Die vorliegende Dokumentation ist mit dem Ziel erstellt worden, bildungspraktisches Handeln bei der Durchführung eines konkreten Projektes in der Erwachsenenbildung von der Planung bis zur Evaluation einschließlich der darüber stattgefundenen Reflexion der Praktikantin zu dokumentieren. Das Praktikum mit der Schwerpunktsetzung „Praxis der Mediendidaktik“ innerhalb des Fernstudiums B.A. Bildungswissenschaften bildet dabei den Handlungs- und Reflexionsrahmen und rückt bildungs-wissenschaftliche Theorien und Modelle in den Mittelpunkt. Die reflektierende Dokumentation versucht darüber hinaus, die zunehmende Bedeutung von Reflexion in Bildungsprozessen und in der Bildungsarbeit aufzeigen und ist wie folgt aufgebaut:
Kapitel 1 beschreibt das Projekt und dessen Zielsetzung und beeinhaltet Aussagen zu Elementen des beruflichen Handelns im Arbeitsprozess (vgl. Dehnbostel, 2008, S. 33f.), d.h. den erforderlichen Kompetenzen der Praktikantin einerseits und den Strukturen der Weiterbildungseinrichtung, einer Volkshochschule, andererseits. In Kapitel 2 wird der gesamte Arbeitsauftrag in seinem Ablauf als Prozess von der Vorbereitung bis zur Evaluation als „vollständige Handlung“ skizziert und beschrieben (vgl. das Modell von HACKER, 1986, zur Handlungsorganisation zit. in Heinz, 2008, S.72f.). Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei die Sprachenbildung Erwachsener in der Europäischen Gemeinschaft, (medien-) didaktische und technische Aspekte der Gestaltung und Produktion von Medien, sowie Qualität und Qualitätssicherung in der Bildungsarbeit. In Kapitel 3 wird das bildungspraktische Handeln auf der Grundlage bildungswissenschaftlicher Erkenntnisse der Praktikantin und neu gewonnener Erfahrungen aus der Praxis reflektiert, wobei dies vorrangig im Kontext von Mediendidaktik geschieht. Gleichzeitig wird in diesem Kapitel die eigene reflexive Handlungsfähigkeit umrissen.
Das Fazit im vierten Kapitel enthält Schlussfolgerungen, die aus dem Arbeits- und Reflexionsprozess gezogen wurden und enthält insbesondere Aussagen zur Bedeutung von reflexiven Kompetenzen von Lehrenden in der postmodernen Bildungsarbeit.
(Anmerkung d. Red.: Schwärzungen im Text verdecken Hinweise auf den Anhang, der leider nicht im Lieferumfang enthalten ist!)
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Projektbeschreibung und Zielsetzung
1.2 Analyse der Handlungsbedingungen
2 Darstellung der Handlungen im Arbeitsprozess
2.1 Informieren
2.2 Durchführen der Projektaufgaben: Erstellung von Modulsystem und Online-Test
2.2.1 Planen und Entscheiden
2.2.2 Ausführen und Kontrollieren
2.3 Bewerten der Arbeitsergebnisse
2.3.1 Qualitätsverständnis
2.3.2 Qualitätssicherung und Evaluation
3 Darstellung des Reflexionsprozesses
3.1 Reflexion über bildungspraktischen Handeln
3.2 Reflexion über Kompetenzentwicklung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Dokumentation eines bildungspraktischen Projektes in der Erwachsenenbildung – konkret die Entwicklung eines modularen Fremdsprachensystems und eines computergestützten Einstufungstests – sowie die reflexive Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und der Kompetenzentwicklung auf Basis mediendidaktischer Theorien.
- Methodische Gestaltung von Fremdsprachenlernangeboten im Kontext der Erwachsenenbildung.
- Integration computergestützter Einstufungstests in die Kursberatung einer Volkshochschule.
- Reflexion über bildungspraktisches Handeln unter Anwendung des Modells der „vollständigen Handlung“.
- Analyse des Qualitätsverständnisses in der Bildungsarbeit („Qualität als Transformation“).
- Förderung von Medienkompetenz und selbstgesteuertem Lernen bei Lehrenden und Lernenden.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Planen und Entscheiden
Es wurde mit der Planung begonnen. Die Vorgehensweise lehnt sich an die einzelnen Schritte zur Planung und Konzeption von multimedialen Lernangeboten an (vgl. Niegemann zit. in Klebl, 2007, S. 16ff.) und begann mit einer ausführlichen Analyse aller Praxisbedingungen in Bezug auf:
- Problem und Bedarf
- Zielsetzung
- Adressaten/Zielgruppe
- Wissen/Inhalte
- Ressourcen
- Einsatzbedingungen.
Damit sollte sichergestellt werden, das die Produkte „Modulsystem“ und „Online-Test“ für den Auftraggeber VHS auch bedarfsgerecht, für die entsprechende Zielgruppe und mit Hinblick auf die Zielsetzung im größeren Zusammenhang (siehe Punkt 1.1) erstellt werden. Während der Planung fand eine Zielpräzisierung statt: Es sollte eine optimierte Darstellung des Kursangebotes Sprachen (Englisch) sowie ein Instrument zur Spracheinstufung entstehen, das Interessenten und Teilnehmer erlaubt, ihre Englischkenntnisse räumlich und zeitlich unabhängig einzuschätzen und ihnen die eigene Kursauswahl auf Grundlage der Kompetenzeinstufung erleichtert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt das Projektziel, die methodische Einbettung in das Studium der Bildungswissenschaften und den Aufbau der Dokumentation.
2 Darstellung der Handlungen im Arbeitsprozess: Skizziert den gesamten Arbeitsauftrag als „vollständige Handlung“, von der Informationsbeschaffung über die Konzeption bis zur Bewertung der Ergebnisse.
3 Darstellung des Reflexionsprozesses: Reflektiert das bildungspraktische Handeln und die persönliche Kompetenzentwicklung der Praktikantin unter medien- und bildungstheoretischen Gesichtspunkten.
4 Fazit: Zieht Schlussfolgerungen aus dem Prozess, insbesondere zur Bedeutung reflexiver Kompetenzen und zur Rolle neuer Medien in der post-modernen Erwachsenenbildung.
Schlüsselwörter
Mediendidaktik, Erwachsenenbildung, vollständige Handlung, Fremdsprachenerwerb, Europäischer Referenzrahmen, Kompetenzentwicklung, Qualitätssicherung, Online-Einstufungstest, Reflexion, selbstgesteuertes Lernen, Medienkompetenz, Bildungsarbeit, Bildungsmanagement, Volkshochschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein Praktikum im Studiengang B.A. Bildungswissenschaft, in dem ein modulares System für den Fremdsprachenerwerb sowie ein computergestützter Englisch-Einstufungstest für eine Volkshochschule entwickelt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediendidaktik, der Qualitätssicherung in der Erwachsenenbildung, der Planung von Medienprojekten sowie der Reflexion beruflichen Handelns.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Dokumentation der Projektumsetzung und die theoretisch fundierte Reflexion der Praktikantin hinsichtlich ihres professionellen Handelns und ihrer Kompetenzentwicklung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf das Konzept der „vollständigen Handlung“ (nach HACKER) sowie auf verschiedene Erhebungsmethoden wie Experteninterviews und Beobachtung zur Analyse der Handlungsbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Arbeitsprozesses (Planung, Ausführung, Bewertung) sowie die anschließende Reflexionsphase, in der das Handeln kritisch hinterfragt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mediendidaktik, Kompetenzentwicklung, Erwachsenenbildung, Qualitätssicherung und Reflexivität.
Warum wurde das Projekt als „nicht vollständig“ bewertet?
Aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen (kein eigener Webserver, fehlendes FTP-Programm) konnte die geplante Online-Evaluation unter Einbezug der Teilnehmer nicht wie ursprünglich vorgesehen realisiert werden.
Wie unterscheidet sich das hier praktizierte Qualitätsverständnis?
Die Praktikantin orientiert sich an einem Qualitätsbegriff, der über die reine Teilnehmerzufriedenheit hinausgeht und als „Transformation“ verstanden wird, bei der die Ermächtigung des Lernenden im Mittelpunkt steht.
- Citar trabajo
- Antje Pauer (Autor), 2008, Bildungspraktisches Handeln in der Erwachsenenbildung. Reflektierende Dokumentation zum Praktikum im Studiengang B.A. Bildungswissenschaft., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134775