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Die Kyot-Exkurse in Wolframs von Eschenbach Parzival

Título: Die Kyot-Exkurse in Wolframs von Eschenbach Parzival

Trabajo , 2021 , 19 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Björn Grimm (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Diese Arbeit soll die Frage nach der Rolle sowie dem Nutzen Kyots in Wolframs von Eschenbach Parzival ergründen. Dafür werden im ersten Kapitel die Textpassagen, in denen Kyot vorkommt, analysiert, ehe im zweiten Kapitel einer möglichen Realexistenz Kyots sowie der Quellenlage des Parzival nachgegangen wird. Ein kürzeres drittes Kapitel beschäftigt sich mit dem Erzähler, der für das Gesamtwerk eine entscheidende Rolle innehat und für die Präsentation Kyots verantwortlich ist. Die Schlussbemerkungen sollen zentrale Erkenntnisse zusammenführen.

Mit dem Parzival Wolframs von Eschenbach haben wir heute noch eines der bedeutendsten Epen des deutschen Hochmittelalters. Obwohl Umfang und motivische Vielfalt einen Quellenreichtum erahnen ließen, nennt Wolfram mit der geheimnisvoll-ambivalenten Figur Kyot nur einen einzigen Gewährsmann, um den herum er die gesamte Genealogie seiner Erzählung aufbaut, während er die als gesichert geltende Hauptquelle Chrétien de Troyes entkräftet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kyot-Nennungen und -Exkurse im Parzival

2.1 Die Einführung Kyots (416,20-30)

2.2 Kyot und die Genealogie des Parzival-Stoffes (453,1–455,22)

2.3 Abwägen der Quellen im Epilog (827,1–14)

3. Einordnung Kyots in die Quellenforschung

3.1 Zur Realexistenz Kyots

3.2 Quellengrundlage des Parzival

4. Rolle und Einfluss von Wolframs Erzähler

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Figur des Kyot im "Parzival" von Wolfram von Eschenbach, um dessen Rolle und Funktion als Gewährsmann innerhalb der Erzählstruktur zu ergründen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Kyot als historisch existierende Person oder als fiktive Instanz zur Legitimierung der Erzählung und zur Überbrückung narrativer Leerstellen fungiert.

  • Analyse der Kyot-Passagen im "Parzival"
  • Untersuchung der Debatte um die Realexistenz Kyots
  • Vergleich der Quellensituation zwischen Wolfram und Chrétien de Troyes
  • Die Funktion des Erzählers und die Konstruktion der Quellengeschichte

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Einführung Kyots (416,20-30)

Kyôt in selbe nennet sus. Kyôt la schantiure hiez, den sîn kunst des niht erliez, er ensunge und spraeche sô dês noch genuoge werdent vrô. Kyot ist ein Provenzâl, der dise âventiur von Parzivâl heidensch geschriben sach. swaz er en franzoys dâ von gesprach, bin ich niht der witze laz, daz sage ich tiuschen vürbaz

Wolfram beruft sich an dieser Stelle auf seine vermeintliche Quelle Kyot in direkter Folge der Einführung der randständigen Figur Liddamus, die in Wolframs realer Hauptquelle, dem Conte du Graal von Chrétien de Troyes, keine Entsprechung findet. Eine solche Beglaubigung neu eingeführter Namen ist nach Nellmann durchaus gängige Praxis. Kyot wird als Provenzale vorgestellt, der die Geschichte Parzivals in heidnischer Sprache vorgefunden und auf Französisch weitererzählt habe. Nicht nur reiht Wolfram sich mit dem Anspruch, das Überlieferte in deutscher Sprache zu verbreiten, in die Chronologie der Erzählung ein, es wird auch ein mehrfach vollzogener medialer (mündlich/ schriftlich) wie sprachlicher Wechsel beschrieben. Als schwierig gestaltet sich die Beschreibung la schantiure (416,21), da diese als Reflex zweier altfranzösischer Begriffe abzuleiten wäre: le chanteor – der (lyrische) Dichter – oder l’enchanteor – der Zauberer. Auch die Bedeutungsnuance des Spielmachers ist nicht auszuschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des "Parzival" ein, umreißt die Kyot-Problematik im Kontext der Quellenforschung und legt das Ziel der Untersuchung fest.

2. Die Kyot-Nennungen und -Exkurse im Parzival: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Textstellen, an denen Wolfram seinen Gewährsmann Kyot anführt, und untersucht die narratologischen Implikationen dieser Berufungen.

3. Einordnung Kyots in die Quellenforschung: Hier wird der Forschungsdiskurs zur Realexistenz Kyots diskutiert und das Verhältnis zwischen Wolframs Erzählung und seiner Hauptquelle, Chrétiens "Conte du Graal", beleuchtet.

4. Rolle und Einfluss von Wolframs Erzähler: Dieses Kapitel untersucht die ambivalente Erzählerfigur als Bindeglied zwischen Wolfram, dem Werk und der Konstruktion der Quellengeschichte.

5. Schlussbemerkungen: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und Kyot als notwendiges funktionales Element zur narrativen Brückenbildung im Epos eingeordnet.

Schlüsselwörter

Parzival, Wolfram von Eschenbach, Kyot, Chrétien de Troyes, Quellenforschung, Erzählerfigur, Realexistenz, Flegetanis, Gralsdichtung, mittelalterliche Epik, Literaturwissenschaft, Fiktionalität, Provenzale, Mittelalter, Narration.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Figur Kyot als Gewährsmann im "Parzival" und hinterfragt, inwieweit diese Figur zur Konstruktion von Glaubwürdigkeit und zur Legitimation der Erzählung dient.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die Quellenproblematik bei Wolfram von Eschenbach, die Debatte zur Realexistenz von Kyot sowie die Funktionen der Erzählerfigur im Kontext der mittelalterlichen Romanliteratur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Kyot ein historisch belegbarer Gewährsmann ist oder ob Wolfram die Figur konstruiert hat, um komplexe narrative Anforderungen oder Distanzierungen zu seiner Hauptquelle Chrétien de Troyes auszugleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse methodischer Literatur- und Textvergleiche vorgenommen, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlichen Forschungsbeiträgen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Kyot-Passagen, eine kritische Diskussion zum Quellenstand und eine Untersuchung der Erzählerrolle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben Kyot selbst sind Begriffe wie Quellenfiktion, Narratologie, mittelalterliche Epik und die Distanz zur Hauptquelle Chrétien de Troyes prägend für die Arbeit.

Welche Rolle spielt die Figur des Flegetanis in diesem Kontext?

Flegetanis wird als heidnischer Naturdeuter und Sternenleser eingeführt, dessen Schrift Kyot angeblich erst durch Übersetzung zugänglich macht, was Wolfram als Mittel zur Mystifizierung und Legitimierung nutzt.

Wie bewertet der Autor Wolfram von Eschenbachs Umgang mit den Quellen?

Wolfram wird als souveräner Erzähler dargestellt, der durch geschickte Quellenberufungen und konstruierte Distanzierungen seine eigene erzählerische Autorität stärkt und ein fiktionales Sinnangebot für die höfische Gesellschaft schafft.

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Detalles

Título
Die Kyot-Exkurse in Wolframs von Eschenbach Parzival
Universidad
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Calificación
1,3
Autor
Björn Grimm (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
19
No. de catálogo
V1348165
ISBN (Ebook)
9783346858436
ISBN (Libro)
9783346858443
Idioma
Alemán
Etiqueta
Parzival Wolfram von Eschenbach Kyot Mediävistik Höfischer Roman
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Björn Grimm (Autor), 2021, Die Kyot-Exkurse in Wolframs von Eschenbach Parzival, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1348165
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