Essay: Antje Di Bella und Lutz Eckner: Gottesbild - Menschenbild - Weltbild

Erich Fromm - Paul Tillich, ein Vergleich und seine Folgerungen


Essay, 1993

7 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Essay von Antje Di Bella und Lutz Eckner

Gott, der Alleine und das Seiende

Fromms Gottesverständnis im Vergleich mit Paul Tillichs Gottesverständnis

Erich Fromm sieht im biblischen Verständnis der Person Gottes eine Entwicklung.

Gott hat man sich zunächst als "Stammeshäuptling" vorgestellt, sagt er, später als konstitutionellen Monarchen und schließlich in der Zeit der Mystik als "namenlosen Gott".

Fromm meint, dass jetzt noch darüber hinaus zu gehen sei, um den Kern dieser Gottesvorstellung wahrzunehmen.

"Gott ist eine der vielen poetischen Ausdrucksformen für den höchsten Wert im Humanismus und keine Realität an sich." Fromm versteht Gott also als Inbegriff der humanistischen Höchstwerte.

Tillich fragt: "Was meinen wir eigentlich, wenn wir Gott sagen? Müssen wir nicht, bevor wir seinen Charakter darstellen erst einmal seinen Horizont ermitteln?"

Fromm klammert dieses Problem aus.

Fromm versteht Gott einpolig, als Liebe.

Tillich hat ein doppelpoliges Gottesverständnis in der Korrelation von Horizont und Charakter Gottes.

Für ihn ist es falsch, Gott nachdem er sich in Jesus Christus als Liebe erwiesen hat, nur noch als Liebe zu sehen und nicht auch als Macht.

Zunächst ist Gott im Horizont des Ganzen zu sehen, bevor man ihm Eigenschaften beimessen kann.

Das Sein ist die erste Aussage, die man über Gott als Theologe machen kann.

Tillich meint, wenn er das Sein-Selbst ist oder die Macht des Seins, schließt das automatisch aus, dass er ein Seiendes ist.

Fromm und Tillich sind sich darin einig, dass alle religiösen Aussagen in der Erfahrung verankert sein müssen.

Fromm beschreibt da fünf Elemente:

Das Betroffensein von der Frage nach dem Leben, eine Hierarchie der Werte, wobei Vernunft, Liebe, Mitgefühl und Mut oben anstehen, so dass der Mensch nicht Mittel sondern Zweck sei, das Loslassen des eigenen Ichs und der Gier und damit verbunden die Offenheit und schließlich das Transzendieren seines Ich, dass man das Gefängnis seiner Selbstsucht und Isolierung verlässt.

Zur religiösen Erfahrung gehört also bei Fromm sowohl das Betroffensein von Vernunft und Liebe, als die unbedingt gültigen Höchstwerte, wie auch die Harmonie mit Natur und Mensch bis hin zum "Einswerden" mit dem Weltall.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Essay: Antje Di Bella und Lutz Eckner: Gottesbild - Menschenbild - Weltbild
Untertitel
Erich Fromm - Paul Tillich, ein Vergleich und seine Folgerungen
Veranstaltung
Hauptseminar über Erich Fromm
Note
1,0
Autoren
Jahr
1993
Seiten
7
Katalognummer
V134606
ISBN (eBook)
9783640417582
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dieses Essay entstand im Juli 2009 aus einem Kapitel der Seminararbeit: Erich Fromm: Haben oder Sein. Mitautor, ausgewiesen im Text, ist der Schriftsteller Lutz Eckner, Reichenbach.
Schlagworte
Erich Fromm, Paul Tillich, Gottes und Menschenbild- Weltbild, Philosophisches und Theologisches Gottes- und Weltbild
Arbeit zitieren
Dipl.Soz.päd. Antje-Marianne Di Bella (Autor)Lutz Eckner (Autor), 1993, Essay: Antje Di Bella und Lutz Eckner: Gottesbild - Menschenbild - Weltbild , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134606

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