3 Figurenkonstellation
3.2.2.4 Zentrale Themen
3.2 Potenzen des Buches und seine Eignung für den Unterricht
3.3 Einordnung in die Aufgabenbereiche des Rahmenlehrplans der Sekundarstufe I
4. Unterrichtssequenz zur Erschließung des Buches „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“
4.1 Zielstellungen der Unterrichtssequenz
4.1.1 Ziele und Qualifikationserwartungen der Unterrichtssequenz
4.1.2 Auszubildende Kompetenzen
4.1.3 Aufbau der Unterrichtssequenz
4.2 Unterrichtsstunde 1
4.3 Unterrichtsstunde 2
4.4 Unterrichtsstunde 3
4.5 Unterrichtsstunde 4
4.6 Unterrichtsstunde 5
4.7 Unterrichtsstunde 6
4.8 Unterrichtsstunde 7 - 9
4.9 Unterrichtsstunde 10
4.10 Unterrichtsstunde 11
4.11 Unterrichtsstunde 12
4.12 Unterrichtsstunde 13
4.13 Unterrichtsstunde 14
4.14 Unterrichtsstunde 15
4.15 Unterrichtsstunde 16
4.16 Unterrichtsstunde 17
4.17 Abschließende Bemerkung
4.18 Weitere Unterrichtsvorschläge
4.19 Projektideen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im Literaturunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, auf Basis didaktischer Theorieansätze darzulegen, wie durch schüleraktive und kreative Methoden — exemplarisch angewendet an Francois Lelords Buch „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ — das Interesse an Literatur geweckt und ein tieferes Verständnis gefördert werden kann, um Lernenden in einer Wissensgesellschaft notwendige Kompetenzen zu vermitteln.
- Grundlagen und Definitionen der Handlungsorientierung im Unterricht
- Theoretische Ansätze und Verfahren des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
- Kritische Reflexion der Methoden hinsichtlich Zeitbedarf, Bewertung und Respekt vor der Literatur
- Konzeption einer fiktiven Unterrichtssequenz zur Erschließung des Romans „Hectors Reise“
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Verlust des Respekts vor der Literatur
KÜGLER kritisiert maßgeblich, dass ein auf handlungs- und produktionsorientierte Verfahren ausgelegter Literaturunterricht zu einem Verlust des Respekts vor dem literarischen Werk führt. Er sieht eine Gefahr darin, dass das Interesse an bzw. das Verhältnis zur Literatur nur sekundär ist und der literarische Text nur mehr als Material, Textobjekt oder Medium für Schüler und Lehrer angesehen wird. SPINNER konstatiert in diesem Zusammenhang, dass dem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht oftmals „vorgeworfen“ wird, dass literarische Texte nur als Ausgangsbasis für „kreative Spielereien“ betrachtet würden. In diesem Kontext wird dem Ansatz ferner unterstellt, er würde durch Verfremdung und Nachbearbeitung der ästhetischen Geschlossenheit eines Textes nicht gerecht.
Befürworter eines handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes stellen diesen Einwänden gegenüber, dass ein literarisches Werk nicht als „unantastbar“ betrachtet werden sollte und der Mythos des „autonomen Kunstwerks“ überholt sei. Ferner wird darauf verwiesen, dass in der Vergangenheit immer wieder Originaltexte (beispielsweise Sagen oder Mythen etc.) von Autoren verfremdet und bearbeitet wurden, so dass auch Schülern das gleiche „Recht“ zugestanden werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Handlungs- und Produktionsorientierung im Unterricht: Dieser Abschnitt erörtert die historische Tradition, definitorische Ansätze führender Didaktiker und die pädagogische Notwendigkeit handlungsorientierten Lernens.
2. Handlungs- und produktionsorientierte Arbeitsverfahren im Literaturunterricht: Hier werden fachdidaktische Grundlagen, theoretische Modelle und spezifische produktive Methoden für den Literaturunterricht detailliert beleuchtet und kritisch diskutiert.
3. Zur Vorstellung des Buches „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ und seinen Potenzen für den Literaturunterricht: Der Autor stellt das Werk vor, analysiert seine Struktur und begründet die Eignung des Romans für den schulischen Einsatz in der Sekundarstufe I.
4. Unterrichtssequenz zur Erschließung des Buches „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“: Dieser praxisorientierte Teil umfasst die detaillierte Planung einer 17-stündigen Unterrichtssequenz, inklusive Lernzielen, Kompetenzaufbau und konkreten Methodenbeschreibungen für jede Stunde.
5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse sowie die praktischen Erfahrungen der Arbeit zusammen und bewertet den Stellenwert handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im modernen Literaturunterricht.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Literaturunterricht, Sekundarstufe I, Hectors Reise, Francois Lelord, Lesemotivation, Kreatives Schreiben, Projektunterricht, Identitätsentwicklung, Rezeptionsästhetik, Handlungsbegriff, Didaktik, Literaturdidaktik, Schüleraktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem didaktisch-methodischen Ansatz der Handlungs- und Produktionsorientierung und dessen Anwendung sowie den Möglichkeiten und Grenzen im Literaturunterricht der Sekundarstufe I.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des handlungsorientierten Unterrichts, die Problematik der aktuellen Lesemotivation bei Jugendlichen, sowie die Implementierung produktiver Verfahren im Literaturunterricht zur Förderung von Lesekompetenz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie handlungs- und produktionsorientierte Verfahren das Verständnis und die Auseinandersetzung mit Literatur vertiefen können und inwieweit diese Methoden in der Praxis zur Motivation der Schüler beitragen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturdidaktische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Analyse fachwissenschaftlicher Literatur zu didaktischen Modellen basiert und diese mit einer konzeptionellen Unterrichtssequenz verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung didaktischer Konzepte (nach Meyer, Gudjons, Bönsch), eine Analyse des Literaturunterrichts und eine praktische Anwendung in Form eines Unterrichtsentwurfs zum Roman „Hectors Reise“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Handlungsorientierung, Literaturdidaktik, Schüleraktivierung, Lesemotivation und das Werk von Francois Lelord.
Welches Potenzial schreibt der Autor dem Buch „Hectors Reise“ für den Literaturunterricht zu?
Der Autor sieht in dem Roman ein großes Potenzial, da er leicht verständlich geschrieben ist und Themen wie Identitätsfindung oder gesellschaftliche Verantwortung behandelt, die für Schüler in der Pubertät besonders relevant sind.
Wie geht der Autor mit der Problematik der Leistungsbewertung um?
Der Autor schlägt vor, die Bewertungsproblematik als Chance zu begreifen und Bewertungskriterien gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten, wobei auch kooperative Lernprozesse und Portfolio-Arbeiten in die Note einfließen sollten.
- Quote paper
- Henry Klinge (Author), 2008, Zu handlungs- und produktionsorientierten Arbeitsverfahren im Literaturunterricht der Sekundarstufe I. Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134329