Die Arbeit bietet einen Überlick über den Wettbewerb als Grundmechanismus der Marktwirtschaft. Einleitend erfolgen Begriffsdefinition und Abgrenzung von der wirtschaftspolitischen Umsetzungsstrategie der Wettbewerbspolitik. Es werden dann vier Funktionen des Wettbewerbs skizziert: Marktfreiheit, Allokation, Innovation und Umverteilung. Schließlich befasst sich die Seminararbeit mit theoretischen Leitbildern der Wettbewerbspolitik, die im wissenschaftsgeschichtlichen Verlauf von verschiedenen Schulen (Klassik, Neuklassik, Havard, Austrian und Chicago School) formuliert worden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Wettbewerb und Wettbewerbspolitik
2. Funktionen des Wettbewerbs
2.1 Freiheitsfunktion
2.2 Anpassungsfunktion
2.3 Innovationsfunktion
2.4 Verteilungsfunktion
3. Theoretische Leitbilder der Wettbewerbspolitik
3.1 Klassischer Liberalismus
3.2 Vollständige Konkurrenz
3.3 Funktionsfähiger Wettbewerb
3.4 Ordoliberalismus
3.5 Chicago School
4. Fazit und Ausblick: aktuelle Trends der Wettbewerbstheorie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Funktionen des Wettbewerbs in einer Marktwirtschaft und analysiert verschiedene theoretische Leitbilder der Wettbewerbspolitik, um deren ordnungspolitische Bedeutung sowie ihre Entwicklung im historischen Kontext aufzuzeigen.
- Grundlagen der Wettbewerbsdefinition und deren etymologische Herkunft
- Analyse der vier zentralen Wettbewerbsfunktionen: Freiheit, Anpassung, Innovation und Verteilung
- Gegenüberstellung theoretischer Leitbilder vom klassischen Liberalismus bis zur Chicago School
- Bedeutung der Wettbewerbsordnung für die Soziale Marktwirtschaft
- Diskussion aktueller Herausforderungen und Trends in der modernen Wettbewerbstheorie
Auszug aus dem Buch
3.4 Ordoliberalismus
Das ordoliberale Leitbild ist als deutsche Variante des Neoliberalismus maßgeblich von der Freiburger Schule der Nationalökonomie geprägt worden. Es ist mit den Namen von Walter Eucken, Wihelm Röpcke, Alexander Rüstow, Franz Böhm u. a. verbunden, die nach Gründung der Bundesrepublik Einfluss auf die Ausgestaltung der Sozialen Marktwirtschaft nehmen konnten.
Die Grundlagen des Ordoliberalismus (lat. ordo = natürliche Ordnung, Reihenfolge) stammen von Walter Eucken, der zwischen der „vermassenden“ Zentralverwaltungswirtschaft des Kommunismus und der „vermachteten“ freien Wirtschaft des Westens einen „dritten Weg“ suchte. Diesen erkannte er in einer „Wettbewerbsordnung“, die den vollständigen Wettbewerb als wichtigstes „Ordnungsinstrument der Volkswirtschaft“ begreift. Eucken verlangte von staatlicher Wirtschaftspolitik – im Gegensatz zur laissez-faire-Politik des „Nachtwächterstaates“ – die Setzung eines Ordnungsrahmens:
Verhinderung von Konzern- und Kartellbildung durch staatliche Monopolkontrolle, Vertragsfreiheit und als Missbrauchsschutz ein Haftungsprinzip, Schaffung eines funktionsfähigen, stabilen Währungssystems, offene Marktzugänge als Voraussetzung des Wettbewerbs, Aufbau eines internationalen Handelsvertragssystems, Privateigentum an Produktionsmitteln, Konstanz der Wirtschaftspolitik etc.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Wettbewerb und Wettbewerbspolitik: Dieses Kapitel führt in den Wettbewerbsbegriff ein, beleuchtet dessen ökonomische Voraussetzungen und diskutiert die Rolle des Staates sowie rechtlicher Rahmenbedingungen wie das GWB.
2. Funktionen des Wettbewerbs: Das Kapitel erläutert detailliert die vier Hauptfunktionen des Wettbewerbs – Freiheit, Anpassung, Innovation und Verteilung – und deren Bedeutung für die Marktwirtschaft.
3. Theoretische Leitbilder der Wettbewerbspolitik: Hier werden zentrale ökonomische Denkschulen wie der klassische Liberalismus, das Modell der vollständigen Konkurrenz, das Konzept des funktionsfähigen Wettbewerbs, der Ordoliberalismus und die Chicago School gegenübergestellt.
4. Fazit und Ausblick: aktuelle Trends der Wettbewerbstheorie: Das abschließende Kapitel fasst die Wettbewerbsfunktionen und Leitbilder zusammen und reflektiert die theoretische Weiterentwicklung unter Berücksichtigung globaler Märkte und moderner Simulationsmodelle.
Schlüsselwörter
Wettbewerb, Wettbewerbspolitik, Marktwirtschaft, Funktionen des Wettbewerbs, Innovationsfunktion, Ordoliberalismus, Chicago School, vollständige Konkurrenz, Preismechanismus, Marktprozess, Allokationsfunktion, freier Markt, Marktordnung, Wettbewerbsfreiheit, Industriepolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomischen Funktionen des Wettbewerbs sowie die theoretischen Leitbilder, die als Grundlage für die Wettbewerbspolitik in marktwirtschaftlichen Ordnungen dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen Wettbewerb als Verfahren, Instrument und Ziel sowie der vergleichenden Analyse historischer und moderner ökonomischer Theorien zur Wettbewerbsordnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine systematische Aufarbeitung der Funktionen und Leitbilder, um aufzuzeigen, wie sich das Verständnis von Wettbewerb im Laufe der Zeit entwickelt hat und welche ordnungspolitischen Konsequenzen daraus resultieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer theoretisch-analytischen Methode, bei der einschlägige wirtschaftswissenschaftliche Literatur zu Wettbewerbstheorien ausgewertet und kritisch gegenübergestellt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Freiheits-, Anpassungs-, Innovations- und Verteilungsfunktion des Wettbewerbs definiert und anschließend theoretische Ansätze vom klassischen Liberalismus bis zur Chicago School detailliert skizziert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wettbewerbsordnung, Marktprozesse, Funktionsfähiger Wettbewerb, Ordoliberalismus und wirtschaftspolitische Leitbilder geprägt.
Wie unterscheidet sich der Ordoliberalismus von der Chicago School?
Während der Ordoliberalismus einen starken staatlichen Ordnungsrahmen zur Sicherung des Wettbewerbs fordert, vertritt die Chicago School eine marktradikale Position, die staatliche Eingriffe weitgehend ablehnt und selbst Monopole oft als weniger schädlich betrachtet als staatliche Regulierung.
Warum ist die Innovationsfunktion für den Wettbewerb so bedeutsam?
Sie gilt als Motor für technischen Fortschritt, bei dem Unternehmen durch Pionierleistungen im Wettbewerb Wettbewerbsvorteile erzielen, was wiederum Prozesse der schöpferischen Zerstörung auslöst.
- Citar trabajo
- Dr. Christian Schwießelmann (Autor), 2009, Wettbewerbliche Marktprozesse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134523