Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema Integration von Migranten. Eine erfolgreiche oder auch misslungene Integration wird vor allem im täglichen Miteinander der Menschen spürbar, weswegen den Kommunen eine besondere Bedeutung zukommt. Ihre Aufgabe ist es, entsprechende Rahmenbedingungen für eine gelingende Integration vor Ort zu schaffen. Hierfür formulieren immer mehr Kommunen Leitbilder und Ziele für ihre Arbeit, in Form von Integrationskonzepten. Aufgrund unterschiedlicher Problemlagen soll auch für die Stadt Neuwied ein Integrationskonzept erstellt werden.
Diese Arbeit dient als Grundlage für die Erstellung des Konzeptes und setzt sich aus einem theoretischen und einem empirischen Teil zusammen. Im theoretischen Teil werden zunächst allgemeine Integrationsprobleme in kommunalen Kontexten untersucht und aufgezeigt. Anschließend wird im empirischen Teil die aktuelle Situation von Migranten in Neuwied analysiert, um darauf aufbauend konkrete Perspektiven für ein Integrationskonzept zu erörtern.
Das Ziel der Arbeit ist es, ausgehend von der allgemeinen Situation von Migranten in Kommunen, häufig auftretende Integrationsprobleme aufzuzeigen, um anschließend die spezifische Situation für Neuwied darzulegen und basierend auf dieser Grundlage Handlungsperspektiven für die Stadt zu entwicklen. Dadurch sollen bestehende Benachteiligungen für Migranten abgebaut und Rahmenbedingungen für ein gelungenes Miteinander
geschaffen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Integrationsprobleme in kommunalen Kontexten
1.1 Chancenungleichheit im Bildungssystem
1.1.1 Der Elementarbereich als erste bildungspolitische Einrichtung
1.1.2 Bildungsbenachteiligungen in der Schule
1.2 Jugendhilfe und außerschulische Jugendarbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund
1.3 Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation für Migranten
1.4 Kultur und Religion: Leben in einer mehrkulturellen und mehrreligiösen Gesellschaft
2 Situationsanalyse auf der Basis von Interviews und Dokumenten
2.1 Methodik der Untersuchung
2.1.1 Ausgangspunkt der Untersuchung
2.1.2 Datenanalyse auf der Basis von Interviews
2.1.2.1 Auswahl der Methoden zur Datenerhebung
2.1.2.2 Ablauf der empirischen Untersuchung
2.1.3 Datenanalyse auf der Basis von Dokumenten
2.2 Situationsanalyse für die Stadt Neuwied
2.2.1 Elementarbereich
2.2.2 Schule
2.2.3 Auftretende Gewaltproblematik
2.2.4 Jugendhilfe und außerschulische Jugendarbeit
2.2.5 Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
2.2.6 Interreligiöser Dialog
2.2.7 Senioren mit Migrationshintergrund
3 Perspektiven für ein Integrationskonzept der Stadt Neuwied
3.1 Perspektiven für den Elementarbereich
3.2 Perspektiven für den schulischen Bereich
3.3 Perspektiven zur Gewaltprävention
3.4 Perspektiven für die Jugendhilfe und die außerschulische Jugendarbeit
3.5 Perspektiven für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
3.6 Perspektiven für den interreligiösen Dialog
3.7 Perspektiven für Senioren mit Migrationshintergrund
3.8 Perspektiven für sozialraumbezogene Projekte
3.9 Zukünftige Aufgaben für die Kommune
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ausgehend von allgemeinen Integrationsproblemen in kommunalen Kontexten, die spezifische Situation von Migranten in der Stadt Neuwied zu analysieren, um daraus konkrete Handlungsperspektiven für ein lokales Integrationskonzept zu entwickeln, die bestehende Benachteiligungen abbauen und ein gelungenes Miteinander fördern sollen.
- Analyse der Integrationsbedingungen im kommunalen Umfeld
- Empirische Situationsbestimmung für Migranten in Neuwied (Interviews & Dokumente)
- Entwicklung von Handlungsvorschlägen für Schlüsselfelder (Bildung, Arbeit, Jugendhilfe)
- Bedeutung von Kultur, Religion und sozialräumlichen Projekten für die Integration
- Empfehlungen für die kommunale Integrationspolitik (Cultural Mainstreaming)
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Der Elementarbereich als erste bildungspolitische Einrichtung
Unter Elementarbereich versteht man sämtliche vorschulische Einrichtungen für Kinder. Dazu gehören beispielsweise Kinderkrippen für unter Dreijährige, Kindergärten und Kindertagesstätten.
Das Kindergartenwesen ist in Deutschland dem Jugendamt zugeordnet, das heißt es ist nicht an das Bildungswesen, also an den schulischen Bereich angegliedert. Diese politische Aussage prägt die Zielsetzung und Funktion der Kindertagesstätten.
Erst durch die Veröffentlichung der PISA- und IGLU-Ergebnisse ist der Elementarbereich in die gesellschaftliche Diskussion, als erste Stufe des deutschen Bildungswesens, gerückt. Die Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern sowie deren Folgen sind im Zusammenhang mit dem allgemeinen Geburtenrückgang in Deutschland, zur bildungspolitischen Debatte geworden. Das daraus entstandene öffentliche Interesse reicht bis in die regionalen und kommunalen Bildungseinrichtungen (vgl. Ueffing 2007, 17ff).
Im Folgenden wird vor allem die sprachliche Situation von Kindern mit Migrationshintergrund beleuchtet, da diese entscheidend für deren schulische Entwicklung ist.
Der Kindergartenbesuch stellt für alle Kinder eine große Herausforderung dar. Es ist für sie zum einen die erste Erfahrung mit einer fremden, öffentlichen Einrichtung und zum anderen werden sie meist zum ersten Mal von ihren wichtigsten Bezugspersonen getrennt (vgl. Wagner 2006, 213). Kinder wachsen in sehr unterschiedlichen Lebenswelten auf. In den vorschulischen Einrichtungen herrschen häufig andere Regeln und Verhaltensweisen, als die, die sie zu Hause kennengelernt haben. Manche Kinder sind dadurch verwirrt und verängstigt (vgl. Militzer 2002, 82).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Integrationsprobleme in kommunalen Kontexten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Integrationsprobleme in den Bereichen Bildung, Jugendhilfe, Arbeitsmarkt sowie Kultur und Religion, wobei der Fokus auf den Herausforderungen für Migranten liegt.
2 Situationsanalyse auf der Basis von Interviews und Dokumenten: Hier wird das methodische Vorgehen der Untersuchung erläutert und anschließend die aktuelle Situation von Migranten in der Stadt Neuwied anhand der verschiedenen Handlungsfelder detailliert analysiert.
3 Perspektiven für ein Integrationskonzept der Stadt Neuwied: Auf Basis der Situationsanalyse werden konkrete Handlungsvorschläge und Perspektiven für die Stadt Neuwied entwickelt, um die Integration in den zuvor untersuchten Bereichen zu verbessern.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die aufgezeigten Benachteiligungen und betont die Dringlichkeit, Integration als gesamtstädtische Aufgabe durch ein Integrationskonzept aktiv zu gestalten.
Schlüsselwörter
Integration, Migrationshintergrund, Kommune, Neuwied, Bildungssystem, Elementarbereich, Sprachförderung, Jugendhilfe, Arbeitsmarkt, Interreligiöser Dialog, Gewaltprävention, Sozialraum, Cultural Mainstreaming, Migranten, Chancengleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integrationsbedingungen von Migranten in Kommunen, wobei die Stadt Neuwied als konkretes Fallbeispiel dient, um Probleme aufzuzeigen und Lösungswege zu skizzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind der Elementarbereich, der schulische Bereich, die Jugendhilfe, der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie Kultur, Religion und Gewaltprävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung einer wissenschaftlichen Grundlage für ein Integrationskonzept der Stadt Neuwied durch die Identifikation von Benachteiligungen und die Ableitung konkreter Handlungsperspektiven.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere Experteninterviews mit Akteuren in Neuwied sowie eine Dokumentenanalyse bestehender Integrationskonzepte anderer Kommunen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Integrationsprobleme beleuchtet, gefolgt von einer empirischen Situationsanalyse für Neuwied, auf deren Basis im dritten Kapitel konkrete Handlungsempfehlungen formuliert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Integration, Migrationshintergrund, Kommune, Neuwied, Bildungssystem, Sprachförderung, Jugendhilfe, Arbeitsmarkt, Interreligiöser Dialog und Cultural Mainstreaming.
Warum spielt die Religion in der Arbeit eine so große Rolle?
Die Religion beeinflusst den Integrationsprozess stark, da sie Identität schafft, aber oft auch ein Feld für Vorurteile und Ausgrenzung bietet, was in der Arbeit ausführlich analysiert wird.
Welche Bedeutung kommt der Kommune bei der Integration zu?
Die Kommune ist der Ort, an dem Integration im Alltag stattfindet; sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen für ein gelungenes Miteinander vor Ort.
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- Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogen Melanie Bächle (Author), 2008, Integration von Migranten als kommunale Aufgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134997