Innerhalb dieser Hausarbeit beschäftige ich mit der folgenden Frage: Inwieweit ähneln sich die Stabilisierungsphasen der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie und der Eye Movement Desensitization and Reprocessing Strategie bei der Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung?
Ich werde herausarbeiten, wie die Stabilisierungsphasen der beiden Traumatherapiemethoden jeweils aufgebaut sind und auf welche Aspekte die Psychotherapeut*innen besonders achten müssen. Dabei gehe ich auch auf die Probleme, die innerhalb der Stabilisierungsphasen entstehen können, ein. Es werden besonders die Gemeinsamkeiten beider Stabilisierungsphasen auffallen. Zuvor werde ich den Begriff des Traumas definieren, sowie die Entstehung eines Traumas erörtern. Außerdem gehe ich auf den Zusammenhang des Traumas und der Dissoziation ein. Imaginationen sind bei der Stabilisierung traumatisierter Patient*innen besonders wichtig und nutzen Dissoziationen. Besonders deutlich wird die Wichtigkeit der Stabilisierungsphase für eine erfolgreiche Traumatherapie werden, sodass es nicht zu einer Retraumatisierung kommen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsherkunft Trauma
2.1 Entstehung eines Traumas
2.2 Dissoziation in Verbindung mit Trauma
3 Posttraumatische Belassstörung
4 Erläuterungen zur Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie und Eye Movement Desensitization and Reprocessing
4.1 Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie nach Luise Reddemann
4.2 Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Francine Shapiro
5 Stabilisierungsphase der PITT und der EMDR im Vergleich
6 Traumakonfrontationsphase und Reintegrationsphase
8 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Hausarbeit untersucht die Ähnlichkeiten in den Stabilisierungsphasen zweier etablierter Traumatherapiemethoden – der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie (PITT) und der Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) Methode – bei der Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
- Definition und Entstehung von Traumata sowie die Rolle der Dissoziation.
- Klinisches Krankheitsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung.
- Methodenüberblick: PITT nach Luise Reddemann und EMDR nach Francine Shapiro.
- Vergleichende Analyse der Stabilisierungsstrategien („Sicherer Ort“, Ressourcenstärkung).
- Bedeutung der therapeutischen Beziehung und der Selbstregulation.
Auszug aus dem Buch
5 Stabilisierungsphase der PITT und der EMDR im Vergleich
Zunächst beginnt jede Traumatherapie mit der Stabilisierungsphase, da die Arbeit am Trauma einen sicheren Boden und einen gefestigten Patienten voraussetzt (Huber, 2003, S. 91). Beide Therapiemethoden nutzen imaginative Techniken. PET-Studien haben gezeigt, dass beim reinen Vorstellen (also imaginieren) eines Bildes dieselben Gehirnstrukturen aktiviert werden, als würde man dieses Bild in der Realität betrachten (Bengler, 2021, S. 3). Allerdings ist Stabilisierung, Selbstsicherheitstraining und selbstfürsorgliches Verhalten nur durch psychotherapeutische Methoden erlernbar und kann nicht durch die reine Imaginationsarbeit erlangt werden. Imaginative Techniken können gut in Kombination mit einer fundierten Psychotherapie angewendet werden (Bengler, 2021, S. 3 ff.).
Zuerst sollte die imaginative Kontrollfähigkeit der Patient*innen überprüft werden. Häufig führt bereits die aktive Selbststeuerung zu Entlastung bei den Patient*innen (Kirn, Echelmeyer & Engberding, 2009, S. 224). Huber (2003, S. 97) führt an, dass traumatisierte Patient*innen häufig glauben, kein Recht auf Erholung zu haben. Dabei nutzt sie innerhalb der PITT die Unterschiedsbildung, bei der die Patient*innen sich erholen können, anschließend belastende Themen behandeln, worauf wieder eine erholsame Phase folgt. Andernfalls sind die Patient*innen erschöpft und werden durch die Traumabehandlung noch erschöpfter und es kommt zur Dekompensation. „Diese Zeit ist nicht Luxus, sondern bittere Notwendigkeit, um wieder Boden unter den Füßen zu bekommen“ (Huber, 2003, S. 97). Daher hat die Ich-Stärkung während der Stabilisierungsphase der PITT einen besonders hohen Stellenwert (Maercker, 2013, S. 284). Zuvor wird das Leiden der Patient*innen gewürdigt. Der Therapeut nimmt eine achtsame, mitfühlende Haltung ein, wodurch die Patient*innen nach und nach eine mitfühlende Haltung sich selbst gegenüber entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Ähnlichkeiten der Stabilisierungsphasen von PITT und EMDR bei der Behandlung der PTBS.
2 Begriffsherkunft Trauma: Definition des Traumabegriffs sowie Erläuterung der Entstehungsprozesse und der Bedeutung von Dissoziation.
3 Posttraumatische Belastungsstörung: Darstellung des Krankheitsbildes und seiner Hauptsymptome wie Intrusionen, Vermeidungsverhalten und Hyperarousal.
4 Erläuterungen zur Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie und Eye Movement Desensitization and Reprocessing: Überblick über die theoretischen Grundlagen und Arbeitsweisen von PITT und EMDR.
5 Stabilisierungsphase der PITT und der EMDR im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der Stabilisierungsansätze beider Methoden und deren imaginative Techniken.
6 Traumakonfrontationsphase und Reintegrationsphase: Kurzer Ausblick auf die auf die Stabilisierung folgenden Phasen der Traumatherapie.
8 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass trotz unterschiedlicher Ansätze starke methodische Überschneidungen in der Stabilisierung bestehen.
Schlüsselwörter
Traumatherapie, PITT, EMDR, Stabilisierungsphase, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Dissoziation, Imagination, Sicherer Ort, Ressourcenstärkung, Traumakonfrontation, Selbstregulation, Psychodynamik, Trauma, Traumaverarbeitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Traumatherapie und vergleicht zwei spezifische therapeutische Ansätze im Hinblick auf deren Vorbereitungs- und Stabilisierungsphase.
Welche therapeutischen Methoden werden zentral behandelt?
Im Zentrum stehen die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Luise Reddemann und die Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) Methode nach Francine Shapiro.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, inwieweit Ähnlichkeiten zwischen den Ansätzen von PITT und EMDR bei der Stabilisierung traumatisierter Patienten bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und einen Literaturvergleich, der bestehende Fachliteratur und klinische Konzepte der Traumatherapie systematisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich neben der Definition von Trauma und PTBS vor allem mit den spezifischen Techniken der Imaginationsarbeit und den Phasen der jeweiligen Therapiemodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Trauma, Stabilisierung, PITT, EMDR, dissoziative Symptome und imaginative Ressourcenstärkung.
Wie unterscheidet sich die PITT von der EMDR in der Stabilisierung?
Während die PITT stark auf imaginative Techniken und die Arbeit mit inneren Anteilen (Ego-States) fokussiert, nutzt die EMDR primär physiologische Augenbewegungen, um Stress zu reduzieren und Patienten zu stabilisieren.
Welche Bedeutung kommt der "Safe/Calm Place"-Übung bei der EMDR zu?
Diese Übung dient der Schaffung eines sicheren inneren Raumes, der den Patienten hilft, während der Sitzungen Selbstkontrolle zu bewahren und beängstigende Gefühle zu regulieren.
Was versteht man unter der „Tresorübung“ im Kontext der PITT?
Es ist eine imaginative Technik, bei der belastende Erinnerungen symbolisch „weggepackt“ werden, um den Patienten vor emotionaler Überflutung zu schützen, bis eine geregelte Bearbeitung in der Konfrontationsphase möglich ist.
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- Miriam Schroer (Autor), 2022, Ähnlichkeiten der Stabilisierungsphasen zweier psychotherapeutischer Methoden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349656