Das Ziel dieser Arbeit ist es einen umfassenden Überblick über einzelne Buy-out-Formen zu vermitteln und anhand dessen herauszuarbeiten, ob durch einen MBO/MBI die Interessen von Management und Eigentümern besser vereint werden als in anderen Organisationsformen. Dabei soll auch auf die beteiligten Personen und deren Motive näher eingegangen werden. Im ersten Teil werden daher verschiedene Buy-out-Formen einerseits definiert und
andererseits voneinander abgegrenzt. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung von Buy-out-Finanzierungen in Deutschland und geht auch auf die internationale Komponente ein.
Gegenstand des dritten Abschnitts sind Struktur und wesentliche Elemente eines Buy-outs. Dabei soll vor allem der Ablauf einer Buy-out-Transaktion analysiert werden sowie die wesentlichen Elemente der Finanzierungsstruktur. Des Weiteren werden die Transaktionskostentheorie und die Principal-Agent-Theorie eingesetzt, um die unterschiedliche Interessenlage zwischen den einzelnen Parteien besser beurteilen zu können.
Im Rahmen des vierten Teils finden die zentralen Anwendungsbereiche, d.h. die Nachfolgefrage bei Familienunternehmen und die Besonderheiten von Buy-outs in der New sowie Net Economy, ihre Erwähnung. Hierbei wird jeweils ein direkter Bezug zu Entrepreneurship und Unternehmertum hergestellt und im Detail erörtert, wie sich Entrepreneurship mittels Buy-outs im Industriebetrieb umsetzen lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Begriffsbestimmung und Abgrenzung einzelner Buy-out-Formen
2.1 Management Buy-out (MBO) und Management Buy-in (MBI)
2.2 Leveraged Buy-out (LBO)
2.3 Buy-in-Management-Buy-out (BIMBO)
2.4 Owner-Buy-out (OBO)
2.5 Employee-Buy-out (EBO)
3. Die Entwicklung von Buy-out-Finanzierungen in Deutschland
4. Struktur und wesentliche Elemente eines Buy-outs
4.1 Der Ablauf einer Buy-out-Transaktion
4.2 Die Elemente der Finanzierungsstruktur
4.3 Transaktionskostentheorie und Principal-Agent-Theorie
5. Anwendungsbereiche von Buy-outs
5.1 Entrepreneurship und Unternehmertum
5.2 Die Nachfolgefrage bei Familienunternehmen
5.3 MBOs in der New Economy und Net Economy
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über verschiedene Formen von Buy-out-Transaktionen und untersucht, inwieweit diese Organisationsformen dazu beitragen können, die Interessen von Management und Eigentümern effizient zu vereinen. Dabei wird analysiert, welche Rolle solche Transaktionen bei der Unternehmensnachfolge, der strategischen Neuausrichtung sowie in der New und Net Economy spielen.
- Definition und differenzierte Abgrenzung verschiedener Buy-out-Instrumente (MBO, MBI, LBO, etc.).
- Analyse der historischen und aktuellen Entwicklung des Buy-out-Marktes in Deutschland.
- Untersuchung des strukturellen Ablaufes und der Finanzierungsarchitektur von Buy-out-Transaktionen.
- Theoretische Fundierung durch Transaktionskosten- und Principal-Agent-Ansätze.
- Bewertung der Bedeutung von Buy-outs als Lösung für Nachfolgeprobleme und als Exit-Strategie.
Auszug aus dem Buch
4.1. Der Ablauf einer Buy-out-Transaktion
Der erste Impuls für einen Buy-out geht in der Regel von den bisherigen Eigentümern aus. Diese beabsichtigen, ihren Anteilsbesitz zu veräußern und evaluieren daher Strategien, die ihnen einen möglichst attraktiven Verkaufspreis ermöglichen. Darüber hinaus versuchen sie, den Eigentümerwechsel ohne größere Auswirkungen auf das Unternehmen durchzuführen und nehmen Gespräche mit dem Management auf, um denkbare Szenarien zu entwickeln. Zum Zeitpunkt der Gespräche zwischen Alteigentümern und Management werden Berater eingeschaltet, welche die Manager bei der Suche nach potenziellen Investoren unterstützen, die Projektkoordination übernehmen und Altgesellschafter und Management bei gesellschafts- und steuerrechtlichen sowie betriebswirtschaftlichen Fragestellungen beraten.
In der zweiten Phase erfolgt die Bewertung des Unternehmens durch die Berater sowie eine Sondierung möglicher Beteiligungsstrukturen. Diese werden anhand der individuellen Präferenzen der Verkäufer und Erwerber bestimmt, jedoch nicht endgültig festgelegt. Zeitgleich stellen sich mehrere Finanzinvestoren dem Management vor, präsentieren ihre Vorschläge für eine mögliche Struktur sowie die Kaufpreisspanne, die für sie realistisch erscheint. Diese Finanzinvestoren gehen wiederum auf ihre Banken zu, um eine Finanzierung des Kaufpreises zu ermöglichen. Darüber hinaus überprüfen die Banken, inwieweit sie Teile des Kreditbetrags, den sie für den Buy-out zur Verfügung stellen wollen, an weitere Banken oder den Kapitalmarkt weitergeben können.
Nach Abschluss der Präsentationen bewerten das Management und seine Berater in der dritten Phase die einzelnen Angebote und wählen einen Finanzinvestor aus, mit dem sie gemeinsam den Alteigentümern eine Absichtserklärung (Letter-of-Intent) zum Erwerb der Anteile unterbreiten. Nun erfolgt in der vierten Phase die Überprüfung der Zielgesellschaft durch die Übernahmeinteressenten im Rahmen der Due Diligence. Bestandteile dieser Sorgfältigkeitsprüfung sind die systematische Prüfung, Analyse und Bewertung aller Geschäftsvorfälle, Rechtsbeziehungen sowie Verträge und Daten einer Gesellschaft, um ein möglichst umfassendes Bild und detailliertes Risikoprofil zu erlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Motivation und Zielsetzung der Untersuchung ein und beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Management Buy-outs bei der Unternehmensnachfolge.
2. Begriffsbestimmung und Abgrenzung einzelner Buy-out-Formen: Hier werden die verschiedenen Buy-out-Varianten definiert und voneinander abgegrenzt, wobei insbesondere auf MBO, MBI, LBO, BIMBO, OBO und EBO eingegangen wird.
3. Die Entwicklung von Buy-out-Finanzierungen in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Trends und Strukturveränderungen des deutschen Marktes für Buy-out-Finanzierungen seit den 1990er Jahren.
4. Struktur und wesentliche Elemente eines Buy-outs: Es werden der prozessuale Ablauf einer Transaktion, die Finanzierungsstruktur sowie die theoretische Einordnung mittels Transaktionskosten- und Principal-Agent-Theorie erläutert.
5. Anwendungsbereiche von Buy-outs: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Buy-outs im Kontext von Entrepreneurship, bei der Nachfolge in Familienunternehmen sowie in der New und Net Economy.
6. Fazit und Ausblick: Abschließend wird das Potenzial von Buy-outs für den deutschen Mittelstand zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen gegeben.
Schlüsselwörter
Buy-out, Management Buy-out, MBO, Management Buy-in, MBI, Leveraged Buy-out, LBO, Private Equity, Finanzierungsstruktur, Due Diligence, Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Entrepreneurship, Principal-Agent-Theorie, New Economy
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Buy-outs in Industrieunternehmen und untersucht deren Rolle als Instrument der Unternehmensführung, Nachfolgeregelung und Finanzierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Definition von Buy-out-Formen, die Struktur von Transaktionsprozessen, die Bedeutung der Finanzierungsarchitektur sowie die theoretische Analyse der Anreizstrukturen zwischen Managern und Investoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über Buy-out-Formen zu geben und zu analysieren, ob durch MBOs/MBIs eine effizientere Interessenvereinigung zwischen Management und Eigentümern erreicht werden kann als bei anderen Organisationsformen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse unter Einbeziehung von Statistiken zum Private-Equity-Markt sowie theoretische Modelle wie die Transaktionskostentheorie und die Principal-Agent-Theorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Marktentwicklung in Deutschland, die detaillierte Darstellung des Transaktionsprozesses und der Finanzierungsinstrumente sowie die Untersuchung spezifischer Anwendungsfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Buy-out, MBO, MBI, LBO, Private Equity, Unternehmensnachfolge und Principal-Agent-Theorie charakterisiert.
Warum ist der MBO in der heutigen Zeit ein wichtiges Instrument für Familienunternehmen?
Der MBO bietet eine Lösung für das Nachfolgeproblem, wenn innerhalb der Familie kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung steht oder das Interesse an der Betriebsfortführung fehlt, um so den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.
Welche Rolle spielen Finanzinvestoren im Ablauf eines Buy-outs?
Finanzinvestoren stellen den Großteil des benötigten Eigenkapitals bereit, bringen oft zusätzliches Know-how ein und streben eine Wertsteigerung durch Umstrukturierungen an, um das Investment nach einer Haltedauer von drei bis sieben Jahren wieder gewinnbringend zu veräußern.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. (Univ.), B.A. Christian Kneer (Author), 2005, Buy-out-Transaktionen: Formen, Finanzierungsstrukturen und Anwendungsbereiche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134355