Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit Ansätzen zur Begleitung der Angehörigen psychisch Kranker, die sich im Rahmen konstruktivistischer Erwachsenenbildung ergeben. Um die Forschungsfrage beantworten zu können, erfolgte eine umfangreiche Analyse aktueller Fachliteratur.
Menschliches Leben besteht aus Zäsuren und Umbrüchen. Diese Krisen, Ungewissheiten und Risiken erfordern dabei permanente Lern- und Veränderungsprozesse auch im Erwachsenenalter. Für Erwachsenen Angehörige von psychisch Kranken bedarf es entsprechenden jeweils umfassenden Anpassungsleistungen, die als zentrale Bildungsvorgänge angesehen werden können, welche dabei stets eine Weiterentwicklung und Differenzierung bewährter und vertrauter Deutungsmuster implizieren. Aus einer konstruktivistischen Sichtweise heraus entstehen hier Gelegenheiten, Wirklichkeitskonstruktion zu überdenken, sie zu vergleichen, anzureichern und neue Wirklichkeiten kennenlernen.
Angehörige können hierbei in ihren Erkundungsbewegungen begleitet werden.
So werden zum Beispiel bereits im Rahmen von Psychoedukation, Angehörigengruppen und Selbsthilfegruppen Bereiche der Erwachsenenbildung in Anspruch genommen, jedoch ohne eine explizite Bezugnahme auf die entsprechende Profession. Pädagogische bzw. erwachsenenpädagogische Dimensionen werden damit einhergehend weder einbezogen noch kritisch reflektiert. Die jeweiligen Curricula und Manuale sind bisher aus einer psychiatrischen Praxis heraus von Medizinern und Psychologen verfasst worden. Inhalte, Gestaltung und Durchführung werden insofern von klinisch notwendigen Sachverhalten dominiert. Pädagogisches, insbesondere auch konstruktivistisch-pädagogisches Geschehen im Sinne von Lern- und Bildungsprozessen, spielt dabei jedoch eine geringe Rolle. Auch eine Vernetzung mit einer Gesundheitsbildung für Erwachsene ist bisher nur wenig ausgeprägt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung.
- Problembeschreibung.
- Fragestellung..
- Begriffsannäherung....
- Psychische Erkrankung..
- Konstruktivismus......
- Erwachsenenbildung.
- Methodik
- Psychische Erkrankungen als Teil des menschlichen Lebens......
- Angehörige von psychisch Kranken als Hilfsbedürftige und als Helfende................
- Pädagogische Angehörigenarbeit im Kontext psychischer Erkrankungen ………………………..\li>
- Beratung als psychosoziale und als pädagogische Intervention.......
- Professionelle Begleitung von Angehörigengruppen.
- Perspektiven der Angehörigenselbsthilfe
- Angehörigenarbeit im Rahmen von Psychoedukation und Trialog ..
- Konstruktivistische Sichtweisen als verbindende Elemente
- Menschliche Wahrnehmung, Kognition und Emotion
- Menschliche Kommunikation und soziale Systeme.
- Lernen, Wissen und Wahrheit aus konstruktivistischer Sicht..\li>
- Facetten der Erwachsenenbildung..\li>
- Subjektorientierung, biografisches Lernen, lebenslanges Lernen...
- Erwachsenenbildung im Kontext von Gesundheit und Prävention.......
- Konstruktivistische Erwachsenenbildung
- Konstruktivistische Lernberatung und Lernbegleitung
- Konstruktivistische Didaktik und Methodik
- Konstruktivistische Erwachsenenbildung in digitalen Wirklichkeiten......
- Zusammenfassung, Gegenüberstellung und Diskussion...
- Der gesellschaftliche Blickwinkel.....
- Der pädagogische Blickwinkel...
- Fazit und Ausblick.....
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit untersucht Ansätze zur Begleitung von Angehörigen psychisch Kranker im Rahmen konstruktivistischer Erwachsenenbildung. Sie analysiert die Herausforderungen, denen Angehörige gegenüberstehen, und beleuchtet die Rolle der Erwachsenenbildung in der Unterstützung dieser Personen.- Bedeutung der konstruktivistischen Erwachsenenbildung für die Angehörigenarbeit
- Analyse der Herausforderungen und Bedürfnisse von Angehörigen psychisch Kranker
- Entwicklung von Konzepten zur Begleitung von Angehörigen in Bildungsprozessen
- Potenziale und Herausforderungen der konstruktivistischen Didaktik und Methodik
- Vernetzung und Kooperation verschiedener Fachkräfte und Institutionen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein, beschreibt die Problematik und formuliert die Forschungsfrage. Das zweite Kapitel definiert zentrale Begriffe wie psychische Erkrankung, Konstruktivismus und Erwachsenenbildung. Kapitel drei erläutert die Methodik der Arbeit. Kapitel vier beleuchtet psychische Erkrankungen im Kontext des menschlichen Lebens und die Rolle von Angehörigen als Hilfsbedürftige und Helfende. Kapitel fünf befasst sich mit pädagogischer Angehörigenarbeit, inklusive Beratungsformen, professioneller Begleitung von Angehörigengruppen, Perspektiven der Selbsthilfe und dem Einsatz von Psychoedukation und Trialog. Kapitel sechs analysiert konstruktivistische Sichtweisen in Bezug auf Wahrnehmung, Kognition, Emotion, Kommunikation und soziale Systeme sowie Lernen, Wissen und Wahrheit. Kapitel sieben beleuchtet Facetten der Erwachsenenbildung, insbesondere Subjektorientierung, biografisches Lernen und lebenslanges Lernen sowie den Kontext von Gesundheit und Prävention. Kapitel acht befasst sich mit konstruktivistischer Erwachsenenbildung, inklusive Lernberatung und -begleitung, konstruktivistischer Didaktik und Methodik sowie dem Einsatz digitaler Medien.Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen psychische Erkrankung, Angehörige psychisch Kranker, Konstruktivismus, Erwachsenenbildung, Lernberatung, didaktische Konzepte, Methoden und digitale Wirklichkeiten. Die Arbeit untersucht die Bedeutung konstruktivistischer Ansätze für die Begleitung von Angehörigen und die Entwicklung von effektiven Bildungsangeboten.Häufig gestellte Fragen
Wie hilft Erwachsenenbildung Angehörigen von psychisch Kranken?
Sie bietet einen Rahmen, um neue Deutungsmuster zu entwickeln, die eigene Situation zu reflektieren und durch Lernprozesse die Lebensqualität trotz der Belastung durch die Erkrankung eines Familienmitglieds zu steigern.
Was bedeutet ein „konstruktivistischer Ansatz“ in der Angehörigenarbeit?
Er geht davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit konstruiert. In der Bildung werden Angehörige dabei begleitet, ihre bisherigen Sichtweisen zu hinterfragen und neue, hilfreichere Wirklichkeitskonstruktionen zu finden.
Was ist Psychoedukation?
Psychoedukation ist die Vermittlung von fundiertem Wissen über psychische Erkrankungen an Patienten und deren Angehörige, um den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern und die Rückfallquote zu senken.
Warum ist biografisches Lernen für Angehörige wichtig?
Es ermöglicht ihnen, die aktuelle Krise in ihren gesamten Lebenslauf einzuordnen und Ressourcen aus früheren Erfahrungen für die Bewältigung der Gegenwart zu nutzen.
Was wird am aktuellen System der Angehörigenarbeit kritisiert?
Die Arbeit kritisiert, dass viele Programme rein klinisch-medizinisch orientiert sind und pädagogische Aspekte des Lernens und der Persönlichkeitsentwicklung oft zu kurz kommen.
- Citation du texte
- Michael Werner (Auteur), 2023, Begleitung von Angehörigen psychisch Kranker. Erwachsenenbildung als Weg zur Verbesserung der Lebensqualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349515