Management operationeller Risiken in Kreditinstituten

Seminararbeit


Seminararbeit, 2009

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Operationelles Risiko
2.1 Definition und Bedeutung
2.2 Risikoursachen
2.3. Risikokategorien

3 OR- Management
3.1 Anforderungen an das OR- Management
3.2 Einführung des OR- Management
3.3 OR- Managementprozess
3.3.1 Risikoanalyse
3.3.2 Risikosteuerung
3.3.3 Risikokontrolle

4 Management operationeller Risiken und dessen Methoden
4.1 Verfahren zur Risikoidentifikation.
4.1.1 Risikoinventur
4.1.1.1 Methoden der Datenerhebung
4.1.2 Simulationsansätze
4.1.3 Frühwarnsysteme
4.2 Verfahren zur Risikoquantifizierung
4.2.1 Basisindikatoransatz
4.2.2 Standardansatz

5 Ausblick

Literaturverzeichnis:

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Operationelle Risiken als Residualgröße

Abbildung 2: Top 10 operationellen Verluste in Banken

Abbildung 3: Hauptursachen für operationelle Risiken

Abbildung 4:. Risikokategorien

Abbildung 5: Kategorisierung operationeller Risiken nach Schierenbeck

Abbildung 6: Zyklus des Risikomanagements

Abbildung 7: Risikomanagement

Abbildung 8: Verfahren zur Risikoidentifikation

Abbildung 9: Methoden der Datenerhebung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Augrund großer Schäden aus Vorfällen, die den Schwächen in Geschäftsprozessen und Informationstechnologien, dem Personal und der mangelnden Unternehmenskultur zugeordnet werden können, sind operationelle Risiken in den letzten Jahren als neue Risikoart immer mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussion geraten. Den in der Vergangenheit durch die allgemeine Presse vielfach diskutierten Fällen des Zusammen-bruchs des englischen Bankhauses Barings, der Manipulationen bei der Allied Irish Bank im 2002, der Terroranschläge vom 11. September 2001 liegen sicherlich zu einem großen Teil operationelle Risiken zugrunde.

Sowohl die bankbetriebliche Theorie und Praxis als auch die Bankenaufsicht erkennen zunehmend die Bedeutung operationeller Risiken für Kreditinstitute. Durch die am 01. Januar 2007 in Kraft getretene Eigenkapitalvereinbarung des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel II) werden operationelle Risiken nun erstmalig explizit in der aufsichtsrechtlichen Regulierung berücksichtigt. Das Management operationeller Risiken in Banken sowie deren Unterlegung mit Eigenkapital wird durch die Umsetzung von Basel II in nationalen Gesetzen also rechtlich vorgeschrieben.

Das Management von operationellen Risiken hat die Zielsetzung, Risiken einerseits umfassend und andererseits effektiv und effizient anzugehen, d.h. sie planmäßig zu identifizieren, zu messen und zu überwachen.[1] Das Ziel dieser Arbeit ist zunächst die Definition und Systematisierung operationeller Risiken und anschließend die Erläuterung und Beurteilung der wichtigsten Methoden des OR- Managements.

Nach der Einleitung beschäftigt sich das zweite Kapitel dieser Seminararbeit mit dem Risikobegriff, Definitionen und Ursachen der operationellen Risiken, die für das Risikomanagement eines Kreditinstituts von Bedeutung sind. Um noch einmal die hohe Relevanz dieser Risiken aufzuzeigen, werden hier die bedeutendsten Verlustfälle der vergangenen Jahre und deren Ursachen beschrieben. Im dritten Kapital wird es auf die Organisation und Grundstruktur eines OR-Managements eingegangen und die Phasen des operationellen Risikomanagementsystems erläutert. Hier werden auch die Mindest-anforderungen an das OR- Management definiert. Das vierte Kapitel befasst sich mit den Methoden und Instrumentarium des OR-Managements. Schwerpunkt dieses Kapitels ist die Erläuterung ausgewählter Identifikationsverfahren, mit deren Hilfe zum einen bereits bekannte und zum anderen zukünftige, noch unbekannte operationelle Risiken entdeckt werden können. In diesem Kapitel wird es zunächst einen Überblick über die Quantifizierungsansätze operationellen Risiken gegeben. Schließlich gibt der Ausblick eine knappe Zusammenfassung und Wertung der vorangegangenen Ausführungen, sowie eine Einschätzung der Entwicklungstendenzen und des weiteren Forschungsbedarfs zum Thema Management operationelle Risiken.

2 Operationelles Risiko

Bei der Behandlung operationeller Risiken ist es sinnvoll, zunächst zu erörtern, was unter Risiko zu verstehen ist und von welcher Bedeutung Risiken für Unternehmen sind. Als Grundlage für die nachfolgenden Ausführungen werden in diesem Kapitel die Definitionen, Ursachen und Kategorisierungen von operationellen Risiken als auch die finanziellen Auswirkungen von Schadenfällen erläutert und beurteilt.

2.1 Definition und Bedeutung

Das Wort Risiko leitet sich vom frühitalienischen risicare ab und bedeutet „wagen“. Demnach meint Risiko eher eine Wahlentscheidung als etwas Schicksalhaftes, wie noch vor einigen hundert Jahren angenommen.[2] “Risiko „als Begriff wird von den verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Wirtschaft unterschiedlich wahrgenommen und verstanden. Unter Risiko im Sinne des §289 HGB wird die Gefahr einer negativen Entwicklung verstanden.[3] Wyss definiert den Begriff des Risikos als Hindernis beim Erreichen der geplanten Zielgrößen.[4]

Gemeinsam ist den unterschiedlichen Betrachtungsweisen i.d.R. der Verweis auf die unvollständige Information über die Zukunft, auf Entscheidungen die in diesem Rahmen gefällt werden müssen und auf den Schaden bzw. den Verlust, der durch ein Risikoereignis entsteht.[5] In den folgenden Ausführungen wird unter Risiko die negative Abweichung des tatsächlich realisierten Ergebnisses von dem erwarteten Ergebnis verstanden.

Ähnlich wie bei der Definition des allgemeinen Risikos, trifft man bei der Begriffs-bestimmung und Systematisierung der operationellen Risiken auf unterschiedliche Ansätze. Gründe dafür sind Überschneidungen und Interdependenzen innerhalb der einzelnen Risikoarten[6].

Eine oft verwendete (Negativ-) Definition der Europäischen Kommission aus dem Jahre 1998 grenzt die die operationelle Risiken durch das Ausschlussprinzip ab. Demnach wird die Residualgröße der Risiken, die nicht zu den Markt-, Kredit-, Rechts- oder Liquiditätsrisiken zugeordnet werden können, als operationelles Risiko bezeichnet.[7] (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Operationelle Risiken als Residualgröße

Als Marktrisiko bezeichnet man das Risiko finanzieller Verluste auf Grund der Änderung von Marktpreisen (z. B. Aktienkursen, Zinsen, Wechselkursen). Liquiditätsrisiko beinhaltet die Gefahr, benötigte Zahlungsmittel nicht oder nur zu erhöhten Kosten beschaffen zu können.[8] Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko des Verlustes, falls der Schuldner, beispielsweise durch Insolvenz, seine Pflichten im Rahmen der Kreditvereinbarung gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen kann.[9] Das Rechtsrisiko besteht darin, dass Verträge rechtlich nicht durchsetzbar sind bzw. ihre Dokumentation fehlerhaft ist.[10]

Diese (Negativ- )Definition hat jedoch den Nachteil der direkten Abhängigkeit von den Definitionen der übrigen Risiken. Außerdem gibt sie nur einen unzureichenden Eindruck von der Vielzahl der Einzelrisiken wieder, die unter der Risikoart operationelle Risiken subsumiert werden können.[11]

Die Definition des operationellen Risikos und die Abgrenzung von anderen Risikoarten dürfen keinesfalls so abgefasst sein, dass sie als Entschuldigung für fehlende Erfassung sowie Analyse und schließlich nicht ergriffene Maßnahmen herangezogen werden können. Auch eine Begriffsbestimmung im Sinne „alle Risiken außerhalb der Beeinflussbarkeit des Managements „ könnte dazu verleiten, Risiken bewusst nicht unter die eigene Kontrolle zu stellen und Verantwortung auf andere abzuschieben.[12]

Die Begriffsbestimmung, die für diese Arbeit herangezogen werden soll, lehnt sich an die Begriffsbestimmung von Baseler Ausschuss an und definiert operationelle Risiken als „…die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge externer Ereignisse eintreten.“[13]

Wenn eines diesen Ereignissen schlagend geworden ist, liegt ein Schadenfall vor. Die finanziellen Auswirkungen eines Schadenfalles werden als Verlust bezeichnet. Sie können sich in Gewinn- und Verlustrechnung und im Marktwert der Bank widerspiegeln.[14] Zu den besonderen Merkmalen von operationellen Risiken gehört, dass sie unabhängig von Kunden – oder Eigengeschäften auftreten können. Im Extremfall können Verluste bereits auftreten, bevor auch nur ein Kunde das Kreditinstitut betreten hat oder ein Geschäftsvorfall bearbeitet wurde[15]. Operationelle Risiken sind stets latent vorhanden, was ihre Identifikation, Messung und Steuerung erheblich erschwert.

Operationelle Risiken sind für Unternehmen von Bedeutung, weil sie neben Gewinn und Liquidität ein für Investoren attraktives Risiko- Gewinn- Profil darstellen. Neben dieser für alle kapitalmarktorientierten Unternehmen geltenden Bedeutung von Risiken weisen Banken aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit ein besonderes Verhältnis zum operationellen Risiko auf. In einigen Ansätzen wird die gesamte Existenz von Banken auf deren Fähigkeiten bei der Risikobeurteilung und –überwachung zurückgeführt.[16] Die bedeutendsten Verlustfälle der vergangenen Jahre sollen im Folgenden dargestellt und beschrieben werden, um noch einmal die hohe Relevanz dieser Risiken aufzuzeigen.[17] Abbildung 2 gibt einen Überblick über die Top Ten operationelle Verluste in Banken.

[...]


[1] Vgl. Münchbach, D. ( Management der operationellen Risiken 2001), S.1

[2] Bernstein, P. (Die Geschichte von Risiko 2000), S.11, zit. nach Minz, K. (Operationelle Risiken 2004), S.45

[3] Minz, K.-A.( Operationelle Risiken 2004), S.13

[4] Vgl. Wyss, H.-P. ( Integriertes Risikomanagement 2000), S.179

[5] Münchbach, D.( Management der operationellen Risiken 2001)S.9

Interdependenz (lat.) = gegenseitige Abhängigkeit

[6] Schmeisser ,W. (Ausgewählte Verfahren 2005), S.7

[7] Vgl. Minz, K.-A.(Operationelle Risiken 2004), S.68

Residualgröße = Restgröße, die als Ergebnis einer Differenz entsteht

[8] Vgl. Schmeisser, W. (Ausgewählte Verfahren 2005), S.8-9.

[9] Vgl. Pfeifer, G.(MaRisk 2006), S.458

[10] O.V. (Richtlinien 2004) www.vorschriften.saarland.de/

[11] Minz, K.- A.( Operationelle Risiken 2004), S.15

[12] Münchbach, D.(Management der operationellen Risiken 2001), S.17

[13] Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht [Eigenkapitalvereinbarung , 2003], Tz. 607, zit. nach Minz,K.-A. S.14

[14] Lammers, F.(Management 2005), S.17

[15] Minz, K.- A. (Operationelle Risiken 2004), S.1

[16] Vgl. Lammers, F. (Management 2005), S.5-6

[17] Vgl. Minz, K.- A.(Operationelle Risiken 2004), S.27

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Management operationeller Risiken in Kreditinstituten
Untertitel
Seminararbeit
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Veranstaltung
Wirtschaftswissenschaftliches Seminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V134507
ISBN (eBook)
9783640421664
ISBN (Buch)
9783640422043
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Managementoperationeller Risiken und beschreibt dem Leser die wesentlichen Prozesse des operationellen Risikomanagements unter Berücksichtigung des Baseler Eigenkapitalakkords. (Identifikation - Quantifizierung - Steuerung operationeller Risiken)
Schlagworte
Management, operationelle Risiken, Banken, Kreditinstituten
Arbeit zitieren
Nataliya Ovdiychuk (Autor), 2009, Management operationeller Risiken in Kreditinstituten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134507

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