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Bilanzierung von Arbeitszeitkonten nach HGB und IFRS

Titel: Bilanzierung von Arbeitszeitkonten nach HGB und IFRS

Diplomarbeit , 2008 , 61 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Desiree Bohrmann (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Arbeitszeitmodelle in Form von Arbeitszeitkonten setzen sich inzwischen als wichtiges innovatives Instrument einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung in der betrieblichen Praxis zunehmend durch. Angesichts des künftigen Auslaufens der staatlichen Förderung von Altersteilzeitarbeit und der stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre wächst die Zahl der Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern den Nutzen von Arbeitszeitkonten anbieten, kontinuierlich. Dabei beschränkt sich die bisherige Diskussion über Arbeitszeitkonten auf eher arbeitsrechtliche und tarifvertragliche Fragestellungen und vernachlässigt gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung deren Auswirkungen auf den Jahresabschluss.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Arbeitszeitkonten wird im Folgenden kritisch hinterfragt, ob an der derzeitigen handelsrechtlichen Regelung zur Bilanzierung von Arbeitszeitkonten festgehalten werden kann und die bestehende Problematik solcher Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsnormen korrekt gelöst wird oder stattdessen neue Probleme entstehen. Letztlich werden sämtliche Auswirkungen von Arbeitszeitkonten auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (VFE-Lage) des Unternehmens dargestellt und kritisch hinterfragt. Da die IFRS durch die Übernahme der "IAS-Verordnung" im Rahmen des Bilanzrechtsreformgesetzes ein integraler Bestandteil der Rechnungslegung für eine Vielzahl deutscher Unternehmen geworden ist, wird dies im Weiteren sowohl nach HGB als auch nach den IFRS diskutiert. Dabei wird nicht auf prinzipiell denkbare negative Konten infolge von Arbeitszeitdefiziten des Arbeitnehmers eingegangen. Die Bilanzierung solcher Sachverhalte spielt aufgrund der mangelnden Akzeptanz des Arbeitgebers in der Praxis kaum eine Rolle.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Arbeitszeitkonten und deren Ausgestaltung in der Praxis

2.1. Das Funktionsprinzip von Arbeitszeitkonten

2.2. Kontenarten und ihre Zwecksetzung

2.2.1. Kurzzeitkonto

2.2.2. Langzeit- und Lebensarbeitszeitkonto

2.3. Kapitaldeckung von Wertguthaben

2.4. Entwicklung von Wertguthaben bei unterschiedlicher Kontoführung

2.4.1. Kontoführung in Zeit

2.4.2. Kontoführung in Geld

2.5. Die Notwendigkeit zur Insolvenzsicherungspflicht von Wertguthaben

2.5.1. Gesetzliche Grundlagen

2.5.2. Absicherung durch Bürgschaften

2.5.3. Absicherung durch Vermögensanlagen

2.5.3.1. Verpfändungen

2.5.3.2. Übertragung auf einen Treuhänder

3. Bilanzielle Behandlung von Arbeitszeitkonten nach HGB

3.1. Zielsetzung der handelsrechtlichen Rechnungsnormen

3.2. Arbeitszeitkonten und deren Wertguthaben als ungewisse Zahlungsverpflichtung des Arbeitgebers

3.2.1. Ansatz einer Rückstellung

3.2.2. Dotierung der Verpflichtung

3.2.2.1. Kurzzeitkonten

3.2.2.2. Langzeitkonten

3.2.3. Diskontierung

3.3. Vermögensanlagen zur Finanzierung von Wertguthaben

3.3.1. Bilanzierung dem Grunde nach

3.3.2. Bilanzierung der Höhe nach

3.3.2.1. Wertpapiere

3.3.2.2. Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen

3.4. Getrennte Bilanzierung von Deckungsvermögen und Rückstellungsverpflichtung

3.4.1. Der Grundsatz der Einzelbewertung und seine Grenzen

3.4.2. Vergleich mit Bewertungseinheiten

3.4.3. Das Saldierungsverbot

3.4.3.1. Kritische Würdigung nach geltendem Handelsrecht

3.4.3.2. Auswirkungen des Referentenentwurfs eines BilMoG

4. Bilanzielle Behandlung von Arbeitszeitkonten nach IFRS

4.1. Zielsetzung der internationalen Rechnungsnormen

4.2. Arbeitszeitkonten und deren Wertguthaben als ungewisse Zahlungsverpflichtung des Arbeitsgebers

4.2.1. Grundlagen der Bilanzierung

4.2.2. Ansatz einer Rückstellung

4.2.3. Dotierung der Verpflichtung aus Kurzzeitkonten

4.2.4. Dotierung der Verpflichtung aus Langzeitkonten

4.2.4.1. Bewertung nach der Projected Unit Credit Method

4.2.4.2. Bewertungsparameter

4.2.4.3. Sofortige Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste

4.3. Vermögensanlagen zur Finanzierung von Wertguthaben

4.3.1. Bilanzierung dem Grunde nach

4.3.2. Qualifizierung als Planvermögen

4.3.3. Bilanzierung der Höhe nach

4.4. Getrennte Bilanzierung von Deckungsvermögen und Rückstellungsverpflichtung?

4.4.1. Vergleich mit Bewertungseinheiten

4.4.2. Saldierungsgebot von Planvermögen und der Zahlungsverpflichtung des Arbeitgebers

5. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Arbeitszeitkonten sowohl nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB als auch nach den internationalen Standards der IFRS. Im Fokus steht die Fragestellung, wie die Zahlungsverpflichtung aus Arbeitszeitguthaben sowie die zur Absicherung verwendeten Vermögensanlagen adäquat in die Bilanz des Arbeitgebers einzubeziehen sind, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage abzubilden.

  • Funktionsprinzip und Ausgestaltung von Kurzzeit-, Langzeit- und Lebensarbeitszeitkonten
  • Insolvenzsicherung von Wertguthaben durch Bürgschaften, Verpfändungen und Treuhandmodelle
  • Bilanzansatz und Bewertung von Rückstellungen nach HGB und IFRS
  • Bilanzielle Einordnung und Bewertung von Deckungsvermögen (Wertpapiere, Rückdeckungsversicherungen)
  • Vergleich von Einzelbewertungsgrundsätzen und Bewertungseinheiten im Kontext von Arbeitszeitkonten

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Der Grundsatz der Einzelbewertung und seine Grenzen

Nach dem Grundsatz der Einzelbewertung sind die im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden einzeln zu bewerten. Die Ermittlung der Wertansätze erfolgt ausschließlich anhand der individuellen Eigenschaften des jeweiligen Bewertungsobjekts. Damit ist eine kompensatorische Bewertung, d.h. eine Verrechnung der Wertentwicklung verschiedener Vermögensgegenstände und Schulden, ausgeschlossen. Gemäß dem Imparitätsprinzip sind lediglich bis zum Stichtag entstandene unrealisierte Verluste zu antizipieren, während unrealisierte Gewinne im Sinne des Realisationsprinzips keinerlei Berücksichtigung finden.

Im Fall von Arbeitszeitkonten sind laut diesem Bewertungsgrundsatz das Deckungsvermögen und die korrespondierende Verpflichtung getrennt voneinander zu bilanzieren. Deren Werte bestimmen sich somit nach den handelsrechtlich spezifischen Regeln für die jeweiligen Vermögensgegenstände bzw. Schulden. Bei wertpapiergebundenen Arbeitszeitkonten führt dieses Vorgehen allerdings zu einem verfälschten Abbild der Unternehmensverhältnisse und steht im vollkommenen Widerspruch zum eigentlich beabsichtigten wirtschaftlichen Ergebnis.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Das Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Arbeitszeitkonten und die daraus resultierende Notwendigkeit einer adäquaten bilanziellen Erfassung und Insolvenzsicherung.

2. Arbeitszeitkonten und deren Ausgestaltung in der Praxis: Hier werden das Funktionsprinzip, verschiedene Kontenarten (Kurzzeit- vs. Langzeitkonten) und gängige Methoden zur Kapitaldeckung sowie Insolvenzsicherung dargestellt.

3. Bilanzielle Behandlung von Arbeitszeitkonten nach HGB: Es folgt eine detaillierte Analyse der Passivierung von Rückstellungen, der Bewertung von Deckungsvermögen und der Problematik der Einzelbewertung versus Bewertungseinheiten nach HGB.

4. Bilanzielle Behandlung von Arbeitszeitkonten nach IFRS: Dieses Kapitel vergleicht die internationale Rechnungslegung mit dem HGB, insbesondere hinsichtlich der Bewertung mittels PUC-Methode und der Bilanzierung von Planvermögen.

5. Thesenförmige Zusammenfassung: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse aus der Untersuchung der Rechnungslegungssysteme in zehn Thesen kompakt zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Arbeitszeitkonten, Bilanzierung, HGB, IFRS, Rückstellungen, Wertguthaben, Insolvenzsicherung, Rückdeckungsversicherung, Einzelbewertung, Bewertungseinheit, Deckungsvermögen, Planvermögen, PUC-Methode, Rechnungslegung, Unternehmensabschluss

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der bilanziellen Darstellung von Arbeitszeitkonten in Unternehmen, da diese moderne Flexibilisierungsinstrumente zu komplexen Zahlungsverpflichtungen führen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Ausgestaltung der Konten, die rechtlichen Aspekte der Insolvenzsicherung sowie die Anwendung unterschiedlicher Bewertungsregeln nach Handelsrecht (HGB) und internationalen Standards (IFRS).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie diese Verpflichtungen und die entsprechenden Deckungsanlagen bilanziell korrekt erfasst werden können, ohne die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens zu verzerren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse der aktuellen Rechnungslegungsvorschriften, Kommentierungen und Fachzeitschriften, um die bilanzielle Behandlung kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird systematisch auf die Rückstellungsbildung, die Diskontierung, die Behandlung von Wertpapieren und Rückdeckungsversicherungen sowie die Saldierungsproblematik in beiden Rechnungslegungssystemen eingegangen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Arbeitszeitkonten, Bilanzierung, HGB, IFRS, Rückstellungen und Insolvenzsicherung prägen die wissenschaftliche Untersuchung.

Warum spielt die Insolvenzsicherung eine so wichtige Rolle für die Bilanzierung?

Die Insolvenzsicherung verpflichtet Unternehmen, Vermögenswerte für Arbeitnehmeransprüche auszugliedern, was direkte Auswirkungen auf die Bilanzstruktur und die Frage hat, ob diese Vermögenswerte in der Bilanz des Arbeitgebers aktiviert werden dürfen.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen HGB und IFRS bei der Bewertung von Langzeitkonten?

Während das HGB primär auf dem Nominalwert und dem Realisationsprinzip basiert, verlangen die IFRS die Anwendung der Projected Unit Credit Method (PUC-Methode), bei der die Verpflichtung als Barwert mit versicherungsmathematischen Annahmen bewertet wird.

Was ist ein "Planvermögen" nach IAS 19?

Planvermögen sind nach IFRS Vermögenswerte, die exklusiv zur Deckung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern zweckgebunden sind, was zu einer spezifischen bilanziellen Behandlung (oft Saldierung) führt.

Warum wird im Buch das Saldierungsverbot kritisiert?

Das Saldierungsverbot im HGB führt dazu, dass sowohl die Verpflichtung als auch das zu deren Deckung zweckgebundene Vermögen voll in der Bilanz ausgewiesen werden müssen, was nach Ansicht des Autors den wirtschaftlichen Gehalt einer (eigentlich saldierten) Risikoneutralisierung nicht korrekt darstellt.

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Details

Titel
Bilanzierung von Arbeitszeitkonten nach HGB und IFRS
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Lehrstuhl für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Note
1,7
Autor
Desiree Bohrmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
61
Katalognummer
V134454
ISBN (eBook)
9783640417438
ISBN (Buch)
9783640407866
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitszeitkonten Bilanzierung Arbeitszeitkonten Arbeitszeitkonto nach HGB Arbeitszeitkonto nach IFRS Zeitkonto
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Desiree Bohrmann (Autor:in), 2008, Bilanzierung von Arbeitszeitkonten nach HGB und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134454
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  61  Seiten
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