Konventionelle Führungskräftetrainings werden auch in deutschen Konzernen zunehmend durch Elemente des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP) substituiert, obwohl die Expertenmeinungen über NLP-Techniken unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die vorliegende Arbeit soll zu dieser Diskussion einen Beitrag leisten, indem der derzeitige Stand der Forschung erfasst wird, aktuelle Trends im Zusammenhang mit NLP aufgezeigt werden und die vorherrschenden Meinungen über NLP im Rahmen einer empirischen Untersuchung erhoben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Chancen
3.1 Relevanz in der beruflichen Praxis
3.2 Würdigung durch den BFH
3.3 Zuspruch aus der Hirnforschung
4. Grenzen
4.1 Wissenschaftlichkeit
4.2 Open Source - Problematik
4.3 Selbstkritik
5. Empirische Untersuchung
5.1 Ziel und Studiendesign
5.2 Präsentation und Interpretation der Ergebnisse
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Wahrnehmung von Neuro-Linguistischem Programmieren (NLP) im betrieblichen Management, wobei insbesondere der wissenschaftliche Status quo, die Problematik der "Open Source"-Natur von NLP-Techniken und das aktuelle Stimmungsbild unter Berufstätigen analysiert werden.
- Wissenschaftliche Fundierung und Kritik von NLP
- Relevanz von NLP in Führungskräftetrainings
- Neurobiologische Aspekte von NLP-Techniken
- Empirische Analyse der öffentlichen Wahrnehmung
- Qualitätssicherung in der NLP-Ausbildung
Auszug aus dem Buch
3.3 Zuspruch aus der Hirnforschung
Zum Status quo haben die Techniken des NLP vor allem deswegen wenig Reputation, da ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht oder nicht hinreichend nachgewiesen werden konnte, wie im Kapitel 4.1 erläutert wird. Neue Erkenntnisse der Hirnforschung ergeben, dass zahlreiche Annahmen des NLP auch wissenschaftlich nachvollziehbar sind. Nachfolgend sollen diese Prämissen in Verbindung mit dem jeweiligen Forschungsergebnis, welches diese stützt, vorgestellt werden:
Eine Grundannahme im NLP besagt, dass die Landkarte nicht das Gebiet ist. Diese Aussage bezieht sich auf die Wahrnehmung des Menschen, der nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit wahrnimmt, diese jedoch oft für die ganze Wahrheit oder Wirklichkeit hält. Dies wird durch die moderne Hirnforschung insofern bestätigt, dass jeder Sinnesreiz einen mehrstufigen Filterprozess im Unterbewusstsein durchläuft, eher dieser möglicherweise an eine Hirnregion des Bewusstseins weitergeleitet wird.
Ein zentraler Bereich des NLP beschäftigt sich mit Glaubenssätzen. Diese beschreiben vorherrschende Standardstrukturen im menschlichen Verhalten und Denken, die durch mehrfaches Erleben verstärkt oder gezielt aufgebaut werden können. Dies deckt sich mit der Erkenntnis, dass der Informationsaustausch in der Hirnrinde durch Wiederholung begünstigt wird und sich zu diesem Zweck eigene Verbindungen bilden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der ambivalenten Wahrnehmung von NLP zwischen Führungswerkzeug und Pseudowissenschaft sowie Erläuterung des Forschungsziels.
2. Definition: Abgrenzung des NLP-Begriffs als offenes System zur Weiterentwicklung von Kommunikations- und Persönlichkeitstechniken.
3. Chancen: Darstellung der beruflichen Relevanz, der steuerlichen Anerkennung durch den BFH und der Unterstützung durch neuere hirnphysiologische Erkenntnisse.
4. Grenzen: Analyse der wissenschaftlichen Kritikpunkte, der Herausforderungen durch die unkontrollierte "Open Source"-Weitergabe und der Notwendigkeit zur Selbstkritik.
5. Empirische Untersuchung: Auswertung einer Online-Umfrage unter 147 Personen zu deren Einstellung, Kenntnisstand und Bewertung von NLP-Techniken.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit Forderungen nach höherer Professionalisierung und Qualitätssicherung.
Schlüsselwörter
Neuro-Linguistisches Programmieren, NLP, Management, Führungskräfteentwicklung, Kommunikation, Hirnforschung, Wissenschaftlichkeit, Open Source, Selbstmanagement, Empirische Untersuchung, DVNLP, Glaubenssätze, Soft Skills, Qualitätssicherung, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von NLP-Techniken im beruflichen Kontext und hinterfragt dessen wissenschaftliche Legitimität sowie die öffentliche Wahrnehmung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von NLP, dessen Nutzen in der Praxis, die wissenschaftliche Kritik sowie eine empirische Bestandsaufnahme.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein aktuelles Stimmungsbild über NLP zu erfassen und zu analysieren, wie NLP-Techniken wissenschaftlich und praktisch bewertet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Online-Umfrage, an der 147 Probanden teilgenommen haben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Chancen und Grenzen von NLP, beleuchtet neuronale Bestätigungen und bewertet die Ergebnisse der durchgeführten empirischen Studie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie NLP, Management, Kommunikation, Wissenschaftlichkeit und Qualitätssicherung geprägt.
Warum wird NLP als „Open Source“ bezeichnet?
Der Begriff beschreibt die Tatsache, dass NLP kein abgeschlossenes System ist, sondern ständig durch Anwender frei weiterentwickelt wird.
Welche Rolle spielt der BFH in der Arbeit?
Der Bundesfinanzhof stufte NLP-Supervisionskurse unter bestimmten Voraussetzungen als steuerlich absetzbar ein, was als Aufwertung des NLP gewertet wird.
Wurde NLP in der Umfrage mehrheitlich positiv bewertet?
Ja, die Ergebnisse zeigen eine überdurchschnittliche Akzeptanz, obwohl die wissenschaftliche Validierung des Modells weiterhin ein kritischer Punkt bleibt.
- Quote paper
- Nicolai Krüger (Author), 2009, Neuro-Linguistisches Programmieren: Open Source - Manipulation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134713