Diese Arbeit untersucht, inwieweit man Schüler:innen den Deutschunterricht durch Lernspiele zugänglicher machen kann. Zu Beginn folgt ein wissenschaftlicher Einblick in die Themen "Lernen", "Spiel" und "Motivation". Danach wird speziell auf die selbst entwickelten Deutschlernspiele für die 6. Schulstufe und deren didaktische Konzeption sowie praktische Umsetzung eingegangen. Der Lernerfolg dieser wurde mittels Pre- und Posttests evaluiert und die Ergebnisse der Untersuchung werden in dieser Arbeit dargestellt und interpretiert.
Außerdem wurde der interessens- und motivationsförderliche Aspekt der Lernspiele hinsichtlich Grammatik- und Rechtschreibthemen im Zuge einer Schülerbefragung eruiert. Die Auswertung und Interpretation der Befragung, die mittels einer siebenstufigen Likert-Skala erfolgte, ist ebenfalls Teil der Arbeit, deren Schlusspunkte eine kritische Auseinandersetzung mit der Forschungsmethodik und ein abschließendes Resümee bilden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Lernen
2.1 Lernen und Gedächtnis
2.1.1 Faktoren zur Steigerung der Lernfähigkeit
2.2 Lerntheorien
2.2.1 Der Behaviorismus
2.2.2 Der Kognitivismus
2.2.3 Der Konstruktivismus
2.2.4 Der Konnektivismus
2.2.5 Zusammenfassung
2.3 Lerntypen
2.4 Lernstile
2.5 Aktives (handlungsorientiertes) Lernen
2.5.1 Lehrerzentrierter Unterricht vs. schülerzentrierter Unterricht
2.5.2 Lernen vs. Spielen
2.5.3 Lernen mit Bewegung
2.5.4 Soziale Lernmöglichkeit
3. Das Spiel
3.1 Geschichte des Spiels
3.2 Theorien und Merkmale des Spiels
3.2.1 Theorie nach Huizinga
3.2.2 Theorie nach Caillois
3.2.3 Theorie nach Mogel
3.2.4 Theorie nach Juul
3.2.5 Zusammenfassung
3.2.6 Umlegung bestimmter Merkmale auf die erprobten Lernspiele
3.3 Spielkategorien
3.3.1 Regelspiele
3.3.2 Lernspiele
3.3.3 Lernspiele Status-quo
4. Motivation
4.1 Intrinsische Motivation
4.2 Extrinsische Motivation
4.3 Motivationsförderung
4.4 Motivationsförderliche (Spiel-)Elemente
4.4.1 Dynamik und Spannung
4.4.2 Freude und Spaß
4.4.3 Flow-Erlebnis
4.4.4 Motivation durch sozialen Kontakt
5. Lernspieleinsatz im Unterricht – Praxisbericht
5.1 Didaktische Konzeption
5.1.1 Spielzweck-Lernziel
5.1.2 Struktureller Ablauf
5.1.3 Organisatorische Rahmenbedingungen
5.1.4 Reflektierende Nachbesprechung
5.2 Vorstellung von drei Spielen
5.2.1 Rechtschreibinsel
5.2.2 Rechtschreibchampion
5.2.3 Richtig oder Falsch
6. Untersuchungsdesign & Methodik
6.1 Untersuchungsdurchführung
6.2 Pretest – Posttest (Wissenscheck 1 u. 2)
6.2.1 Darstellung der Ergebnisse
6.2.2 Interpretation der Ergebnisse
6.3 Experteninterviews
6.3.1 Zusammenfassung und Interpretation der Interviews
6.4 Erhebungsinstrument Fragebogen
6.4.1 Darstellung der Ergebnisse
6.4.2 Interpretation der Ergebnisse
7. Schlussfolgerung
7.1 Überprüfung der Hypothesen – Kritik an der Arbeit
7.1.2 Konstruktive Lernprozesse im Zuge eines Lernspiels (Praxisbericht)
7.2 Beurteilung von Spielleistungen
7.3 Empfehlung für eine weiterführende Forschungsidee
7.4 Abschließendes Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Lernspielen als schülerzentrierte Methode im Deutschunterricht der 6. Schulstufe. Das Hauptziel besteht darin, die Forschungsfrage zu beantworten, ob durch gezielten spielerischen Einsatz ein messbarer Lernzuwachs in Grammatik und Rechtschreibung erzielt sowie die Lernmotivation und das Interesse der Schüler gefördert werden kann.
- Wissenschaftliche Analyse von Lernen, Spiel- und Motivationsgrundlagen
- Didaktische Konzeption und praktische Umsetzung von Lernspielen
- Evaluation durch Pre- und Posttests sowie Schülerbefragungen
- Untersuchung von gruppendynamischen Aspekten und sozialen Lernmöglichkeiten
- Kritische Reflexion über die Vereinbarkeit von spielerischer Zweckfreiheit und schulischem Wissenserwerb
Auszug aus dem Buch
2.5.3 Lernen mit Bewegung
Herumzappelnde Schüler, die nicht ruhig sitzen können und mit Fortdauer des Unterrichts immer unruhiger werden, sind ein allseits bekannter Störfaktor bei „lehrerzentriertem“ Unterricht. Dieses Schülerverhalten ist jedoch nachvollziehbar, da viele Kinder über einen ausgeprägten Bewegungsdrang verfügen, der in den wenigen Turnstunden nicht gestillt werden kann. Um diesem entgegenzuwirken ist es notwendig, diese Schüler aktiv in den Unterricht mit ein zu beziehen und ihnen darüber hinaus die Möglichkeit einzuräumen ihren Bewegungsdrang abzubauen. Beide Anforderungen werden in Lernspielen mit Bewegungsimpulsen („Richtig oder Falsch“, „Rechtschreibrallye“ etc. – mehr dazu im Kapitel 5) erfüllt.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Bewegung grundlegende Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn bildet, erhält und verstärkt und somit die Entstehung dauerhafter Lerneffekte fördert. Außerdem arbeitet das Gehirn nicht isoliert und es kommt zu einer doppelten Kodierung der Lerninhalte, nämlich einer motorischen und kognitiven, was zu einer besseren Erinnerungsleistung führt.
Die rechte Hirnhälfte, in der vor allem kreative Prozesse, wie eben Bewegungsaktivitäten vonstatten gehen, vernetzt sich mit der linken, analytischen Hirnhälfte, in der unter anderem Rechtschreib- und Grammatikphänomene – Rechtschreibung und Grammatik sind ja Inhalt jener Lernspiele, um die es in dieser Arbeit geht – verarbeitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz moderner, schülerzentrierter Methoden im österreichischen Schulsystem und Einführung in die Forschungsfrage zum Lernzuwachs durch Spiele.
2. Das Lernen: Wissenschaftlicher Überblick über Lerntheorien, Lerntypen, Lernstile sowie die Bedeutung von aktivem und handlungsorientiertem Lernen.
3. Das Spiel: Historischer Exkurs, Analyse von Spieltheorien nach bekannten Theoretikern wie Huizinga und Caillois sowie Kategorisierung und Definition des Lernspiels.
4. Motivation: Definition und Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation sowie Analyse von spielerischen Elementen wie Flow-Erleben zur Motivationssteigerung.
5. Lernspieleinsatz im Unterricht – Praxisbericht: Dokumentation der Konzeption, des didaktischen Ablaufs und Vorstellung ausgewählter Lernspiele für die 6. Schulstufe.
6. Untersuchungsdesign & Methodik: Darstellung der Evaluationsmethoden (Pre-/Posttests, Experteninterviews, Fragebögen) und detaillierte Auswertung der Ergebnisse.
7. Schlussfolgerung: Kritische Hypothesenüberprüfung, Resümee zur Rolle des Lehrers und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten, insbesondere im Hinblick auf digitale Spielmedien.
Schlüsselwörter
Lernspiele, schülerzentrierter Unterricht, Deutschunterricht, Motivation, Grammatik, Rechtschreibung, Handlungsorientiertes Lernen, Lernerfolg, Spieltheorie, Gruppenarbeit, Bewegtes Lernen, Lehramt, 6. Schulstufe, Evaluation, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Lernspiele im Deutschunterricht der 6. Schulstufe als schülerzentrierte Methode zur Vermittlung von Rechtschreib- und Grammatikthemen eingesetzt werden können.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentral sind die theoretische Verknüpfung von Lernen und Spielen sowie die praktische Anwendung spielerischer Methoden im Unterricht zur Steigerung von Interesse und Motivation.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob durch den Einsatz von speziell entwickelten Lernspielen ein nachweisbarer Lernzuwachs bei den Schülern erreicht werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autor setzt eine Kombination aus quantitativen Methoden (Pre- und Posttests, Schülerbefragungen mittels Likert-Skala) und qualitativen Methoden (Experteninterviews) ein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst fundierte Exkurse zu Lerntheorien, Spieldefinitionen, Motivationsaspekten sowie einen detaillierten Praxisbericht zur Entwicklung und Anwendung der Lernspiele.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie spielerisches Lernen, Motivationsförderung, Kompetenzerwerb, pädagogische Didaktik und schülerzentriert sind als inhaltliche Eckpfeiler anzusehen.
Wie unterscheidet sich diese Arbeit von traditionellen Lernmethoden?
Im Gegensatz zu frontalen, stark auf Arbeitsblättern basierenden Methoden rückt diese Arbeit die aktive, oft bewegungsorientierte und gruppendynamische Teilhabe der Schüler ins Zentrum.
Gibt es spezielle Ergebnisse zu Schülertypen?
Die Arbeit analysiert die Ergebnisse differenziert nach Geschlecht und Migrationshintergrund und stellt fest, dass Schüler mit Migrationshintergrund besonders von den spielerischen Ansätzen profitierten.
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- Mario Dangl (Autor), 2012, Lernspiele im Deutschunterricht. Ein schülerzentrierter Zugang, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1348173