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Die Entwicklung der Forschung um den Bau der Reichsautobahn

Title: Die Entwicklung der Forschung um den Bau der Reichsautobahn

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Zabel (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Die Anzahl der Forschungsliteratur zur Geschichte der Reichsautobahn ist immer noch recht übersichtlich, obwohl die Bedeutung seit jeher keine geringe zu sein scheint.
Reiner Ruppmann hinterlässt durch seine Besprechung der Dissertation Thomas Zellers mit dem Titel Driving Germany in der Historischen Zeitschrift Nummer 287 eine große Menge an Fragen, welche die vergangene und aktuelle Forschung zum Bau der Reichsautobahn betreffen.
Die bisherige Forschung sei, so Ruppmann, verantwortlich für den Umstand, dass die Reichsautobahn in vielerlei Hinsicht positiv mit dem NS-Regime in Zusammenhang gebracht wird- eine harte Kritik für bisherige Veröffentlichungen und gleichzeitig Grund, diesem Problem eine Untersuchung zu widmen.
Zuerst soll in dieser Arbeit festgestellt werden, woran man die angesprochene Faszination der Forscher für das NS-Regime festmachen kann. Zwei der in der Vergangenheit publizierten Werke sollen dazu herangezogen werden. Eine der beiden Arbeiten, erschienen 2006, ist dem Gebiet der Populärwissenschaften zuzuordnen und entspringt der Feder Gero Fehlhauers. Die andere, veröffentlicht 1996, zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Verfasser die Akademiker Erhard Schütz und Eckhard Gruber sind- so ist das Spektrum der Forschung im Hinblick auf Milieu und Zeit zumindest in großen Teilen abgedeckt.
Zweiter Schwerpunkt der Arbeit sind die Mythen, mit denen sich die Forschung in der Vergangenheit intensiv auseinandergesetzt hat. Forschungsergebnisse dazu relativierten das glorreiche Bild der Nationalsozialisten in geradezu jeder Hinsicht- dies soll Teil der Präsentation sein.
Im dritten Abschnitt steht die neue Forschung um Thomas Zeller im Vordergrund. Vorwiegend soll freilich den Fragen nachgegangen werden, was die neue Forschung ausmacht, welche Inhalte zu finden sind und ob man diese neue Sicht tatsächlich als neu definieren kann. Vorangestellt sei noch, dass diese Untersuchung der Beantwortung der Frage dient, ob die Forschung für den positiven Ruf des Nationalsozialismus verantwortlich gemacht werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Reiner Ruppmann und die Klage gegen die alte Forschung

1.1 Die Suche nach einem möglichen Fehler im System

1.2 „Mythos Reichsautobahn, Bau und Inszenierung der 'Straßen des Führers' 1933-1941“

1.3 „Die Geschichte der Reichsautobahn Chemnitz-Hof“

2 Mythos und Realität um den Reichsautobahnbau als Basis der bisherigen Forschung – ein Überblick

2.1 Vom American highway zum Traum des Führers

2.2 Die Suche nach Gründen für den Reichsautobahnbau

2.3 Mittel der Propaganda zur Mythosinszenierung

a) Überzeugungsversuche

b) Propaganda in Festen und Bildern

3 Eine neue Richtung der Forschung?

3.1 Thomas Zeller - „Driving Germany“

3.2 Detaillierte Erforschung der Realität?

a) Exkurs I: Landschaftsanwälte versus Ingenieure

b) Exkurs II: Die Uminterpretation der Reichsautobahn in der BRD

Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung des Reichsautobahnbaus und analysiert, inwiefern bisherige Forschung den positiven Mythos rund um das NS-Regime durch die Assoziation mit diesem Großprojekt unbeabsichtigt aufrechterhalten hat. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der Forschungsschwerpunkte von einer rein ideengeschichtlichen Betrachtung hin zu neuen, technik- und realitätsorientierten Ansätzen kritisch zu beleuchten.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der Forschung von Reiner Ruppmann zur Autobahngeschichte
  • Untersuchung von Mythenbildung, Propaganda und der Rolle Hitlers beim Autobahnbau
  • Analyse neuer Forschungsansätze, insbesondere am Beispiel von Thomas Zellers Werk "Driving Germany"
  • Differenzierung zwischen dem Mythos der nationalsozialistischen "Heldentat" und der baulichen Realität
  • Betrachtung der Uminterpretation und Entpolitisierung der Autobahnen in der frühen Bundesrepublik

Auszug aus dem Buch

1 Reiner Ruppmann und die Klage gegen die alte Forschung

These in diesem Abschnitt soll sein, dass es gerade die Forschung nach dem II. Weltkrieg ist, welche zwar nicht davon ausgeht, dass Hitler als der Vater der Autobahnen gelten kann, jedoch dafür zur Verantwortung gezogen werden muss, dass das Thema der Reichsautobahn positiv mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht wird- so argumentieren zumindest derzeitige Veröffentlichungen wie die von Reiner Ruppmann.

Ruppmanns Urteil zufolge waren und sind die Generationen der Historiker an die Taten des NS-Regimes gefesselt, so dass die Untersuchung dieser in fast allen Fällen in den Vordergrund gerückt worden war. Als ausschlaggebend erscheinen vor allem zwei Umstände, die die Forschung so hinters nationalsozialistische Licht führen. Erstens erklärte Hitler den Reichsautobahnbau als einer der vordringlichen Staatsaufgaben, er machte sie quasi zur Chefsache. Zum Zweiten wurde ein weitreichender Kult um den Bau geschaffen, inklusive Denkmale und Feste mit großem Publikum.

Es entstand ein Mythos vom Reichsautobahnbau, welcher selbst bis heute Forscher in seinen Bann zu ziehen scheint. Behandelt wird in vielen Dossiers und Untersuchungen vordergründig das Gegenüberstellen von Mythos und Realität des Autobahnbaus. Doch warum sind derartige Forschungsansätze innerhalb des Nationalsozialismus so fesselnd? Unerlässlich ist es, festzuhalten, dass unter dem Hakenkreuz in sechs Jahren mehr als 3000km Autobahnstrecke vollendet wurden und dieser Bau damit als einer der größten Volksbauten der Geschichte gelten kann. Des weiteren fällt die Einordnung zu den Taten des nationalsozialistischen Regimes recht leicht. Drittens muss auch der Umstand in Betracht gezogen werden, dass Literatur um den Nationalsozialismus einen weitaus breiteren Absatz findet als Forschungen außerhalb dieser Linie.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Reiner Ruppmann und die Klage gegen die alte Forschung: Kritische Analyse der Ruppmannschen These, dass die bisherige Forschung den positiven Mythos des Autobahnbaus im NS-Regime durch eine zu starke Fokussierung auf die Ideologie des Regimes unterstützt hat.

2 Mythos und Realität um den Reichsautobahnbau als Basis der bisherigen Forschung – ein Überblick: Untersuchung der tatsächlichen Ursprünge der Autobahnidee, die weit vor dem NS-Regime lagen, sowie der propagandistischen Strategien zur Mythisierung des Projekts.

3 Eine neue Richtung der Forschung?: Diskussion neuer, spezialisierter Forschungsansätze, die versuchen, das Thema durch die Einbeziehung von Technik- und Landschaftsgeschichte sowie der Uminterpretation in der Nachkriegszeit aus der reinen NS-Fixierung zu lösen.

Schlüsselwörter

Reichsautobahn, Nationalsozialismus, Propagandaforschung, Mythos, Autobahnbau, Thomas Zeller, Reiner Ruppmann, Verkehrsgeschichte, NS-Regime, Technikgeschichte, Landschaftsarchitektur, Autobahnmythos, Erinnerungskultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die geschichtswissenschaftliche Literatur zur Entstehung und Inszenierung der Reichsautobahn im Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Mythos und Realität, die Rolle der NS-Propaganda sowie die Entwicklung der historischen Forschung hin zu einer differenzierteren Betrachtung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die Forschung maßgeblich für die Aufrechterhaltung des positiven Rufs des Nationalsozialismus durch das Autobahnprojekt verantwortlich gemacht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die verschiedene historische Perspektiven, insbesondere von Reiner Ruppmann und Thomas Zeller, gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik an der "alten" Forschung, die Analyse der propagandistischen Mythen und die Untersuchung "neuer" Forschungsansätze, die sich verstärkt auf technische und landschaftsarchitektonische Aspekte konzentrieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Reichsautobahn, Nationalsozialismus, Propagandaforschung, Mythosbildung und die Neuinterpretation in der Nachkriegsgeschichte.

Inwiefern unterscheiden sich Landschaftsanwälte von Ingenieuren im Kontext der Reichsautobahn?

Die Landschaftsanwälte sollten die Einbettung der Straße in die Natur sicherstellen, während die Ingenieure primär technische und bauliche Aspekte vertraten, wobei es häufig zu konkurrierenden Zielsetzungen kam.

Wie wurde die Reichsautobahn in der BRD nach 1945 uminterpretiert?

In der Bundesrepublik wurde versucht, die Autobahnen von ihrem NS-Kontext zu lösen und als rationale, technisch notwendige Infrastrukturprojekte, die bereits in der Weimarer Republik geplant waren, umzudeuten.

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Details

Title
Die Entwicklung der Forschung um den Bau der Reichsautobahn
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Europäische Geschichte)
Course
Automobilismus und Massenmotorisierung in Europa
Grade
1,3
Author
Stefanie Zabel (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V134339
ISBN (eBook)
9783640425839
ISBN (Book)
9783640422791
Language
German
Tags
RAB Reichsautobahn Hitler Fritz Todt Landschaftsanwälte Thomas Zeller Forschungsentwicklung Wirtschaftsgeschichte Automobil Straße Autobahn Wirtschaftspolitik DDR Wirtschaftspolitik BRD Wirtschaftspolitik Nationalsozialismus Mythos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Zabel (Author), 2009, Die Entwicklung der Forschung um den Bau der Reichsautobahn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134339
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