Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung


Studienarbeit, 2008

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konfliktentstehung nach der Entkolonialisierung Afrikas

3. Kongo – ONUC

4. Äthiopien und Eritrea – UNMEE
4.1. Geschichtliche Entwicklung des Konflikts
4.2. Der zweijährige Krieg 1998-2000
4.3. Friedensmission UNMEE
4.4. Abzugsmöglichkeiten und aktuelle Lage

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Globale Konfliktintensitäten 2007

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ergebniseinordnung ausgewählter afrikanischer UN-Missionen

Tabelle 2: Soldaten in multinationalen, international autorisierten Friedenseinsätzen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In der Präambel und in Kapitel I Artikel 1 der Charta der UN wird die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit als zentrales Ziel ausgegeben. In Kapitel I Artikel 2 werden alle Mitglieder ausdrücklich dazu aufgefordert, jede „mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“[1] zu unterlassen. Zu dieser Charta haben sich alle 192 Mitgliedsstaaten mit dem Beitritt zur UN bekannt. Demnach dürfte es keine Kriege geben.

Allerdings wird der starke Bruch zwischen Geschriebenem und Praktiziertem in diesem Fall deutlich. Das Problem ergibt sich daraus, dass Staatsoberhäupter teilweise ein sehr eingeschränktes Gewaltmonopol über ihre Staatsfläche haben. Nach Angaben der AKUF konnten „2002 mehr als drei Viertel aller Kriege [auf] reine innergesellschaftliche Konflikte“[2] zurückgeführt werden. Davon stellen Antiregimekriege mit 41 Prozent den größten Anteil dar, gefolgt von 32 Prozent Autonomiekriegen. Innergesellschaftliche, ethnische und kulturelle Spannungen und politische Instabilität führen im verstärkten Maß zu gewaltsamen Konflikten.[3]

Abbildung 1: Globale Konfliktintensitäten 2007

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Heidelberg Institute For International Conflict Research ( 2007): S.2.

Ein globaler Brennpunkt gewaltsamer Konfliktaustragung ist und war Afrika – neben dem Nahen Osten und Südasien (siehe Abb.1). In Subsahara-Afrika werden aktuell die Hälfte aller UN-Peacekeeping Missionen durchgeführt. Aus diesem Grund sollen im Rahmen dieser Seminararbeit exemplarisch zwei Friedensmissionen der Vereinten Nationen vorgestellt werden – die erste jemals auf afrikanischem Boden durchgeführte Friedensmission im Kongo und eine aktuell andauernde in Äthiopien und Eritrea. Beginnend wird die Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung Afrikas dargelegt, um der Betrachtung der immensen Konfliktintensität auf dem afrikanischen Kontinent näher zu kommen.

2. Konfliktentstehung nach der Entkolonialisierung Afrikas

1960 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 1514 „Declaration on the Granting of Independence to Colonial Countries and Peoples“, um die Entkolonialisierung Afrikas voranzutreiben. Im Rahmen dieses Prozesses konnten die Kolonien Afrikas überwiegend ohne den Einsatz von Gewalt ihre Unabhängigkeit erlangen. Dennoch etablierten sich nur unzureichend demokratische Strukturen innerhalb dieses politischen Umbruchs.[4]

Die Gründe sind offensichtlich: eine Demokratie muss sich langsam entwickeln und ein tiefes Bewusstsein für diesen Prozess – in der Bevölkerung und bei den Regierenden – ist unabdingbar. Die Kultur Afrikas hatte keine Möglichkeit sich an Demokratie stetig zu gewöhnen und die Kolonialmächte waren im Zeitalter des Imperialismus kein Vorbild. Ein weiterer Grund der starken Konfliktintensität in Afrika sind die teils willkürlich zustande gekommenen Staatsgrenzen durch die ehemaligen Kolonialmächte – auf Kulturkreise, ethnische Gruppen und anderes wurde vordergründig nicht geachtet. Durch die unzureichenden demokratischen Strukturen befanden sich im Jahr 2004 noch 17 Militärregime an der Macht afrikanischer Staaten.[5]

In den Jahren 1960 bis 1969 wurden 31 Staaten Afrikas Mitglied der Vereinten Nationen und ab 1965 waren diese mit drei nicht-ständigen Mitgliedern im Sicherheitsrat vertreten.[6] Somit hatten diese Länder die Möglichkeit, auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und politischen Druck zu erzeugen. Allerdings bestand und besteht die größte Schwierigkeit darin, dass die zumeist kleinen und politisch schwachen Länder, als gemeinsame Interessensvertretung agieren.[7]

[...]


[1] Gareis et al. (2007): S.328.

[2] Ebd.: S.115.

[3] Vgl. ebd.

[4] Vgl. Deuretzbacher (2005): S.132.

[5] Vgl. Heitmann, Helmoed-Romer (2001): S.32.

[6] Vgl. Gareis et al. (2007): S.44.

[7] Vgl. Deuretzbacher (2005): S.132f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V134648
ISBN (eBook)
9783640426805
ISBN (Buch)
9783640424511
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Enkolonialisierung, Afrika, Kongo, Äthiopien, Eritrea, UNMEE, ONUC, UNO, UN, United Nations, Vereinte Nationen, Friedensmissionen, Konflikt
Arbeit zitieren
Michael Flohr (Autor), 2008, Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134648

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