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Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung

Title: Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Flohr (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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In der Präambel und in Kapitel I Artikel 1 der Charta der UN wird die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit als zentrales Ziel ausgegeben. In Kapitel I Artikel 2 werden alle Mitglieder ausdrücklich dazu aufgefordert, jede „mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“ zu unterlassen. Zu dieser Charta haben sich alle 192 Mitgliedsstaaten mit dem Beitritt zur UN bekannt. Demnach dürfte es keine Kriege geben.
Allerdings wird der starke Bruch zwischen Geschriebenem und Praktiziertem in diesem Fall deutlich. Das Problem ergibt sich daraus, dass Staatsoberhäupter teilweise ein sehr eingeschränktes Gewaltmonopol über ihre Staatsfläche haben. Nach Angaben der AKUF konnten „2002 mehr als drei Viertel aller Kriege [auf] reine innergesellschaftliche Konflikte“ zurückgeführt werden. Davon stellen Antiregimekriege mit 41 Prozent den größten Anteil dar, gefolgt von 32 Prozent Autonomiekriegen. Innergesellschaftliche, ethnische und kulturelle Spannungen und politische Instabilität führen im verstärkten Maß zu gewaltsamen Konflikten.
Ein globaler Brennpunkt gewaltsamer Konfliktaustragung ist und war Afrika – neben dem Nahen Osten und Südasien. In Subsahara-Afrika werden aktuell die Hälfte aller UN-Peacekeeping Missionen durchgeführt. Aus diesem Grund sollen im Rahmen die-ser Seminararbeit exemplarisch zwei Friedensmissionen der Vereinten Nationen vorgestellt werden – die erste jemals auf afrikanischem Boden durchgeführte Friedensmission im Kongo und eine aktuell andauernde in Äthiopien und Eritrea. Beginnend wird die Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung Afrikas dargelegt, um der Betrachtung der immensen Konfliktintensität auf dem afrikanischen Kontinent näher zu kommen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konfliktentstehung nach der Entkolonialisierung Afrikas

3. Kongo – ONUC

4. Äthiopien und Eritrea – UNMEE

4.1. Geschichtliche Entwicklung des Konflikts

4.2. Der zweijährige Krieg 1998-2000

4.3. Friedensmission UNMEE

4.4. Abzugsmöglichkeiten und aktuelle Lage

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Rolle der Vereinten Nationen bei der Bewältigung von Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent, wobei der Fokus auf dem Zusammenhang zwischen der Entkolonialisierung und der Entstehung von Gewalt liegt. Durch die exemplarische Analyse der UN-Friedensmissionen im Kongo (ONUC) sowie in Äthiopien und Eritrea (UNMEE) wird aufgezeigt, wie diese Einsätze zur Stabilität beitragen oder durch komplexe politische Rahmenbedingungen an ihre Grenzen stoßen.

  • Historische Konfliktentstehung in Afrika durch den Entkolonialisierungsprozess
  • Grundprinzipien und praktische Anwendung von UN-Peacekeeping-Missionen
  • Analyse der UN-Friedensmission ONUC im Kongo als historische Fallstudie
  • Untersuchung des bilateralen Konflikts zwischen Äthiopien und Eritrea und der UNMEE-Mission
  • Diskussion über Herausforderungen bei der Umsetzung internationaler Friedensmandate

Auszug aus dem Buch

4.1. Geschichtliche Entwicklung des Konflikts

Von 1890 bis 1941 war Eritrea unter italienischer Kolonialherrschaft. Die Region am Horn von Afrika war zu dieser Zeit stark den unterschiedlichen Interessen der Kolonialmächte ausgesetzt. Das unabhängige Äthiopien konnte allerdings 1923 durch den Beistand Frankreichs Mitglied im Völkerbund werden, verlor jedoch seine Unabhängigkeit nur von 1935 bis 1941 an das faschistische Italien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Eritreas durch die Briten strebte die Bevölkerung aufgrund der wirtschaftlichen Unzufriedenheit eine Union mit Äthiopien an. Die Vereinten Nationen sprachen sich 1952 für eine Föderation aus. Eine neue Verfassung Eritreas sollte allerdings wichtige Punkte, wie den Erhalt der Nationalflagge und die Beibehaltung der eigenen Sprache, beinhalten.

In der folgenden Zeit gab es allerdings erhebliche Unruhen in Äthiopien und auch das Verhältnis zu Eritrea litt unter dem äthiopischen Kaiser, der die Rechte Eritreas massiv einschränkte und es 1962 letztendlich annektierte. Mitte der 1970er Jahre wandte sich Äthiopien dem kommunistischen Block des Kalten Krieges zu. Durch diese Unterstützung konnte die Besatzung Eritreas aufrechterhalten werden. Nach erheblichem Widerstand war es Eritrea erst im Jahr 1993, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, möglich die eigene Unabhängigkeit zu erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem UN-Friedensgebot und der Realität gewaltsamer Konflikte, die oft innergesellschaftlich geprägt sind.

2. Konfliktentstehung nach der Entkolonialisierung Afrikas: Dieses Kapitel erläutert die negativen Auswirkungen des schnellen Entkolonialisierungsprozesses auf die Stabilität afrikanischer Staaten, insbesondere durch willkürliche Grenzziehungen und mangelnde demokratische Strukturen.

3. Kongo – ONUC: Hier werden die Grundsätze der Friedensarbeit anhand der ONUC-Mission skizziert und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der traditionellen UN-Friedensprinzipien im Kongo aufgezeigt.

4. Äthiopien und Eritrea – UNMEE: Dieses Kapitel detailliert die historische Entwicklung des bilateralen Konflikts, den Verlauf des Grenzkrieges sowie die Komplexität der UN-Mission UNMEE.

4.1. Geschichtliche Entwicklung des Konflikts: Darstellung der kolonialen Geschichte und der daraus resultierenden Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea bis zur Unabhängigkeit Eritreas.

4.2. Der zweijährige Krieg 1998-2000: Analyse der Ursachen des Grenzkrieges, insbesondere wirtschaftliche Differenzen und ungeklärte Grenzverläufe.

4.3. Friedensmission UNMEE: Beschreibung des Mandats und der operativen Herausforderungen der UN-Truppen bei der Überwachung des Friedensvertrages.

4.4. Abzugsmöglichkeiten und aktuelle Lage: Untersuchung der Problematik anhaltender Spannungen und der fehlenden Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Zunahme internationaler Friedenseinsätze zusammen und bewertet die besondere Bedeutung Afrikas für die zukünftige internationale Friedensarbeit.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, UN-Friedensmissionen, Afrika, Entkolonialisierung, ONUC, UNMEE, Äthiopien, Eritrea, Kongo, Friedenssicherung, Konfliktentstehung, Peacekeeping, Grenzkrieg, Demokratisierung, Völkerrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Vereinten Nationen bei der Friedenssicherung auf dem afrikanischen Kontinent unter Berücksichtigung historischer Kontextfaktoren wie der Entkolonialisierung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Konfliktentstehung nach dem Rückzug der Kolonialmächte, die Prinzipien des UN-Peacekeepings sowie die spezifische Anwendung dieser Prinzipien in den Konflikten im Kongo sowie zwischen Äthiopien und Eritrea.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, exemplarisch an zwei Missionen zu zeigen, wie UN-Friedensmissionen in die hochkomplexen Konfliktsituationen Afrikas eingreifen und mit welchen Herausforderungen sie dabei konfrontiert sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Seminararbeit, die auf einer Auswertung existierender Fachliteratur und Dokumente zur Konfliktforschung und zu UN-Missionen basiert.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einleitung zur Konfliktentstehung die Fallbeispiele ONUC im Kongo und UNMEE in Äthiopien und Eritrea detailliert in ihrem historischen und politischen Kontext analysiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie UN-Friedensmissionen, afrikanische Konfliktgeschichte, Entkolonialisierung und das Spannungsfeld zwischen Peacekeeping-Mandaten und realpolitischer Praxis charakterisiert.

Warum wird der Kongo als Fallbeispiel angeführt?

Die ONUC-Mission im Kongo war die erste Friedensmission auf afrikanischem Boden und diente als historischer Referenzpunkt, der die Definition von Friedenseinsätzen für die nachfolgenden Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.

Welches zentrale Hindernis wird für die UNMEE-Mission identifiziert?

Das Hauptproblem besteht in der fehlenden Bereitschaft der Konfliktparteien, Ergebnisse der Grenzkommission anzuerkennen, was zu einer festgefahrenen Situation führt, in der die UN-Truppen zwischen den Fronten stehen.

Inwiefern hat die Entkolonialisierung die Konfliktdynamik beeinflusst?

Die willkürlichen Staatsgrenzen und der Mangel an entwickelten demokratischen Strukturen führten laut Arbeit nach dem Abzug der Kolonialmächte häufig zu politischer Instabilität und gewaltsamen Antiregimekriegen.

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Details

Title
Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung
College
University of Erfurt
Grade
1,0
Author
Michael Flohr (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V134648
ISBN (eBook)
9783640426805
ISBN (Book)
9783640424511
Language
German
Tags
Enkolonialisierung Afrika Kongo Äthiopien Eritrea UNMEE ONUC UNO UN United Nations Vereinte Nationen Friedensmissionen Konflikt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Flohr (Author), 2008, Exemplarische Vorstellung zweier UN-Friedensmissionen in Afrika im Zusammenhang zur Betrachtung der Konfliktentstehung durch die Entkolonialisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134648
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